065 Vorübergehender Aufenthalt in Weißlauf
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Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:26 Uhr

Akkirah war wie gewohnt sehr früh wach. Vilkas schlief noch tief und fest neben ihr. Sie richtete sich etwas auf und beobachtete ihn eine Weile einfach nur. Dann stand sie vorsichtig, ohne ihn zu wecken, auf, wusch sich und kleidete sich an. Es war sehr ruhig in Jorrvaskr. Sie ging die Treppe nach oben, nachdem sie sie Vilkas noch eine Kuss gegeben hatte. Er sollte sich ruhig noch etwas ausruhen. Oben war nur Farkas anzutreffen, der schon dabei war Wasser heiß zu machen. jetzt wo Tilma ausfiel, wechselten sich die Gefährten ab mit dem Frühstückvorbereitungen. Akkirah half Farkas den Tisch zu decken. Sie war gerade fertig, als Lana die Treppe herauf kam.

"Ich helfe euch", rief das Mädchen schon von weitem.
"Zu spät", lächelte Akkirah. "Aber ihr könnt schon mal nach Tilma schauen und fragen, was sie zum Frühstück möchte."

Das Mädchen nickte und ging zum Zimmer der alten Frau hinüber und klopfte vorsichtig an die Tür, bevor sie das Zimmer betrat. Akkirah begab sich erst mal wieder hinunter, um nach Vilkas zu schauen. Dieser war gerade dabei sich anzukleiden und saß auf der Bettkante, als sie kam. "Warum habt ihr mich nicht geweckt?" Akkirah ging zu ihm, setzte sich neben ihn aufs Bett und nahm ihn in die Arme. "Ihr habt so schön geschlafen, da konnte ich euch nicht wecken", lächelte sie. Er erwiderte wortlos ihre Umarmung und so saßen sie eine ganze Zeit da. Dann gingen sie langsam nach oben. Vilkas nahm nur den Stock, denn die Krücken hatte er am Vorabend oben gelassen. Als die zwei oben ankamen waren alle anderen Anwesenden schon am Tisch am Frühstücken. Nach dem Essen räumten Nerena und Lana alles ab und machten sich ans Abwaschen. Akkirah schickte Vilkas mit Farkas nach draußen um etwas spazieren zu gehen. Die beiden beschlossen, Eorlund oben in seiner Schmiede einen Besuch abzustatten. Akkirah suchte Tilma auf und setzte sich zu ihr.

"Wie fühlt ihr euch?" fragte die alte Dame sie. "Sollte ihr nicht bei Vilkas sein?"
"Mir geht es gut, danke", Akkirah lächelte. "Und Vilkas habe ich Spazierengehen mit Farkas losgeschickt."
"Mit euch hat Vilkas einen Glücksgriff getan, Kindchen. Ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell wieder auf die Beine kommen würde."
Akkirah wurde rot. "Komisch das sagen alle, dabei war es am Ende doch gar nicht so schwer. Wir haben jeden Tag etwas mehr getan. Allerdings glaube ich, das wichtigste war, das er den Kopf in Rifton frei hatte und nicht immer durch die anderen dran erinnert wurde, das er zurzeit halt nicht fähig ist mit ihnen mitzuhalten." Sie schwieg kurz. "Vielleicht würde euch ein Tapetenwechsel auch mal gut tun. Ihr habt Jorrvaskr nie verlassen. Warum besucht ihr nicht eure alte Freundin in Einsamkeit, sobald ihr wieder auf den Beinen seid?"

Kaum hatte Akkirah diesen Vorschlag gemacht bereute sie es fast wieder, denn Tilma brach daraufhin sofort in Tränen aus. Akki brauchte eine ganze Weile um die alte Frau wieder zu beruhigen.
"Tilma, was ist denn nur los, so beruhigt euch doch wieder."
"Was soll ich denn machen, wenn ich hier nicht mehr gebraucht werde? Ihr selbst wollt mich ja auch wegschicken. Ich bin halt alt und zu nichts mehr zu gebrauchen."
"Tilma, das ist doch großer Blödsinn. Niemand will euch wegschicken. Ihr gehört hierher und selbst wenn ihr möglicherweise nicht mehr alles arbeiten erledigen könnt, werdet ihr hier euer zu Hause haben. Ihr habt euch fast euer ganzes Leben um das Wohl der Gefährten gekümmert, da wird es nun halt andersrum und die Gefährten kümmern sich um euch. Der Vorschlag eine Freundin zu besuchen, habe ich nicht gemacht um euch loszuwerden, sondern weil ich glaubte, es würde euch bei euer Genesung gut tun mal etwas anderes zu sehen. Eine andere Umgebung ohne dass man die täglichen Pflichten vor sich sieht, kann manchmal Wunder wirken, wie ihr doch an Vilkas seht." Akkirah lächelte die alte Dame an.
"Und nun solltet ihr ein wenig schlafen. Wenn ihr möchtet schicke ich euch Lana vorbei, damit sie euch ein wenig vorlesen kann."
"Das wäre schön. Es ist ein liebes Mädchen, das ihr da gefunden habt."

