024 Wieder zusammen
024 Wieder zusammen PDF 
Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:03 Uhr
Die Kutsche von Rifton kam recht langsam vorwärts, da sie voll beladen mit Waren war und wie es in Himmelsrand üblich war, nur von einem Pferd gezogen wurde. Hinter der Kutsche trotte gemächlich Adelante, die Vilkas nicht zurücklassen wollte, da er wusste, das Akkirah sie ungern irgendwo in einem Stall stehen ließ, auch wenn sie wusste, das sie dort gut behandelt wurde. Vilkas war bleich und man sah ihm an das er seit Tagen kaum geschlafen geschweige denn gegessen hatte. Farkas machte sich ziemliche Sorgen um seinen Bruder, schaffte es aber nicht ihn zum Essen zu bewegen.

Kurz vor Mittag sah Akkirah die Kutsche den Weg entlang kommen. Da gab es für sie kein halten mehr. So schnell sie konnte stürmte sie zum Ausgang von Jorrvaskr. Athis und Ria hatten keine Chance sie aufzuhalten, geschweige denn sie einzuholen, daher gaben sie es auch auf. Sie konnten nachvollziehen das Akki zu Vilkas wollte. Akkirah wäre am liebsten gleich an der Mauer runtergeklettert, aber die Gefahr abzurutschen war zu groß. So rannte sie wie von Geistern gehetzt durch die Strassen von Weislauf ohne Rücksicht auf Passanten. Am Tor musste sie kurz warten, bis es offen war, dann setzte sie ihren Weg so schnell ihre Füße sie trugen fort. Sie lief nicht auf der Strasse, sondern lief querfeldein auf direkten Weg Richtung Honigbräuerei.

Farkas sah sie zuerst. Ungläubig sagte er nur: "Schau, Bruder, wer da angelaufen kommt." Vilkas dreht sich um, und dann kam Leben in ihn. Er sprang ohne Worte von der fahrenden Kutsche und lief ihr entgegen. Sie fielen sich in die Arme und dann sackte Vilkas in Akkirahs Armen Bewusstlos zusammen. "Vil, mein Liebster", flüsterte sie ihm ins Ohr und ging vorsichtig mit ihm zu Boden und hielt ihn in den Armen. Sie wusste nicht was sie sagen sollte.

Farkas kam mit Adelante herbei. Akkirah sah ihn fragend an. "Er hat seitdem ihr verschwunden wart, so gut wie nichts gegessen und kaum geschlafen." "Dann lass uns ihn ins Brisenheim bringen. Dort ist es ruhig und er kann sich ungestört erholen. Helft mir bitte, ihn auf Adelante zu setzen." Akkirah brachte die Stute dazu sich hinzulegen, so das Farkas seinen Bruder leicht in ihren Sattel heben konnte. Dann stand das Tier vorsichtig auf, um den Reiter nicht abzuwerfen. Akkirah schwang sich dann hinter Vilkas aufs Pferd, um ihn festzuhalten.

Als sie das Tor von Weislauf erreichten, nahm Farkas seinen Bruder in die Arme und trug ihn ins Haus und legte ihn oben im Schlafzimmer vorsichtig ins Bett. Akkirah wich nicht von seiner Seite. Gemeinsam zogen sie Vilkas die Rüstung aus, denn zum liegen war diese doch recht unbequem. Als Akkirah ihren Liebsten unbekleidet im Bett sah, war sie doch recht entsetzt, wie sehr er abgenommen hatte. Tränen standen in ihren Augen. "Ich glaube ich sollte was zu essen für ihn machen, damit er wieder zu Kräften kommt, wenn er aufwacht", sagte sie zu Farkas. Dieser schüttelte den Kopf. "Ihr bleibt hier bei ihm und rührt euch nicht weg. Ich werde einen leichten Eintopf kochen." Dankbar sah sie ihn an und versuchte zu lächeln. "Danke, Farkas."

