067 Der Weg nach Hoch-Rothgar
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Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:27 Uhr

Akkirah und Vilkas ließen sich Zeit, bei ihren Vorbereitungen zum Aufbruch zu den Graubärten. Nach dem Unfall mit Grelot, war Vilkas die erste Zeit weiterhin sehr verschlossen und erst nach und nach schien er darüber hinweg zu kommen. Die beiden ließen sich selten in der Stadt sehen und gingen meist nur früh morgens zum einkaufen. Ansonsten waren sie die meiste Zeit am See, wo sie viel schwammen oder auch einfach lange Spaziergänge machten. Fiinja trottet bei den Spaziergängen meist hinter den beiden her.

Akkirah hatten einen Brief nach Jorrvaskr geschickt, um den anderen mitzuteilen, das sie zum Hals der Welt aufbrechen würden und sie nicht wussten wie lange sie dort bleiben würden. Dass sie danach zurück nach Weißlauf gehen wollten, hatte sie nicht gesagt, sie wollten die anderen damit dann überraschen. Je näher der Tag ihrer Abreise kam, desto stiller wurde diesmal Akkirah. Sie hatte Angst vor dem was sie erfahren würde. Nun versuchte Vilkas sie abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen, was wiederum ihm selbst half, über seine eigenen Probleme hinwegzusehen.

Am Abend vor ihrer Abreise besuchten se noch mal ihre Freunde in der Diebesgilde. Diese freuten sich alle Akkirah noch mal vor ihrer Abreise zu sehen, denn sie wussten, es würde wohl sehr lange dauern, sie wieder zu sehen. Bryn begleitet sie in der Nacht durch den Geheimgang hinaus. Draußen verabschiedete er sich dann von Akkirah und Vilkas.

"Passt weiterhin gut auf das Mädchen und ihren Nachwuchs auf. Vielleicht schaffe ich es ja auch mal nach Weißlauf zu kommen und euch dort zu besuchen."
"Wir würden uns freuen, wenn ihr das macht, Bryn."

Vilkas umarmte seinen Freund zum Abschied und auch Akkirah nahm Brynjolf schweigend in die Arme. Dann gingen sie heim und legten sich auch gleich schlafen. Die Vorbereitungen waren alle soweit abgeschlossen. Drifa würde wie auch sonst immer mal nach dem rechten schauen. So brachen sie dann ohne Hetze gemütlich nach dem Frühstück auf. Sie würden gut Eineinhalb Tage bis Ivarstatt brauchen. Auf halber Strecke wollten sie bei der Kernholzmühle am See die Nacht verbringen. Den Weg um Rifton herum bis zum Südtor wollten sie zu Fuß gehen, danach würden sie auf Fiinja reiten.

Sie waren gerade auf Höhe des versperrten Osttores, als sie ein Winseln hörten. Fiinja, die hinter ihnen gemächlich immer mal ein paar Grashalme zupfend, ging, schaute ohne großartige Furcht zu zeigen, auf das Gebüsch, aus das man die Laute hörte. Akkirah nahm ihren Bogen schussbereit in die hand und schlich zum dem Gestrüpp. "Nein, Akki, Geht nicht dorthin", vernahm sie ängstlich flüsternd Vilkas. Aber ihre Neugierde war einfach größer.

Vilkas war dicht hinter ihr mit seinem gezogenen Zweihänder, jeder zeit bereit sofort zuzuschlagen.
In dem Gebüsch fanden sie einen großen grauen struppigen Hund, der mit einer Pfote in eine Bärenfalle geraten war, die irgendein Jäger am Wegesrand vor langer Zeit aufgestellt hatte und dann wohl vergessen hatte. Dadurch dass Die Falle recht rostig war, war sie nicht komplett zugeschnappt. Ansonsten hätte sie wohl die Dünnen Knochen des Tieres zerschmettert. Trotz Protest von Vilkas ging Akkirah langsam auf den Hund zu. Sie redet dabei die ganze zeit beruhigend auf ihn ein. Das Tier spürte, dass sie ihm nichts tun wollte und verhielt sich ruhig, als Akkirah sich daran machte, die Falle zu öffnen. Nachdem sie das geschafft hatte, tastet sie vorsichtig das Bein des Tieres ab. Es war nichts gebrochen.

