007 Zeit in der Diebesgilde 2
007 Zeit in der Diebesgilde 2 PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 16:55 Uhr
Als Akkirah am Morgen erwachte, musste sie sich erst mal orientieren, wo sie war. Dann fiel es ihr auch gleich wieder ein. Sie war nun stolze Hausbesitzerin. Jedenfalls fasst. Sie musste nur noch etwas Gold zusammenbekommen, um es komplett zu bezahlen. Sie stand auf und öffnete erst mal die Tür zur Terrasse. Die Sonne war Aufgegangen. Über dem See lagen aber noch Nebelschwaden. Trotzdem würde es ein schöner Tag werden. Als sie daran dachte was sie heute noch tun musste, wurde sie aber etwas traurig. Sie musste noch zwei Bewohnern der Stadt etwas Gold im Namen der Diebesgilde abnehmen. Aber erst mal war Frühstück angesagt. Mit etwas essen im Magen würde die Welt sicherlich schon besser aussehen. Nach dem sie etwas Brot zu sich genommen hatte lief sie zu den Ställen um nach Adelante zu schauen. Shadre hatte ihren Stall schon fertig gemacht. So blieb Akkirah nichts weiter zu tun, als die Stute etwas zu putzen. Danach begab sie sich wieder nach oben.

Es war noch relativ zeitig als Akkirah dann beschloss zum Bienenstich hinüber zu gehen. Um diese Zeit war es noch recht leer. Die Meisten waren entweder bei ihrer Arbeit oder noch zu Hause und würden frühestens zum Mittagessen kommen. Keerava war scheinbar dabei die Zimmer oben wieder herzurichten. Das war die passende Gelegenheit etwas mit Talen-Jei ihrem Freund zu sprechen. Sie begann ein unverfängliches Gespräch an. dabei erfuhr sie von dem Argonier einiges übe die Bräuche der Brautwerbung unter Argoniern. Um einen passenden Ring für seine auserwählte herstellen zu lassen benötigte er noch 3 makellose Amethyste. Akkirah beschloss für sich, sich nach solchen Steinen umzuschauen, in der Hoffnung die beiden würden ihr verzeihen was sie tun musste. Vorsichtig lenkte sie dann das Gespräch auf Brynjolf und seine Forderung. Talen-Jei sah sie sie unglücklich an. "Ich möchte nicht das Keerava was passiert. Ich weiß wie stur sie sein kann und ich weiß, dass andere entsprechend reagieren könnten, wenn sie nicht tut was man von ihr verlangt. Das was ihr am wichtigsten ist, ist ihre Familie, die auf einem kleinen Hof in Morrowind lebt. Wenn ihr Keerava gegenüber die Familie erwähnt wird sie bezahlen. Aber bitte verratet ihr nicht, dass ich es euch gesagt habe."
"Ich danke euch Talen-Jei. Und ich verspreche euch, niemand anderes wird etwas erfahren, von dem was wir hier eben besprochen haben. Ich hoffe ihr glaubt mir das." Akkirahs Gesicht sah unglücklich aus. Sie ging dann schon mal zum Tresen hinüber um auf Keerava zu warten. Es dauerte nicht lange da kam sie auch schon.
"Es isst schön euch zu sehen. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, weil ihr letzte Nacht nicht da wart."
"Oh, das tut mir leid. Ich hatte vollkommen vergessen euch bescheid zu geben, das mir nun das Honigheim gehört. Die Jarl hat es mir überlassen. Hier ist übrigens der Zimmerschlüssel zurück. Ich brauche ihn nun nicht mehr. Ich möchte mich auch noch mal recht herzlich dafür bedanken, dass ihr mich hier so freundlich aufgenommen habt. Ich werde jederzeit euren Gasthof empfehlen, sollte jemand ein Zimmer in der Umgebung suchen." Dann schwieg Akkirah kurz. Keerava spürte, das etwas nicht stimmte.
"Ihr habt doch noch etwas auf den Herzen, das merke ich doch."
"Nun, ja. Brynjolf hat mich beauftragt, euch zu bitten ihm das fällige Gold zu geben."
"Nein, ich habe es ihm schon mehrfach gesagt, er bekommt von mir kein Gold."
"Er sagte, wenn ihr nicht bezahlt, würde er jemanden zu einem kleinen Hof in Morrowind schicken."
Keerava verlor sämtliche Farbe im Gesicht. "Ihr dürft ihnen nichts tun, bitte, ich werde alles machen, was ihr verlangt. Warte einen Augenblick", sie bückte sich und kramte unter dem Tresen herum und reichte Akkirah dann einen kleinen Beutel mit dem Gold." Hier ist das Gold, aber bitte lasst meine Familie in Ruhe."
"Ich verspreche euch, das Brynjolf ihnen nichts tun wird."
"Danke, aber jetzt ist es besser ihr geht, ich möchte alleine sein."

