060 Labyrinthion
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Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:24 Uhr

Akkirah wachte früher als gewohnt auf. Vilkas schlief noch fest. Wieder fühlte sie, dass jemand versuchte mit ihr Kontakt aufzunehmen, wie schon öfters in den letzten Tagen. Davon war sie scheinbar wach geworden. Sie seufzte leise. Warum konnte sie nicht einfach gemütlich neben Vilkas liegen und an nichts denken, außer sich zu freuen bei ihm zu sein? Nein, es gingen ihr so viele Dinge durch den Kopf. Was würde Frogar nun machen? Würde er in Jorrvaskr bleiben oder sich doch für Skulvar und Lina entscheiden? Wie würde es sein, wenn Vilkas endlich die verdammte Schiene vom Bein entfernt bekommen würde? Wie lange würde es dauern bis er wieder laufen könnte? Und wie lange bis sie dann auch endlich gemeinsam wieder hinausziehen konnten? Bei all der Aufregung in den letzten Tagen hatte sie auch beinah vergessen, dass auch noch eine Hochzeit anstehen würde. Ria und Torvar wollten in gut drei Wochen heiraten. Zurzeit waren sie bei Rias Eltern zu Besuch. Ria wollte, dass sie ihren zukünftigen Ehemann noch vor der Hochzeit kennen lernen würden. Die Hochzeit sollte dann in einem kleinen Kreis in Jorrvaskr stattfinden, was Hauptsächlich wegen Vilkas gemacht wurde, denn Torvar und Ria wollten alle Gefährten dabei haben. Und bis dahin war fraglich, ob er schon wieder reisen konnte. Und ohne Vilkas würde wohl auch Akkirah nur ungern kommen.

Irgendwann hatte Akkirah das Gefühl, nun wäre doch die Zeit zum Aufstehen gekommen. Vorsichtig löste sie sich aus der Umklammerung von Vilkas, wobei sie wie meist versuchte ihn nicht zu wecken. Dieses Mal gelang ihr es auch. Er gab nur ein leichtes ungehaltenes Grummeln von sich und schlief aber dann weiter. Vorsichtig kleidete sie sich an. Bevor sich das Zimmer verlies gab sie Vilkas aber noch einen Kuss. Leise ging sie zum Zimmer von Frogar hinüber. Sie wollte schauen, ob er noch schlief oder ob er heute zu Skulvar gehen würde. Die Zimmertür war angelegt und er lag nicht im Bett. Sie ging nach oben. Frogar saß an der großen Tafel und aß sein Frühstück. Akkirah setzte sich zu ihm und strich ihm durchs Haar. "Wie fühlt ihr euch heute Morgen, Frogar? Habt ihr gut geschlafen?" Er wirkte blass und unausgeschlafen. Er schüttelte den Kopf. "Ich konnte nicht einschlafen." "Ihr seht blass aus. Ihr solltet euch noch etwas hinlegen." "Das geht nicht. Ich muß mich doch um das Füttern der Pferde kümmern." Akkirah nahm ihn in den Arm. "Ihr seid ein prima Junge." "Aber ich weiß nicht was ich tun soll. Ich will euch hier nicht verlassen, aber ich mag auch Skulvar und Lina."
"Ihr könnt uns hier jederzeit besuchen, solltet ihr euch für Skulvar und Lina entscheiden. Wir sind ja nicht aus der Welt. Und nun kommt, die Pferde warten. Ich begleite euch."

Sie ergriff seine Hand und er lies er sich gefallen. So gingen sie dann durch die Stadt bis hinunter zu den Ställen. Skulvar war schon dabei, die Strohballen bereitzulegen. Er begrüßte Akkirah und Frogar, als wäre nie etwas geschehen. Sie hatten es abgesprochen, dass sie so normal wie möglich mit Frogar umgingen und ihn nicht drängten, eine Entscheidung zu treffen und nur auf seine Fragen reagieren wollten, aber ihn nicht aktiv ansprechen. Akkirah putze Fiinja und gab ihr ein paar Äpfel. Heute Morgen wollte sie nicht reiten. Sie wollte so bald wie möglich zurück bei Vilkas sein. Heute sollte er schließlich endlich, wenn Danica nichts einzuwenden hatte, seinen ersten Gehversuch machen. Akkirah freute sich drauf, das er endlich anfangen konnte wieder auf eigene Beinen zu stehen.