"Es ist besser, ihn gleich zu töten, mein Herz." warnte Vilkas sie. "Streunende Hunde sind gefährlich und dieser hier sieht nicht danach aus, als hätte er einen Besitzer." Er streckte sein Schwert ein und nahm seinen Bogen zur Hand und griff nach einem Pfeil. Der Hund schien zu spüren, was Vilkas vorhatte und winselte ganz leise und traurig.

"Nein Vil. Lasst ihn laufen. Er tut niemanden was. Bitte." Sie sah ihn flehend in die Augen.
"Nun, gut, mein Herz, wenn ihr es wünscht, lassen wir ihn laufen."

Akkirah legte ihre Arme um Vilkas. "Danke, Vil." Dann kramte sie etwas von dem gebratenen Fleisch hervor, das sie für unterwegs mitgenommen hatte und gab es dem Hund. Vilkas schüttelte nur den Kopf, sagte aber nichts. "Hier, du Streuner. Und nun sieh zu das du nach Hause, wo immer das sein mag, kommst." Sie warf dem Hund den Fleischbrocken hin. Dann drehte sie sich um und gemeinsam mit Vilkas und Fiinja ging sie weiter ihres Weges. Der Hund schnappte sich das Fleisch und fraß es ohne Hast auf. Dann schlich er in sicherer Entfernung hinter den drei Reisenden her. Nur Fiinja merkte, dass sie verfolgt wurde, aber da sie den Hund als ungefährlich eingestuft hatte, kümmerte sie sich nicht weiter um ihn. Nachdem Akkirah, Vilkas und Fiinja das Südtor erreicht hatten steigen die beiden auf den Rücken der Stute und ließen sich in einem lockeren Trab tragen.

Auf Höhe des Orklagers Lagashbur machten Akkirah und Vilkas Pause und aßen etwas. Fiinja graste gemütlich am Seeufer. Akkirah als auch Vilkas bemerkten, das der Hund ihnen gefolgt war. "Verdammte Töle", grummelte Vilkas. Akkirah legte ihren Arm um ihn. "Was ist los mit euch, mein ungehaltener Wolf? Lasst den Hund doch, irgendwann wird er schon wieder verschwinden." Vilkas antwortete nicht, aber Akkirah spürte, dass er das Tier am liebsten davon gejagt hätte. Als sie mit dem Essen fertig waren brachen sie wieder auf. Immer wieder schauten sich Akkirah und Vilkas um, um zu sehen, ob der Hund ihnen weiter folgte. Sie bemerkten aber nichts. So erreichten sie dann am späten Nachmittag die Kernholzmühle, wo sie ihr Nachtlager aufschlugen. Da hier um die Mühle herum regelmäßig Wachen aus Rifton ihre Runden drehten, brauchten sie sich keine Sorgen wegen möglicher Banditen und ähnliches machen. Akkirah und Vilkas setzten sich ans Seeufer und versuchten ein paar Fische zu fangen, die hier in rauer Menge im See zu finden waren. Ihren reichlichen Fang brieten sie dann über einem kleinen Lagerfeuer. Anschließend saßen sie noch lange da und beobachteten die bunten Libellen in der untergehenden Sonne, bevor sie sich Schlafen legten.

Akkirah hatte bemerkt, das der Hund ihnen doch gefolgt war, aber sie sagte Vilkas nichts davon. Am folgenden Morgen machten sie sich dann, nachdem sie etwas Brot von der Mühlenbesitzerin Grosta zum Frühstück erhalten hatten wieder auf den Weg nach Ivarstatt. Wieder wechselten sie zwischen Reiten und Laufen ab. Schließlich würden sie am Hals der Welt zu den Graubärten zu Fuß hochgehen müssen, da der Weg von einem Pferd nicht passiert werden konnte, wollte man nicht riskieren das es sich die Beine brach. Fiinja würden sie bei Wilhelm im Stall der Taverne Vilemyr zurücklassen.

