Teil 007
Teil 007 PDF 
Geschrieben von: Bianca   
30.12.15 um 13:09 Uhr

Die nächsten Tage waren mit viel Arbeit, Training und Vorbereitungen für das Manöver verbunden.
Schwerter mussten geschärft werden, die Ausrüstung wurde überprüft, Tarja baute mit Korst die Zelte auf um zu sehen, ob sie noch ganz waren oder ob sie eine Reparatur benötigten.
Viele der Sachen brachten Korst und Tarja dann in die Priorei, weil die Pferde nicht in die Stadt durften.
Wenn Tarja zwischen diesen Arbeiten Zeit hatte, machte sie Heiltränke, diverse Salben und schnitt Stofflappen die man als Verbände nutzen konnte und Branwen die neue Haushälterin und Rothwardonin half ihr dabei, sie war Kampfjungfer im großen Krieg und hatte noch den ein oder anderen guten Ratschlag für Tarja, die diese auch gern annahm.
Branwen hatte wie Farmin eine sehr dunkle Haut und ihre Haare waren zu verfilzten Zöpfe verkommen, so um die 40 musste sie sein, aber Tarja fand diese Frau total faszinierend, beide Frauen teilten ihr Wissen über Alchemie und Heilkunst.
Tarja lernte noch sehr viel über die Heilmethoden in Hammerfell, welches durch die große Wüste, ja kaum Pflanzen aufwies, also musste man noch mehr herumexperimentieren als in Gebieten, wo es üppig Pflanzen gab oder die Leute mussten teuer für Heiltränke zahlen.
Abends war sie meist so müde, das sie über ihren Büchern einschlief, so das Marcus sie 4 Tage hintereinander ins Bett legen musste.
Als der Tag endlich kam und die Kriegergilde mit ihren 10 Leuten zu den Ställen liefen, war Tarja doch sehr aufregt.
Die Männer von der Stadtwache waren schon zugange, als sie an den Ställen ankamen, Marcus zeigte Tarja wie man ein Pferd sattelte und meinte" Du sitzt zwar auf einem eigenen , aber ich nehme einen extra langen Zügel, damit ich dein Pferd unter Umständen halten kann, wenn etwas passieren sollte"
Sie stemmte ihre Hände auf die Hüfte" Das beruhigt mich jetzt so gar nicht"
Marcus knuffte sie "Du schaffst das schon"
Dann reichte er ihr den Zügel und machte noch schnell sein Pferd reisefertig, dann führten sie die Pferde zu der Priorei, wo Korst mit Cressius schon wartete.
"Guten Morgen Zusammen", begrüßte Cressius die Anwesenden
"Willkommen zu unserem jährlichen Manöver, wir laden jetzt die Sachen auf, unser Hofhandwerker, hat uns für dieses Jahr ein paar Wagen hergestellt, wo wir unsere Ausrüstung aufladen können, 8 meiner Leute haben eine Einweisung bekommen und diese werden die Wagen mit den Pferden lenken, wie ihr wisst haben wir dieses Jahr ein paar Zivilisten im Manöver dabei, welche Bedeutung das hat, erfahrt ihr am 2. Tag des Manövers, so dann laden wir mal die Sachen ein"
Korst rief" Jungs und Mädel antreten"
Tarja zuckte zusammen, ob sie sich je an diesen Tonfall gewöhnen wird?
Die Gilde versammelte sich um ihn "Tarja und ich haben unsere Sachen in dem Wohnhaus verstaut, sucht euch eure Sachen zusammen, die Namen hat Branwen auf die Taschen gestickt, jeder hat ein Zelt und ein Schlafsack um den er sich kümmern muss, durch die Zivilisten, müssen wir dieses Jahr auf Zelte ausweichen, na dann los"
Vor dem Haus standen die Reiter mit den Karren an den Pferden, also schloss Korst die Tür auf und die Gilde begann die Karren zu beladen.
Marcus zog Korst auf die Seite " Ihr könnt dann schon mal los, ich weiß nicht, wie schnell sich Tarja an das Pferd gewöhnt und wir wollen euch nicht aufhalten"
Korst nickte "Ja gut, dann werden wir schon mal los reiten"
Korst verließ das Haus, reichte Marcus den Schlüssel und sagte" Bis später ihr Zwei"
"Meine Leute sind fertig", sagte Cressius
"Meine bis auf Zwei auch, mein Mädel kann leider nicht reiten, so was lernt man bei der Magiergilde nicht"
Cressius lachte" Ja das kenn ich von meiner Schwester, wenn sie mich besucht, dann kommt sie immer gelaufen"
"Alle Mann aufsitzen", rief Cressius und der Tross aus Gilde und Stadtwache machte sich auf den Weg Richtung Dreckhack.
