005 Rifton – Erster Kontakt mit der Diebesgilde
005 Rifton – Erster Kontakt mit der Diebesgilde PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 16:54 Uhr

Rifton, auch bekannt als Stadt der Diebe, seitdem sich die Diebesgilde vor vielen Jahren unterhalb der Stadt in der Kanalisation eingenistet hatte. Irgendwie erstaunlich das es der Obrigkeit nie gelungen war, dort unten einzudringen und dem Spuk ein Ende zu bereiten. Oder wollte man es auch gar nicht erst? Diese Frage wird wohl keiner beantworten. Akkirah wusste nicht was sie von der Stadt halten sollte, aber trotzdem hatte sie das Gefühl zu Hause zu sein. Sie konnte es sich nicht erklären. Langsam ging sie die Hauptstrasse entlang. Durch die Stadt führte ein Kanal. Direkt über dem Wasser lagen auf beiden Seiten Holzstege entlang, die zu den tiefer gelegenen Wohnungen einiger ärmerer Bürger der Stadt führten. Es roch etwas nach brackigem Wasser. Auf der linken Seite der Strasse waren die Häuser der Bürger, die wohlhabender zu sein schienen. Hier lag auch der berühmte Tempel von Mara, wo die meisten Hochzeiten in Himmelsrand abgehalten wurden. Am anderen Ende der Strasse war die Festung Nebelschleier, der Sitz der Jarl von Rifton. Neben der Festung schien war der Trainingsplatz der Soldaten. Am Ende des Weges war das Südtor.

Akkirah kehrte um und ging zum Marktplatz. Sie beobachtete dort eine Weile das Treiben. Die Händler versuchten lautstark ihre Waren anzupreisen. Sie überlegte was sie tun sollte. Ob der Schmied eine Gehilfin brauchen könnte? Sie hatte aus den Gesprächsfetzen, die zu ihr von den Leuten auf dem Markt drangen, herausgehört, dass der Mann mit der Mütze der Besitzer der Fischerei war. Vielleicht gab es da Arbeit für sie. Im Bienenstich, der Taverne hatte sie schon angefragt, aber die Besitzerin und ihr Gefährte, beides Argonier, konnten sich keine weitere Angestellte leisten, auch wenn sie gerne jemand hätten, der sie unterstützen würde, gerade wenn Abends viel los war.

Während Akkirah am Nachdenken war, wo sie Arbeit her bekommen konnte, trat plötzlich wie aus dem Nichts ein Mann zu ihr. Er war kräftig gebaut, hatte rote Haare und grüne Augen. Seine linke Wange zierte eine Narbe. Akkirah hielt ihn für etwas über dreißig. Sie hatte ihn zuvor an dem kleinen Stand neben dem des Dunkelelfen gesehen, wo er merkwürdige Tränke an die Leute zu verkaufen versuchte.
"Mir scheint, ihr könnt etwas Geld gebrauchen und würdet dafür jeden Job annehmen."
Akkirah wurde erst rot und dann wütend: "Was fällt euch ein? Ich bin nicht so ein Mädchen." Der Mann fing an zu lachen und hob dann beschwichtigend die Hände. "Ich glaube ihr habt da was missverstanden, Mädchen. Die Art von Arbeit meine ich nicht. Obwohl", er machte eine kurze Pause und sah sie gründlich an, "gefallen würdet ihr mir schon." Akkirah wollte zu einer Ohrfeige ausholen. "Beruhigt euch wieder, Mädchen, wir wollen doch kein Aufsehen erregen." Irgendwas war an ihm und er schaffte es, das Akkirah wieder ruhig wurde. "Hört euch meinen Vorschlag an und dann sehen wir weiter. Ich heiße übrigens Brynjolf" Was hatte sie schon zu verlieren, wenn sie ihm zuhörte? Wenn es ihr nicht gefiel konnte sie ja immer noch gehen. "Okay, sagt was ihr wollt."

