038 Calcelmos privates Labor
038 Calcelmos privates Labor PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:16 Uhr
Nachdem Akkirah und die Zwillinge gemütlich gefrühstückt hatten und dabei noch mal den Plan zum Einbruch in Calcelmos Labor durchgegangen waren, machten sie sich langsam auf den Weg zur Festung Unterstein. Vilkas fühlte sich bei dem Gedanken, seine Frau in die wie sie gehört hatten gut bewachten Räumlichkeiten alleine eindringen zu lassen, alles andere als wohl. Aber es gab keine andere Möglichkeit und er wusste, das weder er noch sein Bruder die Fähigkeiten besaßen sich fast lautlos zu bewegen und mit den Schatten zu verschmelzen, so wie Akkirah es konnte.

Die Wache vor dem Museum begrüßte die Zwillinge und Akkirah freundlich und sagte nichts, als sie das Museum betraten. Zunächst sahen sich die drei in Ruhe die Ausstellungsstücke an, die Calcelmo zusammengetragen hatte. Dabei beobachtete Akkirah die Wachen. Meist hielten sie sich im mittleren Bereich auf und ab und na gingen sie mal etwas auf und ab. Es sollte für Akkirah kein Problem sein, sich an ihnen vorbei zu schleichen und zu der Tür hinten zu gelangen, die zu dem privaten Räumen von Calcelmo führte. Zwei Stunden später beschloss sie, dass es Zeit war offiziell wieder zu gehen. Gemeinsam verließen sie das Museum.

Als sie draußen waren, ging Akkirah vor zum Ausgang der Festung, während die Brüder die Wache in ein Gespräch verwickelten. Das nutze Akkirah, um wieder herbei zu schleichen und sich an der Wand entlang zum Eingang des Museums zu begeben. Mit Hilfe des Schlüssels den Vilkas von Calcelmo bekommen hatte betrat sie leise das Museum. Die Wachen im inneren hatten nicht mitbekommen, dass jemand eingetreten war. Vorsichtig schlich sie sich zunächst zu dem linken Bereich, wo eine vergitterte Tür zu einem weiteren Raum im Museum führte. Von dort aus ging sie dann an der Wand entlang bis zu der Tür die ins Private Reich von Calcelmo führte. Die Tür konnte sie glücklicherweise mit dem Schlüssel, der auch für das Museum gedacht war, öffnen.

Nun sollte es schwerer werden. Sie hörte im nächsten Bereich, wie sich die Wachen laut darüber unterhielten, was in der Vorwoche einigen passiert war. Es schien wohl auf alle Fälle besser zu sein, keine Apparaturen, Hebel oder Ventile zu betätigen. Wer weiß was man damit auslösen konnte. Akkirah wartete eine Zeitlang bevor sie weiterging. Im nächsten Bereich drehten zwei Wachen ihre Kreise. Sie passte zunächst einen günstigen Moment ab, um in deren Rücken in einen Nebenraum schlüpfen zu können. Dann wartete sie wieder etwas, bevor sie sich zur nächsten Tür begab. Diese war unglücklicher weise verschlossen. Sie nahm ihre Dietriche zur Hand und hoffte die Wachen würden lange genug auf ihrer Runde von ihr fernbleiben, damit sie Zeit hatte das verdammte Schloss zu knacken. Und sie hatte Glück. Flink schlüpfte sie durch die Tür und schloss diese sofort wieder. Erleichtert atmete sie auf. Bis hierhin war es geschafft.

Akkirah wusste nicht was noch alles vor ihr lag. Vorsichtig folgte sie erstmal dem Gang. Dann hörte sie erneut Wachen die sich unterhielten. Irgendwie schien es im unter ihr liegenden Bereich Giftwolken zu geben. Sie überlegte wie sie weiterkommen sollte. Der direkte Weg war von den Wachen versperrt. Da würde sie nicht vorbei kommen. Als blieb nur der Versuch unten Gang zu benutzten, egal was dort an Gefahren lauerte. Als sie unten ankam sah sie es. Der Gang vor ihr war von grünem giftigem Nebel verhangen. Sie sah einige Leichen auf dem Boden liegen, die von dem Zeugs erwischt wurden. Sie nahm ein Tuch aus ihrer Tasche und hielt es sich vor Mund und Nase, nachdem sie zuvor noch mal ordentlich durchgeatmet hatte. Dann durchquerte sie den Bereich im Laufschritt. Auf der anderen Seite angekommen musste sie erst mal kurz eine Pause einlegen, bevor sie weiter schlich. Sie spürte, dass sie noch lange nicht wieder ihre volle Kondition hatte, und in gebückter Haltung durch lange Gänge und Räume schleichen war doch recht anstrengend. Leider hatte sie keine Pläne von dem Labor und den ganzen Nebenräume, so dass sie sich öfters in einer Sackgasse wieder fand. Nachdem sie zunächst die nächste Treppe hoch gegangen war musste sie wieder kurz halten um den patrouillierenden Wachen nicht vor die Füße zu laufen. Als die Luft rein war, schlich sie weiter.