Akkirah lächelte, dann stand sie auf und verließ das Zimmer. Sie suchte Lana und bat sie Tilma etwas Gesellschaft zu leisten, was das Mädchen gerne machte.
Akkirah begab sich anschließend nach draußen und setzte sich auf die Terrasse. Es war niemand anwesend. Vilkas und Farkas waren wohl noch oben bei Eorlund. Aela war unterwegs zum Jagen und Nerena kümmerte sich um den Haushalt. Akkirah fühlte sich irgendwie müde. Sie merkte nicht wie sich Vilkas und Farkas näherten.
Vilkas sah sie genau an.
"Ist alles in Ordnung mit euch, mein Herz? Ihr seht etwas abgespannt aus."
"Es ist alles in gut. Macht euch keine Sorgen. Wie geht es Eorlund?"
"Ihm geht es gut, aber ihr lenkt ab, mein Herz." Er sah sie besorgt an.
"Es ist wirklich alles in Ordnung, ihr müsst euch keine Sorgen machen, Vil."
"Das tue ich aber. Wenn Danica heute Nachmittag vorbeikommt um nach Tilma zu schauen, soll sie auch nach euch sehen. Bitte, mein Herz, tut mir diesen Gefallen."
"Ich verspreche es euch, Vil."

Die Zwillinge setzten sich zu ihr und so saßen sie dann bis zum Mittagessen draußen.
Danica kam kurz nach dem Essen. Nachdem sie nach Tilma geschaut hatte kam sie zu Akkirah. Sie konnte nichts Besonderes feststellen. Sie sollte sich nur ein wenig schonen und nicht so viele Gedanken über andere machen. Ansonsten sollte sie viel an der frischen Luft bleiben und sich bewegen. Auch Vilkas Bein schaute sich Danica noch mal an. Sie war sehr zufrieden mit dem was sie sah.

Als Akkirah nach dem Besuch von Danica nach Tilma schaute, schlief die alte Dame ruhig. Akkirah beschloss zu den Ställen hinunter zu gehen. Vilkas wollte sie begleiten. So gingen sie gemeinsam langsam hinunter. Akkirah stütze Vilkas ein wenig, der nur seinen Stock dabei hatte. An Carlottas Stand machten sie kurz halt und Akkirah wechselte ein paar Worte mit ihrer Freundin bevor sie weitergingen. Bei den Ställen angekommen setzte sich Vilkas auf einen großen Strohballen, während Akkirah sich um Fiinja kümmerte. Skulvar war mit Jorar zu den Außenkoppeln gegangen, um ihm dort alles zu zeigen. Lina, die Vilkas und Akkirah hatte kommen sehen, kam mit etwas zu trinken für die beiden aus dem Haus. Sie bleib nicht lange, denn sie wollte anfangen das Abendessen für ihre Männer vorzubereiten. Akkirah sah Vilkas an. Es war ja ansich noch früher Nachmittag:
"Was haltet ihr von einem Ausritt, Vil?"
"Wenn ihr es machen möchtet, dann sattelt Fiinja. Ich werde hier auf euch warten."
"Ich hatte eigentlich an einen gemeinsamen Ritt gedacht. Ihr könntet hier von dem Strohballen aus aufsteigen."
Vilkas nickte. "Dann los."

Akkirah machte die Stute fertig und dann half sie zunächst Vilkas in den Sattel und sie schwang sich hinter ihm aufs Pferd. Nachdem sie ein stück geritten waren, fiel ihr ein, dass sie ihren Bogen gar nicht dabei hatte. So bleiben sie auf der Hauptstrasse, denn da war es nahe der Stadt sicher, da die Wachen der Stadt bis zum nördlichen Wachturm patrouillierten. Beim Wachturm machten sie kurz halt. Vilkas spürte die nachdenkliche Stimmung seiner Frau hinter sich.
"Woran denkt ihr mein Herz?"
"Immer wenn ich hier am Wachturm bin, muß ich an den Drachen denken, den ich hier gemeinsam mit den Wachen getötet habe. Und daran, das hier die Entscheidung fiel zurück nach Jorrvaskr zu kehren. Es ist schon zwei Jahre her, aber mir kommt es vor als wäre es erst vor ein paar Tagen geschehen."

