080 Cidhnamine
080 Cidhnamine PDF 
Geschrieben von: CKomet   
15.02.16 um 21:20 Uhr

Die Wachen führten Vilkas in die Cidhnamine wo sie ihm all seine Kleider abnahmen und in alte Lumpen steckten. Die Wärterin, die ihn in die Mine zu seiner zukünftigen Heimat brachte, war eine dunkle Orkfrau:
„In diesem Gefängnis wird keine ruhige Kugel in der Zelle geschoben“, belehrte sie ihn, bevor sie die die Tür zu seinem Gefängnis öffnete. „ Hier arbeitet ihr. So lange, bis euch die Silberbarren aus den Ohren herauskommen. Ihr werdet eure Schulden gegenüber Reach abbezahlen.
Arbeitet einfach, dann könnt ihr euch eure Freiheit verdienen.“

Irgendwie glaubt Vilkas den Worten der Wärterin nicht. Aber es blieb ihm nichts anderes übrig als sein neues Reich zu betreten. Er kam sich nackt und hilflos vor in seinen Lumpen. Er konnte von dem erhöhten Eingangsbereich zwei Männer sehen. Einer war ein sehr kräftig gebauter Ork der scheinbar vor einer Tür Wache hielt. Er schien hier mehr zu sagen zu haben. Bei der Statur auch kein Wunder. Vilkas bezweifelte, dass er selbst wenn er geschickt genug wäre, eine Chance gegen diesen Mann hätte. Ein schmächtiger blasser Kerl saß an einem Feuer und machte Pause. Aus den beiden abgehenden Gängen hörte Vilkas die Geräusche von Spitzhaken. Dort waren scheinbar weitere Männer am Arbeiten.

Vilkas ging hinab und gesellte sich einfach zu dem Mann am Feuer.
„Was habt ihr im Sinn, Jungblut“, fuhr ihn der Mann an. Sein Name war Uraccen, wie Vilkas später erfahren sollte.
„Nichts“, antwortete Vilkas. „Ich bin neu hier und muß mich wohl erst mal orientieren.“
„Warum seid ihr hier?“
„Ich bin unschuldig, man hat mir den Mord an einigen Männern angehängt.“ Vilkas antwortete Wahrheitsgemäß.
„Unschuldig?“ Uraccen lachte höhnisch. „ Das war ich auch, jedenfalls beim ersten Mal. Die anderen Morde habe ich aber begangen. Ein gut gemeinter Ratschlag. Schnapp euch eine Spitzhacke und verschwindet in die Tunnel und fangt an zu arbeiten. Hier unten gibt es keine Gesetze. Nur der Stärkere überlebt. Und wer gut arbeitet. Einmal die Woche kommen die Wachen um das Erz, das wir abgebaut haben zu holen. Sie sind schwer bewaffnet und niemand darf wenn sie kommen, auf der Holzplattform sein. Wenn sie der Meinung sind, wir hätten nicht genug Erz herbeigeschafft, kürzen sie die Rationen, also Arbeitet gut. Und fangt am besten gleich damit an.“

Vilkas verstand den Wink und stand auf. Er nahm sich eine der herumliegenden Spitzhaken und begab sich in einen der Gänge. Er gesellte sich zu einem recht schweigsamen Mann und begann neben ihm mit der Arbeit. Nach einer Weile fragte Vilkas:
„Wie heißt ihr?“
„Duach. Doch seid leise, die meisten Gefangenen werden Misstrauisch wenn wir uns unterhalten.“
„Ich heiße Vilkas“, flüsterte dann leise. „Weshalb seid ihr hier?“
Der Mann warf ihm einen prüfenden Blick zu und schien anschließend der Meinung zu sein, Vilkas wäre halbwegs vertrauenswürdig. Also erzählter er ihm seine Geschichte. Er war ein Abgeschworener der in den Bergen lebte und Reisende überfiel. Eines Tages ging ein überfall schief und er wurde geschnappt. Er wäre lieber gestorben, aber die Silberblutfamilie brauchte Leute für die Mine damit das Erz abgebaut werden konnte. So landete er hier. Er selbst fragte Vilkas aber nicht nach dem Grund, warum dieser hier war und Vilkas fing von sich aus auch nicht an zu erzählen. So arbeiteten sie mehrere Stunden schweigend nebeneinander und holten das Silbererz aus den Wänden und packten es auf einem Holzkarren, mit dem sie es später auf die Holzrampe hochbrachten.