"Na das klingt doch schon viel besser." Er sah ihr in die Augen. "Also, ich arbeite für eine Gesellschaft, die ein kleines Problem mit einem der Händler am Markt hat und möchte dass dieser für einige Zeit von der Bildfläche verschwindet." Akkirah wollte gerade ungehalten etwas erwidern, als der Mann sie sofort beruhigte. "Er soll nicht sterben, falls es das ist, was ihr eben dachtet. Er soll nur für ein paar Tage ins Gefängnis gehen. Mehr nicht. Dafür müsst ihr nur einen Ring von dem Argonier Madesi, der dort drüben zu finden ist", er deutete mit dem Kopf in die Richtung des Juweliers, "stehlen und ihn Brand-Shei in die Tasche stecken. Die Wachen werden den Ring dort finden und er wird für ein paar Tage ins Gefängnis gesperrt werden. Damit ihr euch in Ruhe den Ring holen könnt, werde ich für die nötige Ablenkung sorgen." Akkirah sah ihn ungläubig an. "Ich habe nicht vor ein Verbrechen zu begehen." Sie drehte sich um und ging davon. Sie hörte noch wie er sagte: " Ich habe mich bisher selten in Menschen geirrt. Solltet ihr eure Meinung ändern, ihr wisst wo ihr mich finden könnt." Dann ging er zurück zu seinem Stand.

Akkirah zitterte vor Wut. Was sollte das? Wie konnte ein dahergelaufener Kerl von ihr verlangen einen Unschuldigen ins Gefängnis zu bringen? Sie atmete tief durch. Dann ging sie zum Schmied Balimund und fragte ihn nach Arbeit. Es tat ihm leid, aber er hatte schon einen Gesellen. Also machte sich Akkirah auf die Suche nach Bolli, dem Fischereibesitzer. Leider bekam Akkirah auch hier eine Absage. Er hatte schon jetzt zu viele Leute, die für ihn arbeiten würden und seien Frau war deshalb schon ziemlich ungehalten. Er riet ihr in der Schwarzdornbrauerei noch mal nachzufragen. Das tat sie dann auch, allerdings nur um sich noch eine Absage einzuholen. In der Zwischenzeit war es Nachmittag geworden und sie bekam auch noch Hunger. Sie war verzweifelt. Sie brauchte etwas Geld um sich neu auszurüsten, damit sie auf Jagt gehen konnte. Sie dachte noch mal über das nach was Brynjolf ihr vorgeschlagen hatte. War es wirklich so schlimm jemanden für kurze Zeit ins Gefängnis zu schicken? Es wäre ja nur vorübergehend, versuchte sie sich einzureden, danach ist er wieder frei und kann so weiter machen wie bisher. Ihr war zum Heulen, aber damit würde sie auch kein Geld bekommen. Also atmete sie tief durch und ging zum Stand von Brynjolf. Er sah sie lächelnd an: "Habt ihr es euch doch anders überlegt?" Nach kurzem Zögern sagte sie "Wann soll es losgehen?" und dann fiel ihr noch was ein. Sie hatte im vorbeigehen gesehen, das der Stand von Madesi mit einem Schloss gesichert war. Sie bräuchte einen Dietrich, um das zu öffnen und den hatte sie nicht. Als Kind hatten sie und ihr Bruder öfters mal die verschlossenen Schranktüren ihrer Eltern geöffnet. Dabei hatte sich Akkirah immer geschickter angestellt als ihr Bruder. Sie hoffte es würde hier genauso einfach gehen. "Achja. Ich bräuchte einen Dietrich, ansonsten wird das Ganze nichts." Brynjolf sah sie an und wieder lächelte er und dachte, ‚Ich wusste sie wäre was für uns'. Er griff in seine Tasche und holte einen Gegenstand hervor. Er sah sich um bevor er ihn ihr so unauffällig wie möglich gab. Akkirah ließ den Dietrich in ihrer Tasche verschwinden. "Am besten begebt ihr euch schon mal in die Nähe von Madesis Stand. Sobald ihr glaubt es kann losgehen, gebt ihr mir ein Zeichen und ich beginne mit einer Ablenkungsaktion, so dass man euch nicht weiter beachtet. Wenn alles geklappt hat, kommt ihr zurück zu mir und ihr werdet euren Lohn erhalten." Akkirah nickte nur und dann entfernte sie sich unauffällig. Sie kaufte sich bei Marisa von den letzten Septimen die sie noch hatte zwei Äpfel. Während sie diese Ass beobachtete sie unauffällig noch mal die Stände von Madesi und Brand-Shei und überlegte sich genau, wie sie vorgehen würde.

