071 Wo ist Vilkas?
071 Wo ist Vilkas? PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:27 Uhr



Akkirah fühlte sich schwindelig, als sie langsam wieder zu sich kam. Sie starrte in die verängstigten Gesichter einiger Katzenmenschen. "Sie kommt zu sich. Welch ein Glück. Wer weiß was man uns sonst anhängen würde."

‚Vil, mein Liebster, wo seid ihr, warum seid ihr nicht bei mir?' dachte Akkirah nur. Ihre Gedanken wirbelten wirr durch ihren Kopf. Was ist geschehen. Vil wollte bei den Khajiit einkaufen, war aber bei ihnen nie angekommen. Warum nur nicht? Sie versuchte sich aufzurichten, wurde aber sanft von Akhari zurückgehalten. "Bleibt liegen, Mädchen, Ihr seid noch immer ganz blass. Ihr müsst euch erst mal etwas erholen, bevor ihr aufsteht, wenn ihr nicht wollt, dass eurem Kind etwas passiert."

In dem Moment hörte sie die eiligen Schritte von Farkas, hinter ihm kam Charlotta gelaufen.

"Was ist los, Schwester, ich habe euch Schreien gehört." Farkas sah sich um. "Wo ist Vilkas?" Akkirah versuchte sich wieder aufzurichten. Diesmal ließ Akhari es zu. Dann brach Akkirah in Tränen aus und Charlotta nahm sie in die Arme. "Beruhig euch, liebste Schwester." Versuchte ihre Schwägerin sie zu beruhigen. Aber Akkirah konnte nicht aufhören zu weinen. "Vil" flüsterte sie immer wieder.

Farkas sah die Khajiit an. "Was ist passiert, wo ist mein Bruder Vilkas?" Er sah recht grimmig aus, als er das fragte.
"Wir wissen es nicht. Er war nicht hier."
"Er kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben. Bei Talos, was mag geschehen sein?" Farkas war ziemlich wütend. Irgendwas Schlimmes musste passiert sein. Grundlos wäre sein Bruder nie verschwunden.
"Wir wissen es nicht. Wir waren noch dabei unser Lager aufzubauen, die Waren zu sortieren und uns hier für ein paar Tage einzurichten und haben daher nicht drauf geachtet, was in der Umgebung vor sich geht. Aber ihr solltet Akkirah nach Hause bringen. Und gebt ihr das in den Tee. Keine Sorgen, es wird weder ihr noch ihrem Kind schaden, sondern dafür sorgen, das sie etwas schläft."

Akhari gab Charlotta ein Fläschchen mit einer bläulichen Flüssigkeit. "Gebt davon 10 Tropfen in einen Becher mit warmen Wasser. Am Besten gebt noch etwas Honig dazu, damit es nicht so bitter schmeckt. Charlotta nahm wortlos das Fläschchen und sah Farkas an.
"Ihr müsst sie hoch tragen, sie sollte jetzt lieber nicht gehen."

Farkas nickte und nahm Akkirah, die wieder Bewusstlos geworden war, auf den Arm. Charlotta nickte den Khajiit noch mal dankbar zu und folgte dann ihrem Mann, der Akkirah nach Hause trug. Sie waren gerade die Treppe hochgekommen und auf den letzten Metern zur Tür, als plötzlich ein Mann hinter ihnen auftauchte.