Nachdem er gegangen war, legte Akki ihren Kopf auf die Brust von Vilkas. Sie spürte sein Herz schwach aber gleichmäßig schlagen. Das beruhigte sie etwas. Sie merkte nicht, dass sie einschlief. Wach wurde sie als ihr eine Hand sanft den Pony aus dem Gesicht strich. Vilkas war aufgewacht. Sie sah in seine wunderschönen eisgrauen Augen. Auch er sah sie an. Die Fragen über ihr Verschwinden, die ihn die ganze Zeit gequält hatten verdrängte er erst einmal. Er war einfach nur froh. "Mein Herz, ihr seid wieder bei mir", flüsterte er schwach. Dann legte er seine Arme um sie und küsste sie. "Ich unterbreche euch beiden Turteltauben ja nur ungern, aber der Eintopf sollte warm gegessen werden." Wie aus dem Nichts war Farkas erschienen mit zwei dampfenden Schüsseln. "Ich hoffe nun esst ihr endlich mal wieder, Bruder." Akkirah nahm Farkas eine der Schüsseln ab und wollte Vilkas füttern. "Farkas, gebe mir den anderen Teller, ich mag zwar etwas schwach sein, aber ich denke Essen kann ich auch noch alleine," meinte er grinsend und setzte sich aufrecht hin und fing an die Schüssel schnell leeren zu wollen, so das er von den beiden anderen gebremst werden musste. "Langsam, mein Liebster, sonst behaltet ihr es nicht lange bei euch", meinte Akkirah besorgt.

Nachdem die beiden aufgegessen hatten, nahm Farkas ihnen die Schüsseln wieder ab und verabschiedete sich von den beiden. "Ich gehe dann erst mal und lasse euch beiden alleine. Wenn ich bis morgen Abend nichts von euch sehe und höre komme ich nachschauen, was los ist", grinste er nur und verschwand. Kaum war Farkas weg, entkleidete sich Akkirah und krabbelt unter die Decke und schmiegte sich an Vilkas, der seine Arme um sie schlang. So schliefen sie beide Wortlos aber glücklich ein. Am frühen Abend wurden beide wieder wach und begaben sich runter, um den Rest vom Eintopf, den Farkas gekocht hatte, aufzuwärmen und zu essen. Nun endlich fragte Vilkas, der sich schon wieder viel kräftiger fühlte, was denn geschehen sei. Akkirah sah ihn an und schüttelte den Kopf. Sie wisse auch immer noch nicht genau, was wirklich alles passiert war. Sie erzählte ihm, was sie die letzten paar Tage herausgefunden hatte, seit sie wieder zu Bewusstsein gekommen war. Aber alles andere blieb weiterhin im Dunkeln.

"Wir könnten zwei der Gefährten zum Hexennebelhain schicken, damit sie rausbekommen, was ihr dort gemacht habt, wenn ihr es wünscht." "Nein, Vil, da muß ich selbst hin, ob es mir gefällt oder nicht. Ich muß selbst raus finden, was ich in den letzten Tagen angestellt habe. Das kann mir niemand abnehmen." "Ich werde an eurer Seite sein, egal was kommt." Akkirah legte ihren Kopf an Vilkas Schulter, während er sie in den Armen hielt. Nach einer Weile hob sie ihren Kopf und schaute in seine Augen. "Eines müsst ihr mir noch versprechen… Wir haben beide oftmals gefährliche Aufgaben, die jederzeit schwere Verletzungen oder Tod bedeuten können. Aber egal was auch passiert, weder ihr noch ich dürfen uns, sollte dem anderen etwas passieren, selbst aufgeben. Wie sonst sollen wir uns sonst später in Sorvengarde wieder finden?" "Ich verspreche es euch, mein Herz", antwortete Vilkas ernst.