Da Vilkas sich schlecht im Sattel umdrehen konnte um Akkirah in den Arm zu nehmen legte er nur seine Hände auf die ihren, die ihn umschlungen hielten.
"Bereut ihr die Entscheidung?"
Akkirah legte ihren Kopf an Vilkas Schulter. "Nein, sonst wäre ich heute nicht gemeinsam mit euch hier."

Sie schwiegen einige Zeit. Dann machten sie sich auf den Rückweg. Als sie wieder in der Methalle ankamen, hatten Nerena und Lana schon das Abendessen fertig gemacht. Lana machte nicht den Eindruck, als würde es ihr hier nicht gefallen. Nach dem Essen schaute Akkirah noch mal kurz nach Tilma, die sich wieder aufsetzten durfte und unterhielt sich noch etwa mit ihr bevor sie sich zurück in ihre Gemächer zog, wo Vilkas schon auf sie wartet. Gemeinsam lasen sie noch ein wenig bevor sie sich schlafen begaben.

Am folgenden Morgen stand Akkirah wieder früh auf, nachdem sie wach wurde. Ohne Vilkas zu wecken stand sie auf und ging nach oben. Lana war auch schon in Gange. Auch das Mädchen war es gewohnt früh aufzustehen und machte sich nützlich indem sie anfing Wasser zu kochen.

"Wir bräuchten neue Vorräte", meinte Lana. Es ist nicht mehr viel Mehl zum Backen da. Auch Gemüse könnte man etwas mehr gebrauchen." Akkirah nickte. "Lasst uns nach dem Frühstück zu Charlotta hinunter gehen und eine Bestellung aufgeben. So lernt ihr sie dann auch gleich mal kennen. Sie hat übrigens eine Tochter in eurem Alter, die ihr am Stand hilft."

Das Mädchen nickte. Dann machten sich die beiden daran das Frühstück für alle vorzubereiten. Lana nahm, als die Vorbereitungen fertig waren ein Tablett und ging damit zu Tilma. Akkirah lächelte. Tilma und das Mädchen schienen gut miteinander klar zu kommen. Das freute Akkirah sehr, denn es nahm ihr eine Sorge ab. Langsam kamen auch die anderen Gefährten aus ihren Zimmern hoch, genauso wie Vignar und Brill.

Nach dem Frühstück ging Akkirah gemeinsam mit Lana zum Markt hinunter. Vilkas hatte beschlossen, das er nachdem er ein paar Runden um die Methalle gedreht hatte, etwas mit dem Bogen üben würde. Er hoffte, dass er bald auch wider ein Schwert in die Hände nehmen konnte. Akkirah gab Vilkas einen Kuss bevor sie hinunter ging. Farkas begleitete seinen Bruder in den Hof. Charlotta freute sich Akkirah zu sehen und begrüßte auch Lana herzlich. Mila war damit beschäftig die neu eingetroffene Waren in die Auslage zu legen. Lana fragte ob sie helfen könne und so machten sich beide Mädchen an die Arbeit. Charlotta und Akkirah beschlossen sich etwas abseits, so das sie den stand aber im Blick hatten hinzusetzen und sich etwas zu unterhalten.
"Mila ist groß geworden in den letzten zwei Jahren. Bei Talos, wie die Zeit doch vergeht."
"Ja, da habt ihr recht", antwortete Charlotta. "Sie ist nun fast 13. und sie ist das wichtigste für mich in meinem Leben." Akkirah lächelte. "Nun mal schauen wer bei mir wichtiger werden wird, das Kind das ich bekommen werde oder Vilkas. Irgendwie habe ich etwas Angst vor der Zukunft."
"Ihr bekommt ein Kind? Man sieht es euch bisher noch nicht an, meine liebe Freundin." Es ist auch noch ein paar Monate hin, bis es soweit ist. Ich hoffe nur ich werde alles richtig machen."
"Ihr schafft das schon, da bin ich mir sicher. ich freue mich jedenfalls sehr für euch. Und ihr habt ja auch das Glück einen Mann an der Seite zu haben der Euch liebt und alles für euch und das Kind tun wird."
Ein leicht trauriger Schatten zog über Charlottas Gesicht. "Ich wünschte mein Merron würde auch noch leben."
"Ihr habt nie etwas über ihn erzählt." Sagte Akkirah vorsichtig.
"Nun, es fällt mir immer noch schwer an ihn zu denken ohne traurig zu werden. Er war ein guter Mann." Mehr sagte sie nicht und Akkirah hakte auch nicht weiter nach.

