057 Endlich wieder in Jorrvaskr
057 Endlich wieder in Jorrvaskr PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:20 Uhr

Die Fahrt nach Jorrvaskr verlief recht gemütlich. Man hatte die linke Bank der Kutsche etwas verbreitert, so das Vilkas darauf in Felle gehüllt bequem liegen konnte und nicht im Fußraum untergebracht werden musste. Frogar saß meist vorne auf dem Kutschbock und durfte auf geraden Stücken auch mal die Zügel in die Hand nehmen. Akkirah, Farkas und Athis saßen auf der rechten Bank Sie hatte sich alle in dicke Felle gehüllt, da es wieder sehr kalt geworden war. Das zwang sie auch nicht den direkten Weg nach Weißlauf über die Berge zu nehmen sondern die doppelt so lange über Windhelm. So brauchten sie 7 Tage um Weißlauf zu erreichen. Dort angekommen, trug Farkas seinen Bruder hoch nach Jorrvaskr. Akkirah wich wie meist nicht von seiner Seite. Frogar war vorgelaufen, um den Anwesenden in der Methalle bescheid zu geben, dass sie wieder zurück wären.

Oben angekommen, wurden sie gleich von allen umringt bis Tilma ein Machtwort sprach und sie die Zwillinge und Akkirah erst mal passieren ließen und Vilkas unten in ihren Gemächern vorsichtig zu Bett gebracht wurde. Die Reise war für Vilkas sehr anstrengend gewesen und er schlief daher kurz nach der Ankunft fest ein. Akkirah wollte bei ihm bleiben, aber Tilma bestand darauf, das sie mit nach oben komme solle. Schließlich war sie der Herold und die anderen sollten von ihr erfahren, was die letzten Wochen passiert war. Akkirah seufzte, denn Tilma hatte ja Recht. Vilkas würde eh ein paar Stunden tief und fest schlafen, also konnte sie ruhig mit nach oben gehen.

Bevor sie die Treppe hinauf ging, schaute sie aber erst mal, wie der Umbau des Schlafsaals gelungen war. Die Rundbögen waren ordentlich mit Steinen ausgefüllt worden und zwei kräftige Holztüren dort eingearbeitet. Es war genauso wie sie es sich vorgestellt hatte. Jon hatte sehr gute Arbeit geleistet. Als sie die Methalle betrat, hatten sich alle an dem großen Tisch versammelt. Sie nahm ihren gewohnten Platz ein und fühlte sich etwas traurig dabei, weil Vilkas nicht neben ihr saß.

"Es ist schön wieder zu Hause zu sein. Ich freue mich, dass ihr alle da seid und Gesund und Munter seid. Ich hoffe ihr werdet mit nicht böse sein, wenn ich nur in Kurzform beschreibe was passiert ist, weil ich würde gerne so schnell wie möglich zurück zu Vilkas."

Das konnten alle verstehen und so erzählte Akkirah nur kurz, wie es in der Akademie gelaufen war. Wie sie in zuvor in Gefangenschaft geraten sind und befreit wurden, das hatten ja einige der Gefährten miterlebt und allen anderen erzählt. Als sie geendet hatte, trug Tilma etwas zu Essen auf. Hungrig machten sich alle darüber. Als Akkirah fertig mit Essen war entschuldigte sie sich und nahm einen Teller mit Essen hinunter.

Vilkas erwachte, als sie das Zimmer betrat und lächelte sie an. Akkirah stelle den Teller kurz auf den Nachttisch und beugte sich über ihren Mann und küsste ihn. Dann suchte sie ein paar Kissen zusammen und half Vilkas sich aufzusetzen. Anschließend setzte sie sich zu ihm und fütterte ihn, weil mit der linken Hand sich Vilkas noch immer recht ungeschickt anstellte, selbst wenn Akkirah ihm alles in Mundgerechte Häppchen vorschnipselte. Als er alles aufgegessen hatte, stellte sie den Teller zur Seite und entkleidete sich, um auch ins Bett zu gehen. Sie nahm vorsichtig die Kissen wieder hinter dem Rücken von Vilkas weg und dann kuschelte sie sich an ihn. Das Hemd das Vilkas trug störte sie, aber er bestand darauf es zu tragen, nachdem er gesehen hatte wie sein zerschundener Körper aussah. Aber sie wollte sich deshalb nicht mit ihm streiten und ließ ihn gewähren. So schliefen sie dann bald beide ein.

