Teil 013
Teil 013 PDF 
Geschrieben von: Bianca   
30.12.15 um 13:12 Uhr

Tarja stieg aus der Wanne, sie fühlte sich erfrischt und sauber, sie trocknete sich gründlich ab, ihre nassen Haare band sie mit Marcus Lederband zusammen und zog das einfache Trägerkleid an, welches Branwen ihr mitgebracht hatte, nahm ihre Rüstung und die Einreibung mit und verließ das Badehaus fröhlich, im Gildenhaus angekommen überreichte Branwen ihr ein großes Paket aus Bruma, Tarja bedankte sich bei Branwen und brachte das Paket in ihr Zimmer, stellte es auf den Tisch und öffnete es.
Darin waren einige getrocknete Kräuter, kleine Fläschchen und ein Brief, Tarja öffnete den Brief und begann zu lesen

"Meine geliebte Tochter,
es tut so gut dir selbst schreiben zu können und von dir geschriebene Worte zu lesen und nicht von einem Gildenmeister.
Ich hoffe du fühlst dich wohl in Choroll und lernst viel über das Kämpfen, ich hatte mich ja in allen Kämpfergilden in Cyrodiil umhören lassen, aber am Ende, war Choroll doch wohl die richtige Wahl für dich.
Es erfüllt mich mit Freude, dass du dort einen Mann gefunden hast, der dich glücklich macht und das macht mich auch glücklich.
Da bist du ganz wie deine Mutter es war, sie liebte ihre Arbeit, aber sie liebte auch deinen Vater und er liebte sie und wie glücklich sie waren, als sie nach mehreren vergeblichen Versuchen ein Kind zu bekommen, dich in den Armen hielten.
Leider wird es dir so ähnlich ergehen, Frauen die viel mit Magie arbeiten, haben es schwer Kinder zubekommen, da ihr Körper die Energie für die Magie verbraucht, aber ich habe dir trotzdem ein paar Fläschchen eines Trankes gemacht, falls du nicht sicher bist, die Kräuter in den Gläschchen sind Zutaten für den Trank und das Rezept liegt auch bei und natürlich habe ich dir auch noch 3 Flaschen deines Lieblingsgetränkes eingepackt, damit du immer an Bruma und an deinen alten Vater denkst.
In Liebe dein Vater Felen"

Tarja legte den Brief auf den Tisch und begann zu weinen, es tat so gut seine Zeilen zu lesen, sie fühlte sich ihm wieder näher.
"Schatz was ist los?", fragte Marcus und legte seine Hand auf ihre Schulter, sie hatte ihn nicht rein gekommen gehört, er hatte sie schon im Flur weinen gehört, daher betrat er ihr Zimmer.
"Nix schlimmes, nur Freudentränen", schluchzte sie
"Und über was weinst du die?", fragte Marcus
"Ich habe ein Brief von Vater bekommen, der erste seit Jahren, wir durften ja keine Post bekommen und daher freue ich mich über seine Zeilen", sie hielt Marcus den Brief hin.
"Nein Schatz das ist dein Brief, das geht mich nichts an"
"Doch du darfst ihn lesen, ich habe keine Geheimnisse vor dir"
"Später vielleicht", sagte er "Komm mal mit, ich habe auch Post aus Himmelsrand bekommen"
Sie stand auf und starrte ihn an, er trug wieder das selbe Hemd und Hose, das er trug, als sie ihn zum ersten Mal sah und als sie sich zum ersten Mal küssten und er roch so gut, sie verdrehte verzückt die Augen und folgte ihm in sein Zimmer.
Post war aber schwer untertrieben, sein Paket war wesentlich größer als ihrs.
"Haben sie dir da einen Baum eingepackt?", lachte sie
"So groß ist es auch wieder nicht", lachte Marcus
"Aber was soll da sonst drin sein?"
"Das sehen wir gleich, was magst du lieber? Rot,lila, grün, gold, silber oder blau?", fragte er sie?
Sie legte den Kopf schief" Ich weiß nicht"
"Gut dann schauen wir mal", er öffnete das Paket und wühlte darin herum, er zog eine größere Schachtel raus und legte sie auf den Tisch, einen Stoffbeutel, eine lange Holzschachtel, Briefe, gerolltes Papier, Holzkohle und diverse andere Stoffbeutel türmten sich auf dem Tisch.