In ihre Unterhaltung vertieft, hatten die beiden Frauen nicht mitbekommen, das Farkas an den Stand gekommen war.
"Hallo, meine beiden Hübschen, was macht ihr denn alleine hier? Wo habt ihr Charlotta und Akkirah gelassen?"
"Mutter ist mit Akkirah da drüben, wo sie sich hingesetzt haben." antwortet Mila lachend.
"Danke, dann will ich euch auch nicht weiter von eurer Arbeit abhalten." Das tut ihr doch nicht. Aber vielleicht könntet ihr kurz mit anpacken und die Kiste mit den Äpfeln hochheben? Sie ist recht schwer für uns."
"Kein Problem. Wo wollt ihr sie hinhaben?"
"Bitte dorthin." Mila zeigte es ihm und Farkas stellte die Kiste die für ihn kein gewicht zu haben schien an dem gewünschten Platz ab."

Mila und Lana bedankten sich bei Farkas und packten dann weiter, während er sich zu den beiden Frauen hinüber begab.
"Vilkas sagte, ich sollte mal schauen, ob ich von den Vorräten die ihr bestellt habt, schon was mit nach oben bringen kann."
"Tut mir leid, aber die Menge, die Akki haben möchte, habe ich gerade nicht vorrätig und werde sie morgen früh bekommen. Daher ist es wohl am besten morgen wieder zu kommen."
"Und das bisschen für heute können wir auch selbst tragen", meinte Akkirah
"Ihr solltet euch schonen und nichts tragen."
Akki seufzte, sagte aber nichts. Es würde doch nichts bringen und Charlotta musste lachen.
"Habe ich etwas Falsches gesagt?" Farkas war etwas verwirrt. Darüber musste nun auch Akkirah lachen. "Nein, es ist alles in Ordnung, außer, das ich nicht krank und gebrechlich bin und nicht mit Samthandschuhen angefasst werden muss."
Da begriff Farkas. "Nun gewöhnt euch dran, ich mache mir genauso viel Sorgen um eure Gesundheit wie Vilkas. Schließlich seid ihr meine Schwägerin. Nun ich gehe dann wieder nach oben. Wir sehen uns später."
Als er weg war seufzte Akkirah noch mal. "Wie soll das erst werden, wenn ich ein paar Monate weiter bin?"
"Freut euch doch, dass sich alle um euch kümmern."
"Tut ich ja auch irgendwo, aber trotzdem fühle ich mich dadurch etwas bevormundet."
"Das wird schon. nun kommt, wir sollten die Mädchen erlösen."

Akkirah lächelte und folgte Charlotta zurück zum Stand. Charlotta packte die zutaten, die Akkirah heute schon haben wollte in den Korb und reichte ihn ihrer Freundin rüber. Bezahlen könnt ihr morgen, wenn ihr den Rest abholt.

Akkirah bedankte sich und machte sich dann mit Lana wieder auf den Weg nach oben. Der Rest des Tages verlief recht gemütlich. Am Nachmittag, nachdem Akki eine zeitlang bei Tilma gesessen hatte und danach sich über die Auftragsbücher gesetzt hatte, ging sie Mit Vilkas wieder hinunter zu den Ställen um etwas auszureiten.

Am nächsten Morgen stand Akkirah wieder recht früh auch und ging als erstes hinunter zu den Ställen, weil sie sich selbst um Fiinja kümmern wollte. Als sie wieder zurück nach Jorrvaskr ging, traf sie Farkas gemeinsam mit Brill am Stand von Charlotta, wo sie dabei waren die bestellten Waren zu stapeln, um sie nach oben zu tragen. Sie hört die drei schon von weitem lachen. "Kann ich euch helfen?" rief Akkirah als sie näher kam. Und sie bekam eine einheitliches nein von den dreien zu hören. Akki seufzte und dann lachten sie alle. Akkirah beschloss noch schnell bevor sie hoch ging, bei Acadia vorbei zu schauen. Heute Morgen war ihr leicht übel beim aufstehen gewesen. Daher hatte sie beschlossen, das es nicht schaden könne, wieder abends den Tee, der ihr beim letzten mal schon geholfen hatte wieder anzumischen. Allerdings fehlten ihr einige der Zutaten.

Als Acadia hörte das Akki wieder in anderen umständen war, freute sie sich sehr. Akkirah versprach am Abend vorbei zu schauen, um in Ruhe etwas mit ihrer Freundin plaudern zu können. Nun musste sie sich beeilen um nicht allzu spät zum Frühstück zu erscheinen. Die anderen mussten ja schon längst wieder oben sein, trotz der Ladung an Vorräten. Vilkas war schon etwas unruhig geworden, als Akkirah nicht sofort zurückkam. Und das sie Acadias laden aufsuchte, wie ihm Farkas mitgeteilt hatte, trug auch nicht dazu bei, das er ruhig blieb.

