Teil 022
Teil 022 PDF 
Geschrieben von: Bianca   
30.12.15 um 13:16 Uhr

Korst saß gerade allein beim Frühstück, als es an der Tür klopfte, er fand es seltsam, weil jeder aus Choroll einfach in das Gildenhaus kam.
Er stand auf, ging zur Tür und öffnete sie, vor ihm stand ein großer Dunmer, fast genauso groß wie er selbst war, dunkelgraue Haut mit weisser Kriegsbemalung und langen Haaren die zu einem Pferdeschwanz gebunden waren.
Mit tiefer Stimme sprach der Dunmer“ Guten Morgen, mein Name ist Felen Fyr“
„Ah der Ziehvater von Tarja, ich bin Korst, kommt doch herein“, sagte Korst freundlich
„Ich wollte meine Kleine besuchen“, sagte er
„Oh das tut mir leid, meine Leute sind alle Unterwegs zu Aufträgen, aber einige könnten heute zurückkommen, habt ihr Hunger?“
„Ja etwas, aber bitte wir müssen uns nicht so geschwollen unterhalten“, sagte Felen und hielt Korst die Hand hin, Korst griff sie und der Händedruck war fest und freundschaftlich.
Felen folgte Korst in den Frühstücksraum, wo sie zusammen das Frühstück einnahmen.
Nachdem Frühstück zeigte Korst, Felen das Gildenhaus, als sie den Rundgang beendet hatten, fragte Korst, ob Felen länger in Choroll bleiben würde und wo er untergebracht sei.
Felen sagte ihm das er 2-3 Tage hier eingeplant hatte und er in der grauen Stute übernachtet.
„Du musst aber nicht dein Geld in der Spelunke lassen, wir haben noch ein Zimmer frei, da unsere 2 Pärchen ja zusammenleben und unsere Betten sind auch besser.“
Felen nickte und sagte“ Dann werde ich dort meine Sachen holen“
„Und ich mache uns in Zwischenzeit einen schönen Wein auf, dann können wir uns unterhalten“
„Ach nein, mein Freund, dieses Zeugs ist doch nur was für diese spitzohrigen Altmer“, lachte er
„Ach daher hat Tarja ihren Unmut auf Altmer“, sagte Korst
„Ja, aber erst seit Skingrad“, sagte Felen
„Ja, sie hat uns davon erzählt, schlimme Sache“
„Ich hol jetzt erstmal meine Sachen und dann sprechen wir über Skingrad.“
Korst nickte und Felen verließ das Gildenhaus.
Zu Beginn hatte er ja gezweifelt, seine Kleine in die Obhut der Kriegergilde zugeben, er hätte es aber nie zugegeben, aber er fühlte dass sie hier sehr gut aufgehoben war. Korst ist ein sehr netter Mensch, natürlich war er neugierig, wie sich seine Kleine entwickelte und natürlich wollte er Marcus kennenlernen. Als Tarja´s Ziehvater war er dann doch etwas erschrocken, das sie sich einen Mann ausgesucht hatte, der fast 10 Jahre älter als sie war. Er war besorgt dass der Mann sie vielleicht zu etwas gedrängt hatte und sie konnte sich nicht dagegen wehren.
Die üblichen Gedanken die man als Vater halt so hat, auch wenn sie nicht seine richtige Tochter war, er hatte ihrer Mutter geschworen, auf sie aufzupassen und das würde er tun und er würde ihr auch irgendwann erzählen, wo ihre eigentlichen Wurzeln sind und wo sie die Grabstätten ihrer Eltern finden würde.
Als er in der grauen Stute angekommen war, holte er seine Tasche und machte sich auf den Rückweg.
Als er wieder im Gildenhaus war, zeigte Korst ihm das Zimmer, wo er übernachten konnte.
Felen war überrascht wie gross die Zimmer doch waren und das war nur ein Zimmer für eine Person. In der Magiergilde hätten sich 5 Leute so ein Zimmer teilen müssen.
