049 Neue Gefährten
049 Neue Gefährten PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:17 Uhr
Kurz vor der verabredeten Zeit tauchten die beiden neuen auf. Der Kaiserliche ging zielstrebig auf den Übungsplatz zu während die Dunkelelfe etwas schüchtern wirkte. Akkirah ging gemeinsam mit Aela, die beide schon kannten und Vilkas auf sie zu und begrüßte sie herzlich. Der Kaiserliche hieß mit vollem Namen Varis Valrondo und Akkirah schätzte ihn auf 36-39 Jahre ein. Er hatte einen festen Handschlag und begrüßte die drei mit leiser ruhiger Stimme. Er war recht groß und kräftig gebaut. Die Dunkelelfe hingegen war klein und zierlich, ähnlich wie Akkirah. Auch sie hatte eine ruhige leise Stimme, der aber das Selbstbewusstsein von Varis fehlte. Ihr Alter abzuschätzen fiel Akkirah schwer. Ihr Name lautete Nerena.

Nach der Begrüßung und Vorstellung sollte es mit dem Kampftest von Vilkas losgehen. Als erstes sollte Varis an die Reihe kommen. Er war mit einem riesigen Zweihänder bewaffnet. Vilkas hatte wie gewohnt zu diesem Test einen Einhänder und einen großen Schild in der Hand. Alle anderen zogen sich oben auf die Bänke zurück und nur Vilkas und Varis blieben unten auf dem Trainingsplatz zurück. Nerena fragte erstaunt, ob man den Test wirklich mit echten Waffen machen müsse und ob es nicht besser sei, dafür die stumpfen Übungswaffen zu benutzten. Akkirah lächelte. Ihr ging es damals genauso und sie wusste wie sich die Elfe fühlte. "Macht euch keine Sorgen, Vilkas weiß was er tut. Es wird schon nichts passieren und ihr müsst auch keine Angst haben, solltet ihr ihn aus versehen verletzten." Insgeheim hatte sie aber doch Angst um ihren Mann, als sie ihn vor seinem Gegner stehen sah. Varis war locker einen Kopf größer und auch kräftemäßig Vilkas weit überlegen.

Vilkas gab Varis das Zeichen ihn anzugreifen. Dieser ließ sich nicht lange bitten und schlug mit voller Kraft auf Vilkas ein, welcher den Hieb mit seinem Schild blockte. Akkirah hörte leise wie das Schilde Schaden nahm. Varis war wirklich sehr stark, selbst Farkas hätte nicht so zuschlagen können. Den nächsten Angriffen wich Vilkas geschickt aus und Varis lief schlug ins Leere. Aber er lernte schnell und es wurde für Vilkas schwerer den Angriffen aus dem Weg zu gehen. Aber man merkte Varis an, das ihm die Übung und Kondition fehlte seinen Zweihänder längere Zeit zu schwingen und seine Bewegungen wurden langsamer und Vilkas nutzte das aus und wäre es ein echter Kampf gewesen hätte Varis die ein oder andere schwere Wunde davon getragen. Nach wenigen Minuten gab Vilkas das Zeichen zum aufhören. Er nickte Varis anerkennend zu. "Ihr könnt mit eurer Waffe gut umgehen. Allerdings wirkt ihr etwas eingerostet und auch eure Kondition könnte besser sein. Aber das können wir sicherlich schnell ändern." Dann gingen beide zu den anderen nach oben. Vilkas brauchte eine kurze Pause und etwas zu trinken bevor er mit Nerena weitermachte. Akkirah reichte ihm ein Becher Wasser, den er ihr dankbar abnahm.

