Teil 65 Eine lange Reise Von Weisslauf nach Rorikstatt
Teil 65 Eine lange Reise Von Weisslauf nach Rorikstatt PDF 
Geschrieben von: Bianca   
30.12.15 um 13:35 Uhr

(Anmerkung Es wird ein langer Storyteil, daher werde ich ihn in mehrere Teile zerlegen müssen)

Am nächsten Morgen trafen Marcus und Tarja aufeinander. Sie nickten sich zu und traten an den Tisch, auf dem eine Karte lag.
Marcus hatte kleine Fähnchen in die Orte gesteckt. „Ist das die Reiseroute?“, fragte Tarja knapp und Marcus nickte nur. „Gut soll mir recht sein“, sagte Tarja, nahm ihren Rucksack und verließ die Festung und machte ihr Pferd fertig.
Als Marcus in den Hof kam, saß Tarja schon auf dem Pferd und starrte vor sich hin.
Korst schubst Marcus Jannus mit dem Ellenbogen an „Ob das wirklich eine gute Idee war? Ich hoffe sie zerfleischen sich nicht“
Marcus Jannus lachte“ Das werden wir in ein paar Wochen sehen. Es wird schon gut gehen“
„Dein Wort in Talos Ohr. In Choroll waren sie ein Herz und eine Seele und es hat so gut zwischen ihnen funktioniert“
Marcus stieg auf das Pferd und rief Korst zu“ Bis in ein paar Wochen, passt auf euch auf“
„Ja bis bald und passt ihr auf euch auf“, rief Korst
Marcus und Tarja machten sich auf den Weg, stillschweigend ritt man den Weg runter Richtung Flusswald.
An den Wächtersteinen stieg Tarja vom Pferd und berührte den Stein des Magiers, sie hoffte es würde helfen ihre Magie wieder aufzufüllen.
Sie versuchte einen Feuerball zu formen, aber es passierte nichts, traurig stieg sie wieder auf das Pferd und man ritt weiter.
Marcus merkte wie sie sich Tränen wegwischte, es tat ihm weh zu sehen, wie sie sich quälte, ihre Erinnerungen und das Fehlen der Magie, er wollte ihr helfen, aber er traute sich noch nicht.
Als sie vor Flusswald ankamen, stiegen sie von den Pferden, sie führten die Pferde durch die Stadt.
„Brauchst du etwas`“, fragte Marcus, aber Tarja schüttelte nur stumm den Kopf.
Nachdem sie Flusswald hinter sich gelassen hatten, stiegen sie wieder auf die Pferde und ritten weiter. Marcus ritt vorneweg, da er sich besser auskannte, in der Nähe konnte man einen Wolf heulen hören und plötzlich kam ein grosser Hirsch auf sie zu. Marcus sprang vom Pferd und lief in die Richtung, wo das Heulen herkam, Tarja sammelte sein Pferd ein und hielt es fest, damit es nicht davon rannte.
Es dauerte nicht lange und Marcus kam wieder, Tarja reichte ihm die Zügel, Marcus nickte dankbar und man ritt weiter.
Die Abenddämmerung setzte ein, da hatte man Weisslauf erreicht und sie stellten die Pferde in den Ställen ab.
Mit ihrem Gepäck liefen sie Richtung Stadt, aber Tarja lief nur langsam, sie wollte offenbar nicht in die Stadt.
„Angst?“, fragte Marcus, Tarja nickte nur.
„Hast du Angst, das dir ein Gefährte über den Weg läuft?“, fragte er
Wieder nickte sie nur. „Du musst keine Angst haben, die gegen nie in die Stadt. Du hast mit Skjor und Farkas, nur die falschen Gefährten kennengelernt, es gibt auch nette Gefährten da oben, Vilkas zum Beispiel oder den alten Kodlak. Na komm“, sagte er, Tarja seufzte und schloss zu ihm auf.
Als sie in die Stadt kam, wurde sie von Adrienne, die an der Schmiede arbeitet, herzlich begrüsst. Tarja lächelte, sie mochte das Ehepaar sehr gern, sie eine Kaiserliche und ihr Mann ein Nord. Er verkaufte die Waffen und Rüstungen die Adrienne herstellte und er war sehr stolz auf seine Frau.
„Schön dich wieder zusehen, meine Liebe“, sagte Adrienne
„Hallo, Adrienne geht es euch beiden gut?“, fragte Tarja
„Ja, uns geht es gut. Ich versuche Ulfberth das Schmieden, bei zu bringen“, sagte sie lächelnd
„Warum denn das? Hörst du auf?“, fragte Tarja
Sie schob ihre Schmiedeschürze zur Seite und da sah Tarja warum, Adrienne hatte einen Babybauch.
„Oh wann ist es soweit?“, fragte Tarja lächelnd
„In 3 Mondumläufen sollte es soweit sein“, lächelte Adrienne
„Das freut mich für euch. Wir müssen leider weiter. Vielleicht sehen wir uns später in der Mähre und grüss deinen Mann von mir“, sagte Tarja
„Ja das mache ich gern“, sagte Adrienne
Die Beiden machten sich auf dem Weg zur Mähre auf dem Marktplatz war heute nicht viel los und da sie nichts brauchten betraten sie die Mähre.
