026 Drachenjagd bei Rifton
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Geschrieben von: CKomet   
30.12.15 um 17:04 Uhr
Am nächsten Morgen erwachte Akkirah wie gewohnt recht früh, während Vilkas noch schlief. Sie schmiegte sich dichter an ihn ran und legte ihren Kopf auf seine Brust, so das sie seinen Herzschlag spüren konnte. Als sie das tat wachte er stöhnend auf. Erschrocken schoss Akkirah hoch, nahm die Decke zur Seite und sah die bläuliche Verfärbung auf seiner Brust, wo Sanguine ihn mit seinem Arm getroffen hatte. Es sah letztendlich schlimmer aus als es war, aber trotzdem stand Akkirah auf, ging in den Keller, um aus den dort gelagerten Heilpflanzen eine Salbe anzurühren, mit der sie ihn dann anschließend einrieb. Danach legte sie, seinen Protest ignorierend, ihm einen Verband an. Und weil sie nicht zum Stall runter musste und die Stände am Markt nicht vor 8 Uhr öffnen würden, legte sie sich dann noch wieder zu ihm, wogegen er nichts einzuwenden hatte.

Knapp 2 Stunden später machte Akkirah sich dann langsam auf um einzukaufen. Während sie das tat, beschloss Vilkas, da die Sonne strahlend vom Himmel schien, draußen auf der Terrasse den Tisch zu decken, damit sie dann gleich da gemütlich sitzen konnte. Nachdem beide sich gestärkt hatten rückte Akki ihren Stuhl dichter an Vilkas ran und legte ihren Kopf an seine Schulter.

"Gerne würde ich länger hier bleiben", sagte sie leise nach einer ganze Weile zu ihm. "Ich liebe die Umgebung und den See mit seinen kleinen Inseln." "Dann lass es uns einfach machen. Wir schicken einen Kurier nach Weislauf und geben den anderen Bescheid, dass wir erst mal hier bleiben. Arbeit findet sich auch hier genug für uns an, so dass wir nicht nur untätig hier rumhängen." "Adelante hätte ich nur gerne hier", seufzte sie. "Wo liegt das Problem? Farkas soll sie herbringen, zurück kann er eine Kutsche nehmen." Akkirah sah Vilkas etwas ungläubig an. "Ihr glaubt doch selbst nicht, das Farkas sich auf ein Pferd setzen wird. Dass er überhaupt an Adelante rangeht, finde ich schon erstaunlich, nachdem was ihr mal angestellt habt." Sie sah Vilkas grinsend an, denn sie wusste was sich damals zugetragen hatte, weil es Farkas ihr erzählt hatte, als sie mal wieder versuchte ihn zu überreden, sich doch zu ihr aufs Pferd zu setzen, damit sie beide schneller ans Ziel kamen.

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Als Kinder hatten Farkas und Vilkas eines Tages die Idee, eine Höhle, in der es angeblich spukte, aufzusuchen. Da diese aber etwas weiter entfernt waren, wollten sie sich einfach zwei Pferde aus den Ställen "ausleihen" und auf ihnen dort hin reiten. Natürlich hatten sie niemanden was von ihrem Plan gesagt und sind vor dem Morgengrauen hinunter geschlichen und habe sich zwei Pferde geschnappt. Sie schafften es gerade beide Tiere aufzuzäumen und irgendwie einen Sattel draufzubekommen, obwohl sie keine Ahnung hatten wie man es alles korrekt anlegt. Dummerweise war eines der Tiere noch nicht richtig zugeritten und an das war Farkas geraten. Alles ging soweit gut bis er im Sattel saß. Dann ging es auch schon los. Wie ein Teufel bockte der junge Wallach rum und stürmte davon. Anfangs konnte sich Farkas mit Mühe und Not noch im Sattel halten aber dann wurde er in einem riesigen Bogen runter geschleudert.

Vilkas hatte mit seinem Tier mehr Glück. Es war eine alte ruhige Stute die sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Er versuchte seinem Bruder zu folgen und musste mit ansehen wie dieser vom Pferd fiel und dann Bewusstlos liegen blieb. Ängstlich sprang Vilkas von seiner Stute und kniete er neben seinem Bruder, als von den Ställen her auch schon der Besitzer der Tiere mit seinem Stallburschen angelaufen kam. Obwohl der Mann sehr böse war, konnte er Farkas nicht so liegenlassen. Er wies den Stallburschen an, sich um die Pferde zu kümmern und trug dann selbst den Jungen hoch nach Jorrvaskr. Denn es war bekannt, das die beiden dort zu Hause waren. Vilkas schlich mit hängendem Kopf hinter her, denn er machte sich große Sorgen, dass sein Bruder sterben könnte.