Nachdem Akkirah fix abgewaschen hatte, begaben sich die beiden wieder nach oben zu Bett. Am nächsten Morgen wachte Akkirah wie gewohnt sehr früh auf. Sie mochte sich nicht bewegen, denn sie wollte Vilkas nicht wecken, schließlich brauchte er seinen Schlaf, um wieder zu Kräften zu kommen. Wobei von Schwäche war gestern Abend, nachdem sie sich hingelegt hatten, nicht viel zu merken, dachte sie glücklich lächelnd und kuschelte sich vorsichtig dichter an ihren Liebsten. Auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubte, das Bett zu verlassen, versuchte sie dann nach einer Weile vorsichtig aus dem Arm, den Vilkas um sie gelegt hatte, zu befreien ohne ihn zu wecken, was aber nicht gelang. Müde blinzelte er sie an, "Was ist los mein Herz? Warum bleibt ihr nicht liegen?" "Die Pflicht ruft mich, aber ihr bleibt schön brav hier liegen, bis ich mit dem Frühstück zurückkomme und schlaft noch etwas, mein Liebster." Sie gab ihm einen Kuss und dann zog sie sich trotz seines Protestes an. "In spätestens einer halben Stunde bin ich zurück und ich will euch genau hier wieder finden und nirgendwo anders", sagte sie mit strenger Mine, allerdings ihre Augen verrieten das sie es nicht so ganz ernst meinte. Er seufzte und ergab sich seinem Schicksal und zog die Decke bis ans Kinn hoch, denn es war doch ein wenig kalt draußen geworden, was man auch drinnen spüren konnte.

Akkirah lief so schnell sie konnte, zunächst runter zu den Ställen, wo sie sich um das Futter für Adelante kümmerte. Sie gab ihr ein paar Extramöhren, da sie ein schlechtes Gewissen hatte, da sie das Tier gestern vernachlässigt hatte, nachdem sie mit Vilkas vorm Tor angekommen waren. Aber sie wusste das Farkas, auch wenn er großen Respekt vor diesen Tieren hatte, sich gut um sie gekümmert hatte. Der Sattel und das Zaumzeug lagen, wie es sich gehörte, ordentlich über den Holzbalken gegenüber ihrer Box. Sie schnappte sich fix einen Striegel und putzte kurz über das seidige Fell des Tieres. Viel Zeit hatte sie nicht, denn sie musste ja noch hoch zu Charlotta um frischen Brot zu holen und etwas Wurst und Käse dazu könnte auch nicht Schaden. Fürs Mittagessen war noch genug von dem Eintopf da, den Farkas am Tag zuvor gekocht hatte und solcher schmeckte ja bekanntlich einen Tag später meist noch besser als wie am Tag, wo er zubereitet wurde.

Als Akkirah mit ihren Einkäufen zurückkam, fand sie Vilkas friedlich schlafend vor. Sie schlich leise wieder nach unten und bereitete das Frühstück vor, wobei sie sich Zeit ließ. Als sie fertig war brachte sie es nach oben und weckte Vilkas ganz vorsichtig. Dann rutschte sie mit unter die Decke und gemeinsam aßen sie im Bett, was Akkirah fertig gemacht hatte. Als alles verspeist war, nahm Vilkas die Teller und stellte sie auf dem Nachtschrank ab und nahm Akkirah in den Arm. Sie schmiegte sich an ihn: "Ich wünschte, die Zeit würde stehen bleiben und wir könnten immer hier so im Bett bleiben", seufzte er. "Zu Mindestens bis zum Mittag können wir", das meine sie nur grinsend.

Am frühen Nachmittag erwachte Akkirah alleine im Bett. Der Duft von Brathühnchen stieg ihr in die Nase. Ihr Magen fing an zu knurren. Sie kleidete sich fix an und ging hinunter. Vilkas stand am Bratspieß und ließ ein Hühnchen langsam daran im Kreise drehen. Als er sie die Treppe runter steigen sah, lächelte er. "Ich habe Hunger und nur Eintopf ist auf Dauer langweilig, also habe ich uns noch etwas Kräftiges dazu beschafft. Sie lächelte zurück und gab ihm einen Kuss. Dann setzte sie sich auf die Bank und sah ihm bei seiner Tätigkeit zu.