Im nächsten Gang kam ihr eine Wache entgegen. Bei Talos, dachte Akkirah, was nun? Es gelang ihr gerade noch rechtzeitig sich hinter einen kleinen Vorsprung zu verstecken, als die Wache auch schon neben ihr war. Sie hatte Glück und wurde nicht entdeckt. Sie erreichte einen neuen Laborbereich, zu dem eine Treppe hinabführte. Drei Wachen waren dort unten. Hier würde es extrem schwer werden an denen vorbei zu kommen. Aus diesem Raum führten 2 Türen. Welche musste sie davon nutzen? Eine der beiden war mit einem Holzriegel von dieser Seite versperrt. Da wird es wohl nicht weitergehen dachte Akkirah sich und entschied sich für die andere Tür.

Sie bemerkte das Ventil oberhalb des Raumes den sie durchqueren wollte. Was würde passieren wenn sie es betätigte? Könnte sie damit die Wachen ablenken? Da sie aus den Gesprächen der anderen Wachen zuvor herausgehört hatte, dass diese Ventile sich ab und an selbstständig betätigten, würde es vielleicht nicht auffallen. Sie hoffte nur, dass sie damit niemanden umbrachte. Hoffentlich ging das gut. Dann betätigte Akkirah das Ventil. Es wurden mehrere Feuerfontänen ausgelöst und eine Apparatur mit Rasiermesserscharfen Klingen rotierende kam zum Vorschein. Sie duckte sich hinter das Ventil, als sie sah wie einer der Wachen hinter ihr die Treppe hochkam. Diese lief aber glücklicherweise weiter Richtung Ausgang. Die anderen beiden waren die die mit dem Holzriegel verschlossenen Tür entkommen. Damit war der Weg, den sie gehen musste nun frei. Vorsichtig ging sie an den Rotierenden klingen und den Feuer vorbei und gelangte so ungesehen zu der Tür, durch die sie gehen wollte.

Hinter der Tür befand sich ein Balkon, von dem man eine herrliche Aussicht auf die Stadt hatte. Sie hätte hier Stunden stehen können, um den Ausblick zu genießen. Aber sie musste weiter. Es wurde langsam dunkel und wer weiß wann Calcelmo zurückkommen würde. Sie ging weiter und erreichte die Gemächer von dem Forscher. Glücklicherweise befand sich niemand darin, so dass sie offen herum gehen konnte. Wo sollte sie aber anfangen zu suchen? Sie begab sich die Treppe hoch und betrat das private Labor von Calcelmo. Überall lagen Schriftrollen herum. Sie sah sich die meisten Sachen an, konnte aber nichts damit anfangen. Dann sah eine große Steintafel. Die Schriftzeichen darauf kamen ihr bekannt vor… ob dass das Hilfsmittel war, das benötigt wurde? Wenn ja hätte sie nun ein großes Problem. Wie bitte sollte sie diesen Riesigen Stein hier unbemerkt wegbekommen. Abgesehen davon hätte sie ihn ja nicht mal anheben können. Vor Wut und Ärger kamen ihr fast die Tränen. So weit war sie gekommen, um nun daran zu scheitern, weil man diese Tafel nicht transportieren konnte? Nein, das konnte es nicht sein. Auch Gallus musste eine andere Möglichkeit gefunden haben, um die Informationen des Steins mitzunehmen, ohne ihn zu bewegen.

