081 Auf den Weg nach Windhelm
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Geschrieben von: CKomet   
15.02.16 um 21:47 Uhr

Vilkas wusch sich zunächst, als er nach Hause kam, erst mal gründlich den Dreck der vergangenen Wochen ab. Dann legte er sich hin und versuchte zu schlafen. Wie immer fiel es ihm schwer. Seine Gedanken waren bei Akki und seinen Kindern. Zu Mindestens sollten sie jetzt nicht mehr in Gefahr sein, hoffte er. Er hatte auf dem Esstisch drei Briefe von Farkas gefunden, die Tochter des Gastwirts musste sie ihn dorthin gelegt haben. Farkas bedauerte es sehr, das sein Bruder ohne sich noch mal zu verabschieden davon geritten war. Akkirah schwieg sich darüber aus, was passiert war, aber sie war noch schlechter auf ihn zu sprechen als zuvor. Vilkas konnte das verstehen, nachdem was er getan hatte.
Des Weiteren hatte Farkas ein paar Aufträge aufgelistet, die Vilkas gut machen könnte, wenn er in Markath war. In seinem dritten Brief zeigte Farkas sich besorgt, weil er nichts weiter von Vilkas gehört hatte, was ja sonst gar nicht seine Art war. Daher war er am überlegen, Jahn und Nerena nach Markath zu schicken, sollte sich Vilkas nicht bald melden. Am Morgen würde Vilkas sofort einen Eilkurier aufsuchen, der seinen Bruder und die anderen beruhigte.

Am folgenden Morgen ging Vilkas noch im Morgengrauen hinunter zum Gasthof. Er fragte den Wirt nach einem Kurier und er verwies ihn an einem Mann der gerade den Schankraum betrat. Vilkas gab ihm den Brief an seinen Bruder und etwas Extragold, damit er sofort aufbrechen würde, was dieser bei der Summe auch sofort tat.

Vilkas bestellte sich zunächst etwas zu Essen. Er hatte Hunger und das Essen im Gefängnis war ja nicht sonderlich reichhaltig gewesen. Der Wirt freute sich zu hören, dass es alles ein Missverständnis war. Er hatte sich auch gar nicht vorstellen können, das Vilkas die ihm angelasteten Verbrechen begangen haben sollte. Vilkas erkundigte sich nach Eltrys Frau. Der Wirt schüttelte den Kopf. Er wusste nicht was aus ihr geworden war. Sie war einen Tag, nachdem man die Leiche ihres Mannes gefunden hatte, aus der Stadt verschwunden. Nachdem er mit dem Frühstück fertig war erkundigte sich Vilkas nach der Lage in der Kolskeggr-Mine.
"Treiben sich die Abgeschworenen dort immer noch rum und hielten sie besetzt?"
Der Wirt Kleppr nickte. "Ja Pavo, der Minenbesitzer, ist zur Zeit im Quartier der Sleggwartmine untergekommen."
Vilkas sagte ihm, er würde sich auf den Weg zur besetzten Mine machen und schauen, ob er sie nicht vertreiben konnte. Vorstag der gerade dazu kam, meinte: "Wenn ihr Hilfe gebrauchen könnt, ich hätte Zeit und Lust mal wieder etwas zu unternehmen."
"Warum nicht" antwortete Vilkas, "Zu zweit ist es doch sicherer."
Außerdem würde er Ablenkung haben, wenn jemand mit ihm unterwegs war und er würde nicht ständig an Akki denken müssen. Und so brachen sie eine Stunde später gemeinsam auf. Da Vorstag kein Pferd besaß, mussten sie zu Fuß zur Mine zu gehen. Als sie dabei unten den Liebendenstein passierten, wurde Vilkas mit einem mal sehr schweigsam.

"Was ist los mit euch", fragte Vorstag.
"Ich bin hier vor einer gefühlten Ewigkeit schon mal gewesen. Zusammen mit meiner Frau." Die letzten Worte flüsterte er fast.
"Was ist mir ihr? Ihr habt sie bisher nie erwähnt."
"Wir haben uns getrennt" Dann schwieg Vilkas wieder.
Vorstag legte ihm die Hand auf den Rücken. "Manchmal ist das die beste Entscheidung. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen nie zu heiraten. Meine Freiheit geht mir doch über alles."
Vilkas antwortete nicht.

