054 Schattenstollenrefugium
054 Schattenstollenrefugium PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:19 Uhr

Wie in einem Neben nahm Akkirah ihre Umgebung war. Sie lag auf ein paar alten Fellen und befand sich in einer dunklen Zelle. Sie hatte nicht mehr ihre Wolfsrüstung an, sondern trug nur eine dünne Tunika. Es war feucht und kühl in der Zelle, so das sie vermutete, sie würde sich irgendwo unten in einer Festung befinden, den Steinmauern nach zu urteilen. Es gab einen wackeligen Tisch und einen Stuhl. Auf dem Tisch stand das Geschirr vom Vortag. Sie sah auf dem Boden neben dem Tisch eine kleine Pfütze. Scheinbar hatte sie den Inhalt des Bechers versehendlich verschüttet. Sie hatte fürchterlichen Durst, aber sie traute sich nicht nach denjenigen, die sie hier scheinbar eingesperrt hatten zu rufen. Wie war sie hier her gekommen? Und die viel wichtigere Frage, wo war Vilkas? Sie erinnerte sich noch daran das Vilkas und sie am Abend zusammen saßen etwas aßen und einen Becher Wein dazu tranken, dann überkam sie eine plötzliche Müdigkeit und das letzte woran sie sich erinnerte war, das sie im Arm von Vilkas einschlief.

Vorsichtig erhob sie sich. Der Gang vor ihrer Zelle war bis auf vereinzelte Fackeln dunkel und niemand war zu sehen. Wie in weiter Ferne vernahm sie leise Stimmen, konnte aber nichts verstehen. Sie sah sich nun gründlich in ihrer Zelle um. An einer Wand lief ein kleines Rinnsal Wasser herab. Sie fing etwas davon auf und probierte, ob es trinkbar war. Sie hatte Glück. Also nahm sie den Becher, wobei sie erst mal stutze. Als sie dran roch, erkannt sie die Reste eines Betäubungsmittels. Sie beschloss den Becher nicht zu nutzen und fing etwas von dem herab laufenden Wasser mit der Hand auf und tank es dann. Dann hörte sie Stimmen und Schritte, die sich ihrer Zelle näherten. Sie ging, so schnell sie konnte zurück zu ihrem Felllager und legte sich hin.

"Wie lange wollt ihr sie noch unter Drogen halten?", hört sie eine ihr bekannte Stimme fragen. Marla, schoss es Akkirah durch den Kopf. "Die nächsten zwei Tage wird die Dosis herabgesetzt. In drei Tagen werden wir dann sehen, ob er in ihrer Gegenwart endlich bereit ist zu tun, was wir von ihm wollen." Akkirah verstand nicht worum es ging. Allerdings ahnte sie, dass man sie als Druckmittel benutzten wollte. Und wen könnte man mit ihrer Hilfe unter Druck setzten? Vilkas! Das bedeutete auch er war hier gefangen und er lebte. Sie versuchte so zu tun als würde sie schlafen, als die Marla die Zelle betrat. In ihrem jetzigen Zustand hätte sie keine Chance, die beiden Frauen zu überwältigen. Marla nahm den alten Teller und Becher weg und stellte dafür frisch gefüllte hin.

Akkirah wartete bis die beiden weg waren bevor sie wieder aufstand. Scheinbar war der Gang die ganze Zeit unbewacht, außer wenn man ihr was zu Essen brachte. Vorsichtig roch sie an dem Brot und dem kalten gebratenen Fleisch, das man ihr hingestellt hatte. Sie konnte nicht erkennen, dass man auch ihr Essen präpariert hatte. Als sie aber am Becher roch, konnte sie sofort erkennen, dass da man da wieder etwas hineingetan hatte. Sie versuchte zu erkennen was es war, um vielleicht die Wirkung zu erkennen. Nirnwurz, Koblodschemel, Knochenmehl und Craniswurzel. Die lähmende Wirkung einiger der Pflanzen sollte wohl dafür sorgen, dass ihre Bewegungen langsam blieben und nebenbei ihre Gesundheit geschwächt wurde. Dazu noch ihre Ausdauer niedrig halten. Gut, damit würde sie wissen, wie sie sich verhalten musste, auch wenn sie den Becher nicht mehr austrank. Da sie nicht wusste, ob zwischendurch jemand zu Kontrolle kommen würde und wie oft sie etwas zu Essen und Trinken bekam, leerte sie den Becher zu hälfte in einer Zellenecke.