Danach wurde gemeinsam gegessen. Der Orks gab die Anweisungen und Uraccen verteilte entsprechend die Portionen. Vilkas erhielt am wenigsten. Als er dagegen aufbegehren wollte wurde er von dem Ork drauf hingewiesen, wenn er morgen was haben wolle, solle er lieber schweigen. Er hatte heute nicht wie die anderen den ganzen Tag gearbeitet, also brauchte er auch nicht so viel wie die anderen haben. Nach dem Essen legten sich die Gefangenen beim Feuer einfach auf den Boden. Felle oder Decken gab es nicht.

Nach fünf Tagen kannte Vilkas alle Männer hier unten mit Namen und auch die deren Geschichten. Bis auf die von Braig, der meist an dem Ende des einen Ganges alleine arbeitete, Er wollte nicht darüber reden, warum er hier war.

Erstaunlicherweise waren die Meisten unschuldig, zu Mindestens behaupteten sie das. Odvan glaubte Vilkas die Geschichte, dass man ihm den Mord angehängt hatte. Bei ihm selbst war es ja auch nicht anders. Während also Odvan im Hause seiner Tante seinen Rausch ausschlief, nahmen ihn die Wachen fest mit der Begründung jemanden ermordet zu haben. Er wusste bis heute nicht wer der angeblich Tote war. Das war nun ein paar Jahre her. Grisvar der Unglückliche war ein Dieb, der sich immer wieder hatte schnappen lassen, bis es dem Jarl, für den er gearbeitet hatte zuviel wurde und er ihn ins Gefängnis werden ließ. Er machte einen leicht verrückten Eindruck. Der Ork hieß Borkul und wurde die Bestie genannt. Erklären musste man Vilkas nicht warum. Er saß hier wegen Mord, Banditentum, Überfall, Diebstahl und vielem mehr. Er war früher Anführer eine Bande gewesen. Hier hatte er sich wieder den Platz fast oben an der Spitze erkämpft. Die Abgeschworenen gefielen ihm. Wie sagte er immer so schön, sie waren echte Mörder.

Mit Duach kam er am besten klar. Er war ein ruhiger Vertreter, der am liebsten für sich war. Dem Ork ging er meistens aus dem Weg. Grisvar mit seinem Gejammer ging ihm, genau wie den Meisten anderen schnell auf den Geist. Braig hielt sich eh abseits und niemand versuchte sich ihm ungefragt zu nähern. Odvan hielt sich warum auch immer meist in der Nähe von Grisvar auf.

Von Uraccen hatte Vilkas erfahren, das Grisvar ein Messer besaß, das er abgeben würde. So beschloss Vilkas eines Nachmittags, als er alleine mit Grisvar an einer der Erzadern hakte, ihn danach zu fragen.

„Nun, wenn ihr mit etwas Skooma beschaffen könnte, dann gehört die Klinge euch. Duach hat meist welches“, war die Antwort von Grisvar.
Vilkas wartete bis zum nächsten Morgen und gesellte sich wieder mal zu Duach. Nachdem sie einige Stunden Stumm nebeneinander gearbeitet hatten, sagte Vilkas plötzlich.
„Ich kann nicht mehr, ich brauche dringend etwas zu aufputschen. Etwas Skooma wäre nun genau das was ich brauche.“ Er wirkte zittrig. Duach sah ihn an.
„Warte hier.“, sagte er dann und verschwand in einer Nische. Einem Moment später tauschte er wieder auf.
„Hier nehmt. Ich kenne das wenn man diese Anfälle bekommt.“
„Ich danke euch.“
Vilkas nahm das Kleine Fläschchen und verzog sich damit in eine Ecke, wo er tat als würde er es austrinken. Er tat anschließend als würde er sich wieder vollkommen erholt fühlen. Als sie abends zurück zum Lagerfeuer gingen, steckte Vilkas unbemerkt Grisvar das Skooma zu und erhielt im Gegenzug ein kleines Messer. Damit fühlte er sich nun wesendlich wohler, auch wenn er wusste, dass es ihn nicht viel nützen würde.