Das Wetter hatte sich verschlechtert und Nebel zog auf. Das gefiel weder Vilkas noch Akkirah, aber sie konnten nichts dran ändern und hofften das es für den Aufstieg morgen wieder aufklaren würde. So kamen sie dann am Nachmittag nicht gerade trocken in Ivarstatt an. Wilhelm freute sich die beiden zu sehen und brachte sie gleich erst mal zu ihrem Zimmer, wo sie sich bis zum Abendessen ausruhen konnten. Akkirah versorgte aber noch schnell Fiinja, die eine geräumige Box im Stall bekommen hatte. Vilkas begleitete sie dabei. Danach gingen sie ins Zimmer und Akkirah zog sich das einfache Kleid über, das sie mitgenommen hatte und legte ihre Rüstung zum Trocknen über einen Stuhl nahe des Feuers. Vilkas hatte es genauso gemacht und sich schon mal gemütlich aufs Bett gesetzt und wartet Das seine Frau sich zum ihm gesellte.

"Ich hoffe die Rüstung ist bis zum Essen wieder einigermaßen trocken." Seufzte Akkirah als sie sich in Vilkas Arm gekuschelt hatte. "Ich möchte ungern nur in diesem Aufzug in die Gaststube gehen."
"Wir bitten Wilhelm einfach uns das Essen aufs Zimmer bringen zu lassen. Dann ist das Problem gelöst, mein Herz."
"Stimmt, das ist das Beste." Sie sah Vilkas lächelnd an und dann döste sie etwas ein. Sie war recht müde.

Als Wilhelm später an die Tür klopfte um ihnen bescheid zu geben, das sie zum Essen kommen könnten, bat Vilkas ihn, ihnen das Essen aufs Zimmer zu bringen, was auch sogleich veranlasst wurde. Nach dem Essen schlief Akkirah auch gleich wieder ein. Der Aufstieg morgen würde nicht gerade ein Spaziergang werden und sie wollte auch schon sehr zeitig aufbrechen um nicht unterwegs doch noch übernachten zu müssen.

Akkirah erwachte sehr zeitig. Vilkas schlief noch fest. Sie beschloss ihn schlafen zu lassen und stand vorsichtig auf und kleidete sich an. Dann ging sie hinaus zum Stall um Fiinja zu versorgen. Anschließend ging sie wieder auf ihr Zimmer. Vilkas war aufgewacht und hatte sich auch schon angekleidet. "Ihr hättet mich wecken sollen, mein Herz." "Ihr habt noch so friedlich und fest geschlafen, da konnte ich euch einfach nicht wecken." Sie schlang ihm ihre Arme um den Hals. "Seid mir nicht böse, Vil." Er seufzte.

Dann begannen sie ihre Sachen zu packen. Akkirah hatte gesehen, das Wilhelm ihr frühstück schon vorbereitet hatte. Sie konnten also gleich nach dem essen aufbrechen. Leider hatte sich wie zu erwarten war, der Nebel nicht verzogen. Der Aufstieg würde also schwieriger werden, da man schlecht vorausschauen konnte, was vor einem lag. Auch hatte Klimmek, der häufig die 7000 Stufen hinauf nach Hoch-Rrothgar ging, um den Graubärten Vorräte hochzubringen, Willhelm vor einpaar Tagen erzählt, das er unterwegs eine größeres Rudel Wölfe gehört hatte. Das beunruhigte Akkirah und Vilkas etwas aber sie waren guter Dinge, das die Wölfe keine große Gefahr für sie darstellen würden. Normalerweise bestanden die Gruppen aus Wölfen in Himmelsrand aus maximal 3 Tieren. Damit würden sie schon fertig werden.

Nachdem sie die Brücke überquerst hatten ging es auch schon mit den ersten Stufen los. Nach einer halben stunde entdeckten sie eine Art Schrein mit einer Inschrift.