Tarja lachte" Ich dachte dein Hausstand wäre hier"
"Oh nein das bekomm ich immer mal aus Rifton geschickt, damit ich die alte Heimat nicht vergesse und ich packe dann wiederum Sachen in die Kiste und schicke sie nach Himmelsrand zurück"
"Und wie? Durch die Berge?", fragte Tarja
"Nein ich lass das nach Anvil bringen und von da aus, nach Windhelm und von da aus, geht es per Kutsche nach Rifton, es dauert etwas, aber so machen wir das schon seit ich hier bin", sagte Marcus
"Aber Nahrung ist da doch nicht dabei, oder, die verkommt doch"
"Oh doch ich bekomm immer Karamellschnüre und einen Kuchen geschickt, der sich lange frisch hält"
Tarja verzog das Gesicht "Glaubst du mir nicht?", fragte Marcus
Sie schüttelte den Kopf, er öffnete einen der Stoffbeutel und zog etwas flaches umwickeltes heraus, legte es auf den Tisch, Tarja drang ein Geruch in die Nase den sie nicht kannte, sie schnupperte und unwillkürlich begann ihr Magen zu knurren "Das riecht aber gut, was ist das?"
"Das mein Schatz, ist Honigkuchen, gemacht von meiner Mutter", er brach ein Stück ab und reichte es ihr, sie biss in den Kuchen und kaute, dann begannen ihre Augen zu leuchten
"Und schmeckt´s?"
Sie nickte und sagte "Ja, es schmeckt sehr gut"
Während sie ihr Stück Kuchen aufaß, räumte er die Sachen weg, als er damit fertig war, stand nur noch die größere Schachtel auf dem Tisch und die Briefe lagen da neben.
Er setzte sich an den Tisch und öffnete die Schachtel "Komm setz dich zu mir"
Tarja setzte sich und schaute ihn fragend an, er zog einen schweren Samtbeutel aus der Schachtel, es klimperte metallisch, sie hielt die Luft an, sie kannte das Geräusch, es klang nach Schmuck.
Vorsichtig schüttete Marcus den Inhalt des Beutels in seine Hand, Tarja sah ein paar Ringe und einen kleinen blauen geformten Gegenstand mit einem Loch durch den ein kleiner Ring ging.
"Du schenkst mir Schmuck?", schluckte sie schwer und eine Freudenträne ran ihre Wange runter
Er griff nach ihrer Hand" Ja ich werde dir Schmuck schenken, aber noch nicht jetzt, das sind nur grobe Rohlinge, du sollst nur schauen was dir gefällt und mein Freund Balimund wird dann schöne Ringe daraus schmieden, such dir in Ruhe etwas aus, ich werde die Post lesen gehen" Marcus nahm die Briefe und das kleine Säckchen, öffnete die großen Glastüren und setzte sich auf den Balkon, er war immer erstaunt, das es noch so viele Leute gab, die ihm immer noch die Freundschaft hielten und er freute sich auch darüber, aber er nahm erst den Brief seiner Eltern, öffnete ihn und begann zu lesen

" Lieber Sohn,
es freut uns von dir zu hören, es dauert immer solange, bis deine Post bei uns ankommt, wir würden uns so sehr wünschen, wenn du wenigstens hier in Himmelsrand leben würdest, es wäre schön wenn die ganze Familie hier wäre.
Deine Schwester Yrsa und ihr Mann Aevar erwarten ihr 3 Kind, sie sind zu deinem Onkel Björn auf den Hof im Fürstentum Ostmarsch gezogen, das Anwesen müsstest du sehen.
Ein riesiges Haus, Ställe, ein Riesengarten, ein Gewächshaus, eine Schmiede und ein Teich, Falkenrings Wetter war ihm dann doch zu unbeständig
Dein Bruder Draki ist nach Einsamkeit gezogen, er lernt dort bei einem Pfeilmacher und macht gute Fortschritte, lange hat es gedauert bis er etwas gefunden hatte, was ihm Spaß machte und deine kleine Schwester Eija, hat es nach Dämmerstern verschlagen, wo sie bei einer alten Alchemistin lernt.
Mit Freunden haben wir gelesen, das du eine neue Frau gefunden hast, die sehr liebevoll ist und dich glücklich macht.
Deine Mutter Erja hatte Freudentränen in den Augen, das du nun doch noch Glück in der Liebe hast. Wir wissen ja das du eigentlich nie wieder malen wolltest, aber wir haben dir trotzdem Pinsel und Farbe geschickt, vielleicht malst du uns ein Bild deiner neuen Frau, darüber würden wir uns sehr freuen, damit wir sehen wie sie aussieht, wer weiß schon ob wir sie je kennen lernen werden.