Als sie etwas von dem Brot und Fleisch zu sich genommen hatte, versuchte sie die ihre Zellentür genauer zu untersuchen Mit Glück konnte sie das Schloss öffnen. Leider war dem nicht so. Ihre die Tür war aus Holz und nur im oberen Bereich gab es Gitterstäbe um durchzuschauen. Sie würde so nicht von außen an das Schloss herankommen können und die Tür war so gefertigt das man von innen auch nicht an den Mechanismus herankam. Mist also musste sie warten bis ihre Wächter die Tür öffneten. Mit etwas, das sie als Waffe verwenden konnte sah es auch schlecht aus. Sowohl der Tisch, als auch der Stuhl waren aus so mürben Holz, das diese beim ersten Versuch, jemanden damit anzugreifen, auseinander fallen würden. Und der Teller war aus Metal, so dass sie ihn nicht zerbrechen konnte, um eine Scherbe als Waffe in die Hand zu bekommen.

Sie spürte aber, wie sich ihre Kräfte langsam regenerierten. Sie versuchte ein paar Übungen zu machen, um ihre Muskeln wieder zu stärken und sie fragte sich wie lange sie wohl schon in diesem Loch war. ‚Vil, mein Liebster, wo seid ihr nur? Und wie geht es euch?' dachte sie. Diese dicken Wände schienen alle Geräuschen zu schlucken. Sie musste sich irgendwo im Keller befinden. Es gab nirgends Fenster. So wusste sie auch nicht, welche Tageszeit gerade herrschte. Hier unten gab es nur gleichmäßige Dunkelheit, die durch eine kleine schwächliche Fackel gegenüber von ihrer Zelle etwas erhellt wurde.

Jetzt wo sie ihr Verstand wieder klarer geworden war, hatte sie das Gefühl, die Zeit wäre stehen geblieben. Sie fühlte sich hilflos und einsam, wie ein eingesperrtes Tier, na ja, was anderes war sie ja auch genauso genommen zurzeit nicht. Wie lange war sie schon hier? Und wo befand sie sich. Immer wieder schossen ihr diese Fragen durch den Kopf. Genau wie das warum. Marla. Was hatte sie damit zu tun? Schlimm genug das sie versucht hatte die Gefährten gegenseitig auf zu hetzten, aber das sie nun auch hier war, konnte nichts Gutes bedeuten. Sie musste dran denken, wie sie wegen der Behauptung von Marla Vilkas fortgeschickt hatte, auch wenn sie nichts von dem, was diese Person sagte geglaubt hatte und dieser es falsch verstanden hatte. Und sie erinnerte sich an den Abend als sie und Vilkas nach dem Missverständnis abends in Bett lagen. Und wie sie ihm gesagt hatte, sie wünsche sich nichts mehr, als mit ihm gemeinsam viele Kinder zu haben. Als sie ihm das sagte strahlten seine eisgrauen Augen vor unbändiger Freude.

Am liebsten hätte sie laut nach ihm gerufen. Vielleicht ist er in der Nähe und würde sie hören können. Wusste er, dass sie noch am Leben war? Wahrscheinlich würde er sich genau wie sie Sorgen machen. Diese Unwissenheit machte sie fast rasend. Aber sie musste Ruhe bewahren und sie durfte auch nicht weinen. Ihre Wächter durften nicht merken, dass sie nicht mehr unter dem Einfluss der Droge stand und so legte sich erst mal wieder auf die Felle und deckte sich zu, denn es war recht kalt hier unten. Später stand sie vorsichtig wieder auf und aß den Rest und kippte auch den Rest von dem Gesöff weg, den man ihr hingestellt hatte. dann schlief sie unruhig ein.