Marcus wandte sich an Tarja "Na Fuchsie, wollen wir dann auch mal?"
Tarja zuckte mit den Schultern" Bleibt mir etwas anders übrig?"
"So schwer ist es nicht, das schwerste ist das Aufsitzen"
Marcus stellte sich neben Tarja´s Pferd und zeigte ihr wie man in den Sattel kommt
"Ach bei dir sieht das so leicht aus", sagte sie entmutigt
Er stieg wieder ab, ging auf sie zu, drehte sie so, das ihre Vorderseite an der Seite des Pferdes stand
"So nimm die Zügel ganz kurz, dann kann das Pferd den Kopf nicht nach hinten oder vorn werfen, nun heb deinen linken Fuß hoch und stell ihn in den Bügel, mit der rechten Hand hältst du dich am Sattel fest und stößt dich an mit dem rechten Fuß vom Boden ab und zieh dich nah am Pferdekörper nach oben, das rechte Bein über das Pferd und langsam in den Sattel setzen"
Obwohl Marcus es sehr gut erklärt hatte, brauchte Tarja ein paar Anläufe, bis sie endlich im Sattel saß, das Pferd war zum Glück gelassen und verzeihte Tarja ihre Fehler.
Marcus überprüfte noch mal die Länge der Steigbügel, dann befestigte er die Führungsleine am Kopfgeschirr des Pferdes, stieg auf sein eigens und dann liefen sie langsam los.
"Nicht so steif, sonst hast du nachher Muskelkater, mach die Bewegungen des Pferdes mit"
"Jawohl Herr Lehrer", schmollte sie und sie wäre am liebsten gelaufen, als hier auf diesem Pferd zu sitzen, es dauerte etwas bis sie sich an die Bewegungen gewöhnt hatte.
Nach einer Stunde fragte Marcus" Schmollst du immer noch oder können wir jetzt etwas schneller reiten?"
"Du bist der Chef, ich füge mich", sagte sie kurz angebunden
Marcus spürte, ihr Anspannung und das sie sich unwohl fühlte
"Es tut mir leid, wenn dir das reiten keinen Spaß. "
"Lass mir einfach Zeit mich daran zu gewöhnen", sagte sie
Marcus nickte still, ihm war klar, dass sie jetzt nicht reden wollte, also trabten sie Richtung Dreckhack.
7 Stunden später kamen sie endlich in Dreckhack an, sie hatten kaum miteinander geredet und die Stimmung beider war mehr als schlecht.
Als Korst die beiden sah, war ihm gleich bewusst, dass das Reiten wohl nichts für Tarja ist.
Marcus stoppte die Pferde und Korst ging zu ihnen rüber
Da hörte er wie Tarja zischte" Runter wie ich rauf gekommen bin?"
"Ja" sagte Marcus nur ganz knapp, Korst wusste das er beide nun erstmal in Ruhe lassen sollte, also ging er so Farmin rüber und fragte" Farmin kannst du zusammen mit Adding, das Zelt für Marcus und Tarja aufbauen, die Zwei können sich gerade nicht riechen"
"Na ob es dann eine Gute Idee ist, die beiden in einem Zelt schlafen zu lassen?"
"Ach bis heute Abend haben sie sich wieder beruhigt", sagte Korst
"Dein Wort in Arkays Ohr", sagte Farmin
Korst schaute sich dann im Lager um, konnte aber weder Tarja noch Marcus finden, also lief er auf die Nordseite von Dreckhack, wo die Stadtwache ihr Lager hatte, aber auch da waren die beiden nicht.

Chamber-Insane
Er lief in Richtung der ehemaligen Kapelle und da hörte er, wie Tarja und Marcus lautstark stritten , sollte er sich jetzt einmischen oder sollen die beide das für sich selbst klären?
Er entschied sich schweren Herzens für letzteres, auch ein Streit musste mal sein, er ging wieder zurück zum Lager.
Als Tarja vom Pferd unten war, rannte sie in Richtung der Kapelle, sie kannte sich zwar nicht aus, aber sie orientierte sich an dem hohen Gebäude, Marcus schüttelte wütend mit dem Kopf und stieg vom Pferd und ging ihr dann hinterher und ja er war sauer, er konnte ja nichts dafür das ihr das Reiten keinen Spaß machte und er fand es gemein das sie ihren Frust jetzt an ihm ausließ, hinter der Kapelle angekommen, sah er das Tarja im Gras saß und immer noch schmollte.
Wütend stemmte er die Hände auf die Hüfte" Tarja HårdVind was fällt dir ein, deine schlechte Laune an mir auszulassen?"
"Au weh der ganze Name", dachte Tarja, Felen nannte sie auch immer beim ganzen Namen, wenn er so richtig sauer auf sie war, wenn sie wieder etwas angestellt hatte.