Emblem 1
Vor der Geburt der Menschen haben die Drachen
Ganz Mundus beherrscht.
Ihr Wort war die Stimme und sie benutzten sie nur,
wenn es absolut notwendig war.
Denn die Stimme konnte den Himmel verdunkeln
Und das Land überfluten.
"Was mag das bedeuten", fragte Akkirah Vilkas, als sie es gemeinsam lasen.
"Ich weiß es nicht mein herz, aber vielleicht erfahren wir es wenn wir Hoch-Rothgar erreicht haben."

So gingen sie dann zügig weiter. Nach zwei Stunden Aufstieg erreichten sie die Schneegrenze. Die in den Fels gehauenen Stufen waren teilweise verwittert und mit Geröll bedeckt. Dort wo der Schnee drauf lag wurden sie teilweise tückisch glatt. Und sie kamen langsamer vorwärts. Der Nebel war noch dichter geworden. Sie gingen die meiste zeit schweigend nebeneinander um keine wilden Tiere oder andere Wesen auf sich aufmerksam zu machen. Sie hofften, wenn sie die Tiere nicht sahen, würden sie auch nicht bemerkt werden. Gegen Mittag machten sie beim dritten Schrein, an dem sie vorbei kamen halt und aßen etwas von dem was ihnen Wilhelm mitgegeben hatte. Beide merkten die Anstrengungen, die der Aufstieg bereitete. Vilkas tat sein Bein ein wenig weh, aber er behielt es für sich und Akkirah spürte, wie die dünner werdende Luft ihr den Atem nahm.

Eine Stunde nachdem sie zu Mittag eine Pause gemacht hatten hörten sie plötzlich durch den Nebel das Heulen von Wölfen. Akkirah nahm ihren Bogen zur Hand während Vilkas seinen Zweihänder zog. Und plötzlich wie aus dem Nichts tauchte das Rudel Wölfe vor ihnen auf. Der Wind, der aufkam, riss in dem Moment den Nebel etwas auseinander und so konnte Akkirah und Vilkas sehen das es fünft Wölfe waren, die auf sie zustürmten. Akkirah legte sofort an und es gelang ihr zwei der Tiere mit Ihrem Bogen zu erlegen, bevor diese sie erreichten. Dann ließ sie den Bogen fallen und zog ihr Schwert. Zwei übrig der gebliebenen Wölfe stürzten sich auf Vilkas, der sie mit seinem Schwert in Schacht hielt und der dritte ging auf Akkirah los. Akkirah hatte nicht allzu viel Mühe ihren Gegner zu erledigen. Vilkas hatte es da schon schwerer. Als Akkirah ihrem Mann zur Hilfe eilen wollte, rutsche sie auf einer Eisplatte aus. Vilkas dem es aber schon gelungen war eines der angreifenden Tiere zu töten, schrie dieser plötzlich entsetzt und voller Panik auf.

Ein sechster Wolf hatte sich nicht direkt dem Angriff angeschlossen, sondern schien den Kampf von dem Felsvorsprung direkt über Akkirah beobachtet zu haben. Das Tier war größer als seine Gefährten und es schien der Anführer des Rudels zu sein. Nun setzte er zum Sprung an, um sich auf Akkirah zu stürzen, die keine Chance gehabt hätte ihm auszuweichen. Aber plötzlich tauchte ein grauer Schatten auf, der sich auf den sprungbereiten Wolf stürzte und ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Ein wirres Fellknäuel, bei dem man nicht erkennen konnte, wer der Wolf und wer das andere Tier waren, fielen von dem Felsvorsprung ineinander verbissen herab. Akkirah rappelte sich hoch sprang zur Seite, ihr Schwert schützend vor sich haltend, während Vilkas es gelang, seinem Gegner dem Rest zu geben. Danach lief er so schnell er konnte zu Akkirah hinüber.