In Jorrvaskr wurden die drei von Skor in Empfang genommen. Er ließ Tilma rufen, damit sie sich um Farkas kümmerte. Vilkas folgte ihr. Nachdem Skor die Geschichte mit dem Stallbesitzer geregelt hatte kam er in das Zimmer der Jungs, das sie sich zu dem Zeitpunkt noch teilten und verabreichte Vilkas eine ordentliche Tracht Prügel, wie er sie bis dahin noch nie in seinem Leben erhalten hatte und er dann die nächsten Tage sich nirgends ohne Schmerzen hinsetzen konnte. Farkas hatte Glück gehabt, er hatte sich beim Sturz nur das Schlüsselbein gebrochen, eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen und diverse Rippen geprellt, was aber sehr schmerzhaft war und wovon er Wochenlang gut hatte. Seitdem machte Farkas um Pferde einen riesigen Bogen.

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"Äh ja... okay, ihr habt recht, mein Herz. Dann soll er halt mit der Kutsche kommen und Adelante hinten anbinden, so wie wir sie auch nach Weislauf mitgenommen haben." Er erhob sich und gab ihr einen Kuss. "Ich werde mal im Bienenstich schauen, ob jemand da ist der die Nachricht nach Jorrvaskr bringen kann. Danach haben wir dann den ganzen Tag gemütlich für uns." "Wollen wir nachher zur kleinen Insel rüberrudern? Das Wetter lädt doch regelrecht zum Baden ein." "Mir fallen da noch andere Dinge ein, die wir machen könnten", meinte er schelmisch grinsend. "Dann seht zu das ihr schnell jemanden findet, ich bereite derweil alles für unseren Ausflug vor", antwortete sie glücklich lächelnd.

Als Vilkas zurückkam brachen sie auf und verbrachten einen traumhaft schönen Tag auf ihrer kleinen Inseln, mit Schwimmen, Essen und anderen Dingen (wie die aussehen mochten überlasse ich der Fantasie der Leser ;)) Als sie bei Einbruch der Nacht zurück ins Honigheim kamen waren beide Todmüde und Glücklich.

Am nächsten Tag begab sich Akkirah nach dem Frühstück zum Vogt des Jarls um zu erfahren, ob diese vielleicht Arbeit für sie hätte. Was Akki dort erfuhr gefiel ihr rein gar nicht. Scheinbar gab es auch südlich von Rifton einen Drachen, der die Gegend unsicher machte. Er sollte sich am Aussichtspunkt der abgeschnittenen Zunge rum treiben. Bisher war er wohl nur dort geblieben und hatte sich nicht weit von seinem Heim entfernt, aber es stand zu befürchten, dass sich das bald ändern könnte.

Als Akkirah das Vilkas mitteilte, überlegte dieser, ob sie warten sollten bis Farkas da wäre. Weil erstens wären drei Gefährten gegen so ein Untier besser als zwei und zweitens würde Farkas sein Wunsch erfüllt bekommen, einen Drachen zu sehen und wohl auch zu bekämpfen. Akkirah stimmte dem zu.

Nachdem sie beschlossen hatten zu warten bis Farkas ankam, machten sie sich auf den Weg zum Drachenhort. Gegen Nachmittag erreichten sie den Aufenthaltsort von diesem Wesen. Sie versuchten beide sich im Schatten der Felsen und Büsche zu halten um nicht entdeckt zu werden. Sie fanden eine verbrannt Hütte sowie einen Wagen, der auch Flammen zum Opfer gefallen war. Diesmal hatten sie es wohl mit einem Feuer speienden Vertreter seiner Rasse zu tun, was Akkirah großes Unbehagen verursachte. Als Nords hatten weder sie noch Vilkas Probleme mit Kälte, aber Feuer war nicht ihr Ding. Sie kehrten zurück nach Rifton und gemeinsam lasen sie in den Büchern, die im Honigheim zu finden waren, um mögliche Rezepte und Mittel gegen Feuer und Verbrennungen zu finden. So verbrachten sie den Rest des Tages.