Irgendwann hörte sie wieder Stimmen. Diesmal war eine männliche dabei. Sie erinnerte sich daran was die zweite Frau gesagt hatte, man wolle die Dosis der Droge senken, als rechnete man damit, das möglicherweise nicht vollkommen benommen auf ihren Fellen liegen würde. Also versuchte sie mitzuspielen. Als sie den Schlüssel im Türschloss hörte bewegte sie sich, als hätte sie plötzlich was gehört und gab grummelnde Laute von sich. Sie sah aus halb geöffneten Augen wie eine kräftige Gestalt mit einem Schwert bewaffnet sich an der Tür postierte, jederzeit bereit sie sofort anzugreifen, sollte sie auch nur eine falsche Bewegung machen. Etwas an dem Schwert ließ sie stutzen. Sie wusste nicht was, aber diese Aufmachung kam ihr irgendwie bekannt vor. Als hätte sie solche vor langer Zeit schon mal gesehen.

Wieder war es Marla, die ihr etwas Frisches zu Essen und Trinken hinstellte bevor sie ging trat sie Akkirah kräftig in die Seite. "Langsam dürft ihr aufwachen, meine Liebe. Morgen ist es soweit und ihr werdet euren Mann wieder sehen. Das muß euch doch freudig stimmen." Sie lachte höhnisch und wollte noch mal zutreten. "Lasst das sein, ich möchte Morgen mir nicht eine halb Tote vornehmen dürfen, so was macht doch kein Spaß."

Akkirah schluckte als sie das hörte. Was hatte man vor mit ihr? Egal, was man mit ihr vorhatte, sie würde sich so teuer wie möglich verkaufen. Dann dachte sie wieder über das Schwert nach. Silber. Das war es, das Schwert war aus Silber gefertigt. Kein normaler Kämpfer nutzte solche Schwerter, da Silber viel zu brüchig war. Aber … nein das konnte nicht sein. Sie und Vilkas hatten sie doch zerschlagen. Die Silberne Hand. Die Werwolfjäger. Es mussten welche entkommen sein und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie selbst hatte eine Gruppe in Trevas Wacht am Leben gelassen. Sie wollte damals kein unnötiges Blutvergießen begehen. Sollte dass ein Fehler gewesen sein? Aber warum hatte man sie am Leben gelassen? Wenn die Silberne Hand Rache wollte, hätten sie sie und auch Vilkas doch gleich töten können. Das wäre doch viel einfacher gewesen. Was wollte man von ihnen? In wahrscheinlich wenigen Stunden würde sie es wissen. Sie lauschte den Gang entlang bevor sie aufstand und sich ans Essen machte wieder kippte sie den Inhalt des Bechers weg und aß nur eine Teil des Essen. Den Rest würde sie später zu sich nehmen. Und wieder versuchte sie ein paar Übungen zu machen, um ihren Körper wieder in Form zu bringen. Dann schlief sie wieder etwas und stand wieder auf um zu Essen und zu trainieren. So verging die Zeit gefühlt schneller als am Vortag. Dann war es soweit. Sie hörte die Schritte sehr deutlich, was mussten diesmal mehr Leute sein als an den Tagen zuvor. Man wollte also doch auf Nummer sicher gehen. Das gefiel Akkirah gar nicht. Sie erwartete ihren Besuch sitzend auf ihrem Lager. "Ah ihr seht schon ja wieder recht Munter aus", sagte die ihr unbekannte Frau, die vor drei Tagen schon mal da war. Marla stand schweigend neben ihr, genau wie dieser Kerl der Gestern dabei war als sie ihr Essen erhalten hatte.