Gegen Mittag kamen sie in die Nähe der Kolskeggr-Mine. Auf der Strasse sahen sie zwei Abgeschworenen patrouillieren. Sie versteckten sich hinter einigen Felsen und beobachteten die beiden. Dann sahen sie auf der Brücke noch einen weiteren Mann, der wohl zuvor hinter dem Geländer gesessen hatte.

"Wie wollen wir vorgehen?" fragte Vilkas. "Erst mit Bogen versuchen sie zu verletzten und dann in den Nahkampf gehen?"
"Das hört sich gut an. Lasst es uns so versuchen. Ich nehmen den linken der sich nahe am Haus aufhält."
"Okay. Dann versuche ich die Frau zu erwischen die sich gerade nähert."
Sie ergriffen beide ihre Bögen und legten einen Pfeil ein. Dann sprangen sie fast gleichzeitig hinter dem Felsen hervor und versuchten ihre Opfer zu treffen. Vilkas landete einen sehr guten Treffer und die Frau sackte sofort tödlich getroffen zusammen. Vorstag hatte etwas Pech, weil sein Gegner sich in dem Moment wo Vorstag den Pfeil von der Sehne schnellen ließ, plötzlich anhielt und sich leicht zur Seite drehte, weil er etwas gehört hatte. So wurde er nur am Oberarm getroffen. Die beiden Angreifer zogen danach ihre Schwerter und stürmten auf die beiden verbliebenen Gegner los. Vorstag nahm sich den verletzten vor während Vilkas den bisher unverletzten Mann auf der Brücke angriff. Dieser versuchte erst noch, Vilkas mit einigen Pfeilen aufzuhalten, aber Vilkas wich denen geschickt aus. Gegen die gezielten Angriffe mit dem Zweihänder hatte der Abgeschworene mit seinem einfachen Schwert keine Chance. Nach wenigen Schlägen stürzte der tödlich getroffen von der Brücke in den Fluss hinab und wurde von der Strömung mitgerissen. Auch Vorstag hatte keine großartige Mühe mit seinem Gegner gehabt. Als Vilkas sich ihm zuwandte lag auch dieser Abgeschworene Tot am Boden.

Sie gingen vorsichtig den breiten Pfad zur Mine hinter dem haus hinauf und betraten dann die Mine. Sie brauchten einen Augenblick um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, aber danach nahmen sie wieder ihre Bögen zur hand und schlichen den dunklen Gang, der durch einige Fackeln beleuchtet wurde entlang. Es war Vorstag, der einen Abgeschworenen zuerst bemerkte und Vilkas ein Zeichen gab stehen zu bleiben. Vorstag hatte seinen Bogen schussbereit in der Hand und zielte auf den Gegner. Diesmal traf er gleich richtig.
Sie blieben kurz stehen, wo sie waren, um zu sehen, ob der Tod des Mannes andere aufmerksam gemacht hatte. Da das nicht der Fall war schlichen sie langsam weiter. Auch die nächste erwische Vorstag mit einem Pfeil. Danach kamen sie in eine große Höhle. Dort waren gleich drei Abgeschworene dabei, etwas Erz abzubauen. Vilkas traf diesmal nicht sofort richtig und machte damit die anderen beiden auf die Eindringlinge aufmerksam. Aber trotzdem hatten sie dank des Überraschungsmoments den Vorteil auf ihrer Seite und nach einem kurzen Kampf lagen alle drei am Boden und rührten sich nicht mehr.

Sie schlichen bis zum Ende der Mine weiter. Hier trafen sie noch mal auf zwei Abgeschworene, davon einen, der Magie beherrschte. Trotzdem gelang es Vilkas und Vorstag die beiden auch zu erledigen. Vorstag erlitt leichte Vereisungen, aber die waren nicht sonderlich schlimm. Vorstag wollte nicht länger als unbedingt nötig in der Mine verbringen, was Vilkas nachvollziehen konnte. Da es Abend geworden war, beschlossen sie bei der Hütte draußen zu übernachten. Am folgenden Morgen brachen sie dann auf, um zurück nach Markath zugehen und dort Pavo, dem Minenbesitzer mitzuteilen, dass er und seine Leute wieder an die Arbeit gehen konnten. Dieser war außer sich vor Freude. Überschwänglich bedankte er sich bei Vilkas und Vorstag. Dann fiel ihm noch etwas ein. Pavo wusste nicht, wie er damit rausrücken sollte.