Am nächsten Morgen stand Akkirah zeitig auf. Sie holte etwas zu Essen und Trinken für Vilkas, der noch schlief und sich selbst. Sie fragte sich, wie es wohl weitergehen würde. Vilkas würde noch gut zwei Monate nicht aufstehen dürfen. Sie merkte ihm jetzt schon an, dass es ihm nicht gefiel, denn er war es nicht gewohnt so lange ans Bett gefesselt zu sein. Als sie das Zimmer wieder betrat war auch Vilkas wach. "Guten Morgen, mein Herz", begrüßte er sie. Sie stellte kurz das Tablett mit dem Frühstück auf dem Nachttisch ab und setzte sich zu ihm und schlang ihre Arme um ihn. "Ich wünsche euch auch einen wunderschönen guten Morgen, mein Liebster. Es ist schön wieder zu Hause zu sein, findet ihr nicht auch?" Er nickte nur. Dann nahm sie das Tablett und gemeinsam frühstückten sie. Als sie fertig waren brachte Akkirah das Tablett zurück nach oben und kam dann mit einer Schüssel warmen Wasser zurück. Als sie ihm das Hemd ausziehen wollte sträubte er sich. "Bitte nicht. Ich möchte nicht, das ihr euch diesen Anblick antut." Vorsichtig nahm sie ihn in die Arme. "Vil, mein Liebster. Nun stellt euch nicht so an. Ihr saht anfangs noch viel schlimmer aus." Sie ignorierte die Abwehr und es gelang ihr, ihm das Hemd auszuziehen. Danach wusch sie ihn mit dem warmen Wasser. Als er sauber war zog sie ihm vorsichtig ein frisches Hemd an. Anschließend nahm sie ihn noch mal in den Arm gab sie ihm einen Kuss. "Ich liebe euch, Vil, genauso wie ihr seid." "Und ich liebe euch über alles mein Herz."
"Was wollen wir heute Morgen machen? Soll ich ein Buch herholen und wir lesen gemeinsam?" "Solltet ihr nicht lieber nach oben gehen und schauen, was da so an Arbeit angefallen ist? Ich vermute es gibt da genug zu tun."
"Das kann warten, Vil. Jetzt seid ihr erst mal dran. Also was wollen wir machen?"
"Hmmm. Das war mir jetzt am liebsten wäre geht leider nicht. Also holt ein Buch."

Sie lächelte und schnappte sich eines, dass sie noch nicht kannte. Sie half Vilkas sich aufzusetzen, indem sie wieder ein paar Kissen in seinen Rücken packte und dann setzte sie sich zu ihm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Im Wechsel lassen sie dann und merkten kaum wie die Zeit verging. Gegen Mittag klopfte Farkas an die Tür. "Tilma läßt euch ausrichten, dass es Zeit für das Mittagessen ist." "Danke ich komme und hole es." Akkirah stand auf. "Ich bin sofort zurück mein Liebster." "Ich werde hier sein, wenn ihr zurückkommt" Akkirah fuhr ihm mit der Hand durchs Haar und folgte Farkas.

Nach dem Essen schlief Vilkas erst mal wieder ein. Akkirah nutzte die Zeit, um nach oben zu gehen und mit den anderen Gefährten zu sprechen. Aela hatte eine Liste mit Aufgaben zur Hand, die erledigt werden mussten. Sie hatte mit der Verteilung gewartet, weil sie wollte dass alle anwesend waren, wenn Akkirah und Vilkas zurückkamen. Nun wurde es aber wieder Zeit an die Arbeit zu gehen. Akkirah sah die Liste durch und dann fragte sie Aela, was sie am liebsten machen würde. "Ich kann noch hier bleiben und euch unterstützen damit ihr mehr Zeit für Vilkas habt." "Ihr habt hier lange genug wieder die Stellung gehalten und ich weiß, dass ihr das nicht gerne macht, als sucht euch was aus und dann ab mit euch, Schwester." " Wie ihr meint", dann zeigte sie auf ein paar Aufträge, die man gut nach und nach auch alleine bewältigen konnte. Akkirah nickte. Torvar und Ria baten darum etwas machen zu können, was sie zu mindestens in die Nähe von Rifton bringen würde. Sie könnten dann gleich dort zum Tempel von Mara gehen, um wegen eines Termins für ihre Hochzeit anzufragen. Und ob es möglich wäre, das in Jorrvaskr abzuhalten. Denn hier war ihre Familie und außerdem wollten sie Vilkas und Akkirah dabei haben und nach Möglichkeit wollten sie recht bald heiraten. Rias Eltern hatten in der Zwischenzeit zugestimmt und sie hatte Angst dass sie es sich noch mal überlegen könnten. Es wurde beschlossen, dass sich die beiden um eine Banditenbande kümmerten, die Nahe Rifton eine alte verlassene Festung besetzt hatte. Beide nickten erfreut. Farkas würde gemeinsam mit Nerena Richtung Markath aufbrechen. Abgeschworene machten dort wieder mal die Gegend um einen kleinen Hof unsicher. Dann hatte noch Falk Feuerbart aus Einsamkeit um Hilfe ersucht. Um was es genau ging wollte er nicht sagen, aber ihm wäre am Liebsten wenn Akkirah selbst kommen könnte. Das musste sie ablehnen, also schickte sie Athis und Varis los, mit den besten Grüße von ihr.