„Also Platz habt ihr ja reichlich“, bemerkte er
„Möchtest du gern das Zimmer von Marcus und Tarja sehen?“, fragte Korst
„Meinst du? Ich weiss nicht, ich möchte nicht gern in die Privatsphäre der beiden eindringen“
„Ach Felen das ist doch quatsch, komm mit, wir müssen in den anderen Flügel“
Felen folgte Korst durch das Obergeschoss des Hauses, bis sie auf der anderen Seite angekommen waren.
„Zuerst zeige ich dir das Arbeitszimmer der beiden. Tarja macht immer noch fleissig Tränke und Salben für uns und seit Branwen bei uns ist, hat sie noch viel über die Heilkunst aus Hammerfell gelernt, Marcus hat dank Tarja das malen und zeichnen wieder angefangen“
„Wieder angefangen?“
„Das erzähl ich dir dann bei einem Met, etwas tragisch das ganze“, sagte Korst
„So da wären wir“, er öffnete die Tür zum Arbeitszimmer und beide gingen in das Zimmer.
Felen schaute sich um, auf dem Tisch lag ein Buch was er kannte, sanft strich er darüber und lächelte „Sie schreibt noch immer?“
„Ja das lässt sie sich nicht nehmen, Marcus hat sie etwas eingeschränkt, weil ihr Tag hat ja auch nur 24 Stunden und sie wäre wahrscheinlich Nächtelang aufgeblieben“
„Ja, das sind die negativen Nebenwirkungen der Magiergilde. Sie schreibt schon seit sie 7 Jahre ist, sie war sehr wissbegierig und wollte alles am liebsten zur gleichen Zeit lernen“
„Ja das ist heute auch noch so, was war es ein Drama als sie den Bogen nicht beherrscht bekam, obwohl sie hier alle Zeit der Welt hat, jeder kann sein eigenes Tempo finden“
„Die Zimmer hier gefallen mir sehr gut, schön hell und warm und mit Fenster, das ist in der Magiergilde nicht so Gang und Gebe“
„So das wäre dann das Schlafzimmer der beiden“, sagte Korst und öffnete die Zimmertür, Felen erschlug es bald, dieses Zimmer war noch größer als seins in der Gilde.
Er schaute sich um und entdeckte die Flaggen an der Wand und er fragte“ Ist Marcus aus Himmelsrand?“
„Ja er kommt ursprünglich aus Rifton, seine Familie wohnt noch dort, seine Geschwister sind aber alle über´s ganze Land verstreut.“
„Und die Flagge von Falkenring?“, fragte Felen
„Na du kennst dich aber aus“, sagte Korst
„Naja ich lebte ja auch einige Jahre in Winterfeste, bevor ich in Bruma Gildenmeister wurde, ich habe immer noch viel Kontakt zu dem Erzmagier dort.“
„ Oh apropos, wo ist den Onni?“, fragte Korst
Felen lachte“ Oha da hat er aber Eindruck hinterlassen, oder?“
„Naja mir sind die Vögel etwas suspekt, aber er hat uns ja quasi aus dem Wald entlassen“, sagte Korst
„Onni musste in Bruma bleiben, er kümmert sich zusammen mit seiner Rabenfrau um das Gelege, der Gute kommt in die Jahre und ich hoffe ich bekomme die Kleinen alle durch, dass ich sie wieder abrichten kann, aber was ist nun mit der Falkenringflagge?“
„ Marcus Lieblingsonkel wohnte dort und er hat auch dieses Zimmer eingerichtet, war quasi ein Hochzeitsgeschenk“, Korst seufzte
„Ach ja die tragische Geschichte, komm erzähl mir die doch bei einem Met“, sagte Felen
„Na dann folge mir in mein Arbeitszimmer“, sagte Korst
Die Männer stiegen die Treppe runter und machten es sich in den 2 Sesseln bequem, Korst reichte Felen einen Met und erzählte ihm die Geschichte von Marcus gescheiterte Ehe.