Akkirah nickte und verschwand. Puh, das war besser gelaufen als sie befürchtet hatte. Nun blieb nur noch Bersi. Sie beschloss ihm am Nachmittag einen Besuch abzustatten. Über Mittag wollte sie anfangen ihren Keller auf Fordermann zu bringen. Als sie dann am Nachmittag Bersis Laden aufsuchte war sie erstaunt. Er schien schon auf sie gewartet zu haben. "Bitte, hier, nehmt das Gold, und bringt es Brynjolf. Ich versprechen euch von nun an immer Pünktlich meinen Pflichten nachzukommen."
Akkirah nickte freundlich. "Ich danke euch und werde es Brynjolf ausrichten. Ich hoffe ich darf trotzdem zu euch zum Einkaufen kommen. Ich werde demnächst wohl ein paar größere Anschaffungen machen, und das würde ich gerne bei euch machen. Ich habe das Honigheim gekauft."
"Ihr seid immer willkommen, wenn ihr nicht gerade im Auftrag von Brynjolf unterwegs seid. Und herzlichen Glückwunsch zum Erwerb des Hauses. Es ist schön endlich wieder Nachbarn zu haben."
"Nochmals Danke. Nun sollte ich aber gehen. Ich wünsche noch einen angenehmen Nachmittag."

Akkirah drehte sich um und verließ den Laden. Sie überlegte was sie als nächstes tun sollte. Hinunter in den Rattenweg zu gehen, dafür war es noch zu früh, die Gefahr gesehen zu werden, war zu groß. Also beschloss sie noch einen Ausritt zu machen. Sie ging zunächst nach Hause, um ihre Waffen zu holen. Draußen in der Wildnis war es besser, wenn man nicht unbewaffnet war, auch wenn man zu Pferd war. Sie blieb 3 Stunden im Gelände und kehrte dann zurück. Sie machte sich den Rest vom gestrigen Eintopf warm und aß ihn wieder auf der Terrasse. Als die Dunkelheit hereinbrach machte sie sich auf den Weg zum Rattenweg. Brynjolf saß mit Delvin an einem Tisch, als Akkirah zu ihnen trat. Brynjolfs Augen blitzten kurz vor stolz auf. Ihm war schon zu Ohren gekommen, dass es Akkirah gelungen war, das Gold einzutreiben.

"Ihr habt gute Arbeit geleistet, Mädchen. Ich bin stolz auf euch. Zumal ihr es scheinbar so geschickt gedreht habt, das niemand auf die Idee gekommen ist, ihr würdet direkt zu uns gehören. Das gefällt mir." Er sah sie mit seinen grünen Augen an.
Akkirah wurde ungewollt rot unter dem Blick. Dann reichte sie ihm die drei Beutel mit dem Gold rüber.
"Kommt, ich möchte euch unserem Gilden Meister vorstellen. Er ist schon ganz gespannt auf euch, genau wie die anderen, die ihr bisher noch nicht kennen gelernt habt."

