048 Heim nach Weißlauf
048 Heim nach Weißlauf PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:14 Uhr
Nachdem Akkirah und Vilkas wenige Stunden unterwegs waren brach die Dunkelheit herein. Sie suchten sich etwas abseits am Wegesrand eine geeignete Stelle zum Übernachten. Da es nicht sonderlich kalt war, unterließen sie es ein Feuer anzuzünden. Zu Essen gab es die Reste vom Vortag und etwas Brot. Eng aneinandergekuschelt schliefen beide auch bald schon ein. Sie wussten dass Adelante sie wie immer wecken würde, wenn etwas nicht stimmte. Am frühen Morgen machten sie sich dann auch gleich wieder auf den Weg nach Hause.

Gegen Mittag schoss Akkirah ein großes Kaninchen vom Pferd aus, das sie sie dann auch gleich zubereiteten. Mit Heißhunger verspeisten sie es dann gebraten an einem Spieß. Nachdem sie sich wieder auf den Weg gemacht hatten, kamen sie an einem verfallenen alten Wachturm vorbei, in dem sich scheinbar Banditen rum trieben. Sie machten eine großen Bogen darum, denn irgendwie war ihnen nicht nach Kämpfen. Eine Stunde später passierten sie ein Jägerlager, wo sie für den Abend etwas Fleisch kauften. Nach kurzer Rast ging es dann weiter. Plötzlich zuckte Adelante mit den Ohren und machte ihre Reite so auf ein leises Gestöhne aufmerksam. Akkirah und Vilkas stiegen ab und vorsichtig schlichen sie sich an den Ort heran, von wo aus die klagenden Laute kamen. Sie fanden einen verletzten Jäger. Er hatte einige heftige Kratzer, die von Bärenpranken zu stammen schienen. Akkirah nahm einige ihrer Kräuter und versuchte daraus eine Salbe zu mischen, die sie auf die Wunden schmieren wollten, nachdem sie sie ausgewaschen hatte. Vilkas hielt den Mann fest, während sie ihn behandelte, denn es war recht schmerzhaft. Nachdem sie ihn verbunden hatten, erzählte der Jäger ihnen was passiert war. Er war mit drei Freunden auf Bärenjagd. Sie folgten dem Tier in die Höhle vor der sie nun saßen. In der Höhle waren aber neben zwei weiteren Bären auch noch ein paar Zweiglinge, die die Jäger überrascht haben. Nur Valdr konnte entkommen. die anderen wurden von den Höhlenbewohnern getötet. Nachdem sich Valdr nun etwas besser fühlte, wollte er zurück in die Höhle gehen, um die Bären und Zweiglinge zur Strecke zu bringen, um die Leichen seiner Freunde anschließend ordentlich begraben zu können.

Vilkas und Akkirah hielten ihn davon ab, denn es war klar, dass er in dem Zustand nur selbst den Tot finden würde. Sie versprachen sich selbst um die Wesen in der Höhle zu kümmern. Akkirah ging mit gespannten Bogen vor und Vilkas folge ihr auch seinen Bogen schussbereit in der Hand. Die beiden Bären zu erlegen war recht einfach, denn sie bemerkten die beiden Menschen viel zu spät. Mit den Zweiglingen war es da schon schwerer. Der Erste war glücklicherweise alleine so das Akkirah und Vilkas ihn mit 3 Pfeilen schnell erledigen konnten. Mit den beiden anderen war es schon schwieriger. Akkirah und Vilkas hatten sich mit ein paar Zeichen drauf verständigt das jeder erst mal einen vornimmt. Akkirah schaffte es ihren mit 2 Schüssen soweit zu verletzten, das es für sie dann kein Problem mehr war ihn mit einem guten Hieb ihres Schwerts den Rest zu geben. Vilkas hatte da schon größere Probleme der erste Schuss ging fehl, der zweite traf aber machte nicht sonderlich viel Schaden und das Wesen kam schnell auf Vilkas zu. So musste Vilkas dann zu seinem Zweihänder greifen. Es ist immer wieder erstaunlich wie geschickt sich diese Zweiglinge schnell bewegen konnten. Akkirah wollte aus sicherer Entfernung versuchen, einen Pfeil abzuschießen, aber immer wieder geriet ihr, wenn sie soweit war Vilkas in die Schusslinie. Dem gelang es aber letztendlich mit einem Gewaltigen Hieb seinen Gegner zu enthaupten. Trotz aller Vorsicht hatte Vilkas aber den einen oder anderen Hieb des Zweiglings einstecken müssen.