Nachdem er geendet hatte, schüttelte Felen mit dem Kopf und fragte dann“ Und wie hat Tarja ihn dann wieder zum malen gebracht?“
„Naja erst hat sie ihn mal aus seiner Lethargie geholt, nur allein mit ihrer Anwesenheit, es dauerte nicht lange, bis er gewillt war endlich wieder zu leben und die Vergangenheit endlich zu vergessen und dabei hat sie ihm geholfen. Ich spürte das Marcus sie mochte und sie mochte ihn, natürlich musste ich ihn etwas schubsen“, lachte Korst
„Also wollten sie sich beide?“, fragte Felen
„Ja es kam von beiden Seiten, Marcus hätte sie nie zu irgendetwas gedrängt, dafür ist er nicht der Mensch, außer er nimmt die Position des Lehrers ein“
Felen atmete erleichtert auf.
„Hattest du Angst das Marcus sie bedrängt?“, fragte Korst
„Ja etwas Angst hatte ich, schließlich ist er ja fast 10 Jahre älter als Tarja“
„Glaub mir mein Freund, Tarja hätte das nicht zugelassen, wenn Marcus ihr nicht sympathisch gewesen wäre und sie sind ein Klasseteam, er bringt ihr die Waffenkunde näher und sie ihm die Magiefähigkeiten, es kommt ganz selten vor das wir hier Leute haben die so perfekt zusammenarbeiten, die letzten Jahre hatte ich Glück, aber das war auch schon anders, aber das wird in deiner Gilde nicht anders sein“
„Bei uns sind Partnerschaften eh nicht die Regel, es gibt nur wenige verheiratete Magier und wenn suchen sich die männlichen Magier eher weltliche Frauen. Frauen die mit Magie zu tun haben, haben leider Probleme Kinder zu bekommen. Tarja´s Eltern brauchten auch einige Anläufe bis Freya endlich schwanger wurde“
„Ja schlimm das beide nichts mehr viel von ihrem Mädchen hatten“, sagte Korst
„Ja ihr Vater fiel da war sie gerade knapp ein Jahr alt und dann ein Jahr später, war ich dann der Vater“, sagte Felen
„Entschuldige wenn ich das jetzt sage, meine Frau und ich konnten auch keine Kinder bekommen, daher ist Tarja auch wie eine Tochter für mich“
„Und sie hat dich bestimmt auch als Vater anerkannt, oder?“, fragte Felen
„Ja wenn ich ehrlich bin, habe ich auch ein bisschen die Vaterrolle übernommen, ich hoffe das macht dir nichts aus“
„Aber auf keinen Fall“, sagte Felen „Es ist immer gut, wenn man auch mir 22 Jahren nochmal in den Senkel gestellt wird“
„Das muss ich eigentlich nicht machen, aber so eine Tochter hätte ich mir auch gewünscht“
„Ich sehe schon meine Kleine ist hier gut aufgehoben“, sagte Felen
„Tarja hat uns ja einiges über die Gilde erzählt, sie hat uns erzählt, was ihr in Skingrad widerfahren ist und wir waren sehr schockiert.“
„Ja, die Gilde dort hält an ihren Regeln fest, ich habe damals auf den Gildenmeister eingeredet und war sogar beim Erzmagier in der Kaiserstadt, ich war sogar gewillt Gold an die Gilde zu geben, aber sie haben sich nicht darauf eingelassen. Ich hatte in der Zeit sehr viel Angst und hätte es mir nicht verziehen wenn ihr etwas passiert wäre“, sagte Felen
„Ja sie litt wohl sehr unter dem Druck dort“, sagte Korst
„Ja, sie können es sich erlauben, ihre Leute unter Druck zu setzten, dort wird sehr viel unter der Hand gelehrt, aber glaub mir ich habe dem Gildenmeister dort auch Druck gemacht, ich konnte ihre Zeit dort dann verkürzen und sie konnte in die Kaiserstadt“
„Ich bin froh, da du dich für uns entschieden hast“, sagte Korst dankbar
Weißt du was ich jetzt mache. Ich finde es hier so schön, ich werde jetzt ein Mittagessen kochen zum dank für deine Gastfreundlichkeit“, sagte Felen