Akkirah wollte ihm gerade sagen, das sie nicht vorhatte der Gilde endgültig beizutreten, aber er ließ ihr keine Chance etwas zu erwidern. Er war schneller und fasste sie am Arm um sie mit sich zu ziehen. Wieder einmal überfiel ein panikartiges Gefühl Akkirah und sie riss sich los und zog instinktiv ihr Messer und ging in eine Abwehrhaltung. Brynjolf ließ sie los und trat einen Schritt zurück. Er sah ihren panischen Blick und er begann zu ahnen, dass ihr mal etwas Schlimmes widerfahren sein musste.
"Ganz ruhig Mädchen, ich fasse euch nicht wieder an. Das verspreche ich euch." Er sah sie beruhigend an. "Bitte, folgt mir. Niemand wird euch etwas tun. Ihr habt mein Wort darauf."
Akkirah beruhigte sich wieder. Sie vertraute Brynjolf irgendwie, sie konnte nicht sagen warum, es war einfach so. Sie nickte nur zaghaft und dann folgte sie Brynjolf. Vex, Vekkel und Delvin hatten die Reaktion von Akkirah mitbekommen, aber sagten nichts weiter dazu. Brynjolf führte sie zu einer Nische in der ein Schrank stand. Hier schien es nicht weiterzugehen. Aber dann betätigte Brynjolf einen versteckten Schalter und der sowohl die Vordertüren als auch die Rückwand des Schranks öffneten sich. Da hinter ging der Gang weiter und führte einerseits zu einem Raum mit ein paar Betten und einem kurzen Gang, an dessen Ende eine Tür war.
"Euch sollte klar sein, das ihr alles was ihr hier nun seht, für euch zu behalten habt. Ansonsten werdet ihr nicht lange leben"
Akkirah nickte nur. Dann betraten sie gemeinsam eine große Zisterne. Hinter der Tür befand sich eine riesige Zisterne, die dem Raum auch ihren Namen gab. Über dem Wasser in der Mitte führten vier brückenartige Gebilde aus Stein, die in der Mitte kreisförmige Plattform bildeten. An jedem Ende jeder dieser Stege war ein Gang zu finden, der in andere Bereiche zu führen schien. Bei diesen Gängen standen die Betten der anderen Mitglieder der Diebesgilde. Außer bei dem ihnen gegenüber. Da stand ein Schreibtisch über den sich ein Mann beugte. Als Brynjolf und Akkirah die Zisterne betraten, sah der Mann auf und kam ihnen entgegen. Auf der runden Plattform kamen sie zusammen.
"Mercer, dass ist das Mädchen, von dem ich euch erzählt habe."
Der Mann musterte sie gründlich von oben bis unten. Akkirah mochte ihn auf Anhieb nicht. Irgendwas an ihm war ihr unheimlich. Sie hoffte, dass niemand ihre Abneigung bemerkte. Brynjolf schien ihm zu vertrauen, und Akkirah wiederum vertraute Brynjolf.
"Bryn hat nur in höchsten Tönen von euch geschwärmt. Also scheint ihr zu etwas zu gebrauchen zu sein. Ich glaube ich habe auch schon eine passende neue Aufgabe für euch."
Akkirah glaubte ganz kurz etwas Hinterhältiges in seinen Augen aufblitzen zu sehen. Brynjolf bemerkte es nicht. Oder bildete sie sich das nur ein, weil sie ihn nicht mochte? Dann sah Mercer Brynjolf an. "Wenn sie so gut ist, wie ihr sagt, sollte es kein Problem sein, sie nach Gut..." weiter kam er nicht, denn Brynjolf unterbrach ihn.
"Nein, nicht Goldenglanz, soweit ist sie dann doch noch nicht. Ihr wisst, dass selbst unsere Vex daran bisher gescheitert ist." Akkirah spürte das Unbehagen und die Angst die Brynjolf überkam, als Mercer ihr diese Aufgabe zuwies.
"Dann ist es doch genau das richtige für euer Mädchen, zu zeigen was in ihr steckt."
Brynjolf wollte noch mal widersprechen, aber Akkirah kam ihm zuvor. Mercer wollte sie hier nicht, das spürte sie. Sie legte ihre Hand auf Brynjolfs Arm um ihn zu beruhigen.
"Um was geht es überhaupt? Solange ich das nicht weiß, kann ich auch nicht sagen, ob ich es schaffen kann oder nicht."
"Nein Mädchen, das ist nichts für euch." Brynjolf wandte sich an Mercer. "Sie wird das nicht machen. Das lasse ich nicht zu. Nicht zu diesem Zeitpunkt, wo sie noch zu lernen hat."
"Ja was denn nun? Ist sie gut und für uns von Wert? Ihr hätte sie doch nicht zu mir gebracht, wenn dem nicht so wäre." Brynjolf senkte den Kopf und sagte nicht weiter. "Also, dann wird sie gehen und damit zeigen was sie kann." Dann wandte sich Mercer Frey an Akkirah.
"Brynjolf wird euch in die Einzelheiten einweihen. Wenn ihr die benötigten Informationen beschaffen könnt, dann gehört ihr zu uns. Und merkt euch gut, niemand darf von diesem Ort erfahren."
Akkirah nickte nur. Dann drehte sich Mercer um und ging zurück zu seinem Schreibtisch.