Nach kurzer Pause winkte er Nerena zu sich und gab ihr zu verstehen, dass sie ihm folgen sollte. Sie bemühte sich tapfer hinter ihm herzugehen, doch mal konnte ihre Unruhe bemerken. ‚Sah ich damals genau so verschüchtert aus wie sie?', fragte sich Akkirah. Na ja sie hatte das Glück gehabt, dass sie alleine mir Vilkas draußen auf dem Übungsplatz war und keine "lästigen" Zeugen dabei waren. Nachdem Vilkas Nerena das Zeichen zum Angriff gegen hatte, ging die Elfe zunächst zaghaft auf Vilkas los. Vilkas blockte ihren Hieb mit Leichtigkeit mit seinem Schild ab. Dadurch ermutigt schlug Nerena kräftiger zu und versuchte nach und nach auch die Deckung von Vilkas zu durchbrechen, was ihr aber nicht gelingen wollte. Die Arme mühte sich fast eine Viertelstunde ab ohne auch nur ansatzweise Vilkas irgendwie mal in Bedrängnis zu bringen. Dann brach er die Übung ab. "Ich denke ich habe genug gesehen. Die Ansätze sind da, aber müssen noch weiter gefördert werden. Ich vermute ihr seid hauptsächlich mit dem Bogen vertraut?" Nerena nickte. "Okay, dann lasst mal sehen, wie gut ihr damit umgehen könnt. Akki, würde ihr bitte mit eurem Bogen dazu kommen?" Akkirah nickte, nahm ihren Bogen und ging hinunter. "Wir werden aus immer weitere Entfernung versuchen die drei Scheiben unterhalb der Schmiede zu treffen. Vilkas gibt vor, in welcher Reihenfolge wir sie treffen müssen. Ich werde vorlegen und dann seit ihr dran."

Vilkas trat zur Seite und nickte. Nachdem sich die beiden Schützinnen aufgestellt hatten gab Vilkas das Kommando. "Mitte, Rechts, links". Akkirahs Pfeile trafen in gewünschter Reihenfolge die Ziele genau in die Mitte. Dann war Nerena dran. Wieder gab Vilkas die Reihenfolge vor und auch die Elfin traf die Scheiben in der Mitte. Bei den nächsten zwei Durchgängen wurde der abstand immer größer. Beide trafen aber immer genau in der Reihenfolge wie Vilkas es vorgab. Wobei er bis dahin sowohl für Akki als auch Serena immer die Gleiche Zielfolge angegeben hatte. Beim letzten Durchgang aber änderte er diese für Nerena, die sich aber drauf eingestellt hatte, dieselbe wie Akki zu haben. Sie traf zwar genauso gut wie zuvor aber musste sich doch im nach hinein von Vilkas anhörten, das man auch zuhören müsse, was gesagt wird. Wenn man im Kampf gegen mehrere Gegner stehen würde, müsste man sich drauf verlassen können, dass sich an das gehalten wird, was angesagt wurde. Sonst könne es übel ausgehen. Nerena senkte beschämt den Kopf. Akkirah legte tröstend den Arm um sie. "Nehmt es euch nicht zu sehr zu Herzen. Es war auch ziemlich gemein von Vilkas erst beim letzten Mal die Reihenfolge unter uns abzuändern." Sie knuffte Vilkas, der zu ihnen getreten war, in die Seite. "Und nun denke ich könnten wir etwas zu essen vertragen Wie ich Tilma kenne hat sie schon alles vorbereitet. Und weil das Wetter heute so schön ist, würde ich vorschlagen, wir machen es uns hier draußen gemütlich. Frogar und Farkas, würdet ihr bitte helfen hier aufzudecken?" Die beiden nickten und stürmten schnell in die Methalle, um den Wunsch von Akkirah nachzukommen.