Du fragst dich bestimmt was in dem kleinen Säckchen ist, mach es auf, sieh es dir an und lasse dein Herz entscheiden, was und wann du etwas damit machst
In Liebe deine Eltern Erja und Ingvarr "

Marcus seufzte noch nie hatte er so Heimweh wie er es jetzt hatte, er vermisste die bunten Wälder in Rifton im Herbst, den Honrichsee, wo er mit seinen Geschwistern im Sommer immer schwamm, er freute sich das seine Geschwister endlich etwas gefunden hatten, was ihnen Spass macht, gerade sein kleiner Bruder, der ihnen sehr oft Sorgen bereitete, das es seinem Onkel gut ging, bei seinen Fähigkeiten, konnte er sich das Anwesen sehr gut vorstellen, er schaute ins Zimmer er lächelte, Tarja saß immer noch am Tisch und stellte die Ringe zusammen.
Dann widmete er sich dem kleinen Säckchen, langsam öffnete der das Seidenband und zog eine silberne Kette heraus, er schluckte, er wusste genau was es für eine Kette war, es war die Kette seiner Mutter, die sie damals von ihrem Vater bekommen hatte, als sie sich kennen lernten. Eine Träne rann ihm die Wange runter, er wusste wie wichtig diese Kette seiner Mutter war und nun sollte er sie an Tarja weitergeben.
"Du meine Güte", dachte Marcus "Ich muss Tarja wohl gut beschrieben haben, das meine Mutter ihre Kette hergibt."
Er ließ die Kette wieder in das Säckchen gleiten, er versuchte sich daran zu erinnern, wann Tarja Geburtstag hatte, es war ein Sommermonat, das wusste er noch, er stand auf und ging ins Zimmer.
Er öffnete die Nachtischschublade und legte den Brief und das Säckchen rein und ging zu Tarja rüber.
Er sah das sie sämtliche Goldringe wieder in das Kästchen getan hatte, er setzte sich zu ihr
"Kein Gold?", fragte er
"Nein Gold gefällt mir nicht, Silber ist weniger protzig", sie grinste
"Und die Steine?"
"Ich kenn mich mit Schmuck nicht aus"
Marcus legte die Schmucksteine nebeneinander und erklärte Tarja, dass diese Steine nicht echt seien, es sind nur Glassteine, die aber wie richtige Schmuckstücke aussehen, dann erklärte er ihr welcher Stein welche Farbe hat, hellrot für Granat, lila ist Amethyst, dunkelrot ist Rubin, blau Saphir und Grün ist Smaragd.
"Und warum die verschiedenen Formen?", fragte Tarja
"Je besser ein Stein geschliffen wurde, umso wertvoller ist er", gab ihr Marcus zur Antwort
Sie schaute ihn an "Woher weißt du das alles?"
"Ich habe mich auch mal daran versucht, aber irgendwann meinte Balimund, das ich kein Gefühl dafür hätte, da man Silberschmied nicht von heute auf morgen wird, ich hatte keine Geduld für so eine feine Arbeit mit so kleinen Steinen"
"Aber was würde dir gefallen?", fragte Tarja
Marcus schaute sich die Silberringe und die Steine an, nahm 2 der Ringrohlinge , 2 Saphire und 2 der kleinen Bänder, er fasste die Saphire an den Ring an und band sie mit den Band fest, dann reichte er Tarja den Ring und machte ihn ihr an den rechten Ringfinger, sie starrte auf den Ring "Geschliffener Saphir? Soviel bin ich dir Wert?"
"Ja soviel und noch mehr", lachte er sanft
"Gefällt er dir so?", fragte er
"Ja und wie , du nimmst auch Saphire?"
"Ja ich mag blau sehr gern, hast du keine Lieblingsfarbe?"
"Nein nicht wirklich, wenn man 11 Zyklen nur in schwarzen Roben rum läuft, hat man es nicht so mit Farben", sagte sie, zog den Ring wieder seufzend ab und gab ihn Marcus wieder, sie starrte ins Leere, als Marcus beide Ringe wieder an sich nahm und auf den Tisch legte.
"Was ist los, Schatz", fragte er und schaute sie an
"Ach das ist alles nur zu schön, manchmal habe ich das Gefühl, als würde ich träumen und ich habe Angst, das ich aufwache und ich liege in der Kaiserstadt in der Gilde in meinem Bett"
Marcus nahm ihre Hand" Du bist nun schon seit 2 Mondumläufen hier, hast viel erlebt und denkst das du immer noch träumst?“
„Ich dachte der Schritt in mein neues Leben, ginge schneller“, sagte sie
„Du schaffst das schon“, gab ihr Marcus zur Antwort
„Sag mal wollen wir auch in die Taverne zum Essen gehen oder wollen wir hier etwas essen?“, fragte Tarja
„Ich müsste eigentlich die Briefe beantworten, können wir hier essen?“, fragte Marcus
„Kein Problem, ich koch uns etwas und währenddessen kann ich auch einen Brief an Felen schreiben“
Etwas später saßen sie in Marcus Zimmer am Tisch, den Tarja schön hergerichtet hatte, während Marcus immer noch am Briefe schreiben war, als sie fertig war rief sie ihn zum essen, er legte die Feder zur Seite, betrat das Zimmer und ging zu dem Tisch den Tarja gedeckt hatte und setzte sich.
