Teil 009
Teil 009 PDF 
Geschrieben von: Bianca   
30.12.15 um 13:10 Uhr

"Guten Morgen Schlafmütze", hörte er eine Stimme und dann spürte er ihre vollen Lippen auf seinen, er legte seine Arme um sie und murmelte verschlafen" Schon Zeit zum aufstehen?"
"6.Morgenstunde", sagte sie
"Oh dann ist doch noch Zeit, bist du schon lange wach?", murmelte er
"Nein, ich wurde wach, weil meine Nase kalt ist", sagte sie
Schlaftrunken öffnete er seinen Schlafsack und zog sie zu sich "Komm ich halt dich noch etwas warm"
Sie öffnete ihren Schlafsack, kuschelte sich an Marcus warmen Körper , zog den Schlafsack über ihre Körper und schlief noch mal ein.
Sanft zog er mit seinem Finger die Konturen ihrer Lippen nach, wie zufrieden sie aussah, sanft küsste er ihre Nasenspitze.
Er genoss diese letzten stillen Minuten mit ihr, die nächsten drei Tage würden hart werden und sie würden kaum Zeit füreinander haben.
Sie blinzelte und öffnete die Augen, zwei müde blauen Augen blickten ihn an, sie lächelte verschlafen "An deinem Schlafzyklus müssen wir noch arbeiten"
Er strich ihr über die Wange "8. Morgenstunde, da kann man doch wach sein, außerdem wollte ich die letzte ruhige Zeit mit dir genießen, wir werden kaum Zeit füreinander haben"
"Das geht schon in Ordnung, du bist ja trotzdem anwesend", sie legte ihren Kopf schief" Und?"
"Und? Was?", fragte er
Sie grinste ihn an "Wie war das zelten?"
"Ach so, das meinst du, ja dieses mal ist es ganz nett"
"Nur nett?", sie piekste ihn in die Seite, er zuckte zusammen
"Bis eben war es wirklich nett", sagte er ernst, aber er musste sie arg zusammen reißen um nicht laut los zulachen.
"Du Schuft", sie versuchte zu schmollen, was aber in einem schiefen lächeln endete
"Ach du", er umarmte sie
"Tarja? Marcus? Seit ihr wach? Frühstücken!"
"Na dann mal los", sagte er
Nachdem Frühstück ging es dann auch schon los, erst war Training angesagt, was bis zur zweiten Mittagsstunde ging, dann gab es eine kurze Pause und danach war Theorie angesagt, Tarja hatte Mühe den Ausführungen von Cressius zu folgen, er hatte eine unangenehme, quakende und laute Stimme und sie musste sich zusammenreißen, um nicht einzuschlafen.
Sie beugte sich zu Farmin rüber und flüsterte" Der schnattert wie eine Ente"
"Ja da lass ich mich lieber von Korst anbrüllen", flüsterte er
"Ja ich auch" sie legte ihren Kopf an Marcus Schulter "Mir ist langweilig"
Er griff nach ihrer Hand "Mir auch Fuchsie, mir auch"
Cressius redete und redete, Offensive da, Defensive da, das meiste verstand Tarja nicht, sie lernte eher durch Praxis, sie unterdrückte das gähnen und versuchte weiterhin Cressius Worten zu folgen, gefühlte Stunden später, endete Cressius seine Ausführung über Taktik, Offensive und Defensive.
"Zum Abschluss des Tages noch etwas waffenloser Kampf", rief er
Tarja zuckte zusammen und schaute Marcus fragend an
"Du kannst erstmal zu schauen", sagte er, während er sich die Hände mit einem Tuch umwickelte.
"Du machst das?", fragte sie
Er nickte, dann stand er auf und ging nach vorn, Tarja schaute gespannt, was nun passieren würde und was dann passierte ließ ihr den Atem stocken.
Marcus gegenüber stand ein großer und breiter Kaiserlicher mit einem Schild und Marcus erklärte wie man sich ohne Waffen am besten verteidigt um es anschließend zu zeigen.
Der Kaiserliche ging gegen Marcus vor, sie hörte wie Marcus Fäuste gegen das Schild schlugen, sie hielt sich die Hände vors Gesicht, sie konnte sich das nicht anschauen, tief in ihrem Inneren zog sich alles zusammen, sie sah sich schon seine Finger zusammenzuflicken, sie hörte wie seine Finger immer wieder auf das Schild trafen und hin und wieder Marcus weitere Ausführungen.
Nachdem er geendet hatte, sagte er "Nun sucht sich jeder einen Übungspartner und übt diese Übungen abwechselnd"
Marcus schaute in Tarja´s Richtung, sie hatte die Hände vor den Augen.