"Was ist mit dem Mädchen, Vilkas?"
Als Sic Farkas mit Akkirah auf dem Arm umdrehte, wich der Mann etwas zurück. "Ihr seid nicht, Vilkas.", sagte erstaunt. "Ihr müsst sein Bruder sein. Wo ist Vilkas und was ist mit Akki passiert?"
"Vielleicht solltet ihr uns erst einmal sagen, wer ihr seid? Ich kenne euch nicht."
"Ich bin ein guter Freund von Akkirah und Vilkas. Ich war ein paar Tage unterwegs und bin gerade erst zurückgekommen und sah wie ihr das Mädchen hoch getragen habt."
"Habt ihr auch einen Namen?" Farkas wirkte ungehalten, denn er wollte Akkirah so schnell wie möglich aufs Bett legen."
"Mein Schatz, lasst uns das gleich klären", versuchte Charlotta ihn zu beruhigen, "Erst mal muß Akki ins Haus gebracht werden."
"Die Dame hat Recht. Und ich heiße Brynjolf." Ohne weitere Worte zu verlieren machte er die Tür auf und Farkas bleib nichts übrig als ihm zu folgen. Mila, die im Haus wartete, wich erst mal etwas zurück, als Brynjolf eintrat und der Streuner stellte sein Fell auf und knurrte den für ihn Fremden an und war jeder Zeit bereit, ihn an die Kehle zu springen.

Brynjolf wich vorsichtig zurück. Mit so einer Begrüßung hatte er nicht gerechnet. "Vielleicht sollte ich später wiederkommen."

Akkirah war wieder zu sich gekommen und erkannte den Anführer der Diebesgilde sofort. Tränen liefen ihr die Wangen herab. "Bryn, habt ihr Vil gesehen?" fragte sie mit erstickter Stimme. "Er wollte doch nur ein paar Zutaten von den Khajiit holen."
Bryn setze sich zu ihr ans Bett, auf das Farkas sie gelegt hatte. Streuner knurrte nun noch gefährlicher. Akkirah rief den Hund zu sich und legte ihm die Hand auf den Kopf. "Das ist ein Freund, guter Hund. Er tut mir nichts." Das Tier beruhigte sich etwas, blieb aber weiterhin wachsam und ließ den Mann nicht aus den Augen.
"Er kann sich nicht in Luft aufgelöst haben, Wir werden ihn suchen gehen." Er sah Farkas an, "Kommt ihr mit? Der Hund könnte auch hilfreich sein."

Farkas nickte und folgte Brynjolf ohne Worte. Er wusste, um wen es sich handelte. Akkirah und Vilkas hatten öfters von ihm gesprochen und ihm war bekannt, dass die beiden ihm vertrauten. Als Farkas in der Tür stand, sah er sich nach Charlotta um, "Passt auf Akki auf, wir werden Vilkas schon wieder finden." Charlotta nickte und bat ihn vorsichtig zu sein. Dann setzte sich Charlotta zu Akkirah ans Bett und nahm sie vorsichtig in die Arme.
"Die beiden finden ihn wieder. Macht euch keine Sorgen, liebste Schwester."

Es dauerte eine ganze Weile bis sich Akkirah halbwegs beruhigte und Charlotta dann kurz aufstand, um wie die Khajiit gesagt hatte, ihr den Trank fertig zu machen. Nachdem Akkirah das Gebräu getrunken hatte fiel sie in einen unruhigen Schlaf. Mila hatte sich in eine Ecke gesetzt und versucht nicht im Weg zu sein.

Drei Stunden später kam Farkas alleine mit dem Streuner zurück. Charlotta fiel ihm um den Hals, glücklich das ihm nichts passiert war, denn es war zwischenzeitlich dunkel geworden und sie begann sich Sorgen zu machen. Akkirah schlief fest und so hatten sie und Mila versucht sich mit etwas Handarbeit die Zeit zu vertreiben, wobei sich beide kaum auf ihre Arbeit konzentrieren konnten.

"Habt ihr Vilkas gefunden?" fragte sie vorsichtig, obwohl sie die Antwort kannte, denn wenn sie ihn gefunden hätten, wäre er jetzt sicherlich bei Farkas und der würde nicht so ernst dreinschauen.