Akkirah fand Vilkas unten in ihrem Schlafzimmer im Bett sitzend vor. Er wollte hier unten bleiben bis Danica kam. Akkirah setzte sich zu ihm und nahm ihn in die Arme. Er erwiderte die Umarmung. "Ich liebe euch, mein Herz", flüsterte er ihr ins Ohr. "Ich euch auch, Vil"

Plötzlich wurde Akkirah bleich und ein Zittern überkam sie. "Mein Herz, versucht immer noch jemand euch zu rufen?" Er sah sie besorgt an. Sie nickte nur. Vilkas hielt sie einfach nur fest. Nach und nach wurde sie wieder ruhig. "Es geht nun wieder. Habt ihr schon was gegessen oder soll ich euch etwas bringen?" "Farkas hat mir schon was gebracht." So warteten sie dann einfach nur auf Danica.

Sie mussten nicht lange auf Danica warten. Farkas brachte sie zu ihnen runter. Akkirah und Vilkas begrüßten die Heilerin. Danica sah sich das Bein von Vilkas genau an. Dazu entfernte sie auch die Schienen. Sie nahm den Fuß von Vilkas und drückte dagegen. Vilkas verzog ganz leicht das Gesicht, aber Danica schien zufrieden zu sein. "Es sieht soweit man es von außen beurteilen kann, gut aus. Ihr dürft anfangen aufzustehen. Aber ihr dürft das Bein erst mal noch nicht voll belasten. Ich habe euch Krücken von Jon anfertigen lassen. Er kann sie bei Bedarf noch etwas anpassen. Wie sieht es mit eurem Arm aus? Habt ihr damit Probleme? Denkt daran, wenn ihr versucht mit den Krücken zu gehen, das ihr auch euren Arm immer noch etwas schonen müsst." Vilkas nickte. Dann setzte er sich zum ersten Mal seit Ewigkeiten so hin, dass seine Beine den Boden vor dem Bett berührten. Akkirah sah ihn strahlend an. Farkas ging zu seinem Bruder griff ihm unter den Arm und half ihm sich aufzurichten. Vilkas legte sein Gewicht auf das linke Bein und Danica reichte ihm die Krücken. Er schaffte es damit drei Schritte zu machen, dann mussten Akkirah und Farkas ihn auffangen, damit er nicht stürzte. Sie brachten ihn zurück zum Bett, wo er sich drauf fallen ließ. "Das war schon sehr gut, Vilkas", versuchte Danica ihn aufzumuntern, als sie seinen verzweifelten Blick sah. "Ihr werdet jeden Tag en paar mehr Schritte schaffen. Aller Anfang ist nach so langer Zeit schwer. Und ihr habt mit eurer Frau und eurem Bruder Menschen um euch, die euch dabei unterstützen. Vilkas schwieg und hatte den Kopf gesenkt. "Ich muß wieder zurück in den Tempel. Dort warten noch weitere Patienten auf mich." Sie verabschiedete sich von Vilkas und Akkirah. Farkas brachte sie wieder hinauf. Als sie fort war nahm Akkirah Vilkas in die Arme. "Ihr schafft es mein Liebster. Bald werdet ihr alleine hier rum rennen können." "Ich wünschte ich könnte euren Optimismus teilen", seine Stimme klang verbittert. "Ich kann mich ja nicht mal auf meinem eigentlich gesunden Bein mehr halten." "Vil, ihr braucht nur Übung. Ihr werdet sehen, es wird jeden Tag besser werden." Sie küsste ihn. "Und nun legt euch ein paar Minuten hin um euch wieder zu erholen. Und dann versuchen wir es wieder."