Eine halbe Stunde später saßen alle gemeinsam beim Essen und unterhielten sich. Akkirah beteiligte sich selbst wenig und ließ wenn Vilkas reden, hörte aber selbst genau zu, was die anderen erzählten. Nerena saß zwischen Athis und Ria mit denen sie sich schnell anfreundete. Varis unterhielt sich hauptsächlich mit Farkas und Aela. Frogar war erstaunlich brav und bemühte sich nicht immer dazwischen zu fragen, wenn ihm etwas interessierte. Nach dem Essen bat Akkirah Ria den beiden Neulingen ihre neue Unterkunft zu zeigen. Frogar schloss sich ungefragt an. Torvar und Athis halfen derweil Tilma den Tisch wieder abzudecken und alles nach drinnen zu tragen. Akkirah bat die Mitglieder des Zirkels sich in der Tiefenschmiede zu treffen, da man dort am Besten ungestört reden konnte. Zehn Minuten später waren die vier dort versammelt. Ohne lange umschweife sprach Akkirah dann sogleich ihre Gedanken wegen Tilma aus. Farkas wirkte erstaunt. Ihm war es bisher nicht so aufgefallen, aber er gab auch zu, nie so drauf geachtet zu haben. Aela hatte es auch schon seit einiger Zeit beobachtet und fand die Idee von Akkirah nicht schlecht. Nun war nur die Frage, wo fand man ein passendes Mädchen und wie erklärte man es Tilma, sie bei den Gefährten auszunehmen? Es wurde beschlossen das jeder sich darüber Gedanken machen sollte und wenn man unterwegs war Ausschau nach einem passenden Mädchen hielt. Es sollte ja auch keine überstürzte Aktion werden. Anschließend wurde beschlossen, dass die beiden Neulinge die nächste Zeit erst mal mit Waffen und Konditionsübungen beschäftigt werden würden. Um Varis würden sich hauptsächlich die Zwillinge kümmern und Athis sollte den Umgang mit dem Schwert von Nerena verbessern. Vilkas würde einen Trainingsplan aufstellen. Der Rest sollte wie gewohnt die Aufträge abarbeiten, die herein kamen.

So gingen dann die nächsten drei Monate wie im Flug vorbei. Während Vilkas die meiste Zeit dabei war, seine Zweihandkünste an die anderen weiterzugeben, versuchte Akkirah die Koordination der Aufträge vermehrt zu machen, so das Aela, die es zuvor hauptsächlich gemacht hatte auch endlich wieder öfters selbst Arbeiten übernehmen konnte. Wenn es zeitlich passte, begleitete Akkirah sie dabei, auch wenn Vilkas es nicht so gerne sah, aber da er auch ab und an mit Farkas loszog, konnte er es ihr nicht verbieten.

Frogar verbrachte nun morgens die meiste Zeit in den Ställen von Weislauf, wo er sich ums Ausmisten, Füttern und Pflegen der Pferde kümmern durfte. Skulvar hatte eines Morgens, als Akkirah wie gewohnt sich um ihre Stute selbst kümmerte angefragt, ob der Junge nicht für ihn arbeiten dürfe. Er hatte ein gutes Händchen für die Pferde und ihm machte die Arbeit wie es schien spaß. Er sollte es auch nicht umsonst machen, sondern Skulvar würde ihn dafür entlohnen. Nachdem Akkirah diese Bitte dem Zirkel vorgetragen hatte und niemand etwas dagegen hatte, sondern es im Gegenteil gut fand, das der Junge etwas Verantwortung auf sich nahm, durfte Frogar dann morgens die Stallarbeit verrichten. Am Nachmittag war dann aber weiterhin seine schulische Bildung, für die hauptsächlich Ria und Akkirah verantwortlich waren dran, auch wenn ihm das nicht so recht passte und er lieber andere Dinge tun würde. Trotzdem bleib ihm genug Zeit mit seinem Freund noch durch Weislauf zu streifen und den Einwohnern den einen oder anderen Streich zu spielen. Wie es schien hatte sich noch ein Pärchen unter den Gefährten gefunden. Ria und Torvar verbrachten viel Zeit gemeinsam miteinander. Allerdings schien in letzter Zeit ein paar dunkle Wolken über den beide zu hängen. Zu Mindestens hatte Akkirah den Eindruck, denn als sie Vilkas eines Abends drauf ansprach, war dieser darüber verwundert, denn ihm war nicht aufgefallen, dass etwas nicht stimmen würde. So beschloss Akkirah direkt mit Ria zu reden. Sie bat Ria am nächsten Tag, doch zu ihr zu kommen, was diese auch etwas erstaunt tat.

Als die beiden gemütlich bei einem Becher Met im Besprechungszimmer, wie Akkirah den Vorraum von ihren Gemächern nannte saßen, sprach Akkirah Ria direkt auf das an, was ihr aufgefallen war. Ria wurde rot. Ihr war nicht bewusst gewesen, das die anderen bemerkt hatten, dass sie und Torvar mehr als nur Freunde waren. "So etwas läßt sich nun mal schwer in einer kleinen Gemeinschaft wie der unseren Geheimhalten. Es stellt sich nun natürlich die Frage, wie ernst ist es euch beiden? Wenn es was Ernsthaftes ist, dann ist es unpassend das ihr im Gemeinschaftsraum untergebracht seid und ihr solltet euer eigenes Zimmer bekommen."