Als die Äpfel aufgegessen waren begab sich Akkirah in die Nähe von Madesis Stand. Akkirah nickte Brynjolf von weitem zu und er begann lautstark auf seine wundersamen Elixiere aufmerksam zu machen. Er hatte etwas an sich, das wirklich alle zu ihm lockte. Damit würde sie ein leichtes Spiel haben, Sofern das Schloss sich nicht allzu schwer öffnen ließ. Vorsichtig sah sie sie noch nach den Wachen um. Diese schienen weit genug entfernt zu sein und wenn sie sich hinter der mauer, die den Markt umgab bückte, würden sie sie nicht bemerken. Akkirah ging in die Hocke und schlich sich vorsichtig, wobei sie ihre Umgebung immer wieder genau beobachtete hinter den Stand von Madesi. Sie musste zunächst die Schiebetür unten öffnen. Das ging ihr erstaunlich leicht von der hand. Bei der kleinen Schatulle brauchte sie dann schon etwas länger und sie war nahe davor in Panik auszubrechen, weil diese nicht so wollte wie sie. Aber dann spürte sie das Klicken und auch dieses Schloss war offen und sie nahm den Ring daraus. Alles andere ließ sie darin. Nachdem sie sich etwas von dem Stand entfernt hatte richtete sie sich auf und ging langsam zu der Menge, die sich um Brynjolf versammelt hatte. Brand-Shei stand am Rand und schüttelte den Kopf, da er das was Brynjolf über die Tränke behauptete absoluter Blödsinn war. Akkirah schlich sich unauffällig an den Dunkelelfen ran. In einem günstigen Moment ließ sie den Ring in seiner Gürteltasche verschwinden. Dann entfernte sie sich etwas.

Brynjolf hatte sie die ganze Zeit unauffällig beobachtet. Er beendete seine Werbeaktion und die Menge löste sich langsam wieder auf. Akkirah ging zurück zu Brynjolf, um sich ihren Lohn abzuholen. Während sie bei ihm stand, hörte sie im Hintergrund den entsetzten Aufschrei von Madesi, als dieser bemerkte das er bestohlen worden war. "ihr habt die Aufgabe sehr gut bewältigt, Mädchen. Hier ist euer Lohn." Er gab ihr unauffällig einen Beutel mit 100 Septimen. "Wir haben für jemanden mit eurem Geschick noch jede Menge Arbeit, bei der ihr gut verdienen könnt." "Ich denke es wird bei diesem einen Mal der Zusammenarbeit bleiben", antwortet Akkirah nur und dann drehte sie sich um, um zu gehen. "Ihr werdet es euch schon noch überlegen, Mädchen. Besucht uns einfach unten im Rattenweg." Er hörte sich sehr zuversichtlich an. Sie beachtete ihn aber nicht weiter. Sie überlegte sich was sie mit dem Geld anfangen könnte. Zunächst einmal wollte sie nur schlafen. Sie fühlte sich wie erschlagen. So begab sie sich zum Bienenstich, wo sie sich ein Zimmer für die Nacht nehmen wollte.

Auf dem Weg dorthin sah sie wie sich Shadre, der Stallbursche mit einer Frau stritt. Sie verstand nicht um was es ging. Die Frau verschwand dann in den Bienenstich, während Shadre unglücklich auf der Bank vor dem Bienenstich sitzen blieb. Akkirah ging zu ihm. Sie mochten den jungen Burschen. Er war ruhig und zurückhalten und hatte eine gute Hand für Pferde. "Was ist passiert?" fragte sie ihn. Er sah sie erstaunt an: "Oh ihr seid es. Nun ich habe ein Geschäft mit den Ställen von Weißlauf verabredet. Das Startkapital habe ich von Saphir geliehen. Aber die Ware wurde unterwegs gestohlen und nun kann ich Saphir ihr Geld nicht zurückgeben. Sie hatte bestimmt ihre Finger im Spiel, als die Waren gestohlen wurden, hatte ich den Eindruck. Aber ich kann es nicht beweisen. Sie will nun aber ihr Geld zurück haben und ich kann es ihr nicht geben. ich befürchte sie wird mich dafür umbringen." "Nun beruhigt euch erst mal wieder. Ich rede versuche mit ihr zu reden." "Das würdet ihr wirklich tun?" Sie nickte. Am besten geht ihr wieder an eure Arbeit. Ich sage euch später bescheid, was diese Saphir gesagt hat." "Ich danke euch." Er stand auf und ging Richtung Stadttor.