Besorgt sah er seine Frau an, als sie sich zu ihm setzte.
"Ist alles in Ordnung mit euch, mein Herz?" fragte er sie besorgt. Sie gab ihm einen Kuss zur Beruhigung. "Es ist nichts, mein Liebster. Nur halt die morgendliche Übelkeit, die ich schon beim ersten Mal hatte. Daher habe ich mir ein paar Kräuter für einen Tee geholt."
Erleichtert legte Vilkas seinen Arm um sie. Nach dem Essen suchten Vilkas und Akkirah gemeinsam Tilma auf um, zu schauen wie es ihr ging. Langsam fing sie an sich damit abzufinden, das sie nichts tun konnte. Sie hatte sich ein paar Bücher geben lassen und las viel. Wann immer Zeit war setzte sich Lana zu ihr. Das Mädchen hatte die alte Dame schnell ins Herz geschlossen und sah in ihr etwas wie eine Großmutter. Abends kam Jorar nach getaner Arbeit vorbei und dann leisteten sie gemeinsam Tilma Gesellschaft.

Damit schien alles soweit in Ordnung zu sein. Und Akkirah und Vilkas beschlossen, in drei Tagen wieder zurück nach Rifton zu reisen. Vilkas hatte selbst erkannt, das er dort bessere Fortschritte machte, als hier, wo irgendwie immer Ablenkung da war und halt nicht die Möglichkeit da war, sich durch schwimmen oder rudern die Muskel schneller wieder aufzubauen. Akkirah war froh, das Vilkas es von sich aus sagte. Bis zum Nachmittag verbrachten Akkirah und Vilkas die Zeit gemeinsam mit Farkas, indem sie entweder etwas spazieren gingen oder Bogenübungen machten. Am Abend besuchte Akkirah Acadia, so wie sie es versprochen hatte.

Als sie ihre Freundin wieder verließ traf sie auf Charlotta, die mit Mila heute in der beflaggten Mähre zum Essen waren, wie sie es oft taten, wenn Charlotta nach der Arbeit zu müde war, um sich noch selbst ans Kochen zu machen. Sie wirkte genervt und verärgert. Mila war schon etwas früher gegangen.

"Was ist los mit euch, Charlotta. Ihr wirkt ziemlich verärgert."
"Man kann nicht mal mehr in Ruhe nach dem Essen etwas in der Taverne sitzen, seit diese neue Barde da ist. Ständig belästigt er mich und denkt, dass ich ihm wie die meisten anderen Frauen zu Füssen liegen muß. Ich habe ihm mehr als einmal gesagt er möge mich in Ruhe lassen und das er mich nicht interessiert, aber er will es einfach nicht begreifen. Ich möchte natürlich auch keine großes aufsehen machen. Wahrscheinlich würde ihn das nur noch mehr anstacheln, weiterzumachen."
"Hmm. Ich habe eine Idee. Lasst uns Morgenmittag gemeinsam in die beflaggte Mähre zum Essen gehen. Mal schauen ob er auch die Klappe aufmacht, wenn ihr nicht alleine seid."
"Danke, aber meint ihr das wird was nützen?"
"Lasst mich nur machen. Wir sehen uns morgen Mittag, jetzt muß ich hoch sonst fängt Vilkas nur an sich Sorgen zu machen wo ich bleibe."
Charlotta nickte und dann verabschiedeten die beiden Frauen sich voneinander.

Vilkas lag schon im bett als Akkirah das Gemach betrat. Schnell kleidete sie sich aus und legte sich zu ihm. "Wie fühlt ihr euch, mein Herz?" Akkirah schmiegte sich an ihn "Mir und auch unserem Würmchen in mir geht es gut. Besonders wenn wir bei euch sind." Es dauerte nicht lange und beide schliefen Arm in Arm fest ein.

Bevor Akkirah am folgenden Tag zu Mittag in die beflaggte Mähre ging hatte sie Vilkas erzählt, warum sie dort mit Charlotta essen wollte. Vilkas wollte sie erst nicht gehen lassen, aber sie versicherte ihm es würde schon nichts passieren. Er bräuchte sich keine Sorgen machen und sie auch nicht begleiten, was er am liebsten getan hätte. Akkirah hatte ihm gesagt, dass sie zur Sicherheit Farkas und Athis, der wieder zurück war gebeten hatte, sich in ihrer Nähe zu hinzusetzen. Vilkas war halbwegs beruhigt und ließ sie gehen.