"Ich habe Torvar sehr gerne und würde gerne mit ihm dauerhaft zusammen sein. Aber…." Ria schwieg einen Moment und Akkirah ließ ihr die Zeit sich selbst zu finden um weiter zu reden. "Aber irgendwie scheint er in letzter Zeit wieder häufiger in die Taverne zu gehen und trinkt dort zu viel. Nun frage ich mich, ob es an mir liegt und was ich falsch gemacht haben könnte." Sie schaute Akkirah traurig an. "Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich traue mich nicht ihn direkt anzusprechen." Akkirah nahm Ria in den Arm, die den Tränen nahe war. "Ach, meine Schwester. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut." Sie seufzte, als sie dran dachte wie oft sie Vilkas nicht gesagt hatte, was sie fühlte und dachte und wie das immer wieder zu Missverständnissen geführt hatte.

In dem Moment kam Vilkas den Gang entlang um in ihre Gemächer zu gehen, weil er etwas holen wollte. Auf ein Zeichen von Akkirah machte er aber gleich kehrt, schloss aber zuvor noch ganz leise die Tür vom Besprechungszimmer, damit die beiden nicht auch noch von anderen gestört werden konnten, wofür Akkirah ihm sehr dankbar war.

Nachdem sich Ria wieder etwas beruhigt hatte sagte Akkirah: "Auch wenn es schwer fällt, ihr müsst mit Torvar reden. Ansonsten würde immer etwas Unausgesprochenes zwischen euch stehen. Ich werde nachher auch noch mal mit Torvar sprechen. Was danach kommt, liegt dann aber in euren Händen." Ria nickte erleichtert. "Ich danke euch, Schwester, dass ihr mir Hoffnung gegeben habt. Ich werde heute Abend mit Torvar versuchen, über alles zu reden."
Akkirah lächelte sie an. "Es wird schon werden, da bin ich mir sicher."

Dann ging Ria, denn sie war heute dran Tilma beim vorbereiten des Essen machen zu helfen. Solange sich keine andere Lösung gefunden hatte, hatten die Gefährten sich abgesprochen im Wechsel Tilma unter die Arme zu greifen, nach Möglichkeit aber so, das diese es nicht merkte.

Akkirah machte sich auf die Suche nach Torvar. Oben auf dem Trainingsplatz sah sie zunächst nur Vilkas, der als er sie erblickte sofort zu ihr kam und sie in die Arme nahm. "Alles in Ordnung, mein Herz? Gibt es Probleme?" fragte er sie besorgt. "Nein, mein Liebster. Ich vermute nur das zwei Leute zu wenig miteinander geredet haben, so wie ihr und ich vor lange Zeit es auch versäumt haben." "Torvar und Ria?" Akkirah nickte. "Wisst ihr wo ich Torvar finden kann?" " Er war nur kurz hoch zu Eorlund um sein seinen Kriegshammer abzuholen, den er hat ausbessern zu lassen. Er müsste gleich wieder da sein." "Würdet ihr ihn bitte zu mir runter schicken, wenn er wieder da ist?" "Werde ich machen, mein Herz." Bevor er sie losließ gab er ihr noch einen Kuss und dann ging sie wieder hinein, während Vilkas sich wieder seinen Übungen mit dem Zweihänder zuwandte. Akkirah saß mit einem Buch in der Hand in Besprechungszimmer als Torvar hereinkam. "Ihr habt nach mir geschickt?"