Glücklicherweise hatte seine Rüstung den größten Schaden abgewendet, aber an einer Stelle waren die scharfen Äste doch durch den Armschutz gedrungen und hatte ihm den Arm etwas aufgerissen. Akkirah bestand drauf, das sie gleich hinaus gingen damit sie eich um die Wunde kümmern konnte. Nicht das es sich noch entzündet. Draußen war Valdr froh die beiden lebend wieder zu sehen. Er hatte ein schlechtes Gewissen, sie da alleine reingehen zu lassen. Aber ihm war auch klar, dass er wohl eher störend als Hilfreich gewesen wäre. Nachdem Akkirah Vilkas versorgt hatte, beschlossen sie heute Nacht hier vor der Höhle zu bleiben. Valdr hatte zwischenzeitlich etwas Holz gesammelt und so bereiten sie das Fleisch, das sie von den Jägern gekauft hatten zu und aßen gemeinsam. Valdr erzählte ihnen das er und seine Freunde aus Falkenring kommen würden und er sich freuen würde, wenn sie beide ihn dort mal besuchen würden. Akkirah und Vilkas benannten wiederum die Gründe, warum sie wohl so schnell nicht wieder in diese Stadt kommen würden, was Valdr schade fand, aber doch verstehen konnte. Aber für den Fall das sie doch mal dort was zu tun hätten würde er sie gerne bei sich aufnehmen.

Am nächsten Morgen nachdem sie Gefrühstückt hatten, machten sich Akkirah und Vilkas wieder auf ihren Weg nach Weislauf. Akkirah hatte dem verletzten Jäger noch etwas von ihrem Heilmittel dagelassen. Er wollte sehen, dass er seien Freunde begrub und sich dann auch auf den Weg nach Hause machen. Für Akkirah und Vilkas verlief der Rest der Reise ruhig. Eineinhalb Tage später erreichten sie den alten Wachtturm wo Akkirah geholfen hatte ihren ersten Drachen zu töten. Sie nahm Vilkas an die Hand und gemeinsam gingen sie den Turm nach oben und sahen von dort hinüber zur Drachenfeste und Jorrvaskr. Akkirah erzählte Vilkas, das sie damals hier nach dem sie den Drachen getötet hatten stand und darüber nachdachte was sie tun sollte. Er nahm sie fest in den Arm: "Ich bin so froh, das ihr euch für die Gefährten entschieden habt, mein Herz." Sie bleiben noch eine Weile auf dem Turm stehen bevor sie sich heim nach Jorrvaskr begaben, wo diesmal seit langer Zeit wieder alle gleichzeitig anwesend waren.

Es gab einiges an Neuigkeiten. Aela hatte zwei neue Anwärter für die Gefährten aufgetrieben. Eine junge Dunmer aus Windhelm und einen stämmigen Kaiserlichen, der die letzten Jahre auf einem kleinen Hof in der Gegend von Dämmerstern mit seiner Frau kinderlos gelebt hatte, bis diese vor 3 Monaten verstorben war. Alleine schien ihm das Leben auf dem Hof leer und sinnlos und da er in jungen Jahren viel als Abenteurer unterwegs war, schien ihm ein Leben unter den Gefährten passend. Die anderen hatten mit der Aufnahme gewartet, bis Akkirah und Vilkas von ihrer Reise zum Dämmergrab zurück waren, denn wenn es darum ging jemanden im Kampf zu testen war Vilkas einfach der Beste, wie alle fanden. Und als Herold sollte Akkirah sich auch erst mit den Anwärtern unterhalten bevor das entschieden wurde, ob die Neuen geeignet waren.