Akkirah wandte sich dem Bienenstich zu. Und betrat die Taverne. In dem großen Schankraum sah sie Saphir an die Wand gelehnt stehen. Es war schon recht voll und die meisten der Tische waren besetzt. Ohne zu zögern ging Akkirah auf die Frau zu. Diese spürte, das Akkirah etwas von ihr wollte und fauchte sie auch gleich ungehalten an: "Was wollt ihr von mir? Ich habe mit euch nichts zu schaffen. Also lasst mich in Ruhe" "Ich bin eine Freundin von Shadre." Saphir zog die Augenbrauen hoch "Wow, nun schickt er schon kleine Mädchen los, um seine Angelegenheiten zu regeln" "Er hat mich nicht geschickt, aber ich will das ihr ihn in Ruhe lasst. Ich weiß, dass ihr ihn um seine Waren betrogen habt" Akkirah staunte über sich selbst. Wo nahm sie die Selbstsicherheit her, die Fremde so anzusprechen? Sie hatte sich vor Saphir aufgebaut. Diese war etwas größer als sie selbst, aber Saphir erkannte, dass es Akkirah ernst war und sie wollte nicht das andere auf ihren Streit aufmerksam wurden. " Schon gut, wir sind Quitt. Shadre braucht mir das Gold nicht mehr zurückgeben. Ich habe durchs seine Waren genug verdient, und habe es nicht nötig einen Stallburschen zu erpressen. Sagt ihm das." Akkirah nickte nur und dann ging sie zu Keerava der Besitzerin des Bienenstichs um sich ein Zimmer zu nehmen. Sie bezahlte gleich für 2 Tage.

Nachdem sie den Schlüssel bekommen hatte ging sie noch mal zur Stadt hinaus zu den Ställen von Rifton. Sie wollte nach Adelante sehen und auch gleich Shadre sagen, das er sich keine Sorgen mehr machen musste. Adelante stand in ihrer geräumigen Box und fraß genüsslich ihr Heu, dass frisch aufgeschüttet worden war. Sie schnaubte leise als Akkirah zu ihr trat. Akkirah streichelte die Stute am hals. Dann sah sie nach den Wunden. Diese waren in der Zwischenzeit aber soweit verheilt das Akkirah nichts mehr machen musste. Shadre war noch dabei die restlichen Tiere zu versorgen. Als er sie bei Adelante stehen sah unterbrach er seine Arbeit und kam zu ihr. "Ihr müsst euch keine Sorgen mehr wegen Saphir machen." Akkirah lächelten den Stallburschen an. "Sie hat euch eure Schulden erlassen." Der junge Mann war erstaunt. "Wie habt ihr das nur hinbekommen? Ich danke euch jedenfalls vielmals dafür. Ich werde mich wann immer ihr euer Pferd hier abstellt besonders gut um die Stute kümmern. Das verspreche ich euch." "Danke schön. Und nu werde ich mich zurückziehen. Die letzten Tage unterwegs waren doch recht anstrengend und ich bin nur noch müde." Sie ging zurück in den Bienenstich und begab sich ohne noch etwas zu essen zu Bett. Sie schlief sofort ein.

Am folgenden Morgen wachte Akkirah frühzeitig auf. Sie ging hinunter in den Schankraum und ließ sich ein einfaches Frühstück geben. Anschließend ging sie zum Schmied um ihre Ausrüstung zu vervollständigen. Sie kaufte einen Köcher und genug Stahlpfeile. Am Stand von Grelka beschaffte sie sich einen Rucksack und diversen Kleinkram, den sie für ihren Jagdausflug, den sie plante, gut gebrauchen konnte. Damit war ihr Gold das sie gestern von Brynjolf erhallten hatte dann auch schon wieder aufgebraucht.