Sie sagte nix und starrte ins Leere
"Sprichst du jetzt mal mit mir?", fragte Marcus laut
Sie zuckte zusammen, bei dem scharfen Tonfall "Ich habe dir nichts zu sagen", sagte sie tonlos
"Ich möchte jetzt wissen, warum du so übel gelaunt bist?", zischte er
Sie sprang auf, stellte sich vor ihn, schaute ihm wütend in die Augen und begann zu ihn anzuschreien " Es tut mir leid, die letzten Tage waren echt anstrengend für mich, trainieren, Sachen kontrollieren, Heiltränke und Salben herstellen, Sachen packen, ich bin einfach müde und ausgelaugt, das Tempo war jetzt einfach zu schnell, selbst für mich, kannst du das nicht verstehen, ich kann zwar viel ertragen und machen, aber ich bin auch nur eine Frau"
"Und warum sagst du vorher nichts?", polterte Marcus
"Und Schwäche zeigen?", schrie sie zurück
"Mensch Tarja du bist ein Mensch und jeder kommt mal an seine Grenzen, diese Erfahrung wirst du noch öfters machen müssen, wir sind nun mal die Kriegergilde und nicht die Magiergilde die vor Alchemietischen steht und in Ruhe Tränke mischt"
Jetzt hatte er ihre Grenze eindeutig übertreten, ihre Augen funkelten vor Wut und ihre Lippen waren nur noch ein dünner Strich, sie zitterte vor lauter Unmut.
"So du denkst also ich hätte ein schönes Leben in der Gilde gehabt?", schrie sie ihn an und schubste ihn weg
"Ja so hin und wieder habe ich das Gefühl", sagte er laut


"Jetzt erzähl ich dir mal was und wenn du hinterher immer noch so denkst, dann sollten wir unsere Beziehung noch mal überdenken", sagte sie barsch
Das traf Marcus jetzt "Tarja bitte..."
Sie wandte sich von ihm ab und begann zu erzählen "Ich war 15 Jahre alt, als ich nach Skingrad in die Gilde kam und weißt du was man in Skingrad als Aufnahmeprüfung machen muss?"
"Nein", sagte er leise
"Man wird weggeschickt um 20 Nirnwurz zu sammeln, weißt du wie selten Nirnwurz ist?"
"Nein"
"Das dachte ich mir, in jedem Gebiet gibt es nicht mehr als 5, weißt du wie lange ich allein unterwegs war, bei Wind und Wetter, Tag für Tag und Nacht für Nacht, mit den Thalmor die durch die Gebiete streiften, wie oft ich Angst hatte, sie würden mich erwischen und du weißt was die Thalmor mit Nord machen und die Tiere nicht zu vergessen, weißt du was so ein Erlebnis mit einem jungen Menschen macht- kannst du dir das vorstellen? Und als ich nach 6 Mondumläufen wiederkam, kam ich auch nicht zur Ruhe, viele Magier aus Skingrad machten ihre Versuche in den Höhlen, also noch mehr Lauferei, da hilft auch der Gildenpapa nicht und mit 16 Jahren macht man auch alles was die erfahrenen Gildenmitglieder von einem verlangen, selbst wenn es noch so unsinnig war"
Marcus legte seine Hand auf ihre Schulter
Sie begann zu weinen "Mein....Leben...war...kein....Süßkuchen, verstehst...du? Auch...wir...mussten...hart...Arbeiten...zwar..nicht...körperlich...aber...mit...dem...Kopf und auch...mehr...Stunden"
Marcus drehte sie rum und nahm sie in seine Arme "Es tut mir leid, das wusste ich doch nicht"
"Es tut mir leid, schluchzte sie
Marcus strich ihr die Haare aus dem Gesicht und trocknete ihre Tränen" Mir tut es auch leid, ich hätte aufmerksamer sein sollen"
"Nein du musstest ja auch deine Arbeit machen und manchmal müssen Gefühle dann hinten an stehen", sagte sie
"Sollten sie aber nicht, besonders, wenn man so eine tolle Frau, als Freundin hat"
Er nahm sich für die Zukunft vor, sie besser zu beobachten um zu sehen, wann sie an ihre Grenzen kommt, in 1 1/2 Mondumläufen konnte er das jetzt noch nicht erkennen.
Er drückte sie fest an sich und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren, aber was er erkannte, war das er diese Frau wirklich liebte und das schon seit sie am ersten Tag vor ihm stand.
"Tarja?"
Tarja hob ihren Kopf und schaute ihn mit rot geweinten Augen erwartungsvoll an "Ja Marcus"
Vorsichtig wischte er ihr noch eine Träne weg, er musste es ihr jetzt sagen.