Der nächste Morgen begann ähnlich wieder vorherigen. Vilkas war nicht begeistert, wieder bandagiert zu werden, genoss es aber vorher sanft von Akkirah mit der Salbe eingerieben zu werden. Als sie fertig war küsste sie ihn und meinte es würde alles so gut aussehen, dass er am nächsten Tag wohl wieder ohne rumlaufen dürfte. Nachdem sie Gefrühstückt hatten machten sie sich auf, um Pflanzen zu finden bzw. zu kaufen, die geeignet waren, um einen Feuerschutz für ihre Haut und Rüstungen zu erzeugen. Damit war dann auch dieser Tag schnell um.

Am vierten Tag, nachdem sie den Kurier nach Weislauf geschickt hatten, fing Akkirah an mit dem Herstellen von Salben und Tinkturen. Vilkas stand oder saß meist hinter ihr und beobachtete was sie da tat, da er selbst von Alchemie sehr wenig Ahnung hatte, aber trotzdem dran interessiert war. Sie versuchte, während sie am Mixen und Mischen war, so gut sie konnte ihm zu erklären was sie gerade tat. Das Testen der Mischungen erwies sich als recht schwierig. Nur weil eine Salbe auf Papier gestrichen kein Feuer fing, hieße es nicht, das es direkt auf die Haut aufgetragen, dieselbe Wirkung hatte. Am Abend hatten sie es dann geschafft schon mal eine Tinktur für die Rüstungen herzustellen, die Feuer kurzzeitig abhielt und diese nicht geschädigte. Solange man nicht unter Minuten langem Dauerfeuer stand. Aber insgesamt hielt sich die Wirkung der Lösung nur eine Stunde. Das heiß man konnte sie erst kurz vor dem Drachenkampf auftragen.

Was die Salbe für die Haut anging war sie noch nicht zufrieden. Ihr Arm war mit Brandstellen übersäht und auch Vilkas sah nicht unbedingt besser aus, denn er konnte nicht mit ansehen, wie sie alleine die Tests durchführte. Vorm Schlafengehen gingen beiden dann noch eine Runde im See schwimmen, um ihre Wunden zu kühlen, bevor sich mit der lindernden Heilsalbe, die Akki auch noch hergestellt hatte, einrieben.

Am nächsten Morgen ging Akkirah zu Elgrim. Möglicherweise hatte der alte Alchemist noch den einen oder anderen Tipp für sie, um ihr Feuerschutzsalbe zu verbessern. Mit seiner Hilfe bekam sie dann am Nachmittag etwas zustande, das für ihre Zwecke ausreichend sein musste und sie war zufrieden. Sie kaufte Elgrim noch ein paar der notwendigen Zutaten ab, und gemeinsam mit Vilkas fertige sie dann am Abend eine Vorrat an, der ausreichen sollte um sie und die Zwillinge wenigsten zum Grossteil vor schwerwiegenden Verbrennungen schützen sollte.

Am folgenden Tag traf die Kutsche aus Weislauf mit Farkas und Adelante ein. Ungestüm schloss Farkas seinen Bruder in die Arme, was diesen kurz aufstöhnen ließ, denn seine Prellung war noch immer nicht komplett verheilt Dann kam Akkirah an die Reihe, da ging Farkas aber vorsichtige vor. Sie schickte dann die Zwillinge schon mal zu ihrem Haus, während sie sich um Adelante kümmerte, die noch hinten an der Kutsche angebunden war. Sie führte das Tier in den Stall, holte das Sattelzeugs von der Kutsche und legte alles auf seinen Platz. Dann striegelte sie die Stute bis sie glänzte und gab ihr zwischendurch die ein oder andere Möhre.

Als Akkirah zum Honigheim hochkam, saßen die Zwillinge auf der Terrasse, vor sich mehrere Flaschen Met und gebratenes kaltes Fleisch vom Vortag mit Brot und unterhielten sich über das, was bei den Gefährten die letzten Zeit los war.