Anschließend ging sie in den Hinterhof, um zu sehen, wie die neue Überdachung geworden war. Auch hier war sie sehr zufrieden mit der Arbeit von Jon Kampf-Geborener. Die neuen Stützen waren ordentlich verarbeitet und das Dach sah aus, als würde es einige Jahrhunderte überstehen. Als sie so draußen stand, kam ihr eine Idee. Sie beschloss am nächsten Tag nochmals mit Jon zu sprechen. Dann ging sie wieder hinein und hinunter zu Vilkas, der zwischenzeitlich auch wieder wach geworden war. Sie beschlossen dort, wo sie vor Mittag aufgehört hatten weiter zu lesen. Farkas hatte überlegt, ihnen das Abendbrot gleich runter zu bringen. Er setzte sich zu den beiden und so aßen sie gemeinsam.

Am nächsten Morgen brachen die Meistern der Gefährten frühzeitig auf. Farkas verabschiedete sich, bevor er loszog, noch von Vilkas. Damit war es wieder ruhig in der Methalle geworden. Akkirah bat Vignar am Vormittag ein Auge drauf zu haben, wenn Besucher kommen würden. Sie selbst wollte unten bei Vilkas bleiben. Nach dem Mittagessen, als Vilkas wieder schlief ging sie hinunter zum Markt, um zu schauen, ob sie Jon finden würde. Sie hatte Glück, er war am Marktplatz und unterhielt sich mit Charlotta.

"Darf ich stören", fragte sie als sie dazu trat? Sie nickte den beiden zur Begrüßung zu.
"Ich war eh mit der Bestellung fertig", meinte Jon. "Was gibt es denn? Ist etwas nicht mit der Arbeit in Ordnung, die ich gemacht habe?"
"Nein, es ist alles genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Recht herzlichen Dank dafür. Ich hätte nur noch eine Kleinigkeit und denke ihr werdet es am Besten hinbekommen."
Dann lasst uns in die beflaggte Mähre gehen und es besprechen. Ich habe heute noch nichts gegessen."
"Okay, dann lasst uns gehen", sie lächelte, "Aber seid nicht böse, wenn ich nur etwas trinke, ich habe gerade erst gegessen."

Nach dem sie mit Jon alles besprochen hatte, ging sie wieder hoch nach Jorrvaskr. Vilkas war schon wach und Frogar saß bei ihm. Akkirah staunte immer wieder, wie ruhig der Junge sein konnte, wenn er wusste dass es erforderlich war. Sie blieb in der Tür stehen und beobachtete die beiden Frogar erzählte Vilkas, was er die letzte Zeit gemacht hatte und das er nun reiten lernen durfte. Nur an den falbfarbenen Hengst durfte Frogar nicht ran, weil dieser zu wild war.

Die folgenden Tage verliefen recht gemütlich. Akkirah saß die meiste Zeit bei Vilkas im Bett. Wenn der Kurier mit den Aufträgen kam, wurde dieser meist von Vignar oder Tilma empfangen, die die Anfragen dann später an Akkirah weitergaben. Das Haushaltsbuch musste auch wieder auf aktuellen Stand gebracht werden. Die Umbau und Erneuerungsarbeiten hatte doch ein recht großes Loch in die Kasse gerissen, wie Akkirah feststellte. Es wäre wohl sinnvoll die nächste Zeit mal wieder selbst auf die Jagt zu gehen, so dass man nicht unbedingt das teuere Fleisch auf dem Markt kaufen musste. Also beschloss Akkirah eines Mittags hinunter zu den Ställen zu gehen und Skulvar zu fragen, ob er ihr ein Pferd leihen könnte.