Das wirre Knäuel, aus den zwei miteinander kämpfenden Tieren löste sich langsam. Es war der streunende Hund, der ihnen heimlich gefolgt war, der den Wolf angegriffen hatte und somit Akkirah das Leben gerettet hatte. Der Hund blutete aus mehreren Wunden und wenn Vilkas nicht eingegriffen hätte, hätte der Wolf ihn wohl zerfleischt. Als der letzte Wolf tot am Boden lag lief Vilkas sofort zurück zu Akkirah und kniete sich mit angstvollem Blick neben sie. "Alles in Ordnung mit euch, mein Herz?" fragte er sie besorgt. Sie nickte, doch als sie aufstehen wollte, sackte sie gleich wieder schmerzverzerrt zusammen. Sie schien ihren Knöchel beim Sturz verstaucht zu haben und er bereitete ihr arge Probleme beim Auftreten.

"Verdammt, das darf nicht wahr sein", fluchte sie deprimiert. Vilkas kniete sich neben ihr nieder und nahm sie in die Arme. "Was sollen wir nun machen?" fragte er verzweifelt. "Wir sind zu weit oben um wieder hinunter zu gehen und nicht weit genug, als dass wir noch zu unserem Ziel gelangen können."

Der verletzte Hund kam auf sie zugehumpelt und schmiegte sich an Akkirah, die ihn sanft über den Kopf streichelte. "Danke mein Guter. Ihr habt mir das Leben gerettet." Dann wandte sie sich an Vilkas. "Wir werden heute hier unter dem Felsvorsprung bleiben. Wenn ich den Fuß etwas schone, werde ich morgen wieder laufen können und wir schaffen den Rest nach oben. Wir müssen den Wölfen die Felle abziehen. Daraus können wir uns ein Nachtlager herstellen. Feuerholz werden wir hier wohl kaum finden."

Sie hatten zwar für den Notfall Decken mitgenommen, aber es war hier oben doch kälter als sie angenommen hatten. Und der Wind pfiff eisig um den Berg herum. Unter dem Vorsprung waren sie zwar vor dem Wind ein wenig geschützt, aber wärmer war es dadurch auch nicht. So machte Vilkas sich daran, die Felle abzuziehen, Akkirah sah sich unterdessen die Wunden des Hundes an, der immer noch ganz ruhig neben ihr lag. Er hatte viele kleine harmlose Bisswunden, bis auf die an seiner rechten Halsseite. Da hatte ihn der Wolf ihn eine ziemlich tiefe Wunde zugefügt. Akkirah säuberte sie Stelle so gut es ging. Eigentlich hätte sie die Wunde Nähen müssen, aber sie wusste nicht, ob das Tier dann nicht doch auf sie losgehen könnte, weil es recht schmerzhaft werden würde, so ließ sie es lieber sein.

Anschließend versuchte sie ihren Stiefel auszuziehen, wobei sie sie vor Schmerzen am liebsten lauf aufgeschrieen hätte.
"Was ist tut ihr da; mein Herz", Vilkas ließ sofort seine Arbeit liegen und kam zu ihr gelaufen.
"Es ist alles in Ordnung, Vil. Ich habe nur die Stiefel ausgezogen um einen festen Verband um den Knöchel anlegen zu können. Macht euch keine unnötigen Sorgen." Sie bemühte sich zu lächeln. Vilkas sah sich den anschwellenden Fuß an. "Seit ihr sicher damit morgen weiter gehen zu können?"
"Ja mein Liebster, das wird gehen." sanft zog sie ihn an sie und küsste ihn auf die Stirn. ‚Ich hoffe ich schaffe es wirklich, ansonsten könnten wir ein ziemlich großes Problem bekommen' dachte sie, dabei bemüht, sich ihre Gedanken nicht anmerken zu lassen. Sie fühlte sich absolut hilflos. "Ihr habt, recht, wir werden es schaffen", versuchte nun Vilkas optimistisch zu klingen. Sanft strich mit seiner hand über ihr Haar. Dann machte er sich wieder daran die letzten zwei Felle abzuziehen. Den Rest der Kadaver stieß er den Berg hinab. Als Vilkas fertig war begann er ein Lager unter dem Felsvorsprung zu bereiten. Nachdem er fertig war ging er zu Akkirah und Half ihr hinüber. Auf einem Bein humpelte sie an seinem Arm geklammert hinüber. Ihren nun fest Bandagierten Fuß belastete sie nicht und den Versuch von Vilkas, sie hinüber zu tragen wehrte sie vehement ab. Nachdem sie auf den Fellen lag holte Vilkas etwas von ihren Vorräten hervor. Er nahm ein großes Stück von dem gebratenen Fleisch, das sie von Wilhelm mitbekommen hatten und gab es dem Streuner. "Das habt ihr euch verdient." Akkirah sah Vilkas lächelnd an.