"Ich hätte, da noch ein Anliegen und hoffe das es nicht zu viel verlangt ist. Wir haben eine große Goldbestellung aus Windhelm erhalten und nun muß dieses dorthin gebracht werden. Die Kutsche steht schon bereit, aber es fehlt an tapferen vertrauenswürdigen Männern, die sie begleiten. Wärt ihr bereit, die Kutsche nach Windhelm zu eskortieren?"

Vilkas bat um Bedenkzeit. Das war etwas was er nicht einfach so entscheiden wollte, denn eigentlich standen noch ein paar andere Dinge auf seiner Liste, die erledigt werden sollten. Pavo nickte und dann machten sich Vilkas und Vorstag auf, um in die Stadt zurück zu kehren. Pavo wollte am folgenden Morgen wieder zurück zur Mine aufbrechen. Ein paar Wachen aus Markath wurden zum Schutz vorsorglich schon jetzt losgeschickt, um die Mine zu sichern.

"Ich finde, das hört sich nach einem spannend werdenden Abenteuer an," meinte Vorstag auf den Weg zur Stadt. "Ich war bisher noch nie in Windhelm und wollte die alte Stadt schon immer mal sehen. Und wir sind doch ein gutes Team, wie ich finde".
Vilkas stimmte dem zu. "Wenn ihr denn dabei seid, werde ich auch mitkommen, sofern nicht noch etwas anderes anliegt."
Vorstag nickte. In der Stadt trennten sich die beiden. Vilkas begab sich hoch in sein Haus, während Vorstag sein immer im Silberblut Gasthof aufsuchte. Sie hatten verabredet, sich am Abend beim Essen über ihr Vorhaben weiter zu unterhalten. Nach dem Abendessen gingen sie dann Nochmals hinunter zu den Quartieren der Sleggwartmine, um ein paar weitere Informationen einzuholen, bevor sie endgültig zustimmten die Aufgabe zu übernehmen. Pavo war sehr froh, als er hörte, dass sich die beiden Männer entschlossen hatten ihm zu helfen. Es war geplant, dass die Kutsche von vier Soldaten bewacht werden sollte. Vilkas und Vorstag sollten zusätzlich die Gegend, durch die sie kommen würden, auskundschaften. Es sollte Vilkas und Vorstag überlassen sein, die Route zu bestimmen, wo sie lang fahren und auch Rasten würden. Die beiden waren mit den Bedingungen einverstanden und so wurde beschlossen, dass der Transport in drei Tagen starten sollte.

Zwei Tage später machten sich Vilkas und Vorstag auf den Weg zur Mine. Sie wollten die Nacht dort verbringen, damit sie am folgenden Morgen zeitig aufbrechen konnten. Vilkas hatte den Schecken mitgenommen und Vorstag hatte sich eine braune Stute in den Ställen von Markath gemietet, weil sie so die Möglichkeit hatten, auch mal ein größeres Stück vorzureiten, um die Strecke, die sie passieren wollten, zu überprüfen. Sie hatten eine grobe Planung gemacht, welchen Weg sie einschlagen wollten, da ihnen der am sichersten erschien. Die Soldaten sollten sich immer in der Nähe der Kutsche aufhalten.

Sie wollten die Strecke über Morthal nehmen. Die gefährlichste Stelle in Reach würde die Bruchturmschanze sein. Hier sollten sich Abgeschworene eingenistet haben, die alle vorbeikommenden überfielen. Vilkas und Vorstag hatten sich aber schon einen Plan zu recht gelegt. Die Kutsche mit den Soldaten sollte vor der Brücke, außerhalb der Sichtweite der abgeschworenen Rast machen. Vilkas und Vorstag würden an der Schanze vorbeireiten und dann außerhalb der Sichtweite der Abgeschworenen auf der anderen Seite der Festung die Pferde verstecken und sich dann in die Festung schleichen und dort die Abgeschworenen versuchen zu beseitigen. Es würde nicht leicht werden, aber die beiden Männer waren zuversichtlich es zu schaffen. Sobald die Festung befreit war konnten sie dann weiterziehen.

Gegen Mittag erreichten sie die Stelle wo die Kutsche rasten sollte. Die Soldaten stellen zwei Wachen ab, die aufpassen sollten, dass sie nicht von der anderen Seite, wo sie herkamen, überrascht wurden. Vilkas und Vorstag hatten sich zwei Schilde geben lassen, mit denen sie sich vor den Pfeilen der Abgeschworenen schützen wollten, wenn sie an der Festung vorbei ritten. Der Plan ging wie geplant auf. Die beiden Reiter konnten die Pfeile, die ihnen von der Festung entgegen flogen mit den Schilden abwehren und durch ihr hohes tempo, zu dem sie die Pferde angetrieben hatten, waren sie auch schnell aus dem Gefahrenbereich heraus. Sie ritten noch ein Stück auf der Straße entlang, damit die Abgeschworenen glaubten, sie würden der Strasse weiter folgen.