Sie übten so den ganzen Vormittag. Zum Essen brachte Farkas seinen Bruder wieder hoch in die Methalle. Auch hier übte Vilkas weiter. Bis zum Abend war er soweit, dass er es fast schaffte, ohne Hilfe von Akkirah oder Farkas auf die Beine zu kommen. Aber danach musste er sich auch gleich wieder setzten. Frogar, der am Nachmittag dazu kam freute sich sehr, als er Vilkas zum ersten Mal stehen sah. Als Athis und Varis nach dem Abendbrot die Methalle betraten, gratulierten die beiden Vilkas auch zu dem Erfolg, endlich wieder auf eigenen Füssenstehen zu können. Alle schienen glücklich zu sein. Nur Vilkas ging das alles zu langsam. Er hatte sich mehr erhofft. Akkirah machte es traurig zu sehen, das Vilkas sich nicht so freute und zufrieden war wie sie gewünscht hatte. Als sie Abends im Bett lagen wollte sie ihn etwas aufmuntern. Nun wo er seine Schiene nicht mehr trug und nicht mehr in nur auf dem Rücken liegen musste, hoffte sie sich endlich wieder mit hm zu vereinigen. Als sie neben ihm lag fuhr ihre Hand langsam von seiner Brust Richtung Bauch und noch tiefer. Sie spürte dass er sich verkrampfte. "Bitte nicht mein, Herz. Ich bin noch nicht soweit." Sie legte ihre Hand wieder auf seine Brust und beugte sich über ihn, um ihn zu küssen. "Wir haben alle Zeit der Welt, Vil." Dann wurde sie plötzlich wieder von einem Zitteranfall geschüttelt. Vilkas erschrak. "Mein Herz, so geht es nicht weiter." Er wollte noch mehr sagen aber in dem Moment erklang ein Klopfen and der Tür. Es war Farkas. Er hatte von einem Kurier eine Nachricht aus Winterfeste erhalten, die Dringend war. Akkirah hatte sich an Vilkas geschmiegt. Sie wollte die Nachricht nicht lesen. Also nahm Vilkas den Brief entgegen.

"Akkirah,
Ihr müsst so schnell es geht nach Winterfeste zur Akademie kommen, irgendwas geht hier vor und wir brauchen eure Hilfe. Ancano versucht etwas mit dem Gegenstand den ihr gefunden habt, zu machen. Wir können nicht zu ihm vordringen.
Hochachtungsvoll
Savos Aren"


"Bei Ysmir. Auch wenn es mir nicht gefällt, ihr müsst dort hingehen und vor Ort nach dem Rechten sehen", sagte er leise zu Akkirah.
"Ich will euch nicht schon wieder verlassen, Vil. Nicht jetzt, wo ihr anfangt zu gehen. Ihr braucht mich hier. Und ich brauche euch."
Je schneller ihr aufbrecht, desto ehr seid ihr zurück. Und dann werdet ihr auch wieder frei von den Anfällen sein. Denn dann habt ihr getan was sie wollten." Er versuchte sie mit diesen Worten aufzumuntern.
"Ich werde sie begleiten, Bruder, und auf sie aufpassen." Ließ sich Farkas vernehmen. Vilkas nickte abwesend. Dann verließ Farkas das Zimmer und ließ Akkirah und Vilkas alleine. Er beschloss schon mal alles für die Tour nach Winterfeste vorzubereiten so, das er und Akkirah am nächsten morgen zeitig aufbrechen konnten. Je eher sie loskamen, desto eher waren sie wieder zurück, wie Vilkas es ja schon gesagt hatte. Er spürte das Vilkas Akkirah dringend brauchte um gesund zu werden. Also würde er alles dran setzten, damit sie schnell zurückkommen würden.