Tarja schaute sich um, sie war lange genug in Weisslauf, sie kannte die Leute die sich normal hier aufhielten, daher viel ihr auch der fremde Mann sofort auf.
Sie ging zu ihm rüber und fragte“ Seid Ihr wegen des Aushanges, das wir erfahrene Wachen für Helgen suchen, hier?“
Der Mann nickte und Tarja sagte „Dann setzen wir uns doch und reden“
Marcus hatte schon drei Met bestellt und so setzte man sich an den Tisch.
Tarja stellte sich und Marcus vor und der Mann sagte “Ich heisse Kindrick und komme aus Hochfels“
„Gut Kindrick aus Hochfels, habt Ihr Erfahrungen oder irgendwelche Qualifikationen?“, fragte Tarja
„Nun, ich habe eine ordentliche Rüstung und eine gute Stahlklinge und ich bin Bretone“, sagte er stolz
„Das ist nicht viel, Habt ihr Erfahrungen?“, fragte Tarja hart
„Nun ja eigentlich nicht, ich habe nicht in einem Krieg gekämpft, wenn ihr das meint“, sagte Kindrick
„Ich glaube nicht, das Ihr seid, wonach wir suchen“, sagte Tarja und stand auf und verliess die Mähre
Kindrick schaute ihr geschockt hinterher und Marcus sagte zu ihm“ Bleibt bitte, meine Begleiterin hatte einen schlechten Tag. Ich bin gleich wieder da.“
Marcus sprang auf und lief Tarja hinter her „Hey bleib stehen“, rief er ihr zu
„Warum? Der Mann hat keine Erfahrung“, sagte Tarja hart
„Die hattest du auch nicht und wir haben dir eine Chance gegeben und nur weil du im Moment Männer hasst, lass es nicht an Kindrick aus, er möchte sich beweisen.“, sagte er sauer. Tarja schaute ihn mit grossen Augen an, seine Worte trafen ihren wunden Punkt. Marcus hatte Recht, sie hatte damals noch nicht mal ein Schwert in der Hand, nur mit Training wurde sie das was sie heute war.
„Du hast Recht, ohne Korst und deiner Hilfe hätte ich es nicht geschafft. Ich werde nochmal mit ihm reden“, sagte Tarja leise, also gingen sie wieder zurück in die Taverne, sie setzten sich wieder zu Kindrick und Tarja sagte“ Es tut mir leid, ich habe auch mal so angefangen wie Ihr, also erzählt“
Kindrick lächelte erleichtert und begann zu erzählen“ In meiner Familie hat noch keiner etwas erlebt. Keiner war auf Abenteuer oder hat Erkundungen unternommen, ich will der Erste in unserer Familie werden, der etwas erleben möchte. Bitte lasst es mich versuchen, ich verspreche Euch, ich werde hart an mir arbeiten und trainieren. Ich werde Euch sicher nicht enttäuschen“
„Gut, hört zu. Wir müssen noch mehr Leute einsammeln, daher müsst I hr es allein nach Helgen schaffen, dort meldet Ihr euch bei Korst, solltet Ihr es nach Helgen schaffen, bekommt Ihr eine faire Chance euch zu beweisen“, sagte Tarja
„Oh eine Art Test? Wenn ich es schaffe, habe ich bestanden? Das ist sehr schlau“, sagte er und lächelte dankbar
„Habt Ihr ein Zimmer hier?“, fragte Marcus
„Nein, ich schlafe im trunkenen Jägersmann“, sagte Kindrick
„Gut, dann bis in ein paar Wochen“, sagte Tarja
Kindrick nickte und verliess die Taverne. Tarja schaute Marcus an und fragte “Zufrieden?“
„Ja, das bin ich. Bleiben wir hier, dann können wir morgen weiter, dann schaffen wir es morgen bis nach Rorikstatt, wo wir dann wieder rasten können“ , sagte Marcus
„Soll mir recht sein, aber jetzt habe ich Hunger. Du musst mal den Eintopf hier probieren, er ist lecker“, sagte Tarja
„Gut, dann bestell ich zwei und zwei Zimmer für die Nacht“, sagte er und stand auf
Nachdem Essen hörten sie den Barden bei seinem Gesang zu, er sang eine Weise über ein Pärchen namens Fjori und Holgier, es war eine schöne Weise über das Finden der Liebe bis über den Tod hinaus. Tarja seufzte und sie schluckte schwer, sie schaute rüber zu Marcus, der ins Feuerbecken starrte.
Er ist beharrlich, das musste sie ihm lassen, aber sie konnte nicht über ihren Schatten springen, sie war noch nicht so weit.
Auch Marcus war von der Weise berührt, Fjori musste weit reisen um ein Gegengift für den Schlangenbiss zu bekommen, den Holgier von der Schlange hatte und als sie es hatte und ihrem Holgier zum trinken gab, wurde sie ebenfalls von der Schlange gebissen und weil sie zu schwach war von ihrer Reise, starb sie daran. Holgier war so traurig, das er ihr eine Grabstätte erschuf, als er sie fertig gestellt hatte , nahm er sich das Leben um wieder bei ihr sein zu können.