Sie begab sich zu den Ställen von Weißlauf und nahm Adelante aus dem Stall und schwang sich auf deren blanken Rücken. Sie bräuchte dringend neues Sattelzeug. Dann ritt sie langsam los. Den ganzen Tag waren die beiden unterwegs, aber sie hatten Pech. In der näheren Umgebung der Stadt war außer ein paar Riesenspinnen kaum etwas Jagdbares zu finden. Das einzige Rehwild das Akkirah sah, war ein Muttertier mit Kitz, und die beiden konnte sie irgendwie nicht töten. Zwei Wölfe erwischte sie und zog ihnen die Felle ab. Diese verkaufte sie an Balimund, bekam aber nicht viel dafür, so kehrte sie etwas deprimiert zurück in den Bienenstich. Nachdem sie eine Kleinigkeit gegessen hatte wollte sie hoch in ihr Zimmer gehen. Als sie in ihrem Zimmer lag dachte sie lange darüber nach was sie tun sollte. Es wäre wahrscheinlich alles viel einfacher, wenn sie das Pferd nicht versorgen müsste. Alleine würde sie schon durchkommen. Hofgir, der Stallbesitzer würde ihr die Stute bestimmt für gutes Geld abkaufen und sie wäre ihre Sorgen los. Aber die Stute war ihr in den wenigen Tagen sehr ans Herz gewachsen und so etwas wie eine Freundin für sie geworden. Und Freunde verkauft man nicht. Es musste eine andere Möglichkeit geben zu Gold zu kommen. Sollte sie Brynjolfs Angebot annahmen und weiter für ihn arbeiten? Die Bezahlung war ja nun wirklich nicht so schlecht. Sie dachte an die drei Findlinge mit den verschiedenen Zeichen, an denen sie mit Ralof nach ihrer Flucht aus Helgen vorbeikamen. Demzufolge stand sie unter dem Zeichen des Diebes. Es schien also ihr Schicksal zu sein, sich zu ihnen zu begeben.

Akkirah stand wieder auf. Schlafen konnte sie eh nicht. Sie hatte von den Bewohnern gehört wo sich der Eingang zum Rattenweg befand. Die Dämmerung war in der Zwischenzeit angebrochen. Die perfekte Zeit um ungesehen zu dem Eingang der Kanalisation zu gelangen. Da sie nicht wusste was sie da unten erwarten würde, nahm sie sowohl ihr Schwert, als auch den Bogen mit, als sie sich auf den Weg zur Kanalisation machte. Sie hielt sich so gut es ging im Schatten der Häuser auf, bis sie zur Treppe, die auf die Stege unten am Kanal führten kam. Auch hier bleib sie dicht an der Wand und so gelangte sie ungesehen zum Eingang des Rattenwegs.

Sie hatte nicht erwartet, dass die Gänge hier unten teilweise beleuchtet waren. Aber es war ganz gut so, denn sie hatte völlig vergessen, sich mit Fackeln zu versorgen. Sie war noch nicht weit gekommen als sie plötzlich Stimmen hörte. Sie zog sich in eine Nische zurück und lauschte, um zu erfahren, was es mit den beiden finsteren Gestalten vor sich auf sich hatte.

"Hefnon, wie lange sollen wir uns denn hier noch die Beine in den bauch stehen und auf diese kleine Schlampe warten, die angekündigt wurde?" "Gabt Geduld, Drahff, sie wird schon noch kommen und wir werden bevor wir ihr die Kehle aufschlitzen bestimmt noch etwa Spaß mit ihr haben. Unser Auftraggeber hatte doch gesagt, es kann sein, das es ein wenig dauern wird bis sie kommt. Er hat sich bisher nie darin geirrt. Also sei still. Wäre doch ärgerlich wenn sie uns entwischen würde, nur weil sie uns gehört hat."