Akkirah weinte lange in den Armen von Vilkas bevor sie einschlief. Warum konnte sie nicht einfach nur bei ihm sein? Warum verhinderten die Götter das immer wieder. Was hatten sie nur getan, um sie so gegen sich aufzubringen?

Auch Vilkas war alles andere als glücklich. Aber wer weiß was passieren würde, wenn sie blieb? Würde man auf andere Art versuchen, sie dazu zu bringen nach Winterfeste zu kommen? Es waren Magier. Und auch wenn sie ihm das Leben gerettet hatten, hatte er weiterhin kein gutes Gefühl sich mit ihnen einzulassen. Und man sollte sie niemals verärgern. Also gab es keine andere Möglichkeit. Akkirah musste gehen. Aber sie würde Farkas an der Seite haben. Und er würde schon auf sie aufpassen. Dessen war sich Vilkas sicher. Allerdings versetzte ihn dieser Gedanke auch einen kleinen Stich im Herzen. Es dauerte noch eine Weile nachdem Akkirah in seinen Armen eingeschlafen war, bis auch er ins Reich der Träume entschwand.

Am nächsten Morgen ging dann alles recht fix. Dank der Vorbereitung von Farkas konnten sie gleich bei Morgengrauen aufbrechen. Frogar war traurig, das Akkirah schon wieder fort ging. Varis versprach Akkirah, sich gut um Vilkas zu kümmern. Nachdem sich Akkirah noch mal von Vilkas verabschiedet hatte, brachen sie auf zu den Ställen. Akkirah machte Fiinja fertig und Farkas würde den Wallach, den Skulvar ihnen zur Verfügung gestellt hatte, nehmen.

Frogar war mit ihnen runtergekommen und half beim Satteln der Pferde. Farkas wäre lieber mit der Kutsche gefahren, aber es war gerade keine da, die in die Richtung wollte. Und zu Pferd waren sie schneller. Akkirah nahm Frogar noch zum Abschied in die Arme, dann schwang sie sich in den Sattel. Sie wollte so schnell wie möglich los, um bald zurückkommen zu können. Farkas war etwas unsicher, als er auf sein Pferd stieg. Es war das erste Mal das er alleine auf einem Pferd saß. Bisher hatte er immer hinter Akkirah gesessen.

Akkirah ließ Fiinja ordentlich ausgreifen. Farkas Wallach hatte da teilweise Mühe hinterher zu kommen. So kamen sie recht schnell vorwärts. Sie versuchte die Pausen auf ein Minimum zu reduzieren, Trotzdem brauchten sie fast drei Tage um nach Winterfeste zu gelangen, wo sie am späten Nachmittag ankamen. Sie brachten die Pferde in den Stall beim Gasthaus und liefen dann gleich hinauf zur Akademie. Man erwartete sie schon. Savos Aren und Mirabelle standen in der Der halle der Elemente vor dem Raum, wo der merkwürdige Gegenstand, einer riesigen Kugel, den Akkirah mit gefunden hatte, aufbewahrt wurde. Der Zugang zu diesem Raum war durch eine magische Barriere versperrt. Sie erfuhren das Ancano, der Magier der Thalmor, den seine Leute als Berater an die Akademie geschickt hatten sich mit der Kugel, die als Auge von Magnus bezeichnet wurde Als Akkirah und Farkas eintrafen beschlossen Savos und Mirabelle, sich Zugang zu der halle zu verschaffen. Akkirah sollte sie dann hinein begleiten. Die beiden Magier mussten eine Grossteil ihrer Kraft aufwenden, um die Barriere zu zerstören. Im Inneren der Halle stand Ancano vor dem Auge von Magnus und war mit ihm durch von seinen Händen ausgehenden Blitzen verbunden. Als Savos versuchte Ancano von der Kugel zu trennen sprach dieser einen erneuten Zauber aus und alles um Akkirah herum verschwamm und sie wurde bewusstlos.