Da sie nur zwei Stühle draußen stehen hatten, setzte sich Akkirah auf Vilkas Schoß, legte den Arm um seine Schulter und nahm sich auch eine Flasche vom Met. "Wie läuft es in Jorrvaskr? Sind alle wohlauf?" wollte sie als Erstes von Farkas wissen. "Es geht allen gut und wir haben gut zu tun. Aela und ich haben beschlossen, das wir in nächster Zeit abwechselnd Torvar mit rausnehmen, damit er auch mal praktischer Erfahrung sammeln kann. Vielleicht ist er dann weniger in den Wirtshäusern zu finden und erkennt, das Training nicht so unwichtig ist, wie er meint." Akkirah lächelte. "Das hört sich doch nach einem guten Plan an. Hat Vilkas dir schon von dem Problem hier erzählt, das wir lösen sollen?" "Nein, habe ich nicht. Ich wollte warten bis auch ihr da seid." Vilkas legte seine Arme um sie, nachdem er sein Met abgestellt hatte. "Südlich der Stadt gibt es einen Drachen, der sich dort bei einen alten Ruine eingenistet hat. Es steht zu befürchten, dass er bald Richtung Rifton aufbricht um, seinen Hunger zu stillen. Daher hat der Jarl von Rifton drum gebeten, das Tier zu töten. Akki und ich haben die Umgebung schon ein wenig erkundet und auch Schutzvorkehrungen getroffen um gegen die Bestie zu kämpfen. Wir dachten, ihr würdet uns da gerne anschließen." "Farkas Augen fingen an zu leuchten." Ein Drachen? Ein echter Drachen? Worauf warten wir noch, lasst uns sofort aufbrechen, damit ich ihn mit meinem Zweihänder in Stücke schneiden kann." Akkirah fing an zu lachen. "Nicht so stürmisch, Brüderchen. Es geht hier nicht um einen kleinen Bären oder Säbelzahntiger, den man unvorbereitet Angreifen kann. Bei diesem Drachen handelt es sich um einen Feuerdrachen. Sein Atem verbrennt alles, was er erwischt. Und mit dem Schwert kommt man auch nicht ohne weiteres da ran, solange das Vieh in der Luft ist." Vilkas war recht ernst bei der Sache, als er das sagte. Er kannte seinen Bruder, der gerne auch mal unbedacht drauflos stürmte, wenn er nicht zurückgehalten wurde. Da waren sie sich beide ja doch recht ähnlich drinnen. "Wir würden morgen kurz vor Sonnenaufgang aufbrechen." Abwechselnd erklärten Vilkas und Akkirah, wie sie vorgehen wollten und wie ihre Schutzmaßnahmen aussehen würden. Sie beschlossen, zeitig zu Bett zu gehen, damit sie am Morgen wirklich fit und ausgeschlafen wären.

Akkirah war wie meist, als erstes wach. Sie weckte Vilkas sanft und bat ihn Farkas, der unten im Gästezimmer schlief aufzuwecken und das Frühstück vorzubereiten, weil mit leeren Magen in den Kampf ziehen war nicht unbedingt die beste Idee. Sie selbst ging zum Stall runter und fütterte Adelante und packte schon mal die Satteltaschen mit der Schutzsalbe und Tinktur, die sie brauchen würden. Als sie wieder hochkam, saßen die Zwillinge schon am Tisch und waren am Essen. Sie schnappte sich auch etwas Brot und einen Becher mit Wasser und dann wurde e auch schon Zeit aufzubrechen. Akki lief zum Stall um Adelante zu holen. Vilkas erstaunte das dann doch, denn davon war doch vorher nicht die Rede gewesen. "Warum wollt ihr das Tier mitnehmen und in Gefahr bringen? Die paar Flaschen können wir doch auch so tragen." "Sollte einem von uns was passieren ist es einfacher und wesendlich schneller, wenn Adelante dann den Packesel spielt. Man weiß doch nie. Wir werden sie in sicherer Entfernung zurücklassen, aber wenn wir sie brauchen, müssen wir nur rufen und sie wird kommen", sagte sie nur. Vilkas nickte darauf hin nur und dann brachen sie auf.

Sie hielten sich wieder am Rand der Felsen als sie sich ihrem Ziel näherten. Akkirah nahm die Fläschchen mit der Tinktur und Salbe aus dem Beutel und gab davon jedem den Zwillingen etwas. Reibt euch mit der Salbe ordentlich ein und vergesst die Haare nicht. Bei der Tinktur für die Rüstung sollten wir uns gegenseitig helfen. Sie beeilten sich mit der Prozedur, weil sie wussten die Wirkung würde nicht allzu lange anhalten und sie hätten wohl kaum eine Chance noch mal alles einzuschmieren.