Sie kam gerade bei den Ställen an, als die Kutsche von Einsamkeit eintraf. Hinten war ein Pferd angebunden. Skulvar selbst war nicht anwesend, da er gemeinsam mit Frogar die äußeren Koppeln inspizierte und nach dem Rechten schaute. Nur der neue Stallbursche Janik war da. Akkirah mochte den grobschlächtigen Kerl nicht, aber Skulvar hatte nicht die Zeit einen besseren vorübergehenden Ersatz für Jervar zu finden, der wegen einer Familienangelegenheit für einige Zeit nach Cyrodiil musste. Akkirah sah, wie das Pferd vor dem Mann zurückwich, als er es losbinden wollte. Die junge Stute legte die Ohren an. Das wertete der Mann als Angriff und schlug mit der Peitsche, die er in der Hand trug mit aller Kraft zu. "Dir werde ich schon Manieren beibringen und zeigen das man mich nicht angiftet." Das vollkommen verängstiget Tier riss sich los und stürmte davon. In ihrer Panik achtete die Stute nicht darauf, wo sie hintrat und stolperte über einen zerrotteten Baumstamm. Dabei schien sie sich verletzt zu haben denn sie lahmte anschließend. Ein kurzes Stück weiter verhedderte sich der Strick, der immer noch an ihrem Halfter hing und so musste das Tier stehen bleiben.

Der aufgebrachte Stallbursche folgte der Stute wütend. Auch Akkirah schloss sich ihm an. Sie befürchtete der Kerl würde noch mehr Schaden anrichten. Mit hängendem Kopf stand die Stute auf drei Beinen da. "Du Mistvieh, dir werde ich zeigen, das man nicht einfach davon läuft." Akkirah die hinter ihm war, antwortete: "Ihr werdet gar nichts tun, sondern ganz schnell verschwinden, ansonsten werdet ihr mit mir Ärger bekommen." Der Mann kam nicht aus der Gegen, und da Akkirah lange Zeit abwesend war und auch in letzter Zeit kaum eine Fuß vor die Stadt gesetzt hatte, wusste er nicht, mit wem er es zu tun hatte. Sonst wäre er wohl etwas vorsichtiger gewesen. "Ihr habt mir nichts zu sagen, kommt näher und ich werde auch euch eine tracht Prügel verpassen." Akkirah ging weiter. Da platze Janik der Kragen und er wollte mit der Peitsche Akkirah eines überziehen. Sie wich dem Schlag geschickt aus und bekam die Peitsche zu fassen und riss sieh ihm aus der Hand. Damit hatte der Kerl nicht gerechnet. Wütend stürme er auf Akkirah los und wollte sie nun mit der Faust niederschlagen. Aber auch diesmal wich Akkirah wieder geschickt aus und es gelang ihr, ihm einen Treffer in seinem Gesicht zu platzier, was ihn noch wütender machte. Wieder ging er direkt auf sie los, und Akkirah sprang einfach nur zu Seite, So ging es eine ganze Weile, bis sie plötzlich eine Stimme hörte. "Janik, verschwindet. Ihr seid entlassen! Ihr könnt euch gleich euren Lohn abholen und dann will ich euch hier nicht mehr sehen" Skulvar und Frogar waren gerade zurückgekommen. Sie hatten von weiten gesehen was geschehen war. Akkirah war zwischenzeitlich zu der verängstigten Stute gegangen und versuchte sie zu beruhigen. Nachdem ihr das gelungen war, schaute sich ihr Bein an. Gebrochen war nichts, aber das Bein schwoll an. Wahrscheinlich die Bänder überdehnt. Hoffentlich nicht gerissen. Skulvar beobachtete Akkirah und Frogar, der bei ihr stand, wie sie sich um das Pferd kümmerten. "Wärt ihr so freundlich die Stute vorsichtig zum Stall zurückzubringen? Dann kann ich mich um Janik kümmern und er ist verschwunden wenn ihr ankommt." Akkirah nickte. Ganz langsam führte sie die Stute zurück zu den Ställen und Frogar blieb bei ihr. Als sie bei den Ställen angekommen waren, schickte Akkirah den Jungen hoch zu Acadia, damit er ihr ein paar Kräuter und Zutaten beschaffte, aus denen sie eine Brei mischen würde, den man der Stute aufs Bein schmieren könnte, damit es gekühlt wurde. Der Junge brauchte nicht lange, bis er wieder zurück war. Akkirah zeigte ihm, wie man den Brei zubereitete und dann Auftrug.