Als Akkirah Farkas gebeten hatte auf sie und Charlotta aus einer gewissen Entfernung aufzupassen, war sie erstaunt wie wütend er geworden, war, als sie den Grund nannte. Am Liebsten wäre er sofort in die Beflaggte Mähre gelaufen um Mikael, den Barden ordentlich zu verprügeln. War es wirklich eine gute Idee Farkas mitzunehmen? Hätte sie lieber Varis bitten sollen? Manchmal schoss Farkas ja gerne übers Ziel hinaus. Nun war es zu spät.

Akkirah holte Charlotta zu Mittag ab und gemeinsam gingen sie in die beflaggte Mähre. Zu Mittag war es dort nie sonderlich voll, denn die meisten kamen erst Abends zum Essen, wenn sie ihr Tagewerk getan hatten.

Farkas und Athis waren schon da, als Akkirah und Charlotta die Taverne betraten. Athis war öfters mal hier, daher viel es nicht sonderlich auf, das er hier saß. Das Farkas ihn begleitet hat, war zwar etwas ungewöhnlich, aber niemand wunderte sich wirklich drüber. Als die beiden Frauen eintraten grüßten sie die Gefährten, setzten sich aber nicht zu ihnen, sondern nahmen ein paar Tische weiter Platz. Da Akkirah schon lange nicht mehr da war, kannte der Barde sie nicht und hielt sie wohl für eine einfache Jägerin, denn sie trug eine einfache Lederrüstung, statt ihrer Wolfsrüstung.

Als der Barde eine Pause mit seinen Darbietungen machte, kam er zum Tisch der Frauen und setzte sich einfach zu ihnen. "heute scheint mein Glückstag zu sein, gleich zwei schöne Frauen an einem Tisch und das ganz alleine. Charlotta, wollt ihr mich nicht vorstellen?"
Bevor sie antworten konnte kam ihr Akkirah zuvor: "Ich kann mich nicht daran erinnern das eine von uns euch gebeten hat, sich zu uns zu setzen. Und da es recht leer ist sind genügend andere Tische frei, an denen ihr es euch gemütlich machen könnt."
"Ihr gefallt mir. Warum begleitet ihr mich nicht einfach auf mein Zimmer und wir können dort unsere Unterhaltung fortführen?"
Er sah zu Charlotta hinüber. "Ihr seid natürlich auch herzlich eingeladen mitzukommen, zu dritt macht es doch bestimmt noch viel mehr spaß."
"Danke wir verzichten darauf und ich bitte euch noch mal zu gehen."
"Warum so abweisend, mein Täubchen? Ein wenig spaß hat doch noch niemanden geschadet."
Akkirah hob ihre Hand an der ihr Ehering funkelte.
"Nun das mag ein Grund für die Ablehnung sein, aber doch kein Hindernis."

Er wollte Akkirahs Hand ergreifen, als plötzlich ein großer Schatten auf ihn fiel. Farkas war aufgestanden und zu ihnen an den Tisch gekommen.
"Belästigt euch dieser Kerl, meine Damen?" fragte er leise. Charlotta sah Farkas dankbar lächelnd an. "Ja, das tut er."
Der Barde sah Farkas unerschrocken an. "Ich war zuerst hier, diese Damen stehen unter meinem Schutz, ihr seid hier überflüssig."

Vollkommen überraschend ergriff Mikael einen Stuhl und schlug ihn Farkas über den Schädel. Mit so einer schnellen Bewegung hat niemand gerechnet, auch Farkas nicht und er schaffte es nicht rechtzeitig auszuweichen und sackte erst kurz zusammen bevor er sch wieder fing. Das nutzte der Barde aus um Farkas noch einen Hieb zu verpassen, der ihn weiter zurücktaumeln ließ. Charlotta und Akkirah waren von ihren Stühlen aufgesprungen. Akkirah wollte sich auf den Barden stürzen, aber ihre Freundin hielt sie zurück. "Nicht, denkt an euer Kind." Akkirah hielt inne, denn sie wusste das Charlotta recht hatte.

In der Zwischenzeit war auch Athis aufgesprungen und griff nun Mikael an. Dieser ließ erst mal von Farkas ab den er mit weitern Schlägen komplett zu Boden bringen sollte, was ihm bisher noch nicht ganz gelungen war. Während er sich auf Athis konzentrierte rappelte sich Farkas mit Hilfe von Akkirah wieder auf. Er kochte vor Wut und aus der Platzwunde die ihn der Hieb mit dem Stuhl beigebracht hatte, blutete er heftig was ihn noch wilder und gefährlicher aussehen ließ. Das war ihm schon lange nicht mehr passiert, dass er so überrumpelt wurde und dabei fast zu Boden ging.