Akkirah war entsetzt. Man wollte ihren Tot, Brynjolf wollte es, wer sonst konnte von ihr wissen. Wollte er sie so als unliebsame Zeugin wegen der Sache auf dem Marktplatz, ausschalten? Wut kam in ihr hoch. Sie hatte ihm vertraut. Wie konnte sie sich nur so in einem Menschen irren? Sie wollte nur fort von hier unten. Vorsichtig wollte sie langsam rückwärts zurück schleichen. Dabei übersah sie eine Schaufel die am Boden lag. Mit einem lauten Geräusch rutschte diese über den Boden als Akkirah dagegen stieß. Damit lenkte sie die Aufmerksamkeit der beiden Männer auf sich. Bei Talos, nur musste sie Kämpfen. Sie zog ihr Schwert und machte sich Kampfbereit. Zusätzlich nahm sie ihr Messer in die andere Hand. Sie würde sich so teuer wie möglich verkaufen. Sie zog sich erst mal wieder in eine dunkle Nische zurück. Die beiden Männer kamen den Gang entlang gestürmt. "Sie muß da vorne sein", sagte der Kleiner der beiden, den hinter der Großen lief. Der Große, bei dem es sich um Hefnon Schwarz-Skeever handelte lief an ihr vorbei ohne sie zu sehen. Drahff, war etwas langsamer und als er auf ihrer Höhe war blieb er stehen. Akkirah beschloss den Angriff zu beginnen. Das Überraschungsmoment würde ihr wohl helfen. Sie sah das er einen Bogen in der Hand hielt und kein Schwert. Sie sprang vor und rammte ihm ihr Schwert in dem Bauch. Er schrie vor Entsetzen und Schmerzen gleichermaßen auf. Damit hatte sie den ersten Gegner schon mal ausgeschaltet. Hefnon bleib sofort stehen, als er seinen Kumpan aufschreien hörte und drehte sich um. Er war mit einem Kriegshammer bewaffnet, wie Akkirah im schwachen Fackelschein im Gang erkennen konnte. Sie überlegte nicht lange und warf mit aller Macht ihr Messer auf den Kerl. Sie traf den ungeschützten rechten Oberarm des Mannes. Das machte ihn noch wütender. "Ihr Schlange, das werdet ihr büssen." Wie ein wilder Stier stürmte er auf Akkirah zu und holte zu einem kraftvollen Hieb aus. Im letzten Moment, bevor die Axt sie traf sprang sie in die Nische zurück und der Schlag von Hefnon ging fehl und er geriet aus dem Gleichgewicht. Diesen Moment nutzte Akkirah um auch ihm ihr Schwert in die Seite zu jagen. Er brach genau wie sein Freund zuvor zusammen und ließ seinen Kriegshammer fallen. Akkirah nahm ihr Messer, das noch immer im Oberarm des Kerls steckte an sich und schnitt den beiden noch lebenden Männern nacheinander die Kehlen durch, so wie sie es mit ihr vorhatte. Diesmal hatte sie keine Gewissensbisse anderen Menschen das leben zu nehmen. Das hier waren zwei eiskalte Mörder gewesen und sie wäre bestimmt nicht ihr erstes Opfer gewesen.

Als das erledigt war stand Akkirah erst mal zitternd da. ‚Brynjolf, das wirst du mir büßen und wenn es das Letzte ist was ich tun werde.' Sie durchsuchte die beiden Toten und nahm alles, was nützlich sein konnte mit. Darunter befand sich auch einen kleiner Amethyst. Wenn sie den verkaufen würde, hätte sie erst mal genug gold um eine weitere Nacht die Stallmiete und ihr Zimmer zu bezahlen, hoffte sie. Vorsichtig ging sie weiter. Immer drauf gefasst auf weitere üble Gestalten zu stoßen. Aber bis auf einen Skeever, der durch einen Pfeil von ihr starb und zwei Taugenichtse, die hier unten lebten und an denen sie sich vorbei schleichen konnte, war der Rest des Weges mit Ausnahme einiger Fallen, die sie entschärfen musste frei. Dann betrat sie die Zersplitterte Flasche. In der Mitte befand sich eine Art See. Auf der anderen Seite vom Eingang war dann eine Taverne eingerichtet worden. Davor war so etwas wie ein Steg, auf dem diverse Kisten gestapelt waren, so das man nicht sehen konnte wer oder wie viele Leute sich in der Taverne befanden. Akkirah schlich am Rand des Wassers auf den Zugang der Taverne zu. Wachen schien es nicht zu geben. nun sah sie mehrere Leute da stehen die sich unterhielten. Sie achtete nicht darauf was sie sagten, als sie näher schlich. Brynjolf war unter ihnen. Er stand auch so, dass er sie als erstes kommen sah. Er hatte wieder sein selbstbewusstes Lächeln aufgesetzt als er auf sie zuging. Aber noch bevor et etwas sagen konnte hatte ihm Akkirah eine Ohrfeige verpasst, das er zurücktaumelte. Dann zog sie ihr Messer und wollte es ihm in den Leib rammen. Einer der Anwesenden, Heuler, schlug es ihr aber aus der Hand und packte sie dann von hinten und hielt sie fest. Akkirah wehrte sich wie wild, hatte aber keine Chance sich aus den Armen des kräftigen Mannes zu befreien. Diesmal geriet sie nicht in Panik, sondern ihre Wut wurde noch größer Auch die anderen waren aufgesprungen und hatten sich kampfbereit gemacht.