Das Lächeln von Brynjolfs Gesicht war verschwunden. "Kommt, Mädchen wir gehen zurück in die Zersplitterte Flasche. Dann erkläre ich euch um was es geht." Innerlich kochte Brynjolf vor Wut. Was sollte das eben? Noch nie wurde ein Anwärter zu so einer schweren Prüfung geschickt. Und nun musste ausgerechnet dieses Mädchen die gefährliche Aufgabe bewältigen. Es war so lange her, das sie jemand Neuen gefunden hatten, der es dann auch noch geschafft hatte sie in der Zersplitterten Flaschen aufzusuchen. Eigentlich hätte Mercer nur noch ihre Aufnahme bestätigen sollen, aber nein, er schickte sie zu einem Himmelfahrtskommando. Als sie beide wieder in der zersplitterten Flasche waren setzten sie sich an einen der Tische. Nur Vekkel und Tonilia waren anwesend Tonilia saß am Tresen. Sie grüßte Akkirah lächelnd.
"Bring uns zwei Met, Vekkel", Brynjolf Ton war schärfer als Vekkel es von ihm gewohnt war.
"Für mich bitte keines. Aber wenn ihr etwas Wasser hättet", ließ sich Akkirah vernehmen. Sie wollte einen klaren Kopf behalten und Met wäre sicherlich jetzt nicht dafür geeignet.

Nachdem Vekkel die Getränke gebracht hatte, begann Brynjolf Akkirah zu erklären, was es mit Gut Goldenglanz auf sich hatte. Das Gut lieferte den Honig für den Met von Maven Schwarzdorn. Nun hatte der Besitzer aber seine Liefrungen eingestellt, weil er einen neuen Kunden hatte. Das wollte sich Maven, die sehr gute Beziehungen zur Diebesgilde hatte, nicht gefallen lassen und hatte daher Mercer Frey beauftragt herauszufinden, an wen die Lieferungen nun gehen würden. Vex hatte versucht in das Gut einzudringen. Aber Avingol hatte die Stadtwachen, die das Gut bis dahin geschützt hatten, gegen schwer bewaffnete Söldner ausgetauscht und obendrein die Anzahl verdreifacht. Nur mit knapper Not war Vex entkommen. Seitdem hatte noch keiner wieder einen Versuch gemacht, sich dem gut zu nähern.

"Bitte versucht es nicht erst, Mädchen. Es ist zu gefährlich für euch."
Er sah ihr fest in die Augen. Akkirah erwiderte den Blick. ‚Verdammt, noch mal', dachte sie. ‚er hat Recht, das ist nichts für mich. Ich wollte ja eh nicht hier weiter machen. Das wäre also die beste Gelegenheit mich zu verabschieden und niemand könnte es mir verübeln.'
"Ihr glaubt also, ich schaffe es nicht, Brynjolf", das war nicht das was sie sagen wollte. Sie wusste nicht wieso ihr diese Worte über die Lippen kamen.
"Ich weiß es nicht, aber ich mache mir Sorgen um euch. Ich möchte nicht dass euch etwas geschieht. Ihr könnt noch so viel erreichen, aber es muß nicht mit Goldenglanz anfangen."
"Und damit Mercer bestätigen, dass ich nicht so gut bin, wie ihr behauptet habt?"
"Er wird seine Meinung schon ändern, wenn ihr andere Aufträge gut erledigt habt."
Akkirah stand auf. "Es ist Zeit das ich gehe. Ich werde ein paar Tage darüber nachdenken und dann entscheide ich mich, was ich mache. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne."
Brynjolf lächelte. "In Ordnung."
"Achja, was ist eigentlich mit meiner Bezahlung wegen dem Geldeintreiben?"
Brynjolf fing an zu lachen. "So mag ich euch, Mädchen. Ihr vergesst nichts." Er zog seinen Beutel mit Gold hervor, dann zählte er 100 Septime ab und gab sie Akkirah. Sie bedankte sich und machte sich dann auf den Weg nach Hause.

Es war am Abend zuvor doch später geworden als sie dachte, als sie nach Hause gekommen war. Da sie am Morgen aber niemand hetzte schlief sie aus. Nachdem sie aufgestanden war ging sie erst mal zum Markt um etwas einzukaufen. Bei Marisa bekam sie alles was sie brauchte. Nachdem sie alles nach Hause gebracht hatte und etwas Brot gegessen hatte nahm sie ihre Waffen und ging zu den Ställen hinunter. Sie wollte sich mal vom Seeufer aus das Gut Goldenglanz anschauen, das auf zwei Insel im See vor der Stadt lag. Sie sprach mit dem Stallbesitzer und handelte einen günstigeren Preis für die Unterkunft von Adelante aus. Dafür bezahlte sie dann auch gleich für den Ganze Monat im Voraus. Anschließend sattelte sie die Stute und ritt gemütlich mit ihr los.