"Tarja ich liebe dich, ich hatte noch nie so eine liebe Frau, so einfühlsam und freundlich, ich liebe dich, seit dem Tag, wo du das erste Mal vor mir gestanden hast, dein warmes Lachen und auch das du manchmal so sorglos bist, deine blauen Augen, die so viele Gefühle wortlos ausdrücken können, ich bin so froh, das ich dich habe, ich habe noch nie so geliebt, wie ich dich liebe"
Sie sah ihn an und schon wieder liefen ihr die Tränen, aber dieses mal vor Rührung, sie schluckte "Ich habe mich für den richtigen Mann entschieden, ich bin froh das du ein Teil von meinem Leben bist", ihre Stimme brach und sie weinte wieder heftiger
Er nahm sie in den Arm und zusammen setzten sie sich ins Gras, er ließ sie jetzt einfach weinen, er saß einfach nur neben ihr, hielt sie im Arm und ließ sie spüren, das er für sie da war.
Langsam beruhigte sie sich wieder, wischte die Tränen weg und sagte leise" Du bist der einzige dem ich bisher von Skingrad erzählt habe und es war gut es mal los zu werden"
"Ja, ich spüre was so ein Erlebnis, mit einem jungen Mädchen macht", sagte er und strich ihr durch die Haare, er hatte ja immer ein festes Zuhause und eine richtige Familie, die trotz Himmelsrandverhältnisse sehr liebvoll war, sie hatte niemand, niemand dem sie sich anvertrauen konnte, alles war er als Heranwachsender tat, war freiwillig, von ihr wurde viel verlangt, auch wenn sie die Magie und Alchemie liebte, stand sie immer unter Leistungsdruck, deshalb war sie wohl auch immer bemüht in allem gleich gut zu sein, ihre Angst was nicht zu können oder zu versagen waren groß.
"Du musst deinen Leitungsdruck ablegen", sagte er sanft
"Ja ich weiss, aber der Druck in all den Zyklen, war hoch und das kann man nicht, von heute auf morgen ablegen", gab sie ihm zur Antwort
"Das ist mir bewusst und ich weiß, dass was du machst, gern machst, aber du musst anfangen zu dir zu finden, du weißt das wir niemanden unter Druck setzen"
Sie nickte, sie wusste das er Recht hatte, sie hatte nun ein anderes Leben, was für sie eigentlich einfacher war.
Sie lächelte ihn an" Wenn du mir hilfst, werde ich es bestimmt schaffen"
"Alles was du willst, du musst nur mit mir reden, weil ich kann nicht in deinen Kopf gucken", sagte er
"Ich werde es versuchen", sagte sie
"Vielleicht hilft es dir wenn du einen Tagesplan hast, ich weiß das du gern schreibst, aber selbst das setzt dich unter Druck und du weißt, das du es eigentlich nicht musst, aber du machst es um es dir selbst zu beweisen, die Gilde hat dein ganzes Leben, nur auf Druck ausgerichtet, in Bruma war es durch Felen noch anders, er brachte dir alles spielerisch und liebevoll bei, aber in den anderen Gilden musstest du genauso funktionieren, wie alle anderen, ohne Rücksicht auf dich ,deine Gefühle, deine Schlafgewohnheiten - dein ganzes Leben"
Überrascht schaute sie ihn an, er merkte das es in ihrem Kopf förmlich arbeitete.
"So habe ich das noch gar nicht gesehen, aber wahrscheinlich, sieht man es selbst nicht, nur ein Außenstehender erkennt so etwas", sagte sie
"Geht es dir jetzt besser?", fragte er
"Ja viel besser und das Reiten war gar nicht so schlimm", lächelte sie ihn an
"Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber ich bekomme langsam Hunger", sagte er
"Na ja Hunger hab ich keinen, ich bin immer noch etwas aufgeregt, aber ich habe Durst"
Mit einem gekonnten Sprung, sprang Marcus auf und zog Tarja hoch, er hielt sie bei den Händen "Haben wir jetzt erstmal alles geklärt oder musst du noch etwas los werden?"
Sie lächelte ihn frech an" Eine Kleinigkeit wäre da noch"
"So hatte ich heute nicht genug Aufregung?", lachte er
Sie legte den Kopf schief und grinste und sprang in seine Arme, schlang ihre Arme um seinen Nacken und die Beine um ihn
"Und was wird das jetzt? Soll ich dich zurück tragen?", lachte er , sie antwortete nicht, sondern verschloss seinen Mund mit ihren Lippen und zusammen verharrten sie in dieser Stellung.
Bis sie plötzlich ihre Namen hörten, es war Korst, der sie rief "Essen ist fertig"
"Wir sind gleich da"; rief Marcus
"Au verflixt, wir müssen doch noch unser Zelt aufbauen", rief Tarja
"Na dann mal los", Marcus ließ sie runter und zusammen liefen sie Hand in Hand zum Lagerplatz.