Akkirah übernahm die Führung. Sie hielt ihren Bogen gespannt angriffsbereit. Vilkas folgte ihr und dann kam Farkas. Auch diese beiden hatte ihre Bögen in der Hand. Sie versuchte sich im Schatten des Pfades zu halten, der hoch zur Ruine führte und nach Möglichkeit keinen Lärm zu machen. Plötzlich blieb Akkirah stehen. "Bleibt zurück! Da vorne ist eine Falle, die entschärft werden muß. Ich werde das machen." Vorsichtig schlich sie alleine weiter, diesmal nicht mehr im Schatten, sondern musste sich auf die offene Seite des Pfades begeben. Dabei behielt sie sowohl die Seelensteinfalle, als auch den Drachen, den sie nun sehen konnte im Auge.

Der Drache ruhte auf einem Teil des Mauerwerks und schien zu schlafen. Es gelang ihr den Seelenstein aus der Vorrichtung zu entfernen und damit den Weg für ihre Begleiter frei zu machen. Vorsichtig winkte sie den beiden zu, sie mögen weiterkommen und ihre Bögen Schussbereit halten. Als die Zwillinge den Drachen sahen, wurde Farkas etwas blass. Dass das Tier so riesig sein würde, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet und es übertraf seien Erwartungen bei weitem. Die grauen Schuppen hatten einen leicht rötlichen Glanz. Während sie noch ein Stück dichter ran schlichen und dabei mehr den Drachen im Visier ihrer gespannten Bögen hatten, trat Vilkas auf einen kleinen morschen Ast. Das Geräusch, das dieser machte ließ die drei zusammen fahren und der Drache erwachte und erhob sich erstaunlich schnell.

Vilkas fluchte wie ein Rohrspatz noch und Akkirah rief nur. "Schießt auf die Flügel." Ihr erster Schuss traf voll ins Ziel und auch die Zwillinge trafen. Der Drache ließ vor Wut einen Flammenstrahl auf die drei los, den sie leicht ausweichen konnten. Während der Drache eine Kurve flog, um seinen nächsten Angriff zu starten, wurde er schon wieder von einem Pfeilhagel attackiert. Bei seinem nächsten Anflug konnte Akkirah sehen, das seine Flügel schon recht mitgenommen aussahen, aber noch hielt er sich gut in der Luft. Der Drache hatte sich Akkirah als Ziel für seinen nächsten Anflug ausgewählt. Sie stellte sich zum Entsetzen der Zwillinge auf den Weg und schoss ganz ruhig ihren nächsten Pfeil ab. Als die Bestie dann ihren Flammenstrahl auf Akki losließ sprang diese geschickt hinter eine der zerfallenen Säulen und wurde nur vom Feuer gestreift. Die Zwillinge nutzen das, um aus ihrer Position weiter auf den Drachen zu schießen.

Die Treffer zeigten auch langsam Wirkung. Beim nächsten Angriff ging der riesige Drache zu Boden. Bei seiner Landung bebte die Erde. Vilkas versuchte in seine rechte Flanke zu gelangen während Farkas sich für die Linke entschieden hatte. Akkirah griff frontal an und schoss weiterhin einen Pfeil nach dem nächsten ab, wobei sie diesmal auf die Augen zielte. Als der Drache sich nach links drehte, um nach Farkas zu schnappen, sprang Akkirah laut schreiend nach vorne. Sie hatte zwischenzeitlich ihren Bogen fallenlassen und ihr Schwert gezogen. Der Drache ließ sich durch diesen Angriffsversuch ablenken und versuchte die Frau vor ihm, die leichte Beute zu sein schien zu schnappen. Im letzten Moment, bevor die riesigen Fangzähne sie erwischten warf sich Akkirah zur Seite und sie entkam dem Maul. Vilkas schwang sein Schwert mit aller Kraft in die Seite des Tieres, während Farkas zeitgleich auf seiner Seite zuschlug. Diese beiden Hiebe mit solch Gewalt geführt, machte dem Leben des Drachens ein Ende. Nachdem dieser sich ein letztes Mal aufgebäumt hatte, sprang Vilkas zu Akkirah und nahm sie fest in die Arme, denn er wusste was gleich kommen würde. Farkas stand nur da und sah sich das riesige Tier an. So etwas hatte er wirklich noch nie in seinem Leben gesehen. Dann fing der Drache an, von innen her zu verbrennen und die freiwerdende Kraft ging in Akkirah über, die sich an Vilkas klammerte und zitterte.