Marcus trank einen Schluck Met aus dem Krug, immerhin hatten sie heute miteinander geredet. Die nächste Station ihrer Reise ist Einsamkeit und bis dahin ist es ein langer Weg, wo noch viel passieren kann und er fasste einen Entschluss, sollten sie bis Rifton nicht wieder zusammen gefunden haben, würde er dort bleiben und sie müsste ihren Weg allein weitergehen. Als sich die Taverne langsam leerte, gingen sie auf ihre Zimmer und wünschten sich eine gute Nacht.
Am nächsten Morgen wurde Tarja wach, sie streckte sich, das Bett war bequem und kuschelig warm, am liebsten wäre sie liegen geblieben, aber sie stieg auf, füllte Wasser aus dem Krug in das Wasserbecken und wusch sich, es reichte für eine Katzenwäsche, danach zog sie sich an und nahm ihr Gepäck.
Als sie runter in die Taverne kam, sass Marcus schon am Tisch und hatte Frühstück bestellt, sie wünschte ihm einen guten Morgen und setzte sich an den Tisch.
„Gut geschlafen?“, fragte Marcus
„Ja sehr gut und du?“, fragte sie
„Ja ging so.“, gab er ihr zur Antwort, sie spürte das er nicht reden wollte, also nahmen sie das Frühstück ein, bezahlten die Rechung und verliessen die Taverne und machten sich auf den Weg zu den Ställen. Es war noch ziemlich kühl heute morgen, aber der Himmel versprach schönes Wetter.
An den Ställen sattelten sie ihre Pferde und legten zur Sicherheit die Waffen an, führten die Pferde aus dem Stall und ritten los.
Jetzt erst konnte Tarja die Gegend geniessen, das Fürstentum Weisslauf war unheimlich schön und weit.
In der Ferne konnte sie Riesen und ihre Mammuts sehen, sie stoppte ihr Pferd und schaute dem Schauspiel zu. Bisher war sie nur eilig durch Himmelsrand gezogen, aber jetzt wo sie es nicht mehr so eilig hatte, konnte sie alle Eindrücke in sich aufnehmen und diese waren atemberaubend. Üppige Wiesen, die hohen Bäume und Berge, die Luft war klar, sie nahm einen tiefen Atemzug und schloss wieder zu Marcus auf, der weiter geritten war. Vor ihnen lag eine grosse Festung, die offenbar nicht bewohnt war, also ritten sie weiter.
Aber plötzlich hörten sie von oben Stimmen“ Hey Erik, schau dir die Milchtrinker, da unten an“
„Na, die Frau ist doch ganz passabel, mit der könnten wir doch Spass haben“, johlte der andere
Marcus riss das Pferd rum und ritt zurück, Tarja seufzte und dachte“ Die Ruhe war aber schnell rum“ und sie ritt Marcus hinterher.
Sie sprang vom Pferd und machte ihren Bogen schussbereit und rannte Marcus hinterher, aber er hatte die 2 Männer schneller erreicht, aber der eine drückte sich an den kämpfenden Männer vorbei und ging auf Tarja zu, noch bevor sie schiessen konnte, war er vor ihr und packte sie“ Na du hübsches Vögelchen“, Tarja bekam Panik, aber dann kam der Hass wieder in ihr hoch. Ohne Vorwarnung ging ihr Knie in das Zentrum des Angreifers, der schrie auf, liess sie los und krümmte sich vor Schmerzen. Tarja zog seinen Kopf hoch und zog ihre Fingernägel durch sein Gesicht, sie griff nach ihrem Schwert und bohrte dem Angreifer das Schwert durch die Rippen.
Marcus schaute schockiert zu, wie massiv sie gegen den Kerl vorging. Schwer verletzt ging der Angreifer zu Boden, sie zerschnitt sein Hemd und mit der Klinge schnitt sie tiefe Wunden in sein Fleisch, wie im Blutrausch hing sie über ihrem Angreifer und lachte.
Marcus hatte genug gesehen und setzte mit einem gezieltem Schuss dem Leiden, des Angreifers ein Ende.
Tarja schaute ihn an und der Blick in ihre Augen, liess ihn erschaudern, der Blick war eiskalt.
„Es reicht“, schrie er sie an, der Blick veränderte sich nicht, aber sie steckte ihr Schwert wieder weg.
Dann drehte sie sich um und ging die Treppe wieder runter, rief nachdem Pferd und stieg wieder in den Sattel. Marcus ritt an ihr vorbei ohne ein Wort zusagen und sie folgte ihm weiter, sie kamen gut voran, aber die Stimmung zwischen beiden war eisig und Marcus fragte sich, wie er das alles aushalten sollte. Er konnte mit ihrem Hass nicht umgehen, er musste selbst schon genug Banditen los werden, aber so skrupellos wie Tarja heute vorgegangen war, das hatte er noch nie so gemacht.