"Nach dem Essen sollten wir hoch nach Jorrvaskr gehen. Sonst machen sich die anderen wohlmöglich Sorgen was mit uns los ist. Außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen Ria und Athis gegenüber, die sicherlich ordentlich von Aela zusammengefaltet wurden, weil ich ihnen gestern abgehauen bin." "So schlimm wird sie die beiden schon nicht zusammengestaucht haben, ansonsten hättet auch ihr etwas zu hören bekommen, denn sie wäre bestimmt wütend hier aufgekreuzt. So und nun wollen wir schauen, dass wir dieses Hühnchen mit dem Rest vom Eintopf vernichten."

Gestärkt nach dem Mahl, begaben sich die beiden anschließend hoch nach Jorrvaskr. Sie wurden schon von den anderen in der Methalle erwartet. Akkirah sah sich um. Es erschien ihr furchtbar leer hier. Es sollten mehr Leute da sein. Genug Betten standen ja zur Verfügung. Seit sie dazu gestoßen war, sind es drei Leute weniger geworden, dachte sie. Sie vermisste Kodlak und Skor sehr. Bei Nadja war sie eigentlich froh, das sie nicht mehr da war, wobei Akkirah immer noch wissen wollte, was sie ihr getan haben mochte, das Nadja sie so hasste.

Vilkas spürte die Trauer die sie umgab und nahm ihre Hand und drücke sie fest. Akkirah hob ihren Kopf und suchte wieder mal nach den passenden Worten. "Brüder und Schwestern", fing sie an. "Es ist leer hier in der Halle geworden. Ich weiß nicht wie man da Abhilfe schaffen kann. Vielleicht müssen wir verstärkt draußen nach geeigneten Leuten suchen und sie ansprechen. Man könnte auch ein oder zwei Waisenkinder aufnehmen und diese zu Gefährten heranziehen." Sie sah Vilkas und Farkas dabei abwechselnd an. "Aus den Zwillingen wurden ja so auch großartige Gefährten. Ich bitte euch alle darüber nach zudenken und euch auch Gedanken um die Zukunft zu machen. Vilkas und ich werden, sobald wir beide uns wieder stark genug fühlen, weiter nachforschen, was mir in den letzten Tagen widerfahren ist. Das wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden Farkas und Aela euch anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen und wie gewohnt, die anfallende Arbeit gleichmäßig verteilen. Ich hoffe keiner von euch wird es uns verübeln, wenn Vilkas und ich die nächsten Tage für uns im Brisenheim verbringen, bevor wir aufbrechen."

Aela kam auf Akkirah zu und nahm sie in den Arm. "Macht euch keine Sorgen, kleine Schwester. Wir machen das schon. Und sollte was Größeres anliegen seid ihr ja auch nicht aus der Welt. Und nun lasst uns gemeinsam eure gesunde Rückkehr etwas feiern." Akkirah lächelte erleichtert und dann setze sie sich mit Vilkas an die Tafel. Es wurde ein fröhlicher Abend. Tilma machte sich dran für die Gesellschaft zu kochen, was sie für ihr Leben gerne tat. Torvar und Vignar fingen an um die Wette zu trinken, was zwar etwas schlechte Erinnerungen in Akkirah erweckte, aber was die beiden dann so von sich gaben, brachte alle zum Lachen. Weit nach Mitternacht löste sch die Gesellschaft dann langsam auf. Akkirah und Vilkas gingen zurück ins Brisenheim, denn irgendwie konnten beide sich noch nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, dass ihnen nun die Gemächer von Kodlak gehörten.

Zwei Tage später machten die beiden sich dann auf dem Rücken von Adelante auf zum Hexenhain.