Nun konnte man nur noch abwarten und hoffen, dass es schnell wieder heilte. Als sie fertig war bedankte sich Skulvar bei ihr. Dann fiel ihr der eigentliche Grund wieder ein, warum sie gekommen war. Sie fragte, ob Skulvar ihr für die nächste Zeit ein Pferd zur Verfügung stellen konnte. Er nickte. Er zeigte auf einen dunklen Wallach. "Den könnt ihr euch jederzeit nehmen, wenn ihr ihn braucht." Akkirah bedankte sich bei dem Skulvar und dann wurde es auch Zeit wieder hoch zu gehen. Es war später geworden als gedacht und Vilkas würde sich bestimmt schon wundern, wo sie abblieb.
Als sie wieder bei Vilkas war, erzählte sie ihm was bei den Ställen passiert war. "Und der Kerl hat euch auch wirklich nichts getan, mein Herz?" "Nein, Vil, ich war schneller als er." Sie nahm in beruhigend in den Arm.

Am nächsten Morgen kam Jon vorbei. Er hatte es geschafft, das was sich Akkirah vorgestellt hatte herzustellen. Er musste es nur noch zusammensetzen. Akkirah zeigte ihm, wo sie die beiden Gegenstände hinhaben wollte. Es handelte sich dabei um zwei Bänke. Im ersten Moment sahen sie eigentlich gewöhnlich aus. Aber man konnte sie so auseinander ziehen, dass aus der Sitzfläche eine Liegefläche wurde. So würde Vilkas auch wieder am allgemeinen Leben der Gefährten teilhaben können und nicht immer nur unten in ihren Gemächern liegen müssen. Allerdings musste dann immer jemand da sein, der ihn rauf oder runter tragen würde, aber das war wohl das geringste Problem. Als Jon die Bänke zusammengebaut hatte bat Akkirah ihn doch zum Essen zu bleiben und ihr und Vilkas Gesellschaft zu leisten. Vilkas freute sich über den Besuch. Aber es gelang ihm nicht, herauszubekommen, was er in Jorrvaskr gemacht hatte. Akkirah wollte ihren Mann damit überraschen. Am späten Nachmittag kam dann endlich die Gelegenheit eine der Bänke zu testen. Farkas und Nerena waren zurückgekommen. Sie Abgeschworenen hatte ihnen keine großartigen Probleme gemacht und die Bewohner des Hofes konnten nun ohne Angst ihrer Arbeit nachgehen. Akkirah bat Tilma ein paar Felle und Kissen oben auf die neue ausgezogene Bank zu legen.

Dann sagte sie Farkas, er möge Vilkas bitte hoch tragen. Vilkas wusste nicht was los war. Und Farkas schwieg einfach nur grinsend. Als er dann oben in der Methalle auf die neue Bank gelegt wurde wusste Vilkas nicht was er sagen sollte. Er freute sich sehr, endlich aus dem Zimmer auszukommen und sich wieder mit den anderen unterhalten zu können, ohne das diese immer erst um Erlaubnis bitten mussten, sein Zimmer zu betreten. Es wurde ein sehr schöner Abend.

So gingen dann die nächsten Wochen relativ ruhig ins Land. Akkirah koordinierte die Aufträge und wenn sie ein wenig Zeit hatte ging sie hinunter zu den Ställen. Sie hatte sich mit der neuen Stute angefreundet und wann immer sie vorbei kam, wurde sie von dem Tier mit einem leisen Schnauben begrüßt. So oft es ging schnappte sie sich den Wallach um ein wenig auf jagt zu gehen. Wann immer jemand da war, der Vilkas nach oben oder draußen bringen konnte, wurde das genutzt, auch wenn sich Vilkas recht unwohl fühlte wie ein Kind durch die Gegend getragen werden zu müssen. Trotz dessen das so nun wieder Vilkas am Leben der Gefährten gut teilhaben konnte, wurde er immer unzufriedener. Es lag ihm überhaupt nicht, nur rum zu liegen und selbst nichts machen zu können. Akkirah konnte das gut nachvollziehen, aber ändern konnte sie an der Situation auch nichts. Das stimmte sie traurig. Sie hoffte das es besser werden würde, wenn Vilkas endlich mit dem Laufen anfangen könnte. Aber das würde noch gut drei Wochen dauern, bevor es losging.