Als sie am Schönwetter Hof ankam beschloss Akkirah en paar Möhren für Adelante zu kaufen. Sie steckte sie aber erst mal in die Satteltaschen, bis auf eine die das Tier sofort bekam. Der Dunkelelf Dravin, dem der Hof gehörte erzählte ihr, nachdem sie bei seiner Frau eingekauft hatte, dass ihm ein paar Diebe seinen Bogen entwendet hatten. Sie würden irgendwo im Rattenweg leben. Akkirah versprach ihm, solle sie mal dorthin kommen, zu schauen, ob sie ihn dort finden würde. Dann schwang sie sich wieder in den Sattel. Ein Stunde später fand sie einen guten Platz auf einer kleinen Halbinsel, die in den See ragte und teilweise mit dichten Büschen und Bäumen bewachsen war, um die Gut Goldenglanz zu beobachten. Akkirah sattelte Adelante ab. Sie nahm etwas Brot aus der Satteltasche, setzte sich unter einem Baum und machte es sich gemütlich. Sie zählte auf der Insel, auf der das Hauptgebäude des Guts stand, 4 Wachen die auf der Insel ihre Runden drehten. Auf dem Steg der zu der kleinen Insel mit den Bienenstöcken führte, lief auch noch mal ein Söldner herum. Vier der Wachen auf der Insel beobachten hauptsächlich die Seite, wo die Brücke war, die auf die Insel führte. Zwei waren auf der ihr zugewandten Seite.

Auf dieser Seite war das Ufer recht steil. Nur im Bereich, wo der Übergang zu anderen Insel war, konnte man vom Wasser aus die Insel betreten. Akkirah beschloss bis zum Abend zu bleiben, damit sie sehen konnte, wie sehr die Insel nachts beleuchtet war. Am sichersten wäre es im Nebel die Insel zu betreten, dann würde sie zwar auch größere Probleme haben, die Söldner zu sehen, aber die würden sie genauso wenig bemerkten. Vielleicht sollte sie noch mal mit Vex sprechen, die ja schon versucht hatte in das Gut einzudringen. Möglicherweise hätte sie noch den einen oder anderen Tipp. Sie beschloss am nächsten Vormittag die zersplitterte Flasche aufzusuchen. Dann wäre Brynjolf auf dem Markt beschäftigt und würde nicht versuchen ihr es auszureden, den Einbruch zu machen. Wieder dachte sie darüber nach warum sie es überhaupt tun wollte. Niemand zwang sie dazu. Irgendwie hatte sie die Art von Mercer verärgert, wie er sie für unfähig erklärte. Wenn auch gut verpackt. Wobei ihr das doch egal sein konnte. Sie konnte den Kerl eh nicht leiden und es war ihr egal, was er von ihr dachte. Trotzdem fühlte sie sich in ihrem Stolz verletzt. Sie wollte es nun für sich wissen, zu was sie fähig war.

Zwischenzeitlich gab es auf der Insel einen Wachwechsel. Es war früher Nachmittag. Akkirah vermutete, dass die wachen in drei Schichten eingeteilt waren. Ein Teil der Wachen verließ die Insel. Wahrscheinlich um in die Stadt zu gehen und dort den einen oder anderen Met zu trinken. Es war sonst ruhig auf den beiden Inseln. Akkirah beschloss sich etwas die Beine zu vertreten. Sie hatte sehen, dass auf der Halbinsel ein paar seltene Pflanzen wuchsen. Elgrim würde sich sicherlich darüber freuen. Und ihr Geldbeutel auch. Sie hatte in der Nähe der Insel mit den Bienenstöcken noch eine kleine Insel gesehen, auf der nur ein paar Büsche standen und die sehr dich an der anderen dran war. Von hier aus könnte sie mit ihrem Bogen zwei oder drei Brandpfeile unbemerkt auf die Bienenstöcke abfeuern um für Ablenkung zu sorgen. Als die Dämmerung her ein brach, aß Akkirah die Reste von dem Brot, das sie mitgenommen hatte. Adelante hatte sich in der Zwischenzeit den Großteil vom dem Gras einverleibt. Nun stand sie dösend in der Nähe von Akkirah. Am Himmel zogen ein paar Wolken auf. Akkirah hoffte, dass es nicht anfing zu regnen und sie so nicht weiter beobachten konnte, was sich auf der Insel tat. Sie hatte Glück. Es blieb trocken und so konnte sie noch den nächsten Wachwechsel miterleben. Es war wie sie vermutet hatte. Es tauchten wieder neue Gesichter auf, sofern sie das aus der Entfernung erkennen konnte. Sie beschloss dass sie genug gesehen hatte. Sie hatte ja auch noch einen längeren Rückweg vor sich. So war es dann fast Mitternacht, als Akkirah Adelante so leise wie möglich in den Stall stellte.

