Teil 79 Aufbruch
Teil 79 Aufbruch PDF 
Geschrieben von: Bianca   
06.11.16 um 20:34 Uhr

„Das war ein schöner Abend im Bienenstich“, sagte Marcus am nächsten Tag beim Frühstück.
„Ja, das war er, aber wir sollten jetzt langsam wieder mal an die Rückkehr nach Helgen denken.“, sagte Tarja
„Ja, es wird wirklich Zeit dafür“
„Aber ich muss ja vorher noch nach Weisslauf, ich will wenigstens nochmal das Grab meiner Eltern besuchen“
Marcus griff nach ihrer Hand und lächelte sie an“ Schön das du dich dafür entschieden hast.
Ich werde bei dir sein, du musst in Weisslauf keine Angst mehr haben“
„Angst habe ich keine mehr, ich empfinde nur noch Hass für Werwölfe dort oben“
„Aber sie nicht alle so, das weißt du ja“
„Die anderen kenne ich und eigentlich sind sie mir egal“
Marcus hoffte das sie ihre Meinung noch ändern würde und die anderen nicht über einen Kamm mit Skjor und Farkas scheren würde. Kodlak war ein guter Mann, auch wenn er die Kontrolle über die Wölfe verloren hat, es wird seinen Grund haben, warum es so ist.
„Wann willst du dann los?“, fragte Marcus
„Ich denke wir decken uns mit Proviant ein, packen unsere Sachen und reiten morgen los, wir brauchen ja auch noch eine Reiseroute“
„Dieses mal nicht mit der Kutsche?“
„Nein, mit den Pferden sind wir flexibler“, erwiderte Tarja
„Gut, dann werden wir das tun, ich werde Korst einen Brief schreiben, das wir uns noch auf den Weg nach Weißlauf machen und dann bald zurück sein werden“
„Ja, tu das und ich mach hier noch etwas sauber, falls deine Schwester und ihr Mann, mal wieder das Bett brauchen“, zwinkerte sie
Marcus schrieb in Zwischenzeit den Brief und Tarja räumte auf.
Als sie fertig waren, schloss Marcus die Tür zum See ab, sie verliessen das Haus und schloss die Tür ab, während Tarja auf den Markt ging, ging Marcus in den Bienestich, wo sich der Kurier immer aufhielt, er gab ihm den Brief, ein paar Septime und mit der Bitte ihn nach Helgen zubringen, der Kurier nickte.
Marcus suchte am Marktplatz nach Tarja und sah sie bei Balimund stehen, also ging er zu ihm rüber.
„So meine Freunde, ihr verlasst Rifton wieder?“, fragte Balimund
„Ja, leider auf uns warten noch andere Aufgaben“, antwortete Marcus
„Balimund, hat du noch ein paar Pfeile da? Ich habe mein Köcher gern gefüllt“
„Ja, noch verkaufe ich Pfeile, aber demnächst macht das ja Marcus Bruder“
„Bist, du böse deswegen?“
„Ach I-wo, ich muss sie selbst einkaufen, Pfeile kann ich keine herstellen und die jedes Mal aus Einsamkeit zu beziehen, ist sehr kostspielig, vielleicht kann ich Draki ja überreden das er sie mir zu einem besseren Preis verkauft“
„Soll ich mit ihm reden?“
„Nein, mein Freund lass mal, vom Handeln verstehst du nichts“, sagte Balimund schmunzelnd und Tarja musste laut los lachen.
„Spottet ihr nur“
„Ach, mein Freund dafür hast du viele andere Qualitäten“
„Na, dann bin ich ja beruhigt“
„So aber nun zu den Pfeilen, Eisen oder Stahl?“
„Stahl bitte“
„So meine Dame, dein Köcher mit Pfeilen“
„Was bekommst du?“
„Hey wir sind Freunde, ich schenke sie dir“
Tarja war sprachlos und so bekam sie nur ein Danke heraus.