Dann plötzlich kam ihr eine Idee. Als Kinder hatten sie und ihr Bruder oftmals an langen Winterabenden Münzen unter ein Blatt Papier gelegt, um mit Kohlestiften darüber gemalt und somit einen Abdruck der Münze auf dem Papier erhalten. Sie schnappte sich von einem der Tische Kohle und mehrere Blätter Papier, da sie keines fand das groß genug war, um über den ganzen Stein gelegt zu werden. Dann machte sie sich an die Arbeit Sie hatte das Gefühl die Zeit würde rasen, während sie am Arbeiten war, aber dann hatte sie es geschafft. 4 Blätter hatte sie benötigt um die Schriftzeichen komplett auf das Papier zu bekommen. Sie rollte die Blätter vorsichtig zusammen und steckte sie in die Tasche und wollte sich aus dem Staub machen, als sie plötzlich Stimmen hörte.

Vier Männer betraten gerade die Gemächer. Scheinbar hatten sie irgendwas gehört und wollten sich nun umschauen. Einer von den Männern schien der Neffe von Calcelmo zu sein. Er gab den Wachen Anweisungen und verschwand dann wieder. Akkirah versteckte sich hinter dem Stein, wo man sie von unten nicht sehen konnte. Als zwei Wachen hoch zum Labor gingen, sprang sie vorsichtig an einer Seite herab, um zu einer neben gelegen Treppe zu kommen, die auf einen Gang führte, der oberhalb der zurück gebliebenen Wache lag. Sie kauerte sich dort im Schatten an die Wand und wartete einen Moment. Dann ging die Wache den anderen nach. Akkirah atmete auf. Vorsichtig sprang sie von ihrem Vorsprung herab und lief so schnell und leise sie konnte zum Ausgang, der sie zum Balkon führte. Zwischenzeitlich war es draußen dunkel geworden. Sie überlegte wie sie nun weiter vorgehen sollte. Wieder den Weg durch das Labor mit den ganzen Wachen, die nun möglicherweise in Alarmbereitschaft waren? Oder versuchen vom Balkon zu springen und hoffen sie dabei nicht die Knochen zu brechen? Sie beschloss zunächst mal den Balkon näher zu untersuchen und siehe da, sie fand eine Lücke, die auf einen Vorsprung führte. Von da konnte man wenn man geschickt war, am Felsen entlang nach unten klettern. Den Weg würde sie nehmen. Lieber abstürzen, als den Wachen in die Hände fallen, dachte sie sich. Glücklicherweise schaffte sie es aber ohne Sturz nach unten.

Sobald sie unten auf dem Weg war, lief sie so schnell sie konnte zurück zu ihrem neuen Heim, wo Vilkas mit seinem Bruder ungeduldig warteten. Als sie das Haus betrat stürmte ihr Vilkas schon entgegen und nahm sie fest in die Arme. "Ich hatte solche Angst um euch, mein Herz." Akkirah schmiegte sich an ihn. Sie war so froh wieder bei ihm zu sein. Nach einer Weile löste sie sich aus der Umarmung und sagte zu den Brüdern. "Ich denke, ich habe die Informationen die wir haben wollten. Wir sollten gleich morgen nach Winterfeste aufbrechen." "Ich werde zurück nach Jorrvaskr gehen", meinte Farkas darauf, "ich war schon viel zu lange weg von dort. Und irgendwer muß ja auch dort die Arbeit machen."

"Er hat Recht", sagte Vilkas und sah Akkirah an. "Es reicht wenn wir beide nach Winterfeste aufbrechen. Wir können zu Pferd, an der einen oder anderen Stelle abkürzen, als wenn wir mit einer Kutsche unterwegs wären. Zumal wir, wenn wohl erst nach Einsamkeit oder Weislauf müssten und von dort aus weiter nach Winterfeste, was auch zusätzlich Zeit kosten würde."

Akkirah nickte und somit war es beschlossene Sache. Vilkas merkte das Akkirah sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. "Ihr seid erschöpft, mein Herz. Kommt setzt euch erst mal hin. Und dann müsst ihr etwas essen." Sie lächelte ihn dankbar an. Sie hatte wirklich großen Hunger.

Nach dem Essen begab sich Akkirah gleich zu Bett, während sich die Zwillinge an abräumen machten. Anschließend unterhielten sich die beiden noch eine ganze Weile, bevor auch sie sich zu Bett begaben. Akkirah bemerkte nicht, wie sich Vilkas zu ihr legte, so müde war sie. Diese Nacht blieb Farkas im Gästezimmer.