"Geht zur Seite Schwester. Ich möchte nicht das euch etwas passiert." Dann ging er wie ein wilder Bulle auf den Barden los, der in der Zwischenzeit Athis, der nie ein sonderlich guter Faustkämpfer war, zu Boden geschlagen hatte. Farkas rammte Mikael seinen Kopf in die Magengegend und stieß ihn so von Athis fort, gehen einen Tisch, der umstürzte. Mikael bleib kurz die Luft weg, ging aber nicht zu Boden, wie Farkas gehofft hatte, sondern schlug gleich wieder auf Farkas ein. Dieser versuchte den schnellen Schlägen auszuweichen, was ihm nur teilweise gelang und versuchte seinerseits seinen Gegner kräftige Hiebe zu verpassen.

Akkirah hatte sich zu dem am Boden liegenden Athis gekniet, um zu schauen, ob er schlimmeres abbekommen hatte. Er verneinte das und versuchte aufzustehen um sich an die Seite zu begeben. Akki half ihm auf die Beine. Kaum standen sie als Akkirah von Mikael, der einem Schlag von Farkas auswich zurückgestoßen wurde und rückwärts über einen umgestürzten Stuhl stolperte. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel rückwärts hin und schlug sich den Kopf an der Schläfe an einem Tischbein an.

‚Verdammt, heute geht aber auch alles schief', dachte Akki nur. Athis stellte sich schützen vor sie. Akkirah rollte vorsichtig unter den Tisch. Hier sollte ihr eigentlich nichts weiter passieren. Die beiden Kämpfenden waren recht ebenbürtige Gegner musste Akkirah feststellen. Der Kampf wogte noch einige Zeit hin und her und es gingen diverse Stühle zu Bruch, die den Kämpfenden im Weg standen. Aber nach einer Weile zeigte sich das Farkas die bessere Kondition hatte und die Oberhand gewann. Mit einem letzten Schlaghagel brachte er Mikael zu Boden, wo er ihn liegen ließ. Dieser gab sich schmerzerfüllt geschlagen. Akkirah kam unter dem Tisch hervor gekrochen, als alles vorbei war. Athis half ihr auf die Beine. Hulda, die Wirtin, die nur kopfschüttelnd dagestanden hatte, fing nun an zu schimpfen und fragte, wer für den Schaden aufkommen würde.

"Mikael soll dafür geradestehen", meinet Akkirah, "er hat angefangen uns zu belästigen und hat Farkas angegriffen."

Farkas hatte sich in der Zwischenzeit auf einen Stuhl niedergelassen. Ihm war etwas schwindelig. Charlotta hatte aus der Küche ein paar saubere Tücher und eine Schale Wasser geholt und angefangen Farkas ganz behutsam das Blut von seiner Wunde und dem Gesicht abzuwaschen. Akkirah staunte, das er sich das ohne Murren gefallen ließ. Wenn sie gemeinsam unterwegs waren und mal was passiert war führte er sich immer wie ein kleines Kind auf, das nicht angefasst werden wollte, wenn sie oder Vilkas ihn verarzten wollten. Sollte sich da etwas zwischen den beiden anbahnen?"

Zwischenzeitlich war auch Mikael wieder auf den Beinen und wurde von Hulda zur Kasse gebeten. Akkirah trat zu ihm und gab ihm zu verstehen, dass er sich wohl lieber eine andere Arbeitsstelle suchen sollte und auch zukünftig die Finger von Frauen lassen sollte, die nichts von ihm wissen wollte. Er nickte nur. Dann verzog er sich in sein Zimmer, und ließ sich nicht mehr blicken. Akkirah erfuhr später das er am nächsten Morgen die Stadt verlassen hatte. Akkirah griff Athis am Arm, "Lasst uns gehen, wir werden hier nicht mehr gebraucht." Athis wollte noch etwas sagen, aber Akkirah war schon losgegangen. Im flotten schritt lief Akkirah hoch nach Jorrvaskr. Als sie die Methalle betrat und Vilkas, der an der großen Tafel über ein Buch gebeugt sie kommen sah, sprang er entsetzt auf und lief ihr ohne daran zu denken das er sein Bein noch schonen sollte auf sie zu. Akkirah genauso entsetzt, als sie das bemerkte lief ihm entgegen. "Mein Herz, was ist passiert", rief Vilkas vor Angst, als er sie erreichte und in die Arme genommen hatte. Die Platzwunde an der Schläfe hatte recht heftig geblutet, was Akkirah kaum aufgefallen war. Athis wollte sie unten noch drauf aufmerksam machen, das es ratsam war sich erst mal zu waschen, aber sie war ja gleich losgetobt.