Wieder war Farkas erstaunt über das was passierte. Er ging auf seinen Bruder und Schwägerin zu. "Ist alles in Ordnung mit euch, was ist da gerade passiert?", fragte er besorgt, als er die zitternde Akkirah blass in den Armen von Vilkas sah. Vilkas nickte nur. "Es ist gleich vorbei, sie braucht nur einen Augenblick Ruhe. Den Rest erkläre ich euch später so gut ich es vermag." Farkas nickte und stellte keine weiteren Fragen.

Nachdem sich Akkirah sich beruhigt hatte, wollte sie sich in den Ruinen etwa umschauen. Vilkas nahm sie bei der Hand und so gingen sie gemeinsam los, Farkas blieb solange beim Skelett des Drachens, um es sich genau einzuprägen. Akkirah und Vilkas fanden den Rest einer uralten Mauer, auf dem der Drache zuvor geruht hatte. Als sich Akkirah der Mauer näherte überkam sie wieder das Gefühl, das sie schon mal hatte als sie sich einer ähnlichen Wand genähert hatte. Vilkas drückte ihre Hand fester, denn auch er spürte wie diese Kraft in Akkirah eindrang. Nachdem sie sich noch weiter umgeschaut hatten, gingen sie zu Farkas und begaben sich dann gemeinsam schweigend nach Rifton. Akkirah rief Adelante die ihnen gemächlich immer wieder Gras zupfend folgte. Als sie bei Rifton ankamen, sagte Akkirah zu den Zwillingen. "Geht ihr schon mal hoch, ich komme gleich nach." Sie sah Vilkas an. "Erzähle ihm bitte, was da mit mir passiert ist, während ich mich um Adi kümmere und ein Bad nehme." Vilkas nahm sie kurz in die Arme und küsste sie, dann ging er mit seinem Bruder nach oben zum Haus.

Akkirah kam eine halbe Stunde später frisch gebadet und in ein Fell gewickelt, nach oben. Als Vilkas sie so sah, meinte er zu seinem Bruder, "Ich glaube uns beiden kann ein Bad auch nicht schaden, also los kommt mit." Während die beiden runter gingen zog sich Akkirah drinnen frische Kleidung an und stellte einen dritten Stuhl auf die Terrasse. Met stand schon wieder auf dem Tisch, also machte Akkirah sich dran, einen Eintopf fertig zu machen. Als sie draußen den Tisch deckte hörte sie die Zwillinge unten im Wasser herum toben wie kleine Kinder. Zu sehen waren sie wegen des Gebüschs, das am Ufer wuchs von oben aus nicht.

Als der Eintopf fertig war brachte sie ihn raus und rief den Zwillingen zu "Essen ist fertig".

Sogleich kamen die beiden angestürmt. Auch sie waren nun jeweils nur mit einem Tuch bekleidet, das sie um die Hüften geschlungen hatten. Ihre Rüstungen hatten sie unten liegen lassen.

Wie unterschiedlich die beiden doch so aussehen, dachte Akkirah, als sie die zwei die Treppe hochkommen sah. Farkas wirkte viel größer als sein Bruder, obwohl beide gleich groß waren. Allerdings war er wesendlich kräftiger gebaut, so das Vilkas klein und zierlich neben ihm wirkte. "Hmmmm….. das riecht lecker. Ich habe einen Bärenhunger." Vilkas setzte sich neben Akki. "Ich hoffe ihr seid nicht böse, wenn wir uns später umziehen. Nicht das das Essen kalt wird." Akki schlang ihre Arme um ihn, "Warum sollte ich böse sein, bei solch schönen Anblick." Farkas schüttelte grinsend den Kopf und füllte sich was zu Essen auf.

Es wurde wieder mal ein wundervoller Abend und Akkirah durfte sich manch Geschichte aus dem Leben der Zwillinge anhören. Eigentlich hätte sie absolut glücklich sein müssen, dachte sie als sie so kurz vor Mitternacht noch draußen saßen. Sie hatte ihren über alles geliebten Mann an ihrer Seite, mit ihrem Schwager verstand sie sich prächtig. Aber etwas fehlte. Wie schön müsste es sein, wenn ihr eigener Bruder hier wäre. Was er wohl gerade macht? Vilkas spürte, die aufkommende Traurigkeit und ahnte was sie bedrückte. Er legte seinen Arm um sie. "Eines Tages wird auch dein Bruder bei uns sitzen mit seiner Familie", versuchte er sie zu trösten. Sie seufzte leicht und schmiegte sich dann in seinen Arm. Dann fingen sie langsam an alles rein zutragen und begaben sich zu Bett.