Zurzeit waren die beiden in der Beflaggten Mähre untergebracht. Es wurde also beschlossen, das am nächsten Morgen die beiden erscheinen sollten, damit Vilkas ihnen ihm Kampf auf die Finger schauen konnte. Brill sollte ihnen die Nachricht bringen, dass sie sich nach der Frühstückszeit auf dem Trainingsplatz hinter der Methalle einfinden sollten. Der Rest des Abends verlief recht ruhig, außer das Frogar sich mal wieder weigerte von Ria ins Bett gebracht zu werden, wo doch endlich mal alle anwesend waren. Aber ein ernster Blick von Vilkas und der Junge machte keine Schwierigkeiten mehr. Tilma verwöhnte alle wie gewohnt mit ihren Leckereien und sorgte dafür, dass die Metbecher nicht leer wurden. Als nach und nach alle verschwunden waren half Akkirah Tilma beim aufräumen, obwohl diese das gar nicht wollte. Farkas und Vilkas waren zwischenzeitlich auch schon runter in die Wohnquartiere gegangen. Als oben alles wieder ordentlich an seinem Platz war gingen auch Tilma und Akkirah hinunter. Als Akkirah ihre Gemächer betrat war Vilkas schon im Bett verschwunden. Akkirah lächelte und beeilte sich, um sich zu ihm zu gesellen. Als sie dann in seinem Armen lag seufzte sie leise. Es war schön wieder zu Hause zu sein. Aber trotzdem hatte sie etwas Angst, was die nächsten Wochen bringen würden. Sie war nun schon so lange Ständig mit Vilkas unterwegs gewesen, das sie etwas Angst davor hatte, fest an einem Ort zu sein. Auch würde es sicherlich nicht leicht werden, endlich ihrer Pflicht als Herold nach zu kommen. Aber irgendwann musste man ja mal damit Anfangen. Vilkas spürte die Unruhe die seine Frau befallen hatte.

"Was ist mit euch, mein Herz?" er beugte sich über sie und küsste sie zärtlich. "Bereut ihr jetzt schon die Entscheidung, hier bleiben zu wollen?"
"Nein, mein Liebster, ich bin da zu Hause wo auch ihr seid", sie kuschelte sich noch dichte an ihn, "Aber ich habe trotzdem etwas Angst vor der Zukunft. Vor der Verantwortung die mir Kodlak übertragen hat. Ist dir z.B. auf gefallen, das Tilma langsam abbaut? Sie kann die ganzen Arbeiten nicht mehr alleine bewältigen, wird das aber niemals zugeben und lieber überarbeitet zu Grunde gehen. Das hat sie aber nicht verdient. In letzter Zeit mochte es noch alles gut gegangen sein, da selten alle da waren und auch die Zahl der Gefährten gesunken war. Aber wenn wir nun wieder mehr werden, müssen wir ihr jemanden zur Seite stellen. Nur wen? Eine zweite Haushälterin neben sich, würde Tilma nie dulden und als Beleidigung ansehen. Was würdest du davon halten ein Waisenmädchen aufzunehmen, das Tilma wie eine Tochter behandeln kann und die ihr gleichzeitig etwas Arbeit abnimmt?"
"Die Idee gefällt mir, mein Herz", antwortete Vilkas leise. "Lasst uns das morgen im Zirkel besprechen und schauen was die anderen dazu sagen. Und nun sollten wir versuchen zu schlafen. Morgen wird ein langer Tag vermute ich mal und da sollten wir fit sein." Sie nickte und es dauerte nicht lange und sie schliefen beide ein.