"ich versuche doch noch mal etwas Holz zu sammeln, mein Herz", beschloss er. Vielleicht gelingt es uns wenigstens ein kleine Feuer zu entfachen um etwas Schnee zu erhitzen und so etwas zu trinken zu bekommen. Das Wasser im Beutel ist zu Eis gefroren."
"Ihr habt Recht, etwas zu trinken und besonders etwas Warmes kann nichts Schaden."

Damit ging Vilkas los und kam einige Zeit später mit einigen trockenen Ästen, die er gefunden hatte zurück. Es dauerte recht lange, bis es Vilkas gelang ein kleines Feuer zu entfachen. Aber es reichte anschließend um zwei Becher mit Tee richtig heiß zu machen und anschließend noch etwas einfaches Wasser, das sie dem Hund gaben. Dann brach auch schon die Dunkelheit herein und sie beschlossen sich schlafen zu legen. Dich aneinandergekuschelt unter ihren decken wärmten sie sich gegenseitig und schliefen auch bald ein. Der Hund hatte sich zu ihren Füßen zusammengerollt und schlief dort auch bald ein.

Am nächsten Morgen wachten sie beim Aufgehen der Sonne auf. Der Nebel hatte sich verzogen und sie hatten nun eine klare Aussicht. Vilkas beschloss noch mal etwas Holz zu sammeln damit sie sich noch mal etwas zu trinken zubereiten konnten. Akkirah bandagierte in der Zeit ihren Fuß neu. Die Schwellung war glücklicherweise über Nacht zurückgegangen. In ihren Stiefel zu kommen, war trotzdem noch mit heftigen Schmerzen verbunden, aber sie schaffte es. Dann nahm Akkirah etwas zu Essen aus dem Rucksack, das sie gleich verspeisen konnten. Vilkas kam bald mit etwas Holz zurück. Wieder dauerte es einige Zeit bis das Feuer in Gange war und sie etwas Warmes zu trinken zubereitet hatten.

Als sie mit ihrem Frühstück fertig waren, packten sie ihre Decken wieder in ihre Rucksäcke und Dann half Vilkas Akkirah vorsichtig aufzustehen. Richtig Auftreten konnte sie nicht, also musste Vilkas sie stützen. So kamen sie zwar nur sehr langsam vorwärts, aber es klappte. Die Wunde des Hundes, die sich Akkirah auch noch mal angeschaut hatte, hatte sich soweit geschlossen, das wenn er sich vorsichtig bewegte, diese nicht unbedingt aufreißen würde. Das Tier lief meist vor ihnen her. Jetzt wo sich der neben verzogen hatte, hatten sie einen herrlichen Ausblick auf einen großen Teil von Himmelsrand. Unter normalen umständen hätten sie hier und da einfach verweilt und den Anblick genossen, aber jetzt wollten sie nur sehen das sie zu den Graubärten kamen um nicht eine weitere Nacht draußen zu verbringen.

Akkirah spürte die dünner werdende, Luft je höher sie kamen. Es strengte sie sehr an in Vilkas Arm den Weg weiter zu humpeln. Vilkas spürte es und hätte sie am Liebsten getragen. Er wusste aber, dass sie das nicht erlauben würde, und letztendlich auch recht damit hatte. Auch wenn sein Bein wieder gut verheilt war, wäre es leichtsinnig es mit zusätzlichem Gewicht zu belasten. Gegen Mittag konnten sie endlich die Festung Hoch-Rothgar erkennen. Vilkas schätze sie würden so, wie sie vorwärts kamen noch gut 2 Stunden brauchen bis sie den Eingang erreichen würden. Am Ende schafften sie es etwas schneller und nach gut eineinhalb Stunden klopften sie an eines der großen Eingangstore.