"Tarja du übst mit mir", rief er
Sie nahm die Hände runter und rief ihm zu" Das muss ich doch nicht lernen, ich kann mich waffenlos verteidigen" Aber sein Blick ließ keine Diskussion zu, er war wieder der Ausbilder und sie seine Schülerin, also sie stand auf und ging zu ihm rüber, er hielt ihr das Schild hin.
"Ist das dein Ernst? Du machst ein Schlag dagegen und ich fliege dann durch die Gegend"
"Nein du sollst doch nur mal eins in der Hand gehalten haben, ich halte das Schild und du machst nach, was ich gezeigt habe"
"Du weißt aber schon das ich nicht hingeschaut habe"
" Ja das hab ich wohl gesehen, aber durch langes Training tut das nicht mehr wirklich weh", er wickelte die Tücher und hielt Tarja die Hände hin.
Tatsächlich war nichts zu sehen, dann nahm er ihre Hand und wickelte ein Tuch darum und um die andere Hand auch, wohl wissend das sie so ihre Magiefähigkeiten nicht einsetzten konnte, sie musste sich mit bloßen Händen wehren.
Mit großen Augen schaute sie ihn an "Schatz, ich glaub ich kann das nicht"
"Doch du kannst das" mit dem Schild schubste er sie an
"Los mach schon" rief er, sie zögerte und wieder quittierte er ihr zögern mit dem Schild, dieses mal etwas fester, sein Herz zog sich zusammen, aber da mussten sie jetzt beide durch.
Er bedrängte sie weiter mit dem Schild und Worten, bis es Tarja reichte, sie holte aus und schlug gegen das Schild, Marcus war erstaunt, welche Kraft sie aufbringen konnte.
"Na also HårdVind klappt doch", feuerte er sie derb an, Tarja´s Augen funkelten, ein paar Haarsträhnen hingen ihr im Gesicht, die Wangen gerötet von der Bewegung, sie tänzelte um Marcus herum und fast jedes Mal traf sie das Schild und je länger das Training dauerte, desto mehr hatte sie mit Schweiß und ihren Haaren zu kämpfen, als sie kaum noch Luft hatte, ließ sie sich ins Gras sinken und meinte atemlos" Ich brauche eine kurze Pause"
Marcus kniete sich neben sie" Ich hoffe du bist mir nicht böse, aber du musst mich auch hin und wieder mal als Feind sehen"
Noch immer kämpfte sie mit ihren verschwitzen Haaren "Nein das ist schon in Ordnung, irgendwie muss ich es ja erlernen"
Marcus zog ein Lederband aus seiner Tasche und sagte" Ich kümmere mich erstmal um deine Haare", er kniete sich hinter sie, nahm ihre Haare zurück und flocht ihr einen neuen Zopf
Tarja war überrascht" Woher kannst du das jetzt wieder?"
"Na ich war auch mal jung ,hatte lange Haare und Geschwister mit langen Haaren, da lernt man so was", sagte er
"Wirklich? Wie lang waren sie?", fragte sie
"So bis zwischen die Schulterblätter", gab er ihr zur Antwort
"Ganz schön lang, aber Felen hat auch so lange Haare, er trägt aber einen Zopf"
"Ja den hatte ich auch eine Zeitlang, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf die Pflege"
"Das kann ich dir nachempfinden, aber ich mag meine Haare", sagte sie
"So fertig", sagte Marcus "Der sollte etwas halten"
"Ich danke dir mein Schatz"
"Schon in Ordnung, aber nun lass mich mal nach deinen Händen schauen"
Sie drehte sich zu ihm rum und hielt ihm ihre Hände hin, behutsam wickelte er die Tücher ab und strich sanft über ihre Hände, Tarja schloss die Augen bei der Berührung und lächelte sanft, seine Hände waren rau, aber sie genoss das Gefühl auf ihrer sanften Haut, ihre kleinen Hände, lagen in seinen großen Händen, sie lächelte ihn an und wieder war sie froh, das er der Mann an ihrer Seite war.
Seit sie Marcus kannte, wusste sie wie sehr sie Liebe und Sicherheit brauchte und er war genau der Mann, der ihr beides von Herzen vermittelte.
Er schaute ihre Hände an und fragte" Tut dir was weh?"