Am nächsten Morgen wachte Akkirah wie gewohnt vor Vilkas auf, ihren Kopf auf seiner Brust liegend. Sie fühlte seinen gleichmäßigen Herzschlag und blieb noch eine Weile regungslos liegen. Dann vernahm sie ein zaghaftes Klopfen an der Tür, das sie dazu brachte sich aufzusetzen. Vilkas schien es nicht zu hören, denn er rührte sich nicht. Sie musste lächeln, als sie ihn so weiterschlafen sah.

"Wer ist da und was gibt es?" fragte Akkirah relativ leise, um Vilkas nicht zu erschrecken.
"Ich bin's Frogar", hörte sie es leise von draußen. " und ich wollte Fragen ob ich mit euch runter zu den Ställen gehen darf, wenn ihr zu eurem Pferd geht."

Der Junge war gelehrig. Trotz seiner wilden Art konnte er sich benehmen, wenn es sein musste. "Warte oben in der Halle auf mich, dann können wir gemeinsam runter gehen. Ich komme in ein paar Minuten hoch." Sie hörte wie der Junge losrannte um nach oben zu kommen. Wieder lächelte sie. Dann gab sie Vilkas, der nicht wach geworden war einen Kuss auf die Stirn, verließ das Bett und zog sich an. Als sie fertig war wurde Vilkas doch noch wach und grummelte vor sich hin.

"Bleibt ruhig noch etwas liegen, mein müder Wolf. Wir sehen und nachher oben beim Frühstück." Sie hatte sich kurz aufs Bett gesetzt und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. Schnell schlang er seien Arme um sie und zog sie an sich. "Ich liebe euch, mein Herz. Bitte beeilt euch." Sie nickte und dann verschwand sie.

Oben in der Methalle wartete schon Frogar auf sie. Er hatte von Tilma einen Becher Ziegenmilch bekommen, den er fast ausgetrunken hatte. Akkirah nahm sich bevor sie losgingen schnell einen Becher von dem Tee, den Tilma schon aufgegossen hatte und der noch heiß war. Dann ging sie mit dem Jungen hinab zu den Ställen. Er erzählte ihr unterwegs was er so die letzten Tage gemacht hatte. Unter anderem hatte er sich mit dem schüchternen Lars Kampf-Geborener angefreundet. Wahrscheinlich sehr zum Missfallen seiner Familie, denn obwohl die Gefährten neutral waren, gab es zwei aus dem Klan der Grau-Mähnen die mehr oder weniger zu den Gefährten gehörten, und diese beiden Klans waren seit längerer Zeit nicht sonderlich gut auf einander zu sprechen. Wobei Akkirah wusste, das nicht alle Klanmitglieder die Feindschaft untereinander gut hießen, aber offen nichts dagegen sagen Beziehungsweise es zeigen durften. Auf alle Fälle freute sich Akkirah, das der Junge nun auch Freunde in seinem Alter gefunden hatte. Als sie bei den Ställen ankamen, machte sich Frogar mit Feuereifer an die Arbeit um Adelantes Box sauber zu machen, während Akkirah die Stute vor der Box putzte. Als beide fertig waren schüttelte der Junge frisches Heu auf und Akkirah gab der Stute etwas Getreide und ein paar Möhren. Danach wuschen sich beide im Bach hinter den Ställen und begaben sich anschließend wieder hoch nach Jorrvaskr, wo zwischenzeitlich die meisten der Gefährten platz zum Frühstück genommen hatten. Akkirah setzte sich neben Vilkas, der ihr zur Begrüßung einen Kuss gab, während sich Frogar zu Ria setzte.

Als die Zeit für die Prüfung der angehenden Rekruten gekommen war, bat Akkirah darum, das nicht alle sich in den Hof begaben um den Neuen bei ihrer Übung zuzuschauen. So gingen letztendlich nur Akkirah, Aela, Athis und Farkas neben Vilkas mit hinaus und warteten oben auf den Bänken.