Eines Tages kam ein Brief von der Akademie. Sie hatte in der Ausgrabungsstelle von Saarthal, in der Nähe von Winterfeste einen seltsamen Gegenstand gefunden. Was es mit diesem Gegenstand auf sich hatte, würde man aus einigen Büchern entnehmen können, die allerdings von einem ehemaligen Novizen gestohlen worden waren. Daher fragte man bei Akkirah an, ob sie dabei helfen könne, die Bücher zurückzuholen. Akkirah zeigte den Brief Vilkas. Er bestand darauf das Akkirah sich selbst um die Angelegenheit kümmern sollte, was ihr gar nicht gefiel, denn sie wollte Vilkas nicht alleine lassen. Nicht jetzt, wo er immer reizbarer wurde. Vilkas überredete schließlich Farkas, mit Akkirah los zu gehen. Varis versprach Akkirah, er würde in der Zwischenzeit auf Vilkas aufpassen. Glücklicherweise war der Ort, an dem sich der diebische Novize versteckt haben sollte nur eine Tagesreise von Weislauf entfernt, so würden sie mit Glück maximal drei Tage weg sein.

Am Morgen als sie Aufbrechen wollten, war Akkirah nicht sonderlich Glücklich. Sie versuchte ihre Gedanken vor Vilkas aber zu verbergen, denn es war ja sein Wunsch, dass sie etwas raus kam. Sie hielt ihm lange im Arm bevor sie aufbrachen. Dann machten sich Farkas und Akkirah auf zur Dämmerlichtfestung. Da Farkas sich bis heute nicht auf ein Pferd setzte, blieb ihnen nichts übrig als zu Fuß zu gehen. In und um die Festung waren viele Magier, die ihnen nicht wohl gesonnen waren. So blieb ihnen nichts übrig als diese auszuschalten. Dabei ging Akkirah vor und deaktivierte wo nötig Fallen oder machte Farkas auf Stellen aufmerksam wo er lieber nicht drauf treten sollte. Den meisten Kämpfen konnten sie aus dem Weg gehen, weil Akkirah mit ihrem Bogen die Gegner schnell und leise töten konnte, ohne die anderen auf sie aufmerksam zu machen. Nur wenn zu viele auf einem Haufen waren musste auch Farkas mal zu seinem Schwert greifen. Im Gefängnis der Festung fanden sie dann den abtrünnigen Novizen. Er war in eine Zelle eingesperrt. Man schien ihn nur ausgenutzt zu haben, um an die Bücher zu kommen und hatte ihn dann hier eingesperrt. Was man mit ihm vorhatte, wusste er nicht. Er bat darum ihn laufen zu lassen. Er würden den beiden auch helfen die Bücher zurück zu holen, was aber sowohl Akkirah als auch Farkas ablehnten. Vorsichtig schlichen sie weiter und gelangten irgendwann in dem Turm der Festung. Hier hatte sich die Anführerin der Magier zurückgezogen, die die Bücher bei sich hatte. mit etwas Überredungskunst gelang es Akkirah, das man ihr die Bücher zurückgab. Nachdem Farkas und Akkirah die Festung verlassen hatten beschlossen sie, sich eine Stelle zum Übernachten zu suchen. Abwechselnd hielten sie Wache. Am früher morgen brachen sie dann auf um zurück nach Weislauf zu kehren. Akkirah hatte beschlossen, die Bücher mit einem Kurier nach Winterfest zu schicken und sie nicht selbst zurück zu bringen, denn sie wollte nicht noch länger von Vilkas getrennt sein.

Als sie Jorrvaskr am späten Nachmittag erreichten, lag Vilkas draußen unter dem Dach der Terrasse und schaute Varis und Nerena beim Trainieren zu. Immer wieder gab er Anweisungen. Akkirah lächelte, als sie das sah. So war er wenigstens beschäftigt. Sie ging zu ihm und nahm ihn in die Arme. "Ihr scheint mich nicht zu vermissen, Vil." "Das ist nicht wahr, mein Herz." Auch er legte beide Arme um sie und zog sie an sich. "Ich habe euch mehr vermisst, als ihr euch vorstellen könnt." "Vorsichtig mit eurem Arm, Vil. Auch wenn er noch geschient ist müsst ihr aufpassen." Er grummelte ungehalten. Sie küsste ihn und damit beruhigte er sich wieder.