Als sie wieder zu sich kam, saß sie neben Mirabelle, die an einer der Säulen der Halle lehnte. Farkas kniete neben den beiden. Er sah sie besorgt an. Akkirah schüttelte den Kopf. "Mir geht es gut." Er nickte erleichtert. In der Mitte der Halle um die Kugel und um Ancano herum hatte sich eine neue Schutzwand gebildet, die man nicht durchdringen konnte. Von Savos war nichts zu sehen. Mirabelle die sehr schwach war, bat Akkirah nach Savos zu suchen. Er war verschwunden nachdem Ancano die neue Barriere erschaffen hatte. Akkirah stand auf und ging gemeinsam mit Farkas hinaus. Draußen fanden sie den Grossteil der anderen Magier und Novizen versammelt. Sie standen um die Leiche von Savos Aren, den Erzmagier herum. Niemand wusste wie er hierher gekommen war. Aber alle waren geschockt, das er nun Tod hier lag. Tolfdir, der als Lehrmeister der Novizen galt, sprach sie an. "Ihr müsst hinunter in die Stadt. Irgendwas Schlimmes geht da unten vor." Akkirah nickte nur. Sie sagte ihm noch, dass Mirabelle noch schwer angeschlagen in der Halle der Elemente liegen würde, dann machte sie sich mit Farkas und zwei der anderen Magier auf den Weg in die Stadt.

Sie hatte Angst vor dem was sie da erwarten würde. Magie war auch nichts, mit dem sie gerne umgehen wollte. Sie konnte Vilkas Abneigung dagegen vollkommen verstehen. Kaum hatten sie die Stadt betreten, da sahen sie auch schon die leuchtenden Wesen, die durch die glücklicherweise leeren Strassen flogen. Während Faralda und Arniel Gane ihnen mit Magie zu Leibe rückten, zogen Akkirah und Farkas ihre Schwerter. Die beiden kämpften Rücken an Rücken, so dass die bösartigen magischen Wesen keine richtige Chance hatten, ihnen zu Nahe zu kommen. Der Kampf dauerte mehr als eine Stunde und als alle Wesen vernichtet waren, waren auch Akkirah und Farkas fast am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem begleiteten sie die beiden Magier wieder hinauf zur Akademie. Akkirah glaubte nicht, das es damit zu Ende war. Sie wollte daher mit Mirabelle sprechen, die die Stellvertreterin des Erzmagiers war.

Akkirah und Farkas fanden Mirabelle in der Halle der Elemente. Sie beobachtete das Treiben von Ancano. Als sich Akkirah näherte drehte sie sich zu ihr um. "Ihr müsst den Stab des Magnus finden. Nur mit seiner Hilfe können wir Ancano Einhalt gebieten."
"Bei Talos, ich hätte gleich nach Labyrinthion gehen sollen, um den Stab zu holen."
"Labyrinthion? Der Stab ist in Labyrinthion? Daher also…"
"Was meint ihr damit?"
"Vor einigen Tagen gab mir Savos etwas, das aus Labyrinthion stammt. Er sagte zu mir: 'Wenn die Zeit gekommen ist, werdet ihr wissen was ihr damit machen müsst'." Sie griff in einer Tasche ihrer Robe und holte ein Amulett hervor. "Hier nehmt es. Savos wollte das ihr es bekommt. Behaltet es als Andenken an ihn. Und nun solltet ihr euch unverzüglich auf die Suche nach dem Stab machen."
"Ihr werdet aber wohl nichts dagegen haben, wenn wir die Nacht erst mal im Gasthof verbringen", ließ sich plötzlich Farkas etwas ungehalten vernehmen. Ihr seht doch wie erschöpft Akkirah ist. So kann sie nicht aufbrechen."
"Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann ruht euch zuvor etwas aus." Sie drehte sich wieder um, damit sie Ancano beobachten konnte.