Nachdem Vilkas drei weitere Tage in der Mine verbracht hatte, beschloss er endlich zu Madanach vorzudringen. Aufgrund der harten körperlichen Arbeit gelang es ihn abends auch immer bald einzuschlafen und nicht wie sonst, stundenlang wach zu liegen und an Akki und die Kinder zu denken, was nicht heißt das er nicht an sie dachte. Dazu hatte er nun Tagsüber genug Zeit. Also ging er zu Borkul und sprach ihn an: „Ich will zu Madanach.“

„Ihr wollt mit den Lumpenkönig reden? Schön aber zuerst müsst ihr den Wegezoll bezahlen. Warum besorgt ihr mir nicht eine Klinge? Nicht, das ich eine Bräuchte, aber es ist immer schön so was zu haben….
Falls ich mal ‚rasieren’ muss“, der Ork lachte dreckig.
Vilkas überlegte kurz ob er dem zustimmen sollte, doch dann sagte er einfach überzeugend:
„Madanach erwartet mich.“
„Hmpf. Na schön. Ihr könnt rein. Aber stellt dort nichts an. Madanach weiß mehr las ihr glaubt.“

Vilkas grinste schief und verschwand durch die Tür, die der Ork ihm geöffnet hatte. Der Gang dahinter führe nach einigen Minuten zu einem Raum, der mit einem Bett, Tisch und Stuhl sowie einigen Behältnissen ausgestattet war. An dem Tisch saß ein Mann der ihm den Rücken zukehrte. Vilkas spürte, dass er ihm, trotz seines Altes nicht in einem normalen Kampf gewachsen war.
Ohne sich umzudrehen sprach der Mann Vilkas an: “Ah, Seht euch nur an. Eure Stammesgenossen haben aus euch eine Bestie gemacht, Nord. Eine wilde Bestie, die eingesperrt wird, bis der Wahnsinn von ihr Besitz ergreift. Also werter Bestienkollege, was wollt ihr? Informationen über die Abgeschworenen? Rache für den Versuch euch umbringen zu lassen?“
„Ich will nur meine Freiheit zurückhaben“, antwortete Vilkas kurz.
„Eure Freiheit? Ja, aber selbst wenn ihr aus der Cidhnamine entkommen würdet, wäre euer Name immer noch mit all dem Blut besudelt.“ Vilkas wollte etwas entgegnen, aber Madanach ließ ihn nicht zu Wort kommen.
„Ihr gehört nun zu uns, seht ihr das denn nicht? En Sklave. Den Stiefel eurer Stammesgenossen im Nacken. Wenn euch das klar ist, könnte ich euch vielleicht helfen.“

Vilkas war anderer Meinung, beschloss aber, das lieber für sich zu behalten. Nicht alle da draußen würden ihn als Verbrecher sehen. Er hoffte den Jarl davon überzeugen zu können, das es ein Missverständnis war, wenn er es irgendwie schaffen sollte raus zu kommen.
„Ihr kennt sicherlich Braig, den Schweigsamen. Er ist neben mir am längsten hier“, fuhr Madanach fort, nachdem Vilkas nur schwieg. „Sagt ihm, ich schicke euch. Fragt ihn, warum er hier ist. Ich möchte das ihr erfahrt, wie sehr Markath von Ungerechtigkeit durchzogen ist.“

Vilkas nickte und ging zurück zu den Minen. Er beschloss sogleich Braig auszusuchen. Er fand Braig wie immer an seinem kleinen Stollen beim Arbeiten. Vilkas gesellte sich zu ihm und fing auch an, seine Spitzhacke zu schwingen.
Nach einer Weile sagte Vilkas zu den Mann neben sich: „Madanach wollte, das ich euch frage, was euch widerfahren ist.“
Braig ließ seine Spitzhacke sinken und sah Vilkas an. „Meine Geschichte? Jeder in der Mine hat eine Geschichte zu erzählen. Erzählt zuerst eure. Wann habt ihr zum ersten Mal Ketten an euren Handgelenken gespürt?“

Vilkas überlegte. Sollte er ihm die Wahrheit sagen? Oder war es besser eine Geschichte zu erfinden? Irgendwie musste er in dem Moment an Akkirah denken. Er schloss kurz die Augen und dachte dabei an die Zeit zurück wo sie glücklich in Rifton waren. Dann sagte er.
„In Helgen, dort wurde ich zum Henker geschickt.“
Dann wisst ihr ja, was es bedeutet, sein Leben in fremden Händen zu wissen.“

Bei den Worten musste Vilkas wieder an den Schattenstollen denken, wo er wirklich hilflos seinen Feinden ausgesetzt war.
„Was gibt ihnen das Recht“, hörte er Braig weiter sprechen, „darüber zu entscheiden? Steht ein Urteil nicht alleine den Göttern zu?“ Braig machte eine Pause.
„Habt ihr Familie? Jemanden der auf euch wartet?“