"Nein, mein Schatz, wir haben Vilkas nicht finden können. Er wurde scheinbar von einer Bande, die sich die dunkler Bruderschaft nennt, entführt." Tränen standen ihm in den Augen. "Bryn scheint einiges über diese Bande zu wissen. Sie agiert im Untergrund und verübt Auftragsmorde. Er kann sich aber nicht erklären, warum sie Vilkas verschleppt haben. Wenn er auf ihrer Liste gestanden hätte, dann hätten wir seine Leiche gefunden. Es muß ihnen um etwas anderes gehen. Es waren auch keine Kampfspuren zu finden. Sie müssen ihn irgendwie anders überwältigt haben. Sie waren zu dritt und sind in die Berge mit ihm geflohen. In den Felsen hat Streuner ihre Spur bald verloren. Und da es dunkel wurde hatte es keinen Sinn auf Teufel komm raus weiter zu suchen und wir mussten umkehren." Farkas machte eine Pause.

"Bryn will versuchen über seine Kontakte Informationen zu erhalten. Und ich will, das Aela herkommt. Sie ist unsere beste Spurenleserin und wenn jemand etwas finden kann dann sie. Wir brechen morgen in aller frühe nach Weißlauf auf. Wir können Akkirah nicht hier lassen. In Weißlauf ist sie besser aufgehoben, sollte es doch eine schlechte Nachricht geben." sagte er mit fast tonloser stimme. Charlotta nahm ihn in die Arme. "Ihm passier nichts, wir finden ihn wieder." Farkas schluchzte nur.

Die Nacht schliefen sie, außer Akkirah alle sehr schlecht. Am folgenden morgen waren sie früh in Gange. Akkirah erwachte und versuchte nicht zu weinen. Bryn war in der Morgendämmerung noch mal vorbei gekommen und es war ihm gelungen Akkirah zu überzeugen, das es am besten wäre mit den anderen nach Weißlauf zu gehen. Er hatte ihr die Wahrheit über das verschwinden von Vilkas gesagt. Er wusste das Akkirah früher mehrfach ziel der dunklen Bruderschaft war, denn er hatte in den Unterlagen von Mercer Hinweise gefunden, die darauf deuteten, das er damals diese Bande angeheuert hatte, um Akkirah umbringen zu lassen, was ihnen aber nie gelungen war. Ob es sich nun um einen Racheakt handelte, konnte er nicht sagen, glaubte es aber eigentlich nicht, denn mit dem Tod von Mercer war auch der Vertrag mit der Bruderschaft hinfällig geworden. Brynjolf versprach Akkirah alle Hebel in Gange zu setzen, um etwas heraus zu finden.

"Egal was passiert, Mädchen, ihr müsst nun erst mal an euer Kind denken, daher bitte ich euch, kehrt mit eurem Schwager und seiner Frau zurück nach Weißlauf. Wenn ich etwas erfahre, lasse ich es euch da wissen."

Er nahm sie in die Arme, während sie wieder weinte. Er hatte Recht, sie durfte sich nicht gehen lassen. Zwei Stunden später brachen sie dann auf nach Weißlauf. Brynjolf hatte mit Hofgir gesprochen und dafür gesorgt, das dieser ihnen eine Kutsche zur Verfügung stellte. Fiinja wurde hinten angebunden. Die Fahrt verlief ohne irgendwelche Vorkommnisse. Akkirah sagte die ganze Zeit über kaum ein Wort und war tief in Gedanken versunken. Nachts schlief sie dank des Trankes, den sie von den Khajiit bekommen hatte, durch. Tagsüber sah sie mit verschleiertem Blick in die Umgebung. Wenn sie nicht die Kinder unter ihrem Herzen tragen würde, hätte sie sich auf der Stelle auf Fiinja geschwungen und hätte in ganz Himmelsrand jeden Stein umgedreht, um Vilkas zu finden. Sie spürte, dass er noch am Leben war. Wäre er tot, wüsste sie es, da war sie sich sicher. So erreichten sie dann Weißlauf. Charlotta begleitete Akkirah gleich hoch nach Jorrvaskr, während Farkas mit Mila sich um Fiinja und das Gepäck kümmerten.