Am nächsten Tag kam Danica, die Heilerin aus Weislauf vorbei. Heute sollte Vilkas die Schiene, die seinen Arm stützte abgenommen werden. Leichte Dinge hatte er trotz der Schiene in letzter Zeit mit seiner Hand wieder festgehalten. So gelang es ihm auch selbstständig zu essen. Akkirah freute sich sehr darüber, denn es war doch recht unbequem, wenn Vilkas sie nachts damit in den Armen hielt. Sie hatte nie was gesagt, denn für ihn war es schließlich noch schlimmer. Danica sah sich den Arm genau an. Dann lächelte sie. "Es sieht alles sehr gut verheilt aus. Ihr könnt langsam anfangen den Arm wieder zu belasten und eure Muskeln aufzubauen. Bis ihr aber wieder ein Schwert damit richtig schwingen könnt, werden wohl noch ein paar Monate ins Land gehen." Das war etwas was Vilkas nicht gerne hörte. Trotzdem lächelte auch er.

Als Danica wieder fort war, nahm Akkirah Vilkas in die Arme. " Nur noch drei Wochen und ihr werdet das erste Mal aufstehen dürfen. Und dann wird es nicht mehr lange dauern bis ihr wieder auf den Trainingsplatz könnt, um den anderen zu zeigen, wie man mit dem Schwert umgeht", versuchte sie Vilkas aufzumuntern. Sie wusste selbst, es würde noch Monate dauern bis er wieder soweit laufen konnte, um selbst zu trainieren. Es würde noch eine schwere Zeit bis dahin werden, das war ihr klar. Aber gemeinsam würden sie das schaffen.

Vier Tage später kam ein Eilkurier aus Winterfeste. "Ihr müsst sofort zur Akademie kommen. Eure Anwesenheit dort ist von größter Bedeutung." Stand in der Nachricht die der Erzmagier persönlich geschrieben hatte. Vilkas und Farkas waren bei ihr als sie die Nachricht laut vorlas. "Das kann ich nicht machen. Ich werde zurzeit hier gebraucht. Es tut mir leid, aber ihr müsst dem Erzmagier mitteilen, das es mir im Moment nicht möglich ist, für mehrere Tage einfach zu gehen." Sie hielt Vilkas bei diesen Worten an der Hand. " Es muß schon etwas wichtiges sein, wenn man nach euch rufen läßt, mein Herz." "Das ist mir egal. Ich will bei euch bleiben." "Mir geht es hier gut. Das wisst ihr. Geht gemeinsam mit Farkas los. Dann weiß ich, das auch ihr gut aufgehoben seid." "Ich möchte euch aber nicht verlassen, Vil." "Mein Herz, gut das Frogar nicht anwesend ist. Ihr würdet ein sehr schlechtes Beispiel abgeben." Ihre Augen begannen wütend zu funkeln. Sie ärgerte sich über sich selbst. Er hatte Recht. Sie führte sich gerade wie ein kleines Kind auf. Aber sie machte sich halt Sorgen um Vilkas. Er war in letzter Zeit immer launischer geworden und bisher konnte sie das Meiste abfangen so, das die anderen davon nicht viel merkten. Sie seufzte. Vielleicht ist es besser, wenn ich gehe dann alleine. Farkas sollte bei euch bleiben. "Nein, ich möchte das Farkas euch begleitet. Bitte mein Herz, tut mir diesen Gefallen und nehmt ihn mit." Akkirah senkte den Kopf, wenn er sie so bat konnte sie ihm nichts ausschlagen. Farkas stand von seinem Stuhl auf. "Ich werde zu Skulvar hinab gehen und fragen, ob er uns morgen eine Kutsche zur Verfügung stellen kann. Dann können wir gleich aufbrechen und sind in hoffentlich spätestens sieben Tagen zurück."

Akkirah gab sich geschlagen. Vilkas nickte und Farkas lief dann auch gleich los.
Akkirah hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Am Abend zuvor hatte sie Varis gebeten sich um Vilkas zu kümmern. Er hatte eine beruhigende Art und würde mit Vilkas Launen hoffentlich klar kommen, sollte er ungehalten werden. Nachdem sie sich von Vilkas verabschiedet hatten, brachen Akkirah und Farkas dann auch in aller Frühe auf.