Akkirah und Farkas gingen hinunter in die Stadt. Auf dem Weg dort hin wurden sie nochmals von einer magischen Anomalie angegriffen. Aber ansonsten passierte nichts weiter. Sie nahmen sich zwei Zimmer. Bevor Akkirah schlafen ging schrieb sie noch eine Nachricht an Vilkas, die sie am nächsten Morgen gleich einem Kurier in die Hand drückte, der sie nach Jorrvaskr bringen sollte. Dann machten sich Akkirah und Farkas auf den Weg nach Labyrinthion. Es wurde wieder eine harte Tour, denn Akkirah versuchte so gut es ging, den direkten Weg nach Labyrinthion zu nehmen. Und dieser führte nicht über Strassen, sondern ging Querfeld ein über die Berge und durch die Wälder. Farkas hielt es fast für ein Wunder, als sie heil nach 2 Tagesitten die Stufen nach Labyrinthion erreichten. Er wäre am liebsten tot vom Pferd gefallen. Er war es immer noch nicht gewohnt, so lange im Sattel zu sitzen und nun taten ihm alle Knochen weh. Aber er wollte vor Akkirah keine Schwäche zeigen und biss die Zähne zusammen. 'Wie schaffte Vilkas es nur, mit ihr mitzuhalten', fragte er sich.

Vor dem Eingang von Labyrinthion wurde Akkirah plötzlich bleich und sackte fast in sich zusammen. Farkas wusste nicht was los war. Sie waren gerade von den Pferden abgestiegen. Er lief zu ihr rüber aber sie winkte ab. "Es geht schon wieder. Ich hatte nur eine kurze Vision von dem was vor langer Zeit hier passiert ist. Savos und fünf weitere Magier sind anscheinend schon mal hier eingedrungen. Warum konnte ich aber nicht erkennen."
"Seid ihr euch sicher, dass wir da nun rein müssen?" Farkas fühlte sich nicht sonderlich wohl.
"Ja". Und ohne zu zögern ging Akkirah auf die Tür zu und dann betraten beide Labyrinthion. Sie hatte gerade die erste Halle passiert, als Akkirah wieder eine Vision hatte. Wieder sah sie die Sechs Magier. Sie konnte aber kaum verstehen worüber sie sich unterhielten. Also gingen sie weiter bis sie zu einer Gittertür kamen, die sich mit einem Hebel kurzzeitig öffnen ließ bevor sie wieder zuging. Akkirah beschloss die Tür zu passieren während Farkas den Hebel betätigte. Er protestierte, aber Akkirah setzte sich am Ende durch.

Hinter dem Tor tauchten wie aus dem Nichts plötzlich diverse Skelettkrieger auf und das was nicht mal das Schlimmste. In der Mitte des Raumes erhob sie ein großer Skelettdrache. Akkirah zog diesmal gleich ihr Schwert. Mit ihrem Bogen würde sie gegen die übermacht der Gegner nicht weit kommen. Farkas stand auf der anderen Seite des Gitters musste verzweifelt mit ansehen, wie sich Akkirah der übermacht stellte. Aber seien Sorge war am Ende unbegründet. Akkirah schaffte es mit heiler Haut davon zu kommen, und die Skelette lagen in Einzelteile zerlegt um sie herum. Auf dieser Seite der Gittertür befand sich auch ein Hebel. Akkirah betätigte ihn und so konnte Farkas zu ihr kommen.

"Das nächste Mal lasst ihr mich gleich mit rein." sagte er nur etwas ungehalten.
"Ich versuche dran zu denken", kam von ihr nur. Dann setzte sie den Weg fort und Farkas blieb nichts anderes übrig, als ihr wieder zu folgen. Sie kamen zu einer Tür, die mit Eis bedeckt war. Farkas versuchte sie zu öffnen, und er hätte sich wohl schwer verletzt, als er die Tür berührte, wenn er keine Handschuhe getragen hätte, die ihn vor dem scharfen Eissplittern schützen. "Hier kommen wir nicht weiter."