" Wo sind wir hier, wer seid ihr und was wollt ihr von mir?" fragte Akkirah leise und sie hoffte ihre Stimme klang noch unsicher.
"Nun, ich denke meine Cousine Marla kennt ihr bereits?" Akkirah antwortete nicht. "Nun, auch wenn es euch egal sein kann, ich bin Kisda." Akkirah zuckte bei dem Namen unwillkürlich zusammen. Das war doch das Mädchen, mit dem Vilkas einst verlobt war. "Ah, ihr scheint zu wissen wer ich bin, eurer Reaktion nach zu urteilen."
"Was wollt ihr von uns?"
"Könnt ihr das nicht erraten? Ihr seid doch sonst so ein helles Köpfchen." Wieder schwieg Akkirah.
"Nun ich will euch nicht im Unklaren lassen, lange werdet ihr eh nichts von diesem Wissen haben, wie ihr euch sicherlich denken könnt. Aber es liegt an euch ob es schnell oder qualvoll mit euch zu Ende gehen wird.
Ich bin die neue Anführerin der Silbernen Hand, die immer noch auf der Jagt nach diesen Bestien ist, die sich bevorzugt in Nächten in Werwölfe verwandeln. Meine Gruppe war in Trevas Wacht stationiert, als einige von euch Gefährten, von denen bekannt ist, das sich auch unter diesen Werwölfe befinden, unser Hauptquartier überfielen und alle dort Anwesenden getötet haben. Mir ist es egal wer von euren Leuten das war, ihr und Vilkas ihr werdet die ersten sein, die unsere Rache zum Opfer fallen. Und für Vilkas hatten wir eigentlich etwas Besonderes vorgesehen, aber leider will er nicht so, wie wir es möchten. Ich hoffe ihr werdet ihn dazu bringen können, das zu tun was wir wollen und dann werden sowohl er, als auch ihr einen schnellen Tod bekommen."

Akkirah wusste nicht was sie sagen sollte. Wie konnte man jemanden, den mal geliebt hatte einfach so töten wollen? Vilkas hatte ihr doch nie etwas angetan. Er hatte ihr nur zeigen wollen, was er zu dem Zeitpunkt war.
"Warum hasst ihr Vilkas so? Ihr habt ihn doch mal geliebt" entfuhr es Akkirah.
"Ja ich mochte ihn, bis er mir sein wahres Gesicht zeigte. Habt ihr es jemals gesehen? Eine gefährliche bösartige Bestie in Wolfsgestalt." "Vilkas ist und war nie bösartig.", konnte sich Akkirah nicht zurückhalten.
"Habt ihr je gesehen, wie eine solche Bestie einen Menschen zurichten kann?"

Akkirah schwieg wieder. Sie musste an Sinding denken, der ungewollt in seiner Werwolfgestalt ein kleines Mädchen getötet hatte. Es war noch gar nicht so lange her. Sie und Vilkas hatte ihn in Kaserne von Falkenring kennen gelernt, nachdem sie noch mal durch den Ort gekommen waren und die trauernden Eltern des Mädchens, das er zerrissen hatte trafen. Er hatte ihnen erzählt, wie es zu diesem "Unfall" kam, denn er hatte es nicht absichtlich getan. Nachdem er sich in seine Werwolfgestalt verwandelt hatte, war er aus der Kaserne geflohen. Später hatten Akkirah und Vilkas ihn in einer abgelegen Höhle, die für ihn genug Platz zum überleben bot, wieder getroffen. Er versprach ihnen diese Höhle nie wieder zu verlassen und so ließen sie ihn am Leben.

"Ihr schweigt? Dann habt ihr es wohl nie erlebt. Seit glücklich darüber, so etwas ist grausam. Aber nun wird es Zeit, Vilkas zu besuchen. Findet ihr nicht?"

Zum wiederholten Mal sagte Akkirah nichts. ‚Vil, mein Liebster, was haben die mit euch vor?' dachte sie nur. Sie wurde von dem bulligen Kerl brutal auf die Beine bezogen und sie sah dabei seinen lüsternen Blick. Kisda ging vor Marla und der bullige Kerl schubste sie hinter den beiden her. Sie bemühte sich, wackelig auf den Beinen zu stehen. Im Gang wurde sie von den zusätzlichen vier Mitgliedern der Silbernen Hand, die alle gut bewaffnet und in verstärkten Rüstungen rum liefen, in die Mitte genommen und so musste sie den anderen folgen. Der bullige Kerl machte den Abschluss. Es ging durch ein Gewirr von Gängen und irgendwie kam es ihr hier bekannt vor. Nach dem sie sich weiter nach oben in der Burg gearbeitet hatten, vernahm Akkirah einen schmerzerfüllten Schrei. Ihr blieb fast das Herz stehen. "VIL", schrie sie nur. Sie bekam von hinten eine Stoß in den Rücken und hörte eine knurrendes: "Schweigt". Sie riss sich zusammen und stolperte weiter. Sie betraten einen Raum in dem diverse Metallkäfige standen. Zellen für Werwölfe. Sie waren aber alle leer. Sie wusste was sie gleich sehen würde und die Angst ließ sie zittern. Die Folterkamme des Schattenstollen Refugiums. Der Raum war größer als sie ihn in Erinnerung hatte. und dann sah sie ihn. "Vil, mein Liebster", kam es ihr tonlos flüsternd über die Lippen. "Was haben sie mit euch getan?"