"Ja, ich würde gerne mit euch reden. Bitte schließt die Tür.". Er tat wie ihm geheißen. "Was gibt es? Habe ich etwas nicht zur Zufriedenheit der Gefährten ausgeführt?" Er neigte schon immer zu starken Selbstzweifeln, was ihn auch schnell dazu brachte zu tief in den Metbecher zu schauen.
"Nein, ihr macht eure Arbeit genauso gut wie jeder andere auch." Akkirah lächelte ihn an. "Es geht mir um etwas anderes. Nun wie fange ich es am Besten an?" Akkirah dachte kurz nach bevor sie weiter sprach. "Ach warum lange um den heißen Brei rumreden. Was ist zwischen euch und Ria vorgefallen? Ihr seit nun schon seid längerer Zeit zusammen, aber die letzte Zeit scheint ihr euch wieder vermehrt dem Met zuzuwenden. Warum?"
Torvar wurde knallrot. Mit so einer direkten Anfrage hatte er nun wirklich nicht gerechnet. "Ähmm, ja…", er wusste nicht was er antworten sollte. " Ria ist in letzter Zeit immer so beschäftigt. Entweder mit Frogar, sie hilft Tilma oder ist mit den beiden neuen Nerena und Varis am Reden." Bei der Erwähnung von Varis verdunkelte sich Torvars Blick kurz. Und unsere Aufgaben sind meist so verteilt, das wir selten die Gelegenheit haben gemeinsam unterwegs zu sein." Er senkte den Blick. "Was soll man denn da abends anderes machen, als in der Taverne etwas zu trinken?"

Nun war es an Akkirah kurz zu Schweigen und nachzudenken. Sie schien an dem Zustand scheinbar nicht ganz unbeteiligt zu sein, denn schließlich war sie es die die Aufgaben an die Mitglieder der Gefährten verteilte.
"Es tut mir leid, dass mir das nicht aufgefallen ist. Aber warum habt ihr denn nicht einfach mal etwas gesagt? Dann hätten wir andere Lösungen gefunden und ihr hättet mehr Zeit füreinander gehabt."
"Wer bin ich denn, das ich die Anweisungen der Anführer der Gefährten in Frage stelle?"
"Ihr seit wie jeder andere ein vollwertige Mitglied der Gefährten, dass zu jeder Zeit seine eigene Meinung und Anregungen frei äußern darf. Und wenn man es nicht vor den anderen machen möchte, kann man jederzeit direkt zu mir kommen, oder meinen Stellvertretern. Aber wenn nichts gesagt wird, gehen wir alle davon aus, es wäre so wie es geplant wurde in Ordnung."
"Ihr habt Recht, ich hätte was sagen sollen."
"Ja und ihr solltet auch mit Ria sprechen und ihr sagen was euch bedrückt, sowie ihr zuhören, wenn sie etwas hat." Sie machte eine kurze Pause. "und nun wird es denke ich Zeit fürs Mittagessen. Danach könnt ihr mit Ria überlegen, wie ihr den Nachmittag verbringt. Ich übernehme heute Nachmittag die Aufsicht von Frogar. Und heute Abend machen wir uns dann gemeinsam Gedanken wie wir die Arbeit in den nächsten Tagen einteilen, damit niemand zu kurz kommt."

Torvar fing an zu strahlen. "Danke" sagte er nur und verschwand dann schleunigst. Akkirah sah ihm kopfschüttelnd nach und ging dann langsam hinterher. Als sie in der Methalle ankam saß Torvar schon neben Ria, deren Gesicht auch wieder fröhlich aussah und sie schienen Pläne für den freien Nachmittag zu schmieden. Akkirah setzte sich neben Vilkas und legte kurz ihren Kopf an seine Schulter, bevor sie sich was zu Essen auffüllte.

Am Nachmittag während Vilkas im Hof mit Varis und Nerena am arbeiten war, saß Akkirah gemeinsam mit Frogar oben an einem der Tisch. Frogar war in seine Rechenaufgaben vertieft während Akkirah die Liste mit den zu erledigenden Aufträgen vor sich hatte. Aela war noch mindestens drei Tage unterwegs. Farkas und Athis müssten eigentlich am späten Nachmittag wieder zurück sein. Irgendwie war scheinbar momentan in Himmelsrand die Hölle los. Die Banditen wurden immer dreister und durch den Krieg wurden viele Raubtiere aus ihren Höhlen vertrieben und machten nun den einfachen Bauern oder Holzfällern das Leben schwer. Glücklicherweise hörte man in letzter Zeit aber so gut wie nichts von irgendwelchen Drachen. Sollten alle dieser Tiere schon wieder verschwunden sein? Akkirah hoffte, das es so war, denn sie hatte es immer noch nicht geschafft, den Graubärten einen Besuch abzustatten. Und wenn keine Drachen mehr da wären, würde das bestimmt auch nicht mehr notwendig sein. Hoffnungsvoll sah sie in den Blauen Himmel der über Weislauf leuchte.