„Dein Eintopf ist wieder sehr lecker“, bemerkte Marcus
„Na ja hin und wieder würde ich auch gern mal etwas anderes kochen, aber irgendwie ist die Kunst zu kochen an mir irgendwie vorbei gezogen, es reicht nur für Kleinigkeiten, die ich mal aufgeschnappt habe, vielleicht sollte ich ein Rezeptbuch schreiben“, sie grinste
„Noch mehr Schreibarbeit? Reicht dein Pflanzenbuch nicht?“
„Stimmt du hast ja recht, dann halt wenn ich eine Oma bin“, sie lachte
„Weißt du als ich vorhin am schreiben war, habe ich mir überlegt, ob wir dein Zimmer nicht als Arbeitszimmer für uns einrichten und du kommst zu mir ins Zimmer, natürlich nur wenn du das möchtest, du könntest dann schreiben und ich malen“
Tarja schaute von ihrem Teller auf und sagte“ Das kommt aber plötzlich, du wolltest doch das jeder sein eigenes Zimmer behält“
„Ja ich weiß, aber ich weiß nicht ob ich nachdem Manöver noch allein schlafen will, es ist schön wenn man abends zusammen einschläft und morgens wach wird und da liegt jemand“, er grinste breit
„Lässt du mich eine Nacht drüber schlafen?“, fragte Tarja
„Natürlich überlege es dir“, gab er ihr zur Antwort
„Bist du mit deinen Briefen fertig geworden?“
„Noch nicht ganz“, antwortete Marcus
„Du warst ja ganz schön beliebt, oder?“
„Offensichtlich bin ich es noch immer, ich hatte sehr viele Freunde in Himmelsrand, man muss schon viel reisen, wenn man in Himmelsrand etwas lernen möchte, schmieden lernen in Rifton, kämpfen lernen in Weißlauf bei den Gefährten, wollte man etwas übers Bogen schießen lernen, musste man erstmal lernen wie man Pfeile herstellt, das geht nur in Einsamkeit, Bogen schießen habe ich bei Jägern gelernt die durchs Land ziehen, irgendwann war mir das zu anstrengend, auch wenn man viele Leute kennen lernt, aber alle paar Mondumläufe wo anders zu sein, brauchte ich nicht auf die Dauer“
„Warum hast du eigentlich Magie gelernt und warum hier? Gibt es das in Himmelsrand nicht?“
„Doch schon, aber in Himmelsrand ist Magie nicht so angesehen und da hätte man auch wieder Leute finden müssen die einem das lehren, hätte ich zwar an der Akademie in Winterfeste machen können, aber ich wollte mich nicht auf Ewig der Magie ergeben, daher hatte ich hier ein paar Stunden“
„Ja, aber wir lehrten doch keine Zauber an Außenstehende“ sagte Tarja
„Nein, ich musste auch dafür bezahlen und das nicht wenig“
„Aber das haben sie gut gemacht, dein Feuerball war nicht schlecht.“, lobte sie ihn
„Wie weit bis du überhaupt gekommen in den Jahren bei der Gilde?“, fragte Marcus und biss in sein Brot
„ Ich habe verschiedene Ränge, ich habe zwei Meisterränge einen in Zerstörungsmagie und einen in Alchemie, Wiederherstellung habe ich den Rang Geselle und die anderen die mich nicht so interessierten, da bin ich nur Lehrling, was allem im allem einen Rang von 8 macht“
„Und wie viele Ränge gibt es?“
„10 Ränge, aber da macht man nichts anderes als nur Zauber zu wirken und jedes magisches Talent umfasst ja noch mal bis zu 30 Talente“
„Puh ganz schön umfassend“, sagte Marcus anmerkend
„Ja daher sind die meisten Erzmagier entweder schon steinalt oder Dunmer“, sagte Tarja und löffelte ihren Eintopf leer.
Draußen war es schon dunkel und beide gähnten
„Weißt du was, wir lassen alles stehen und gehen ins Bett“, sagte Marcus