Als sie außerhalb der Sichtweite waren, änderten sie ihre Richtung. Sie ritten auf einem kleinen Pfad den Berg hinauf, an dem die Festung lag. Sie hofften, das die Abgeschworenen oben keinen Wachen postiert hatte. Sie gelangten ohne Probleme auf den Berg. Oben stiegen sie von ihren Pferden und banden sie an Bäumen fest. Dann suchten die sich eine gute Stelle, um hinunter zur Festung zu gelangen. Im oberen Bereich lief nur eine Frau herum, die ihr Hauptaugenmerk auf die Straße gerichtet hatte. Auf die Idee, dass sich jemand von hinten anschleichen könnte, schien sie nicht zu kommen. Vorstag nahm seinen Bogen zur Hand und sah Vilkas an und dieser nickte. Dann spannte der Abenteurer seinen Bogen und sein Pfeil traf sie Frau so sicher, das diese ohne noch einen Schrei von sich zu geben tödlich getroffen zusammensank.

Die Männer warteten noch einen Moment, bevor sie sich weiter hinunter begaben. Nach einen letzten kurzen Kletterparty erreichten sie die oberste Ebene der Festung. Hier oben gab es an den beiden Türmen jeweils eine Tür. Sie beschlossen zunächst durch die zu ihrer linken zu gehen. Leise öffnete Vilkas die Tür und schlich ins Innere. Vorstag folgte ihm. Vilkas hatte seinen Bogen zur Hand genommen, Vorstag seinen noch gar nicht wieder weggesteckt. Hinter der Tür war ein kurzer Gang der in eine Art Turmzimmer führte. Hier lief ein Mann herum, der sie anscheinend nicht bemerkt hatte. Vilkas und Vorstag stellten sich so hin das sie ihn beide gut treffen konnten. Dann ließen sie ihre Pfeile von den Sehnen schnellen. Der Mann schrie auf. Er war zwar schwer verletzt worden, aber etwas hielt ihn am Leben. Vilkas zog sein Schwert, während Vorstag sich weiterhin im Hintergrund mit seinem Bogen hielt. Dem Mann gelang es einen Frostatronarchen zu beschwören, der sich sofort auf Vilkas stürzten. Vilkas konnte dieses magische Wesen gut mit seinem Schwert auf Abstand halten, da es sich recht langsam bewegte. Vorstag schoss weiterhin auf den Mann am anderen Ende des Raumes. Nachdem er von vier weiteren Pfeilen getroffen war, brach er tot zusammen. Der Atronarch löste sich im Moment des Totes seines Beschwörers auch in Luft auf, was auch gut war, denn er hatte Vilkas ein eine Ecke manövriert, in der er sich kaum noch richtig verteidigen konnte. Als Vilkas und Vorstag sich den Toten genauer anschauten, sahen sie, das anstelle seines Herzen irgendetwas Dorniges eingepflanzt war. Das war nicht natürlich und erklärte halbwegs, warum er nicht sofort durch ihre Pfeile starb. Er musste einer dieser Dornenherzkrieger sein, die sich mit Hilfe von Hexenraben in etwas Unnatürliches verwandeln ließen. Nachdem sie den Raum durchsucht hatten, verließen sie das Turmzimmer wieder und gingen hinüber zum anderen Turm.

Hier wurden Vilkas und Vorstag gleich von drei Abgeschworenen empfangen, mit denen sie kurzen Prozess machten, da sie die drei überraschten. Eine breite Treppe führte hinunter. Am Ende der Treppe war ein Schafsaal, der leer war. Sie durchsuchten ihn nach Wertsachen und gingen dann die nächste Treppe hinunter. Oben am Treppenansatz hatte man eine Felsenfalle aufgebaut. Das bedeutete weiter unten musste ein Auslöser sein, der die Falle löste und die Steine auf unerwünschte Eindringlinge fallen ließ. Unten am Fuß der Treppe war tatsächlich ein Stolperdraht. Vilkas bat Vorstag etwas zurückzutreten, dann nahm er sein Schwert und durchtrenne den Draht. Laut dröhnend wurden die Steine frei gegeben und rollten die Treppe hinab.
"Bei Ysmir", flüsterte Vilkas, "Dass das so laut wird, habe ich nicht gedacht. Hoffentlich hat es keiner gehört." Vorstag nickte. Sie warteten einen Moment aber niemand kam. Dann schlichen sie weiter. Sie hörten leise Schritte. Jemand näherte sich ihnen. Vilkas hatte seinen Zweihänder kampfbereit zur Hand genommen. Vorstag hielt weiterhin den Bogen mit eingelegtem Pfeil in den Händen. "Lauri, seid ihr es", hörten sie eine Stimme flüstern, die näher kam.