Akkirah sah sich weiter um. Und wieder sah sie plötzlich was vor Jahren passiert sein musste. Einer der Gruppe um Savos Aren war ums Leben gekommen und der Rest überlegte umzukehren. Aber dann wurde entschieden weiter zu gehen. Akkirah fand auf einem Sockel eine Zauberspruchrolle. Mit dieser konnte man angeblich ein magischen Feuer erzeugen, wenn man sie lauf vorlas. Solche Rollen konnte man ein einziges Mal verwenden, dann verloren sie die in ihnen befindliche Magie. Akkirah beschloss es zu versuchen. Sie ging zur Tür hinüber und bevor sie die Rolle laut vorlas, las sie sie mehrfach im Stillen, um ja keinen Fehler zu machen. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass es funktionieren würde. Aber das Eis wurde von dem magischen Feuer vernichtet und so konnte sie die Tür passieren. Diesmal hörte auch Farkas eine Stimme, die laut durch die Räume hallte. Sie schien laut mit Savos zu sprechen.

Akkirah und Farkas gingen weiter. Immer tiefer führte sie ihr Weg ins Innere von Labyrinthion. Mehrfach hatte Akkirah Visionen von der Expedition, bei der jedes Mal einer der Teilnehmer verschwand oder starb. Und immer wieder trafen sie auf Drauge, Skelettkrieger oder auch auf Trolle. Sie waren schon müde geworden, weil sie seit Stunden unterwegs waren. Akkirah wollte aber hier in diesem Grab keine Rast machen. An einer Stelle überkam sie wieder dieses Gefühl, als würde etwas Besitzt von ihr ergreifen oder in ihren Geist eindringen. Sie sah die runde Wand und wusste was passierte. ‚Vil', dachte sie ‚warum seid ihr nicht hier, um mich zu halten. Ich vermisse euch' Am liebsten hätte sie geweint. Farkas legte seinen Arm auf ihre Schulter. Sie beruhigte sich langsam wieder.

Dann endlich kamen sie dem Stab, wegen dem sie gekommen waren näher. Akkirah konnte seine Gegenwart fühlten. Sie konnte nicht sagen wieso, aber es war einfach so. Sie sahen zwei geisterhafte Magier, die eine Gestalt, die Akkirah für einen Drachenpriester hielt, mit ihren Zauberstäben in einem Bann gefangen hielten. Akkirah erkannte das es sich um Atmah und Hafnar aus der Expedition handelte. Aber wo war Savos? Er musste als letztes noch übrig geblieben sein. Der Drachenpriester schien den gesuchten Stab in seinem Besitz zu haben. Akkirah und Farkas hatten aber keine Möglichkeit, an ihn heran zu kommen, Also mussten sie zunächst versuchen, die beiden Geister zu beseitigen und dann hoffen, dass sie den Drachenpriester besiegen konnten. Farkas war mit dem Plan einverstanden. Akkirah gelang es mit ihrem Bogen die beiden Magier unbemerkt zu erledigen. Danach war es glücklicherweise nicht allzu schwer den Drachenpriester zu erwischen. Nun konnte sie endlich seinen Stab an sich nehmen. Akkirah war erleichtert. Nun konnten sie so schnell wie möglich zurück nach Winterfeste reiten. Doch bevor sie Labyrinthion verlassen sollten, trafen sie auf einen Freund von Ancano. Er schien geahnt zu haben, das Akkirah bis hierher vordringen könnte und hatte Estorm geschickt, um sie aufzuhalten. indem er sie töten sollte und dann den Stab in seinen Besitz brachte. Aber gegen Farkas und Akkirah hatte er keine Chance.