Balimund drückte beide Freunde nochmal zum Abschied und sagte“ Wir sehen uns doch wieder?“
„Naja wir sind ja dann in Helgen, schreiben können wir uns“, sagte Marcus
„Und wenn wir heiraten sollten, dann bist du natürlich auch auf die Hochzeit eingeladen“, erwiderte Tarja
„Darauf freue ich mich schon“, sagte Balimund
„Können wir dann zum Haus meiner Eltern?“, fragte Marcus
„Ja, ich bin soweit“

Also machten sie sich auf den Weg zu Marcus Eltern.
Als sie etwas später an dem Haus ankamen, sassen alle auf der Terrasse.
„Guten Morgen“, begrüssten sie die Familie
„Habt ihr schon gefrühstückt?“, fragte Erja
„Ja, haben wir. Wir möchten gern etwas mit euch besprechen“, sagte Marcus
„Dann setzt euch, ihr zwei“, erwiderte Ingvarr
„Für uns wird es Zeit weiter zu ziehen, Tarja muss noch nach Weisslauf zum Grab ihrer Eltern und dann müssen wir weiter nach Helgen. Wir wollen heute noch hier bleiben und morgen früh los reiten“, erklärte Marcus
„Das ist nun aber plötzlich“, sagte Ysra
„Ja, die schönste Zeit ist leider irgendwann vorbei“, sagte Marcus
„Eija, ich hatte dir ja versprochen, das du in mein Buch schauen kannst. Soll ich es dir hier lassen?“, fragte Tarja
„Nein, das brauchst du nicht, ich werde einfach selbst eins anlegen und wenn wir uns wiedersehen, dann tauschen wir Rezepte aus“, gab ihr Eija zur Antwort
„Das ist eine gute Idee“, lächelte Tarja
„Packen wir dann oben unsere Sachen zusammen?“, fragte Marcus
„Ja, das machen wir“, sagte Tarja
„Na, dann komm“, sagte Marcus
Beide gingen ins Haus und stiegen die Treppen nach oben, bis sie in ihrem Zimmer angekommen waren.
Tarja setze sich an den Tisch und seufzte“ Es war sehr schön hier mit deiner Familie und Balimund ist echt ein netter Kerl. Ich kann schon verstehen, warum ihr Freunde seid“
„Er ist halt der einzige neben meinem Vater, der mir auch mal in den Allerwertesten treten darf und das haben beide gemacht“
„So eine Person brauch ich auch“, lachte Tarja
„Reich ich dir nicht aus?“
„Sei mir nicht böse, aber du bist wirklich manchmal zu gutmütig zu mir, wenn ich eigentlich eine andere Reaktion brauche“
„Ich habe dich einmal fast verloren, da bin ich vorsichtig geworden, obwohl mir Felen mehr als einmal gesagt hat, das du hin und wieder mal zurecht gerückt werden musst“
Tarja lachte laut“ Oh ja, er hatte ja auch genug Übung. Meine Mutter soll wohl auch einen
schlimmen Dickkopf gehabt haben.“
„Das hat er mir auch erzählt“
„Aber ich finde, bisher hast du es gut hinbekommen, mit dem zurecht rücken“
„Ja, indem ich solange gewartet habe, bis es endgültig eskalierte“
„Wir kriegen das schon hin.“, lächelte sie
„Los lass uns packen“, sagte Marcus
„Na gut“, ergab sich Tarja und stand vom Stuhl auf.