Am folgenden Morgen brachte sie zunächst einmal Elgrim die Kräuter. Besonders über die beiden Nirnwurzpflanzen die sie gefunden hatte freute er sich, da diese wirklich sehr selten waren. Akkirah brachte zunächst das Gold, das sie von Elgrim erhalten hatte in ihr Haus. Sie hatte im Keller dafür ein kleines versteck angelegt. Man wusste ja nie. Danach machte sie sich auf den Weg zu zersplitterten Flaschen. Sie ging gleich nach unten auf die Stege am Kanal. Sie als sie dort entlang ging konnte sie die Stimmen der Händler hören, die versuchten ihre Waren anzupreisen. Brynjolfs Stimme war auch dabei, wie Akkirah erleichtert feststellte. Im Hintergrund hörte man wie Balimund am Schmieden war. Akkirah gelang ungesehen zum Eingang des Rattenwegs. Sie nahm den kürzesten Weg zur zersplitterten Flasche. Ihren Bogen hielt sie sicherheitshalber Schussbereit in der Hand. Auch ihr Schwert hatte sie dabei. Erst als sie die Taverne unter der Stadt erreicht hatte steckte sie den Bogen auf den Rücken.

Heuler stand wie meist am Zugang zur Taverne. Er grüßte sie wie gewohnt etwas ungehalten zurück. Das schien aber wohl seine Art zu sein. Delvin war stritt sich gerade mit Tonilia über den Preis von einem Gegenstand, der ihm in die Händler geraten war und den er ihr verkaufen wollte. Vekkel war am Fegen und Vex saß alleine am Tresen. Akkirah gesellte sich zu ihr, nachdem sie die anderen drei begrüßt hatte. "Bryn ist nicht da, sollte ihr ihn suchen", meinte Vex zu ihr.

"Ich weiß, ich habe ihn auf dem Markt gehört. Ich wollte auch nicht zu ihm, sondern mit euch sprechen."
Vex zog ihre Augenbrauen hoch. "Was kann ich für euch tun? Seid ihr auf der Suche nach Arbeit?"
"Nein, ich bräuchte ein paar Informationen. Über gut Goldenglanz."
Vex stieß einen Pfiff aus. "Wir haben schon gehört, das Mercer euch dorthin schickt. Aber Bryn hat es abgelehnt, das ihr geht. Was auch vernünftig ist. Es sind dort zu viele Wachen. Und das sind dann auch noch Söldner, die keine Gefangenen machen, sondern einen gleich erschlagen." Sie machte eine kurze Pause und musterte Akkirah, bevor sie weitersprach. "ihr habt doch nicht ernsthaft vor dort rein zugehen?" "Ich ziehe es in Erwägung, aber dazu bräuchte ich noch ein paar Details, die man aus der Ferne nicht erkennen konnte."
Akkirah stellte Vex einen Haufen Fragen über das was Vex dort hatte sehen können. Diese beantwortete ihr alles, so gut sie konnte. Als sie zu Ende war sagte Vex noch mal eindringlich. "Geht dort nicht hin, Akki, Bryn wird euch den Kopf abreißen, wenn er davon erfährt."
"Ich habe nicht vor ihn davon in Kenntnis zu setzten. Und ich hoffe ihr werdet auch schweigen. Danke noch mal für die Auskünfte. Ich hoffe ich kann mich dafür mal revangieren."
"Das könnt ihr, indem ihr vergesst, was ich euch erzählt habe und nicht geht."
"Ich denke drüber nach. Aber nun muss ich los. Ich wollte noch ein wenig mein Pferd bewegen."
Dann drehte sich Akkirah um und verließ die Zersplitterte Flasche.