Vilkas senkte den Kopf und dachte, ja Familie hatte er, aber würden sie auf ihn warten? Wahrscheinlich nicht, wobei sein Bruder war auch Familie und der würde wenn er wüsste, das er hier gefangen ist warten oder versuchen ihn rauszuholen.
„Darüber möchte ich nicht reden,“ sagte Vilkas nur kurz angebunden. Braig ignorierte den abweisenden Ton von Vilkas und erzählte weiter.
„Ich hatte einst eine Tochter. Sie hätte dieses Jahr ihren 23 Geburtstag gefeiert. Mit einem hitzköpfigen Silberarbeiter verheiratet, vielleicht auch allein stehend und dabei, die Kräuterkunde zu lernen. Den Nord war egal, wer sich am Aufstand der Abgeschworenen beteiligt hatte und wer nicht. ich hatte einmal mit Madanach gesprochen, das reichte schon aus, um mich zu einem der ihren in den Augen der Nord zu machen. Aber meine kleine Aethra wollte nicht, dass ihr Papa fort ging. Sie bat den Kommandanten der Nord, der das Sagen hatte, stattdessen sie mitzunehmen.“
Braig standen die Tränen in den Augen als er weitersprach. „Sie ließen mich zusehen, wie sie mein kleines Mädchen köpften. Und danach wollten sie mich trotzdem hier ins Gefängnis werfen lassen, um ihr Silber ausgraben. Es gelang mir zu fliehen.“

Vilkas musste bei den Worten schlucken. So etwas war ihm unbegreiflich. Wie konnte man ein unschuldiges Kind einfach Grundlos töten? Was war das für ein Mensch gewesen, der das angeordnet hatte? Aber konnte man deshalb alle Nord über einen Kamm scheren? Er selbst war auch einer und er war stolz darauf.
„Es tut mir schrecklich leid, was man euch und eurer Familie angetan hat.“
„Nun, ich bin nichts als ein armer Abgeschworener und bedaure nur, das ich damals nicht noch mehr Nords getötet habe, bevor sie mich wieder erwischt haben. Viele Familien haben ähnliche Geschichten zu erzählen.“ Nach den Worten drehte sich Braig wieder um und nahm seine Arbeit wieder auf.

Vilkas tat es ihm schweigend nach. Nach dem Essen bevor sie sich schlafen legten ging Vilkas noch mal zu Madanach und sagte ihm er hätte sich die Geschichte von Braig angehört.
„Nun ich hoffe ihr könnt mich und meine Leute nun besser verstehen. Ich denke auch langsam, das es Zeit wird hier wieder heraus zu kommen und mich direkt am Kampf gegen die Nord zu beteiligen. Meine Männer hier unten und ich sollten in den Bergen sein und kämpfen.“
Hoffnung keimte in Vilkas auf: „Werdet ihr mir helfen von hier zu entkommen?“
„Ja aber ich brauche von euch einen Beweis eurer Loyalität. Ich brauche keine Klinge im Rücken, wenn wir ausbrechen.“
Das konnte Vilkas verstehen.
„Ihr kennt Grisvar den Unglücklichen“, fragte Madanach. Vilkas nickte.
„Der Mann tragt seinen Namen zurecht“, fuhr Madanach fort, „Er ist nicht nur ein Dieb, er ist auch ein Informant für die Nord. Er muß beseitigt werden, damit wir fliehen können. Kümmert euch darum.“ Nach diesen Worten wandte sich Madanach wieder seinem Buch zu und gab Vilkas damit zu verstehen zu gehen.