"Was bitte war denn das für eine Begrüßung, Mädchen?" Brynjolf hatte sich wieder gefangen. Diesmal lächelte er aber nicht sondern seine Augen funkelten ähnlich vor Wut, wie die von Akkirah. "Warum wolltet ihr mich umbringen lassen? Wozu zwei Kerle dafür anheuern?" Brynjolf sah sie verwirrt an. "Wovon redet ihr Mädchen? Was für Kerle sollte ich angeheuert haben? Und wozu?" "Drahff und Hefnon Schwarz-Skeever, nun die beiden werden niemanden mehr etwas tun. Und sie sollten mich daran hindern, herzu kommen. Warum wisst ihr sicherlich am Besten, denn ihr habt sie ja wohl dafür bezahlt mir aufzulauern." "Das ist doch Blödsinn, Mädchen", Brynjolfs Ärger war verraucht. Auch die anderen wussten nicht was die von dem, was Akkirah erzählte, halten sollten. Der Rattenweg war nicht ungefährlich, es trieb sich immer irgendwelches Gesindel in den Gängen rum. Aber Mörder anheuern um jemanden zu hindern zu ihnen zu gelangen? Das war doch einfach nur idiotisch. Und von den beiden Kerlen, deren Namen Akkirah nannte, hatte auch noch keiner etwas gehört.

Akkirah versuchte wieder sich aus dem Griff von Heuler zu befreien. Wieder erfolglos. Brynjolf sah sie ernst an. "Wenn ich Heuler bitte euch loszulassen, versprecht ihr, nicht wieder auf mich loszugehen?" Akkirah erwiderte seinen Blick sagte aber nichts. Brynjolf gab Heuler ein Zeichen, sie loszulassen. Also sie sich wieder bewegen konnte, war Akkirah im ersten Moment versucht, auf Brynjolf loszugehen. Ließ es aber dann sein.

"Kommt, Mädchen, setzt euch hin und lasst und dann in Ruhe darüber reden was euch passiert ist. Vekkel, bitte bringe und zwei Met." Der Wirt nickte und legte seine Lappen, mit dem er gerade den Tresen geputzt hatte, zur Seite und holte zwei Flaschen Met, wie Brynjolf befohlen hatte. Brynjolf fasst Akkirah am Arm, was sofort wieder eine heftige Abwehrreaktion ihrerseits auslöste und er sie sofort wieder losließ. "Bitte setzt euch", bat er sie noch einmal. Akkirah setzte sich widerwillig. Delvin und Vex gesellten sich dazu. Die drei hatten wohl hier das Sagen vermutete Akkirah. Vekkel holte noch zwei Flaschen Met Dann bat Brynjolf, Akkirah noch mal in Ruhe zu erzählen, was denn passiert wäre und er versicherte ihr dass er niemanden geschickt hätte um sie zu beseitigen. Er war schließlich derjenige, der sie hier haben wollte. Die anderen beiden bestätigten seine Aussage, das er von ihrem Talent angetan war und wollte, das sie zu ihnen stoßen sollte, wenn sie denn wolle.

Akkirah schwieg die meiste Zeit während die anderen sprachen und beobachtete sie. Keiner von ihnen, auch Brynjolf nicht, schien etwas mit dem Überfall zu tun zu haben. Hatte sie sich möglicherweise nur verhört und etwas missverstanden? Sie wusste nicht mehr was sie denken sollte. Akkirah hatte ihren Met nicht angerührt. Sie kamen letztendlich zur Übereinkunft, dass sie jetzt erst mal alle schlafen gehen sollten. Morgen sollte Akkirah dann noch mal vorbeischauen und dann sollte entschieden werden wie es weiterging. So verließ sie dann erst mal die zersplitterte Flasche und den Rattenweg.