"Es ist nichts wildes mein Liebster, habe mir nur den Kopf an einem Tisch gestoßen, mehr nicht." Sie küsste ihn. "Ich lasse euch nie wieder alleine irgendwo hingehen." Akkirah sagte nichts.

"Wo ist Farkas? Warum ist er nicht mit euch zurückgekommen?" fragte Vilkas nach einer Weile.
"Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Er hat ein paar Schläge einstecken müssen, und sieht etwas angeschlagen aus, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wird sicherlich bald nachkommen."

Vilkas hielt Akkirah fest in den Arm. Wenn sie sagte, seinem Bruder würde es gut gehen, dann brauchte er sich keine Sorgen machen. Dann bat er sie ihn nach unten zu begleiten damit sie sich sauber machen konnte. Akkirah nickte und dann gingen sie nach unten. Athis hatte Vilkas seinen Stock geholt, den er ja noch brauchte. In ihrem Zimmer machte sich Vilkas daran, die Wunde von Akkirah auszuwaschen und etwas von der Heilsalbe, die sie im Nachtschrank liegen hatte draufzuschmieren. Als er fertig war legten sie sich gemeinsam hin und Akkirah döste in Vilkas Arm ein. Er selbst blieb wach und strich ihr immer wieder sanft übers Haar.

Als es Zeit fürs Abendessen wurde begaben sich die beiden wieder nach oben. Farkas war in der Zwischenzeit auch wieder da. Sein Gesicht sah etwas geschwollen aus, aber ansonsten war er extrem gut gelaunt.

Als Akkirah am nächsten Morgen früh aufstand, tat Vilkas es ihr nach. Akkirah sah ihn staunend an. "ich sagte doch ich lasse euch nirgends mehr alleine hin. Akkirah schlang ihre Arme um seinen Hals. "Ihr könnt mich doch nicht auf Schritt und Tritt bewachen, mein wachsamer Wolf."
"Mag sein, aber zum Stall kann ich euch begleiten und das werde ich auch tun. Außerdem wollte Farkas heute mit Varis unterwegs und ich würde mich unten am Stall gerne von ihm verabschieden, bevor die beiden nach Einsamkeit aufbrechen."
Akkirah küsste Vilkas. "Dann lass uns gehen."

Farkas und Varis waren schon abmarschbereit, als Akki und Vilkas die Methalle betraten. Gemeinsam gingen die vier los. Lana hatte für die beiden zwei große Proviantpäckchen fertig gemacht, damit sie unterwegs nicht jagen mussten. Als sie am Marktplatz ankamen, war Charlotta schon dabei ihren stand vorzubereiten. Sie winkte den vieren zu. Akkirah sah, das Sie etwas Wehmütig dreinblickte. Daraufhin beschloss sie, kurz halt zu machen. Sie löste sich aus Vilkas Arm. "Ich komme gleich nach, geht ruhig schon voraus." Hin und her gerissen ließ Vilkas sie dann zurück.

"Guten Morgen, liebe Freundin. Ihr seht etwas traurig aus."
"Das wirkt nur so. ich bin wohl nur etwas müde."
"Es sah eher danach aus, als würdet ihr traurig sein, das Farkas fortgeht."
"Ist es so offensichtlich?"
"Wenn man es ahnt ja, ansonsten nein. Macht euch keine Sorgen um ihn. Er kann gut auf sich aufpassen. So nun muß ich aber schnell hinterher, ansonsten macht sich Vilkas nur wieder Sorgen um mich."

Dann lief sie geschwind den anderen hinterher und holte sie noch vor dem Stadttor wieder ein. Während Akkirah sich um Fiinja kümmerte, machten Varis und Farkas zwei Pferde fertig, mit denen sie nach Einsamkeit reisen würde. Nun wo Farkas seien Angst vor Pferden überwunden hatte, konnte sie endlich so Reisen und waren nicht mehr auf Kutschen angewiesen oder mussten zu Fuß gehen. Akkirah und Vilkas verabschiedeten sich von den beiden herzlich, denn es würde einige Zeit dauern bevor sie sich wieder sehen würden, da Vilkas und Akkirah am folgenden Tag nach Rifton aufbrechen wollten.

Den Rest des Tages verbrachten die beiden oben in der Methalle. Akkirah wollte eigentlich noch mal hinunter zu Charlotta, aber es fand sich keine Gelegenheit. Am nächsten Morgen brachen Akkirah und Vilkas dann wieder nach Rifton auf.