"Nein, alles in Ordnung", antwortete sie ihm
"Dann lass uns für heute mal Schluss machen", sagte Marcus
" Ich bin schon gespannt, was uns morgen erwartet", sagte Tarja
"Ja ich auch, morgen kommen ja auch die Zivilisten, ich bin gespannt, welche Rolle sie spielen werden", sagte Marcus
"Ja ich auch, aber nun habe ich Hunger, ich hoffe es gibt noch etwas"
"Ja natürlich, die Stadtwache hat immer einen Koch dabei", sagte Marcus
"Tarja? Kannst du mal kurz kommen?", es war Korst
Sie seufzte und stand auf "Bis später, Schatz"
"Ja bis später, Fuchsie", sagte er
Tarja ging zu Korst rüber und er zeigte ihr an zu folgen, sie folgte ihm zu dem Haus, wo die Zivilisten während des Manövers bleiben konnten.
Sie betraten das Haus und Korst sagte" Setz dich bitte, ich hätte da ein Anliegen"
Tarja setzte sich an einen der Tische, Korst gab ihr Flasche mit Traubensaft.
"Morgen kommen ja die Zivilsten", sagte er
"Soll ich auf sie aufpassen?", fragte sie
"Um Himmels Willen nein, du wirst ein Teil von ihnen sein, das was ich dir jetzt erzähle bleibt aber unter uns, versprichst du es?"
"Ja, das verspreche ich dir" und Korst erzählte, was Cressius und er geplant hatten, Tarja hörte aufmerksam zu, hin und wieder nickte sie.
"Aber warum soll ich dabei sein?"
"Ganz ehrlich?", fragte Korst
"Ja ganz ehrlich", sagte sie
"Es geht mir darum Marcus zu beobachten, wie er mit dieser Stresssituation umgeht, wenn du nicht mehr da bist, weil er wird der Truppenführer dieses Szenario sein, aber das weiß er noch nicht."
"Du willst sehen ob er ruhig bleibt oder verrückt spielt?"
"Ja so in etwa", sagte Korst
"Ja ich helfe dir dabei, aber wie willst du es anstellen, das er nicht mitbekommt, das ich weg bin", fragte sie
"Marcus hat morgen früh Training mit den Bogenschützen und die Gruppe hält sie etwas außerhalb von Dreckhack auf und während des Trainings, schaffen wir euch zum Ort des Gesehenes, du kannst dich dann mit den 3 Männern und 2 Frauen bekannt machen und ihr frühstückt noch zusammen"
Tarja nickte "Ja so können wir es machen"
"Wie hat dir das Schildtraining gefallen?", fragte Korst, als sie das Haus wieder verließen
"Marcus kann schon echt gemein sein, wenn er jemanden etwas bei bringen will", lachte sie
"Ja aber das ist auch gut so, er soll dich ja nicht nur als das Mädel sehen das er liebt, er ist nun mal auch Ausbilder an den Waffen", sagte Korst
" Ja und er macht das wirklich toll, aber das hast du ihm bestimmt beigebracht"
"Na ja ich musste ihn nicht mehr soviel lehren, er ist ein sehr vielfältiger Mensch, er kann mit Waffen umgehen, ist aber auch sehr künstlerisch begabt"
"Ja ich konnte einige der Zeichnungen von seiner Frau sehen, die er gemalt hatte, bevor er sie ins Feuer warf"
"Ja und sie hat diese Arbeiten nie gewürdigt, so dass er das Malen aufgab", Korst seufzte
"Was ist los?", fragte Tarja
"Diese Frau hat ihn so zerstört", sagte Korst
" Er wollte sie gar nicht heiraten, sie hat ihn dazu gedrängt"
"Ja so war es und seine Eltern, hießen die Verbindung auch nicht gut"
"Wie sind den seine Eltern so?", fragte Tarja
"Für Himmelsrandverhältnisse sind es ganz nette Menschen, die auch sehr reich sind und ihre Kinder über alles lieben"
"Das ist aber interessant, Marcus sagte zu mir das er nicht viel habe", sagte Tarja
"Ja das kann ich mir vorstellen, er erzählt das nicht gern, da er Angst hat, er bekommt wieder so eine gierige Frau, die nur das Geld will, aber ihn nicht"
Tarja nickte still, hätte sie Reichtümer, würde sie es aus Angst auch verschweigen.
"Glaub mir von dem ganzen Sold den er hier bekommt, behält er nur einen kleinen Anteil, den Rest lässt er immer zu seinen Eltern schicken"
"Das ist aber nett", sagte Tarja
"So nun aber mal zu essen fassen", sagte Korst und schob sie ins Lager der Stadtwache, wo es reichlich Essen und Trinken gab, jeder schlug ordentlich beim Essen und den Getränken zu, es war ein schöner Abend in der großen Gruppe, nur konnte sie den Abend nicht so wirklich genießen, da sie sehr müde wurde, so das sie bald allein zu ihrem Zelt ging und sofort einschlief, sie hatte nichts dagegen, das Marcus noch bei den anderen blieb.

Zuletzt aktualisiert am 30.12.15 um 13:10 Uhr