Er hing unbekleidet mit den Armen an einem Holzbalken gebunden, der von der Decke herab an eine Kette hin. Man hatte die Höhe gerade so eingestellt das er stehen konnte und nicht nur am Balken hing. Er war über und über mit blutigen Striemen bedeckt und auch duzende von Brandwunden konnte Akkirah sehen. Sein rechtes Bein wirke merkwürdig verdreht. Genau wie sein rechte Unterarm. ‚Bei Talos' dachte Akkirah, ‚wer sind hier die Bestien?' Sie versuchte sich loszureißen und zu Vilkas zu laufen, aber die vier Wachen hielten sie zurück. "Ihr Schweine, was habt ihr ihm angetan?", grenzenlose Wut überkam sie. Wieder versuchte sie sich loszureißen, bekam aber von dem bulligen Kerl eine so kräftige Ohrfeige verpasst, das sie fast das Bewusstsein verlos.

Man stellte sie seitlich von Vilkas an eine Wand. Der bullige Kerl blieb vor ihr stehen und zwei der Wachen hielten sie fest. Die anderen tragen an das andere Ende des Raumes. Hier standen noch sechs weitere Wachen, davon drei mit Pfeil und Bogen bewaffnet.

Vilkas war Bewusstlos vor Schmerzen. Kisda wandte sich an den Mann, der hinter Vilkas nahe beim Feuer stand, in dem Brenneisen lagen. "Rod, gebt ihn das Mittel, damit seine Schmerzen nachlassen. Und dann kippt ihm ein Eimer kaltes Wasser ins Gesicht, damit er aufwacht." Rod tat wie geheißen. Er packte Vilkas brutal an den Haaren und flösste ihm etwas ein. Nach ein paar Minuten, die Akkirah wie eine Ewigkeit vorkamen, schüttete er ihm das Wasser über den Kopf und Vilkas erwachte.

Kisda ging zu ihm und legte ihre Hand unter sein Kinn und drehte seinen Kopf so zur Seite das er Akkirah ansehen konnte. "Schaut wen ich euch mitgebracht habe. Seht sie euch gut an. denn so hübsch wie sie jetzt ist, wird sie nie wieder aussahen wenn Riikkard mit ihr fertig ist. Wollt ihr das? Sicherlich doch nicht, also zeigt uns endlich eure wahre Gestalt.". Das war es was sie wollten Vilkas sollte sich vor allen Augen in einen Werwolf verwandeln. Nur konnte er das doch gar nicht mehr. Denn er war keiner mehr. Abgesehen davon konnte sie seinem Blick ansehen, dass er sie nicht erkannte. Trotz des Mittels das man ihm gegeben hatte sah sie das sein Block von den quälenden Schmerzen verschleiert war. Die Wut ihn ihr wuchs und sie versuchte noch mal sich loszureißen. Aber die beiden Wachen hielten sie fest und eine weitere Ohrfeige von dem Kerl, den Kisda Riikkard genannt hatte, brachte sie wieder Nahe an die Bewusstlosigkeit.

Nachdem keine Reaktion von Vilkas erfolgte, ließ Kisda seinen Kopf los und trat zu Seite "Nun wie ihr wollt" sagte sie und dann wandte sie sich Riikkard, dem bulligen Kerl zu. " Sie gehört euch, macht mit ihr was euch beliebt." Riikkard hatte sein Messer gezogen und griff nach Akkirahs Kleid und schlitzte es vorne der Länge nach auf. Dann begann er mit seinem Messer Akkirahs Körper entlangzufahren, ohne sie aber zu verletzen. Sie bemühte sich sich nicht zu regen und in Panik zu verfallen. In dem Moment klarte sich der Blick von Vilkas kurz auf. Er versuchte sich zu befreien was ihm aber nicht gelang. Riikkard begann seine Hose zu öffnen "Dann wollen wir doch mal ein bisschen Spaß miteinander haben, meine Hübsche."