Nachdem sie die riesige Grabstätte verlassen hatten und zurück zu ihren Pferden gekehrt waren machten sie doch erst mal eine Pause. Es war eh dunkel und demzufolge viel zu gefährlich, um los zu reiten. Sobald es aber etwas heller wurde brachen sie auf. Wieder schonte Akkirah weder sich, noch die Pferde und so waren sie dann zwei Tage später zurück in Winterfeste. Von weiten sahen sie schon, das in der Akademie etwas nicht stimmte. Die magische Barriere, die Ancano erschaffen hatte, erstreckte sich nun um das komplette Gebäude der Akademie. Die Bewohner der Stadt waren darüber ziemlich beunruhigt, denn sie wussten nicht, was es bedeutete und die Magier verschwiegen auch den wahren Grund lieber. Akkirah und Farkas brachten die Pferde wieder in dem Stall des Gasthofs und liefen dann hoch zur Akademie. Tolfdir erwartete die beiden schon. "Habt ihr den Stab?" Akkirah nickte und zeigte ihn Tolfdir: "Wo ist Mirabelle?" Tolfdir senkte den Kopf. "Sie ist tot, sie hat es nicht geschafft raus zu kommen. Zuvor hat sie aber dafür gesorgt, dass alle anderen heil die Akademie verlassen konnten."

Akkirah senkte traurig den Kopf. Sie mochte die Magierin irgendwie. "Was machen wir nun?" "Gebt mir den Stab", bat Tolfdir." Denn ich vermute ihr wisst nicht wie man mit so einer Waffe umgeht." Akkirah schüttelte den Kopf. Tolfdir richtete den Stab auf die Barriere. Nachdem er mehrfach eine Art Energieball darauf abgefeuert hatte, verschwand diese. Nu konnten alle wieder die Akademie betreten. Nur Tolfdir, Akkirah und Farkas betraten die Halle der Elemente, in der sich immer noch Ancano mit dem Auge des Magnus aufhielt. Kaum waren sie an den Thalmor herangetreten, wirkte er einen Zauber, der zu mindestens Farkas außer Gefecht setzte. Ancano lies ein paar magische Anomalien erscheinen und versuchte dann Akkirah und Tolfdir zu töten, was sich als nicht so einfach herausstellte, wie er dachte. Das Auge des Magnus hatte sich zwischenzeitlich geöffnet. Sowohl Akkirah als auch Tolfdir bemerkten, dass solange das Auge offen war, Ancano keinen Schaden nahm. Also versuchte Tolfdir mit Hilfe des Stabes dafür zu sorgen, dass es sich wieder schloss, während Akkirah Ancano direkt Angriff. Mit so was hatte der Thalmor nicht gerechnet und nach kurzer Zeit gelang es Akkirah, ihn zu besiegen. Kaum war er Tod, schloss sich auch das Auge endgültig und Akkirah lief zu Farkas, der in sich zusammen gesunken auf dem Boden lag. Er kam langsam wieder zu sich, Akkirah war darüber sehr froh. Als er neben ihr stand und sie gemeinsam zu Tolfdir hinübergehen wollten, spürte Akkirah wieder diese bekannte kribbeln, das auftauchte, wenn sich der Psijic Mönche sehen ließ. Und tatsächlich, wie aus dem Nichts erschien Quarantir. Er gratulierte Akkirah zu der Bewältigung des Problems. Er und seine Gefährten hatten beschlossen, dass es zu Gefährlich war, das Auge des Magnus hier zu lassen. Daher wollten sie es an einen sicheren Ort bringen, den nur sie kannten. Wie aus dem Nichts erschienen noch zwei weitere Gestalten, die genau wie Quarantir gekleidet waren und dann verschwanden alle drei nach einer kurzen Zeremonie gemeinsam mit dem Auge.

Akkirah fragte nun Tolfdir: "War es das? Ist es hiermit beendet?" "Ich hoffe es zu mindestens", sagte der alte Magier. "Wir werden nun wohl erst mal einen neuen Erzmagier suchen müssen. Das wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Ihr seid aber jederzeit herzlich Willkommen die Akademie zu besuchen."
Akkirah bedankte sich bei dem alten Mann und dann verließen sie und Farkas so schnell es ging die Akademie. Sie bleiben über Nacht wieder im Gasthof und machten sich dann am nächsten Morgen früh auf den Weg zurück nach Weislauf.