Dann wandte sie sich wieder ihrer Aufgabenliste zu. Langsam war es Zeit die beiden Neuen auch mal mit loszuschicken. Nur wer sollte mit ihnen gehen? Ria und Torvar wollte sie die nächste Zeit gemeinsam losschicken. Eine dritte Person mitgeben würde unpassend sein.

Sie selbst würde sich um Frogar kümmern. Außerdem musste auch das Haushaltsbuch mal wieder auf aktuellen Stand gebracht werden. Akkirah hasste diese Aufgabe. Sie fing an Namen zu den Aufgaben zuzuteilen. Ein Einwohner von Einsamkeit war von einer größeren Banditenbande entführt worden und seine Angehörigen wurden nun erpresst ein Lösegeld zu zahlen. Die Kerle hatten sich in Redorans Zuflucht eingenistet. Es würde sicherlich nicht leicht werden, den Gefangene dort Lebend raus zu holen. Da war es schon sinnvoll eine größere Gruppe hin zu schicken. Ein sicherer Bogenschütze wäre dabei sehr wichtig. Doch dafür würde an sich nur sie und Aela in Frage kommen. Sie selbst konnte nicht und Aela war noch unterwegs. Also überlegte Akkirah Nerena diese Aufgabe zu kommen zu lassen. Dazu Athis, der flink mit seinem Schwert in engen Gängen agieren konnte und Vilkas der Ruhe bewahren und wenn Luft war auch gegen eine größere Gruppe Gegner mit seinem Zweihänder in Schacht halten konnte. Oder sollte sie doch lieber Farkas mit schicken? Aber der war manchmal etwas ungestüm, was gerade bei Befreiungsaktionen nicht immer gut kam. Nein Vilkas wäre die richtige Wahl. Sie seufzte. Das würde heißen ihn Wahrscheinlich sieben Tage nicht sehen. Farkas und Varis würde sie nach Reach schicken. Dort machte eine Gruppe von Abgeschworen den Besitzern einer kleine Mine Nahe am Fürstentum Weislauf ärger. Torvar und Ria könnten Richtung Ivarstatt gehen. Am Wegesrand neben dem Fluss hatte sich mindestens ein Eistroll niedergelassen und die Reisenden mussten nun einen riesigen Umweg machen, da man an dem Wesen nicht vorbei kam.

Akkirah war noch in Gedanken mit der Aufgabenverteilung vertieft, als Frogar sie am Arm rüttelte. "Akki, ich bin fertig. Nun schaut doch bitte ob alles richtig ist."
Sie strich dem Jungen durchs Haar und überprüfte dann was er geschrieben hatte. Bis auf zwei Zahlendreher hatte er seien Sache gut gemacht. Nachdem er diese korrigiert hatte, entließ sie ihn zum Spielen in die Stadt.

Nach dem Abendessen stellte Akkirah den Plan mit der Aufgabenverteilung für die nächsten Tage vor und bat darum, wenn jemanden etwas daran nicht zusagte, es bitte gleich zu sagen. Der Einzige der Anstalten machte etwas gegen den Vorschlag zu sagen, war Vilkas, aber dann lies er es doch sein. Ihm war klar das Akkirah das nicht Grundlos so geplant hatte und auch ihr gefiel es so bestimmt nicht. An diesem Abend gingen die meisten zeitig in ihre Betten, da sie fast alle am nächsten Morgen früh aufbrechen wollten.

Als Akkirah zu Vilkas im Bett krabbelte nahm er sie fest in die Arme. "Ich würde viel lieber mit euch losziehen, mein Herz." "Glaubt mir, Vil, ich auch. Beim nächsten Mal sind wir wieder gemeinsam dran, das Verspreche ich euch."