In der Methalle wurden die beiden sofort von Tilma, die gerade alleine oben war, begrüßt. Diese merkte auch sofort, das etwas nicht stimmte und schob Akkirah vorsichtig zu einer Bank, wo sie sich setzen konnte. Sie konnte ihre Neugier nicht bremsen und fragte dann auch sogleich besorgt: "Wo sind die Zwillinge? Ist irgendwas passiert?" In dem Augenblick betrat Aela die Halle. Sie lief sofort zu Akkirah hinüber und umarmte sie zur Begrüßung. "Schwester, ihr seht blass aus. Ist alles in Ordnung mit euch? Fühlt ihr euch nicht gut? Ihr solltet euch hinlegen. Und wo Sind Vilkas und Farkas?" Dann kam ihr in den Sinn, dass sie Charlotta vollkommen übersehen hatte. "Entschuldigt, Charlotta, ich wünsche euch alles Gute zur Vermählung." Die Jägerin lächelte Akkirahs Schwägerin an. Da Akkirah kein Wort raus bekam, antwortete Charlotta.

"Vilkas wurde verschleppt. Von der Dunklen Bruderschaft. Wir wissen nicht wohin. Die Farkas und ein Freund aus Rifton haben trotz Streuner die Spur schnell verloren. Daher sind wir so schnell wir konnten hierher gekommen. Farkas glaubt ihr seid die beste Spurenleserin, und wenn jemand Vilkas finden kann, dann seid ihr es.

Tilma wurde blass, als sie das hörte. Sie legte ihren Arm um Akkirah. "Mein armes Kind. Kommt ihr solltet euch nach unten begeben und euch hinlegen. Lana wird euch dann gleich etwas zu essen bringen." Akkirah wollte widersprechen. "Keinen Widerspruch, ihr müsst etwas essen, denkt doch an eure Kinder." Dann wandte sie sich an Charlotta. "Würdet ihr sie begleiten? Sie sollte nicht alleine bleiben." Die angesprochene nickte und half Akkirah dann auf und begleitete sie nach unten in ihre Räumlichkeiten.

Lana kam kurze Zeit später mit einem Teller Essen und einer Schale Obst. "Bitte Akki, ihr müsst etwas davon essen." Diese zwang sich ein paar Bissen runter zu würgen, so wie sie es schon die ganzen letzten Tage immer nur tat. Ohne Vilkas kam sie sich vollkommen verloren und kraftlos vor. Sie versuchte sich immer daran zu erinnern, dass sie und Vilkas sich vor langer Zeit ein Versprechen gegeben hatten, das besagte, das egal was passierte, keiner von ihnen sich Aufgeben würde. Aber es fiel ihr schwer, sich daran zu halten. Nachdem sie etwas gegessen und getrunken hatte, sagte sie zu Charlotta. "Ihr könnt ruhig nach oben gehen. ich werde versuchen etwas zu schlafen. Wenn etwas ist, ist ja immer jemand da der kommen kann. Streuner wird sich dann schon bemerkbar machen."

Der Hund legte seinen Kopf auf ihre Beine und sah sie an, als würde er sagen wollen, ‚ja das werde ich tun.'

Charlotta strich Akkirah noch mal übers Haar und ging dann nach oben. Sie wollte die kurze Zeit, die sie mit Farkas haben würde, bevor er sich gemeinsam mit Aela auf die Suche nach seinem Bruder machte, zusammen verbringen. Als sie die Halle oben betrat, hatten sich schon alle an der großen Tafel versammelt, wo Farkas erzählte was passiert war. Mila war schon nach Hause gegangen. Charlotta stellte sich hinter Farkas und legte ihre Hände auf seine Schultern. Farkas wäre am liebsten sofort aufgebrochen, aber Aela schüttelte den Kopf. Er solle sich heute Nacht etwas ausruhen und morgen würden sie dann in aller Frühe aufbrechen. Bei diesen Worten warf sie Charlotta einen Blick zu. Diese lächelte dankbar.

Bevor sich Farkas und Charlotta in ihr Haus begaben, sahen sie noch mal nach Akkirah, die wieder einmal in einem unruhigen Schlaf gefallen war. Sie hatte heute nichts von dem Trank der Khajiit genommen. Trotzdem war sie eingeschlafen. Das war schon mal ein gutes Zeichen. Dann gingen die beiden heim.