‚Verdammt’ dachte Vilkas, ‚was nun? Einen Menschen einfach so töten, der ihm nichts getan hatte?’
Vilkas kehrte zu den anderen zurück und legte sich schlafen. Er musste darüber nachdenken was er tun sollte. Er kam zu keinem Ergebnis. Am folgenden Morgen nahm er seine Arbeit wie gewohnt auf. Er arbeitet heute in der Nähe von Grisvar und Odvan. Vielleicht gab es eine Gelegenheit sich etwas mit dem verrückten Dieb zu unterhalten. Als sie irgendwann gemeinsam eine Pause machten und in einer Ecke saßen, zog Vilkas unbewusst, das Messer, das er von Grisvar erhalten hatte raus und spielte ein wenig damit herum. Die Augen von Grisvar begannen panisch zu glitzern. Er sprang auf und zog eines seiner eigenen Messer und stürzte sich auf Vilkas. Dieser rollte sich im letzten Moment zur Seite und wurde so nur von dem Wahnsinnigen am Arm verletzt. Vilkas wollte den Mann beruhigen, doch immer wieder griff dieser an und Vilkas musste sich schließlich wehren, wenn er sich selbst getötet werden wollte. Vilkas startete einen Angriff und verletzte Grisvar leicht am der Schulter. Odvan wollte dem ganzen ein Ende bereiten und nahm seine Spitzhacke und schlug sie Grisvar an den Kopf. Der Schlag war zwar nicht mit voller Wucht ausgeführt worden, aber traf trotzdem so unglücklich, das die Schädeldecke brach und der Mann tot zusammen sackte. Tja, so schnell konnte das gehen und Vilkas war froh, das es so gekommen war. Nun brauchte er sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie er es selbst anstellen könne, den Mann aus dem Weg zu räumen.

Vilkas beschloss sofort zu Madanach zu gehen. „Grisvar ist tot“, sagte er als er vor dem Lumpenkönig stand.
„Damit gehört ihr nun zu und. Kommt mit mir. Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich euch und euren neuen Brüdern meine Pläne verkünde.“
Madanach stand auf und ging zu den anderen. Vilkas folgte ihm. Als sich alle am Feuer versammelt hatten, begann Madanach seinen Plan zu erklären. Von dem Gang der zu seinem kleinen Zimmer führte, ging ein weiterer Gang ab, der mit einer schweren Eisengittertür versperrt war. Es war Madanach im Laufe der Zeit Gelungen, diese Tür aus den Angeln zu lösen und er hatte den Gang dahinter begonnen zu erkunden. Er wusste nicht wohin er führen würde, aber er war sich sicher das es ein Weg nach draußen war. Allerdings gab es dort gefährliche Wesen, weshalb er nie weit gekommen war. Aber in einer großen Gruppe sollte es ihnen gelingen, den Weg frei zu machen. Und so brachen sie schließlich auf.

Madanach machte den Anfang und die anderen folgten ihm. Vilkas ging ganz zum Schluss. Er wusste wie gefährlich diese alten Zwergenruinen sein konnten und es war gefährlich blindlings drauf los zu stürmen. Es wurde aber nicht so wild wie Vilkas befürchtet hatte, außer zwei Spinnen und einer alten Zwergenkonstruktion kamen sie gut durch. Am Ende der Ruinen kamen sie zu einer Tür, die versperrt war. Borkul gelang es diese irgendwie zu öffnen. Bevor sie die Ruinen verließen wandte sich Madanach noch mal an Vilkas.

„Es ist an der Zeit, endlich den Himmel wieder zu sehen und ihn roten Regen regnen zu lassen. Ich lasse ganz Markarth wissen, das ich zurückgekehrt bin. Keine Sorge wegen eures Namens. Nach dem heutigen Tage werden sie wisse, wem sie die Schuld geben und wen sie fürchten müssen. Es wird dauern, aber ich werde die Abgeschworenen neu Organisieren. Wir werden unser Land zurückfordern, und wenn wie wieder an der Macht sind, werden wir Frieden haben. Ein Königreich. Bis dahin lasst mich eine Warnung aussprechen. Nehmt euch vor den Abgeschworenen in Acht. Kein Ort in Reach ist jetzt mehr vor uns sicher.“ Nach diesen Worten drehte er sich um und verließ gemeinsam mit den anderen die Ruine.

Vilkas gefiel das, was er eben gehört hatte gar nicht. Frieden? Es würde nie Frieden geben, wenn Madanach seinen Plan umsetzte. Nur Kummer und Leid auf allen Seiten.

Vilkas wartete noch eine ganze Weile bevor auch er die Ruinen verließ. Es war dunkel draußen und er hoffte daher ungesehen zu seinem Haus zu gelangen, um sich andere Kleidung anziehen zu können. Seine Wolfsrüstung, die er immer getragen hatte, war wohl verloren, aber er hatte noch eine weitere im Haus. Es würde aber einige Zeit dauern, bis er sich an die gewöhnt hatte. Den Weg zurück zu seinem Haus schaffte er ungesehen. Was aber kein Wunder war, denn die Abgeschworenen hatten alle Stadtwachen, die ihnen über den Weg liefen, gnadenlos getötet. Es war das reinste Gemetzel gewesen.