"Nein", sagte Vilkas, als er aufsprang und der Frau, die sich ihnen näherte da Schwert in den Leib rannte. Sie starb ohne noch einen Laut von sich zu geben. Etwas weiter dem Gang entlang war eine Tür, die nach draußen zu führen schien. Das müsste die untere Ebene im Freien sein. Dort war mindestens noch ein Bogenschütze zu sehen gewesen, wenn nicht gar zwei. Vilkas sah Vorstag an. "Erst raus und dann drinnen weiter machen?" Vorstag nickte. Langsam öffnete Vilkas die Tür, Während Vorstag mit seinem gespannten Bogen bereitstand sofort schießen zu können, wenn sich jemand vor der Tür befand.

Am Rand der Ebenen stand eine Bogenschützin, die ihre Aufmerksamkeit auf die Strasse unter ihnen gerichtet hielt. Sie hatte nicht bemerkt wie sich hinter ihnen die Tür geöffnet hatte. Vorstag ging zwei Schritte vor, während Vilkas ihm den Weg freimachte und dabei dachte, mit Akki wäre er genauso vorgegangen. Eine Träne stahl sich bei diesem Gedanken in sein Auge. Er riss sich zusammen. Er durfte nicht an sie denken, nicht jetzt wo sie eine Festung von ihren unrechtmäßigen Besitzern befreiten. Vorstag bekam glücklicherweise nicht mit, was in Vilkas vorging. Er konzentrierte sich auf die Bogenschützin und einen Augenblick Später sank sie von einem Pfeil in den Nacken getroffen in sich zusammen, ohne noch einen Laut von sich zu geben. Trotzdem blieb die Aktion nicht unbemerkt. Ein Pfeil zischte haarscharf an Vorstag vorbei. Die zweite Person, die sie vermutet hatten hatte gesehen wie ihre Kameradin zu Boden ging und sofort ihre Bogen geschnappt. Vorstag sprang zur Seite. Vilkas stürmte an ihm vorbei, mit seinem erhobenen Zweihänder. Der Mann war von der Wildheit mit der Vilkas angestürmt überrascht und es gelang ihm nicht rechtzeitig einen weiteren Pfeil einzulegen, um Vilkas damit zu verletzten. Noch bevor es dem Abgeschworenen gelang auf Vilkas anzulegen wurde ihm der Bogen aus den Händen geschleudert und er schwer am Arm verletzt. Mit seinem zweiten Hieb trennte Vilkas dem Mann den Kopf vom Rumpf.

Vorstag war zwischenzeitlich in die andere Richtung gelaufen, denn er hatte gesehen, das dort auch noch jemand bei den Zelten war, der geschlafen hatte und sich nun aus den Fellen rausrollte. Noch bevor er seine Waffe ziehen konnte hatte Vorstag ihm sein Schwert zwischen die Rippen gejagt. Nachdem Vilkas und Vorstag den Abgeschworenen die wenigen wertvollen Dinge abgenommen hatten begaben sie sich wieder ins Innere der Festung. Es war zwischenzeitlich später Nachmittag geworden. Im unteren Bereich der Festung trafen sie auf drei weitere Abgeschworene die sie überraschen konnten. Sie durchsuchten die Lagerräume, die sich hier befanden und nahmen mit, was ihnen wertvoll erschien. Dann verließen sie die Festung durch den unteren Eingang. Sie hatten ausgelost, wer den Berg noch mal hinaufging, um die Pferde zu holen, während der andere zu ihrer Gruppe zurückkehrte. Vorstag war der Verlierer und musste die Pferde holen. Es war schon dunkel als Vilkas bei der Kutsche ankam. Die Soldaten und der Kutscher hatten schon angefangen sich Sorgen zu machen und waren froh Vilkas gesund und Munter zu sehen. Zwei Stunden später kam auch Vorstag zurück und machte sich hungrig über das Abendessen her, das angerichtet worden war.