Sie packte ihre Sachen in ihren Rucksack, dann nahm sie den alten Bär in die Hand und sagte“ Du bleibst hier, du musst jetzt auf ein neues Kind aufpassen“
„Wer soll den Bären den bekommen?“, fragte Marcus neugierig
„Ich möchte den Bären gern Agneta schenken, die Jungs haben ja genug Spielsachen, aber sie
hat irgendwie nur ihre Stifte.“
„Da freut sie sich bestimmt“
„Sollten wir wieder mal nach Einsamkeit kommen, dann kauf ich bei Sayma noch drei neue Tiere für die Kinder“
„Du magst die drei, oder?“
„Irgendwie schon, sie verdienen halt mehr Zeit“
Marcus nickte „Allerdings, aber das liegt nicht in unserer Zuständigkeit“
„So ich wäre soweit fertig“, sagte Tarja
„Ja, ich auch. Dann überlegen wir uns mal die Reiseroute. Von hier über Helgen, wäre es natürlich am einfachsten“
„Aber die Gefahr ist zu gross, das wir gesehen werden und wir abgefangen werden“
„Eben, aber wir könnten am See entlang reiten, Richtung Ivarstadt, dort in der Taverne übernachten, am Dunkelwasser Fluss entlang und von Dunkelwasserkreuzung aus, nach Weisslauf. Wir sollten solange reiten, wie es das Tageslicht zulässt, in 5 Tagen sollten wir in Weisslauf sein“, erklärte Marcus
„Dann nehmen wir diese Route doch. Schlafsäcke haben wir ja, Essen auch“
„Mutter lässt sich bestimmt nicht lumpen und wird uns bestimmt auch noch mit Essen versorgen“
„Ja, was du brauchst, ist Essen“, sie klopfte ihm gegen den Bauch
„Was ist mit meinem Bauch?“
„Naja, du hast etwas angesetzt“, grinste sie frech
„Das werde ich auch wieder los!“
„Och wegen mir nicht, mir gefällt es“
„Dann bin ich ja beruhigt“, lächelte Marcus, er wartete auf eine Reaktion von ihr, aber es kam keine „ Ach mein Fuchsie, wann bekomm ich dich wieder?“
Ohne ihre Magie, war sie nur ein halber Mensch, das tat ihm sehr weh.
„Marcus?“, sie riss ihn aus seinen Gedanken
„Ja?“
„Wo bist du mit deinen Gedanken?“
„Na hier, wo sollten sie sonst sein?“
„Du hast so nachdenklich ausgesehen“, erwiderte sie
„Nein, alles in Ordnung“, log ich
Zum Abendessen hatte Erja ordentlich aufgetischt und so sass die ganze Familie am Esstisch, man redete, lachte, aß und trank.
Marcus und Tarja verabschiedeten sich recht schnell, damit sie noch ein paar Stunden Schlaf bekamen.
Als sie am nächsten Morgen mit ihrem Gepäck runterkamen standen Ingvarr und Erja schon in der Küche.
„Kinder frühstückt ihr noch mit uns? Ich habe eure Fresspacke schon fertig“, sagte Erja
„Ja für´s Frühstück haben wir noch Zeit“, lachte Tarja
„Dann setzt euch ihr zwei“, sagte Ingvarr
Beide setzten sich an den gedeckten Tisch und nahmen sich etwas zum Essen.
„So es geht also nach Weisslauf“, fragte Ingvarr
„Ja, eigentlich wollte ich da nicht mehr hin, aber jeder sagte mir ich solle wissen, wo meine Wurzeln sind, also werde ich meine Wurzeln suchen und mich meiner Angst stellen müssen“, sagte Tarja
„Marcus wird aber doch auf dich aufpassen“, sagte Erja
„Ja, das weiss ich, aber ich habe trotzdem kein gutes Gefühl“, sagte Tarja
„Ihr müsst ja nicht lange bleiben“, sagte Ingvarr
„Das habe ich auch nicht vor“, sagte Tarja
„Warte es doch erstmal ab, wir sind wieder zusammen, dieses mal wird Weisslauf für dich angenehmer“, sagte Marcus und griff nach ihrer Hand, sie lächelte ihn an.
„Jetzt esst aber erstmal, ich habe eure Pferde schon fertig gemacht“, sagte Ingvarr
Nachdem Frühstück begleiteten Ingvarr und Erja, die beiden nach draussen.
Am Stall angekommen legten Tarja und Marcus ihre Waffen an, holten die Pferde aus dem Stall und  verabschiedeten sich dann von Ingvarr und Erja.
„Wir lassen von uns hören, sobald wir wieder in Helgen sind“, sagte Marcus
„Ja macht das ihr zwei“, sagte Ingvarr
„Es war schön euch hier zu haben“, sagte Erja und wischte sich ein paar Tränen weg.
„Passt auf euch auf und eine gute Reise“, sagte Ingvarr
Passt ihr auch auf euch auf und grüsst den Rest der Familie nochmals von uns“, sagte Tarja
Sie führten die Pferde vom Anwesen runter, stiegen auf die Pferde und ritten davon.

Zuletzt aktualisiert am 06.11.16 um 20:37 Uhr