Das waren die letzten Worte die er je sagen sollte, denn plötzlich flog er von einer Druckwelle getroffen, Quer durch den Raum. Auch Kisda und Marla die nebeneinander standen wurden von der Welle erfasst und umgeworfen. Die beiden Wachen die Akkirah hielten waren so überrascht, dass sie Akkirah losließen. Diese schnappte sich das Schwert einer der Wachen und stieß er ihr in den Hals. Mit Schwung zog sie es wieder raus und aus dieser Bewegung schlug sie der anderen den Kopf vom Leib. Die Bogenschützen auf der anderen Seite hatten ihr Erstaunen überwunden und legten auf Akkirah an. Aber diese machte einen Schritt zur Seite so das die Bogenschützen sie nicht tödliche treffen konnten und sie nur einen Pfeil in den linken Oberarm bekam, ein zweiter streifte sie am selben Arm. Den Schmerz den die Pfeile verursachten bemerkte sie nicht. Wieder kamen ihr unbewusst Worte in einer anderen Sprache über die Lippen. Und plötzlich standen die Mitglieder der Silbernen Hand in Flammen. Kisda, Marla und Riikkard bekamen den Großteil des Feuerinfernos ab und starben fast augenblicklich. 3 weitere erlitten so schwere Verbrennungen, das sie schreiend zu Boden gingen und sich nicht mehr rührten. Rod, der immer noch hinter Vilkas stand und anfänglich vor entsetzten erstarrt war, fing sich wieder. Er lief zu dem Feuer und wollte eines der Eisen nehmen, um Vilkas damit zu töten. Aber Akkirah war schneller. Die Wut verlieh ihr übermenschliche Kräfte, genau wie das Drachenblut in ihr, obwohl es ihr auch gleichzeitig Kraft raubte. Noch bevor Rod eines der Eisen ergreifen konnte, fielen seine Hände ins Feuer. Sie ließ ihn so liegen.

Vier Männer standen noch auf ihren Beinen. Drei davon auf einen Haufen der vierte etwas abseits, ein Bogenschütze. Akkirah schaffte es gerade noch mal die Worte zu sprechen die ein Flammenmeer auslösten, bevor sie von den Bogenschützen an der rechten Schulter getroffen wurde. Für die drei gab es kein entrinnen und sie verbrannten elendig. Und wieder ignorierte Akkirah den Schmerz und schaffte es das Schwer zu halten und auf den Bogenschützen los zu gehen. Dieser war vollkommen durch den Wind, bei dem was er zu sehen bekam, und konnte sich nicht mehr auf seinen Bogen konzentrieren, was ihm zum Verhängnis wurde, denn so gelang es Akkirah zu ihm zu kommen und ihm ihr Schwert in den Leib zu rammen. Hier war jetzt niemand mehr der ihr gefährlich werden konnte. Sie nutzte die Pause um die Pfeile herauszuziehen. Es war ihr dabei egal, ob die Wunden weiter aufrissen. Dann hörte sie Stimmen und Schritte die von weiter oben kamen. Von unten dürfte keiner mehr kommen. Sie behielt den Eingang im Auge und es dauerte nur einen kurzen Augenblick als fünf weitere Mitglieder der Silbernen Hand in die Folterkammer gestürmt kamen.

Sie hatten den Fehler gemacht, keinen vorzuschicken, der die Lage erst mal erkundet. So war es für Akkirah ein leichtes alle fünf nach dem Betreten der Kammer in Feuer zu hüllen. Sie lauschte. Nichts mehr außer dem Stöhnen von Rod und den dreien, die den ersten Feuersturm überstanden hatte war zu hören. Akkirah nahm einen Dolch zu Hand, denn das Schwert konnte sie nicht mehr halten und schnitt dann den Überlebenden die Kehlen durch. Das erschien ihr humaner als sie langsam und qualvoll sterben zu lassen, denn trotz allem was geschehen war konnte Akkirah nicht ganz aus ihrer Haut hinaus. Nachdem niemand weiter hinunter die die Folterkammer gekommen war ging Akkirah mit dem Rest ihrer Kraft zu Vilkas und löste die Fesseln und ging dann ihm in den Armen halten gemeinsam mit ihm zu Boden, bevor auch sie bewusstlos wurde.